Ketubot 102

Kapitel 102

א יש בהן אחריות נכסים לא יחזיר שבית דין נפרעין מהן
1 sie eine Güterhaftbarkeitenthalten, nicht zurück, weil das Gericht von diesenZahlung einzieht,
ב אין בהן אחריות נכסים יחזיר שאין בית דין נפרעין מהן דברי רבי מאיר וחכמים אומרים אחד זה ואחד זה לא יחזיר שבית דין נפרעין מהן
2 und wenn sie keine Güterhaftbarkeit enthalten, gebe er sie zurück, weil das Gericht von solchen keine Zahlung einzieht – so R. Meír. Die Weisen sagen, ob so oder so gebe er sie nicht zurück, weil das Gericht von solchen Zahlungeinzieht.
ג רישא ר"מ וסיפא ר' יהודה וכי תימא כולה ר' מאיר היא ושאני ליה לר"מ בין כתובה לשטרי ומי שאני ליה
3 Der Anfangsatz nach R. Meír und der Schlußsatz nach R. Jehuda!? Wolltest du erwidern, das ganze nach R. Meír, und R. Meír unterscheide zwischen der Urkunde über die Morgengabeund Schuldurkunden, so unterscheidet er ja nicht,
ד והתניא חמשה גובין מן המחוררין ואלו הן פירות ושבח פירות והמקבל עליו לזון את בן אשתו ובת אשתו וגט חוב שאין בו אחריות וכתובת אשה שאין בה אחריות
4 denn es wird gelehrt: Fünferlei kann nur von freien Güterneingefordert werden, und zwar: die Früchte, die Melioration, die Ernährung des Sohnes seiner Frau und der Tochter seiner Frau, die man übernommen hat, der Schuldschein, der keine Haftpflicht enthält, und die Morgengabe einer Frau, deren Urkunde keine Haftpflichtenthält.
ה מאן שמעת ליה דאמר אחריות לאו טעות סופר הוא רבי מאיר וקתני כתובת אשה
5 Derjenige, welcher sagt, [das Fehlen der] Haftbarkeit sei kein Irrtum des Schreibers, ist ja R. Meír, und er lehrt dies von der Morgengabe der Frau!? –
ו איבעית אימא ר' מאיר ואיבעית אימא ר' יהודה איבעית אימא ר' יהודה התם כתבה ליה התקבלתי הכא לא כתבה ליה התקבלתי
6 Wenn du willst, sage ich, es sei R. Meír, und wenn du willst, sage ich, es sei R. Jehuda. Wenn du willst, sage ich, es sei R. Jehuda, denn in jenem Falle schrieb sie ihm, sie habeerhalten, in diesem Falle aber nicht.
ז איבעית אימא ר' מאיר מאי חייב דקתני מן המחוררין:
7 Wenn du willst, sage ich, es sei R. Meír, denn unter ‘haftbar’, das er gebraucht, ist zu verstehen, er hafte mit seinen freien Gütern.
ח לא כתב לה וכו': אמר אבוה דשמואל אשת ישראל שנאנסה אסורה לבעלה חיישינן שמא תחלתה באונס וסופה ברצון
8 S<small>CHRIEB ER NICHT</small> &amp;<small>C</small>. Der Vater Šemuéls sagte: Wenn die Frau eines Jisraélitengenotzüchtigt worden ist, so ist sie ihrem Manne verboten, denn es ist zu berücksichtigen, vielleicht ist nur der Anfang gezwungen erfolgt, die Beendigung aber willig.
ט איתיביה רב לאבוה דשמואל אם תשתבאי אפרקינך ואותבינך לי לאינתו אישתיק
9 Rabh wandte gegen den Vater Šemuéls ein: [Er lehrt:] wenn du gefangen wirst, kaufe ich dich los und nehme dich wieder zur Frau!? Da schwieg er.
י קרי רב עליה דאבוה דשמואל (איוב כט, ט) שרים עצרו במלים וכף ישימו לפיהם מאי אית ליה למימר בשבויה הקילו
10 Hierauf las Rabh über den Vater Šemuéls: <i>Fürsten hallen die Worte zurück, und legen die Hand auf den Mund</i>. – Was hätte er antworten sollen? – Bei einer Gefangenenhaben sie erleichtert. –
יא ולאבוה דשמואל אונס דשריא רחמנא היכי משכחת לה כגון דקאמרי עדים שצווחה מתחלה ועד סוף
11 In welchem Falle kann nach dem Vater Šemuéls eine Notzucht vorkommen, bei der der Allbarmherzige sie erlaubthat? – Wenn Zeugen bekunden, sie habe von Anfang bis Ende geschrien.
