Ketubot 140

Kapitel 140

א נעשה כאומר לה צאי מעשה ידיך במזונותיך ואם איתא להא דרב הונא אמר רב דא"ר הונא אמר רב יכולה אשה שתאמר לבעלה איני ניזונת ואיני עושה קונם שאני עושה לפיך אמאי אינו צריך להפר לימא מתוך שיכולה לומר איני ניזונת ואיני עושה נעשה כמי שאומרת לו איני ניזונת ואיני עושה
1 als würde er zu ihr gesagt haben: rechne deine Arbeitsleistung auf deine Ernährung auf. – Wieso braucht er, wenn man nach R. Hona entscheidet, der im Namen Rabhs sagte, eine Frau könne zu ihrem Manne sagen, sie verzichte auf die Ernährung und wolle nicht arbeiten, wenn sie sagt: Qonam sei meine Arbeit für deinen Mund, es nicht aufzuheben, man sollte doch sagen, da sie sagen kann: ich verzichte auf die Ernährung und will nicht arbeiten, sei es ebenso, als würde sie zu ihm gesagt haben: ich verzichte auf die Ernährung und will nicht arbeiten!? –
ב אלא לא תימא נעשה אלא באומר לה צאי מעשה ידיך במזונותיך
2 Vielmehr, man erkläre nicht, es sei ebenso, sondern: wenn er zu ihr gesagt hat: rechne deine Arbeitsleistung auf deine Ernährung auf. –
ג אי הכי פרנס למה לה בדלא ספקה אי בדלא ספקה הדר קושיין לדוכתיה א"ר אשי במספקת לדברים גדולים ואינה מספקת לדברים קטנים
3 Wozu ist demnach der Pfleger nötig!? – Wenn es nicht reicht. – Wenn es nicht reicht, bleibt ja unser Einwand bestehen!? R. Aši erwiderte: Wenn es für die wesentlichen Bedürfnisse ausreicht, nicht aber für die unwesentlichen. –
ד הני דברים קטנים היכי דמי אי דרגילה בהו הא רגילה בהו ואי לא רגילה בהו פרנס למה לה לא צריכא דרגילה בבית נשא וקא מגלגלא בהדיה דאמרה ליה עד האידנא דלא אדרתן גלגילנא בהדך השתא דאדרתן לא מצינא דאיגלגל בהדך
4 Welche Art von unwesentlichen Bedürfnissen: ist sie daran gewöhnt, so ist sie ja darangewöhnt, und ist sie nicht daran gewöhnt, wozu ist der Pfleger nötig!? – In dem Falle, wenn sie in ihrem Elternhause daran gewöhnt war, bei ihm aber sich eingeschränkt hat; sie kann zu ihm sagen: bisher, wo du mich nicht mit einem Gelübde belegt hast, schränkte ich mich mit dir ein, jetzt aber, wo du mich mit einem Gelübde belegt hast, kann ichmich nicht mit dir einschränken. –
ה ומאי שנא עד ל' יום עד ל' יום לא שמעי בה אינשי ולא זילא בה מילתא טפי שמעי בה אינשי וזילא בה מילתא
5 Weshalb gerade bis zu dreißig Tagen? – Bis zu dreißig Tagen erfahren es die Leute nicht, und es ist für sie nicht beschämend, wenn aber mehr, so erfahren es die Leute, und es ist für sie beschämend.
ו איבעית אימא שהדירה כשהיא ארוסה ארוסה מי אית לה מזוני שהגיע זמן ולא נשאו דתנן הגיע זמן ולא נשאו אוכלות משלו ואוכלות בתרומה
6 Wenn du willst, erkläre ich: wenn er sie als Verlobte mit dem Gelübde belegthat. – Hat denn die Verlobte Ernährung zu beanspruchen!? – Wenn die Zeit herangereicht ist, und er sie nicht geheiratet hat. Wir haben nämlich gelernt: Wenn die Zeit heranreicht, und sienicht geheiratet werden, so sind sie auf seine Kosten zu unterhalten und dürfen Hebe essen. –
ז ומאי שנא עד שלשים יום עד שלשים יום עביד שליח שליחותיה טפי לא עביד שליח שליחותיה
7 Weshalb gerade bis zu dreißig Tagen!? – Bis zu dreißig Tagen verrichtet der Beauftragte seinen Auftrag, länger aber verrichtet der Beauftragte seinen Auftrag nicht.
ח ואיבעית אימא שהדירה כשהיא ארוסה ונישאת נישאת הא סברה וקבלה דאמרה כסבורה אני שאני יכולה לקבל עכשיו אין אני יכולה לקבל
8 Wenn du aber willst, erkläre ich: wenn er sie als Verlobte mit dem Gelübde belegt und nachher geheiratethat. – Wenn [nachher] gerheiratet, war sie ja einverstanden!? – Wenn sie sagt, sie habe geglaubt, sie werde es ertragen können, nun aber könne sie es nicht ertragen. –
ט אימר דאמרינן הכי גבי מומין לענין מזוני מי אמרינן הכי אלא מחוורתא כדשנינן מעיקרא:
9 Allerdings gilt dies von Leibesfehlern, gilt dies etwa von der Ernährung!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie wir zuerst erklärt haben.
