Ketubot 114

Kapitel 114

א אין האשה אוכלת בתרומה עד שתכנס לחופה:
1 DIE F<small>RAU</small><small>DÜRFE NICHT EHER</small> H<small>EBE ESSEN, ALS BIS SIE UNTER DEN</small> B<small>ALDACHIN GEKOMMEN IST.</small>
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> מנא הני מילי אמר רב חסדא דאמר קרא (בראשית כד, נה) ויאמר אחיה ואמה תשב הנערה אתנו ימים או עשור
2 GEMARA. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:<i>da sprachen ihr Bruder und ihre Mutter: das Mädchen möge bei uns [einige] Tage [jamim] oder zehn bleiben.</i>
ג מאי ימים אילימא תרי יומי משתעי איניש הכי אמרו ליה תרי יומי אמר להו לא אמרו ליה עשרה יומי אלא מאי ימים שנה דכתיב (ויקרא כה, כט) ימים תהיה גאולתו
3 Was ist nun unter <i>jamim</i> zu verstehen; wollte man sagen, zweiTage, so pflegt man ja nicht so zu verhandeln: wenn sie ihm zwei Tage sagten, und er dies verneinte, wieso sollten sie dann zu ihm zehn gesagt haben!? Vielmehr ist unter <i>jamim</i> ein Jahr zu verstehen, wie es heißt:<i>ein Jahr [jamim] soll sein Einlösungsrecht bestehen.</i> –
ד ואימא חדש דכתיב (במדבר יא, כ) עד חדש ימים אמרי דנין ימים סתם מימים סתם ואין דנין ימים סתם מימים שנאמר בהן חדש
4 Vielleicht ein Monat, wie es heißt:<i>bis zu einem Monat von Tagen [jamim]</i>!? – Ich will dir sagen, man folgere hinsichtlich <i>jamim</i> schlechthin von <i>jamim</i> schlechthin, nicht aber hinsichtlich <i>jamim</i> schlechthin von <i>jamim</i> in Verbindung mit <i>Monat</i>.
ה אמר רבי זירא תנא קטנה בין היא ובין אביה יכולין לעכב בשלמא איהי מצי מעכבא אלא אביה אי איהי ניחא לה אביה מאי נפקא ליה מינה סבר השתא לא ידעה למחר מימרדא ונפקא ואתיא ונפלה עילואי
5 R. Zera sagte: Es wird gelehrt: Eine Minderjährige kann esselber sowohl als auch ihr Vater verweigern. – Einleuchtend ist es, daß sie selber es verweigern kann, wieso aber ihr Vater; wenn sie selber einverstanden ist, was geht es den Vater an!? – Er denkt [wie folgt]: jetzt versteht sie es nicht, morgen aber widersetzt sie sich ihmund geht fort, sodann kommt sie und fällt mir zur Last.
ו אמר רבי אבא בר לוי אין פוסקין על הקטנה להשיאה כשהיא קטנה אבל פוסקין על הקטנה להשיאה כשהיא גדולה פשיטא מהו דתימא ליחוש דלמא מעיילא פחדא מהשתא וחלשה קא משמע לן
6 R. Abba b. Levi sagte: Man verabrede nicht über eine Minderjährige, sie minderjährig zu verheiraten, wohl aber verabrede man über eine Minderjährige, sie großjährig zu verheiraten. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu befürchten, sie könnte schon jetzt von einer Angst befallen werden und erkranken, so lehrt er uns.