יב ופליגא דרבא דאמר רבא כל שתחלתה באונס וסוף ברצון אפי' היא אומרת הניחו לו שאלמלא (לא) נזקק לה היא שוכרתו מותרת מ"ט יצר אלבשה
12 Er streitet somit gegen Raba, denn Raba sagte, wenn es nur anfangs gezwungen erfolgt war, sei sie erlaubt, selbst wenn sie zuletzt sagte, daß man ihn gewähren lasse, sie selber würde ihn, hätte er sie nicht überwältigt, gemietet haben. Dies aus dem Grunde, weil sie von der Leidenschaft befallen wurde.
יג תניא כוותיה דרבא (במדבר ה, יג) והיא לא נתפשה אסורה הא נתפשה מותרת ויש לך אחרת שאע"פ שלא נתפשה מותרת ואיזו זו כל שתחלתה באונס וסופה ברצון
13 Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt:<i>Und sie nicht ergriffen worden ist,</i> nur dann ist sie [ihrem Manne] verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere ist erlaubt, auch wenn sie nicht ergriffen worden ist, in dem Falle, wenn es anfangs gezwungen und nachher willig erfolgt ist.
יד תניא אידך והיא לא נתפשה אסורה הא נתפשה מותרת ויש לך אחרת שאע"פ שנתפשה אסורה ואיזו זו אשת כהן
14 Ein Anderes lehrt: <i>Und sie nicht ergriffen worden ist,</i> nur dann ist sie verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist verboten, auch wenn sie ergriffen worden ist, nämlich die Frau eines Priesters.
טו אמר רב יהודה אמר שמואל משום רבי ישמעאל והיא לא נתפשה אסורה הא נתפשה מותרת ויש לה אחרת שאע"פ שלא נתפשה מותרת ואיזו זו שקידושיה קדושי טעות שאפי' בנה מורכב על כתיפה ממאנת והולכת לה
15 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen R. Jišma͑éls: <i>Und sie nicht ergriffen worden ist,</i> nur dann ist sie verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist erlaubt, auch wenn sie nicht ergriffen worden ist, nämlich die, deren Antrauung eine irrtümlichewar. Selbst wenn sie ein Kind auf der Schulter sitzen hat, kann sie ihre Weigerungerklären und fortgehen.
טז אמר רב יהודה הני נשי דגנבו גנבי שריין לגוברייהו אמרי ליה רבנן לרב יהודה והא קא ממטיאן להו נהמא מחמת יראה והא קא משלחן להו גירי מחמת יראה ודאי שבקינהו ואזלן מנפשייהו אסירן
16 R. Jehuda sagte: Die von Dieben gestohlenen Frauen sind ihren Männern erlaubt. Die Rabbanan sprachen zu R. Jehuda: Sie holen ihnen ja Brot!? Aus Furcht. – Sie reichen ihnen ja Pfeile!? – Aus Furcht. Wenn jene sie aber [laufen] lassen und sie willig mitgehen, sind sie entschiedenverboten.
יז ת"ר שבויי מלכות הרי הן כשבויין גנובי ליסטות אינן כשבויין והתניא איפכא
17 Die Rabbanan lehrten: Regierungsgefangenegelten als Gefangene, von Straßenräubern gefangene gelten nicht als Gefangene. – Es gibt ja eine entgegengesetzte Lehre!? –
יח מלכות אמלכות לא קשיא הא במלכות אחשורוש הא במלכות בן נצר
18 Hinsichtlich der Regierungsgefangenen besteht kein Widerspruch, denn das eine gilt von einer Regierung wie des Ahašverošund das eine von einer Regierung wie des Ben Neçer.
יט ליסטות אליסטות לא קשיא הא בבן נצר הא בליסטים דעלמא ובן נצר התם קרי ליה מלך והכא קרי ליה לסטים אין גבי אחשורוש לסטים הוא גבי לסטים דעלמא מלך הוא:
19 Hinsichtlich der Straßenräuber besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn das eine gilt von Ben Neçer und das andere von gewöhnlichen Straßenräubern. – Wieso nennt er Ben Neçer da König und dort Straßenräuber!? – Freilich, Aḥašveroš gegenüber gilt er als Straßenräuber, gewöhnlichen Straßenräubern gegenüber gilt er als König.
כ ובכהנת אהדרינך למדינתך וכו': אמר אביי אלמנה לכ"ג חייב לפדותה שאני קורא בה ובכהנת אהדרינך למדינתך
20 E<small>INER</small> P<small>RIESTERSFRAU: UND BRINGE DICH IN DEINE</small> H<small>EIMAT</small> &amp;<small>C.</small> Abajje sagte: Wenn eine Witwe mit einem Hochpriester [verheiratet ist], so muß er sie loskaufen, denn hierbei istanwendbar: einer Priestersfrau: und bringe dich in deine Heimat zurück;