י עד שלשים יום יעמיד פרנס: ופרנס לאו שליחותיה קא עביד אמר רב הונא באומר כל הזן אינו מפסיד
10 S<small>TELLE IHR</small>, <small>WENN BIS ZU DREISSIG</small> T<small>AGEN</small>, <small>EINEN</small> P<small>RIESTER</small>. Handelt denn der Pfleger nicht in seinem Auftrage!? R. Hona erwiderte: Wenn er gesagt hat: wer sie ernährt, soll keinen Schaden erleiden. –
יא וכי אמר הכי לאו שליחותיה קעביד והתנן מי שהיה מושלך בבור ואמר כל השומע קולו יכתוב גט לאשתו הרי אלו יכתבו ויתנו
11 Handelt denn jener, wenn er so gesagt hat, nicht in seinem Auftrage!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand, der in eine Grube geworfen worden ist, ruft: wer meine Stimme hört, schreibe meiner Frau einen Scheidebrief, so schreibe man ihn und gebeihr. –
יב הכי השתא התם קאמר יכתוב הכא מי קאמר יזון כל הזן קאמר
12 Es ist nicht gleich; da sagte er ‘schreibe’, hierbei aber sagte er nicht ‘ernähre’, sondern ‘wersie ernährt’. –
יג והא אמר ר' אמי בדליקה התירו לומר כל המכבה אינו מפסיד בדליקה למעוטי מאי לאו למעוטי כי האי גוונא לא למעוטי שאר איסורים דשבת
13 R. Ami sagte ja aber, daß man bei einer Feuersbrunstzu sagen erlaubt hat: wer löscht, soll keinen Schaden erleiden, und [die Einschränkung] ‘bei einer Feuersbrunst’ schließt wohl einen derartigen Fallaus!? – Nein, dies schließt andere am Šabbath verbotene Handlungen aus.
יד מתיב רבה המודר הנאה מחבירו ואין לו מה יאכל ילך אצל חנוני הרגיל אצלו ויאמר לו איש פלוני מודר הנאה ממני ואיני יודע מה אעשה לו הוא נותן לו ובא ונוטל מזה הכי הוא דשרי אבל כל הזן אינו מפסיד לא
14 Rabba wandte ein: Wenn einem der Genuß von seinem Nächsten abgelobt ist und er nichts zu essen hat, so gehe jener zu einem ihm bekannten Krämer und spreche zu ihm: Dem N. ist der Genuß von mir abgelobt, und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen soll. Dieser kann ihm dann geben und von jenem [Ersatz] nehmen. Nur auf diese Weise ist es erlaubt, nicht aber [die Erklärung:] wer ihn ernährt, soll keinen Schaden erleiden!? –
טו לא מיבעיא קאמר לא מיבעיא כל הזן אינו מפסיד דלעלמא קאמר אבל האי כיון דרגיל אצלו וקאזיל קאמר ליה כמאן דאמר ליה זיל הב ליה את דמי קמ"ל:
15 Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich [darf er erklären:] wer ihn ernährt, soll keinen Schaden erleiden, da es allgemein gesprochen ist, [man könnte aber glauben,] wenn er mit ihm bekannt ist und zu ihm geht und es ihm sagt, sei es ebenso, als würde er zu ihm sagen: geh und gib ihm, so lehrt er uns.
טז גופא המודר הנאה מחבירו ואין לו מה יאכל הולך אצל חנוני הרגיל אצלו ואומר לו איש פלוני מודר הנאה ממני ואיני יודע מה אעשה לו הוא נותן לו ובא ונוטל מזה ביתו לבנות וגדירו לגדור ושדהו לקצור הולך אצל פועלין הרגילין אצלו ואומר להן איש פלוני מודר הנאה ממני ואיני יודע מה אעשה לו הן עושין עמו ובאין ונוטלים שכרן מזה
16 Der Text. Wenn einem der Genuß von seinem Nächsten abgelobt ist und or nichts zu essen hat, so gehe jener zu einem ihm bekannten Krämer und spreche zu ihm: Dem N. ist der Genuß von mir abgelobt, und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen soll. Dieser kann ihm dann geben und von jenem [Ersatz] nehmen. Wenn sein Haus aufzurichten, sein Zaun herzustellen und sein Feld zu ernten ist, so gehe er zu ihm bekannten Lohnarbeitern und spreche zu ihnen: Dem N. ist der Genuß von mir abgelobt, und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen soll. Sie können dann bei ihm die Arbeit verrichten und von jenem ihren Lohn erhalten.
יז היו מהלכין בדרך ואין עמו מה יאכל נותן לאחר לשום מתנה והלה נוטל ואוכל ומותר ואם אין שם אחר מניח על גבי הסלע או על גבי הגדר ואומר הרי הן מופקרין לכל מי שיחפוץ והלה נוטל ואוכל ומותר ורבי יוסי אוסר אמר רבא מ"ט דר' יוסי גזירה משום
17 Wenn sie beisammen unterwegs sind und er nichts zu essen hat, so gebe jener einem anderen schenkungsweise, und dieser nehme [von ihm] und esse; diesist erlaubt. Ist kein anderer anwesend, so lege er es auf einen Felsen oder eine Mauer und spreche: Dies sei Freigut für jeden, der es haben will. Dieser nehme es dann und esse; diesist erlaubt. R. Jose verbietet dies. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Joses: man berücksichtige