ז אמר רב הונא בגרה יום אחד ונתקדשה נותנין לה שלשים יום כאלמנה מיתיבי בגרה הרי היא כתבועה מאי לאו כתבועה דבתולה לא כתבועה דאלמנה
7 R. Hona sagte: Wenn sie einen Tag mannbar war und angetraut wird, gebe man ihrdreißig Tage, gleich einer Witwe. Man wandte ein: Die Mannbarwerdung gleicht der Aufforderung. Doch wohl der Aufforderung einer Jungfrau!? – Nein, der Aufforderung einer Witwe. –
ח תא שמע בוגרת ששהתה שנים עשר חדש רבי אליעזר אומר הואיל וחייב בעלה במזונותיה יפר אימא בוגרת וששהתה שנים עשר חודש רבי אליעזר אומר הואיל ובעלה חייב במזונותיה יפר
8 Komm und höre: Wenn sie mannbar ist und die zwölf Monate verstrichen sind, so kann ihr Ehemann, wie R. Elie͑zer sagt, da er zu ihrem Unterhalte verpflichtet ist, [ihre Gelübde] aufheben. – Lies: wenn sie mannbar ist oder die zwölf Monate verstrichen sind, so kann ihr Ehemann, wie R. Elie͑zer sagt, da er zu ihrem Unterhalte verpflichtet ist, [ihre Gelübde] aufheben. –
ט תא שמע המארס את הבתולה בין שתבעה הבעל והיא מעכבת ובין שתבעה היא ובעל מעכב נותנין לה שנים עשר חדש משעת תביעה אבל לא משעת אירוסין ובגרה הרי היא כתבועה כיצד בגרה יום אחד ונתקדשה נותנין לה שנים עשר חדש ולארוסה שלשים יום תיובתא דרב הונא תיובתא
9 Komm und höre: Wenn jemand sich eine Jungfrau angelobt hat, so gebe man ihr, einerlei ob der Mann sie auffordert und sie nicht will, oder sie ihn auffordert und er nicht will, zwölf Monate seit der Aufforderung und nicht seit der Antrauung. Die Mannbarwerdung gleicht der Aufforderung, und zwar: wenn sie einen Tag mannbar war und angetraut wird, gebe man ihr zwölf Monate; einer verlobten dreißig Tage. Dies ist eine Widerlegung R. Honas. Eine Widerlegung. –
י מאי ולארוסה שלשים יום אמר רב פפא הכי קאמר בוגרת שעברו עליה שנים עשר חדש בבגרות ונתקדשה נותנין לה שלשים יום כאלמנה:
10 Was heißt einer Verlobten dreißig Tage? R. Papa erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn einer mannbaren [Verlobten] zwölf Monate der Mannbarkeit verstrichen sind und sie angetraut wird, gebe man ihr dreißig Tage, gleich einer Witwe.
יא הגיע זמן ולא נישאו: אמר עולא דבר תורה ארוסה בת ישראל אוכלת בתרומה שנאמר (ויקרא כב, יא) וכהן כי יקנה נפש קנין כספו והאי נמי קנין כספו הוא מה טעם אמרו אינה אוכלת שמא ימזגו לה כוס בבית אביה ותשקה לאחיה ולאחותה
11 W<small>ENN DIE</small> Z<small>EIT HERANREICHT UND SIE NICHT GEHEIRATET WERDEN.</small> U͑la sagte: Nach der Tora darf eine [mit einem Priester] verlobte Jisraélitin Hebe essen, denn es heißt:<i>wenn ein Priester eine Seele kauft, für sein Geld angeeignet,</i> und diese ist für sein Geld angeeignet, nur sagten sie deshalb, sie dürfe nicht essen, weil sie, wenn man ihr im Hause ihres Vaters einen Becher [von Hebe] einschenkt, ihn auch ihrem Bruder und ihrer Schwester zu trinken geben könnte. –
יב אי הכי הגיע זמן ולא נישאו נמי התם דוכתא מייחד לה
12 Demnach sollte es auch von dem Falle gelten, wenn die Zeit heranreicht und sie nicht geheiratet werden!? – In diesem Falle weist er ihr einen Aufenthaltsort an. –
יג אלא מעתה לקיט כהן לישראל לא ליכול בתרומה דלמא אתו למיכל בהדיה השתא מדידהו ספו ליה מדידיה אכלי
13 Demnach sollte ein Priester, der Erntesammler bei Jisraéliten ist, keine Hebe essen dürfen, weil sie veranlaßt werden könnten, mit ihm zu essen!? – Sie beköstigen ihn sogar von ihrem, wie sollten sie von seinem essen!?
יד רב שמואל בר רב יהודה אמר משום סימפון
14 R. Šemuél b. R. Jehuda erklärte: Wegen einer Aufhebung. –
טו אי הכי נכנסה לחופה ולא נבעלה נמי התם מיבדק בדיק לה והדר מעייל
15 Demnach sollte es auch von dem Falle gelten, wenn sie unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden ist!? – Dann läßt er sie untersuchen und nimmt sie erst nachher. –
טז אלא מעתה עבד כהן שלקחו מישראל לא ליכול בתרומה משום סימפון סימפון בעבדים ליכא דאי דאבראי הא קחזי ליה ואי דגואי למלאכה קא בעי ושבסתר לא איכפת ליה נמצא גנב או
16 Demnach sollte ein von einem Jisraéliten gekaufter Sklave eines Priesters keine Hebe essen dürfen, wegen der Aufhebung!? – Bei einem Sklaven gibt es keine Aufhebung. Äußerliche [Fehler] siehtman, auf heimliche achtet man nicht, da man ihn nur zur Arbeit braucht; ergibt es sich, daß er ein Dieb oder