Ketubot 143

Kapitel 143

א איכא נועל בפניה אלא לבית האבל מאי נועל בפניה איכא תנא למחר היא מתה ואין כל בריה סופדה ואיכא דאמרי אין כל בריה סופנה
1 Allerdings liegt eine Abschließung vor, wenn kein Haus des Festmahles, wieso aber liegt eine Abschließung vor, wenn kein Haus der Trauer!? – Es wird gelehrt: Morgen stirbt sie, und kein Geschöpf betrauertsie. Manche lesen: kein Geschöpf bestattetsie.
ב תניא היה ר' מאיר אומר מאי דכתיב (קהלת ז, ב) טוב ללכת אל בית אבל מלכת אל בית משתה באשר הוא סוף כל האדם והחי יתן אל לבו מאי והחי יתן אל לבו דברים של מיתה דספד יספדוניה דקבר יקברוניה דידל ידלוניה דלואי ילווניה דטען יטענוניה:
2 Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Es heißt:<i>besser in ein Haus der Trauer gehen, als in ein Haus des Festmahles, indem es das Ende des Menschen ist, und der Lebende nehme es sich zu Herzen</i>. Was heißt: <i>und der Lebende nehme es sich zu Herzen</i>? – Die Ereignisse beim Sterben: wer [andere] betrauert, wird betrauert, wer [andere] bestattet, wird bestattet, wer [über andere Klage] erhebt, über den wird [Klage] erhoben, wer [anderen] das Geleit gibt, dem wird das Geleit gegeben, und wer [andere] trägt, wird getragen.
ג ואם היה טוען משום דבר אחר רשאי: מאי דבר אחר אמר רב יהודה אמר שמואל משום בני אדם פרוצין שמצויין שם אמר רב אשי לא אמרן אלא דאיתחזק אבל לא איתחזק לא כל כמיניה:
3 B<small>ERUFT ER SICH AUF EINEN GEWISSEN</small> G<small>RUND</small>, <small>SO DARF ER DIES</small>. Was ist dies für ein gewisser Grund? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wegen zuchtloser Leute, die da anwesend sind. R. Aši sagte: Dies nur dann, wenn dies sicher ist, ist dies aber nicht sicher, so ist er nicht befugt.
ד ואם אמר לה ע"מ שתאמרי: ותימא אמר רב יהודה אמר שמואל דברים של קלון:
4 W<small>ENN ER ZU IHR GESAGT HAT</small>: <small>UNTER DER</small> B<small>EDINGUNG</small>, <small>DASS DU SAGST</small> &amp;<small>C</small>. Soll sie doch sagen!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Schändliche Worte.
ה או שתהא ממלאה ומערה לאשפה: ותיעביד א"ר יהודה אמר שמואל שתמלא ונופצת במתניתא תנא שתמלא עשרה כדי מים ותערה לאשפה
5 O<small>DER</small>: D<small>ASS DU SCHÖPFEST UND AUF DEN</small> M<small>ÜLLHAUFEN SCHÜTTEST</small>. Soll sie es doch tun!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Daß sie fülle und verspritze. In einer Barajtha wurde gelehrt: Daß sie zehn Krüge Wasser schöpfe und auf den Müllhaufen schütte. –
ו בשלמא לשמואל משום הכי יוציא ויתן כתובה אלא למתניתא מאי נפקא לה מינה תיעביד אמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן מפני שנראית כשוטה
6 Erklärlich ist es nach Šemuél, daß er sie dieserhalb entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen muß, weshalb aber nach der Barajtha, was liegt ihr daran, soll sie es doch tun!? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Weil sie wie blöde erscheinen würde.
ז אמר רב כהנא המדיר את אשתו שלא תשאל ושלא תשאיל נפה וכברה וריחים ותנור יוציא ויתן כתובה שמשיאה שם רע בשכינותיה
7 R. Kahana sagte: Wer seine Frau mit einem Gelübde belegt, Schwinge, Sieb, Mühle oder Backofen nicht zu leihen und nicht zu verleihen, muß sie entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen, weil er sie bei ihren Nachbarinnen in einen üblen Ruf bringt.
ח תניא נמי הכי המדיר את אשתו שלא תשאל ושלא תשאיל נפה וכברה ריחים ותנור יוציא ויתן כתובה מפני שמשיאה שם רע בשכינותיה וכן היא שנדרה שלא תשאל ושלא תשאיל נפה וכברה וריחים ותנור ושלא תארוג בגדים נאים לבניו תצא שלא בכתובה מפני שמשיאתו שם רע בשכיניו:
8 Ebenso wird gelehrt: Wer seine Frau mit einem Gelübde belegt, Schwinge, Sieb, Mühle oder Backofen nicht zu leihen und nicht zu verleihen, muß sie entlassen und ihr die Morgengabe auszahlen, weil er sie bei ihren Nachbarinnen in einen üblen Ruf bringt. Desgleichen ist sie, wenn sie gelobt, Schwinge, Sieb, Mühle oder Backofen nicht zu leihen und nicht zu verleihen, oder keine schönen Kleider für seine Kinder zu weben, ohne Morgengabe zu entlassen, weil sie ihn bei seinen Nachbarn in einen üblen Ruf bringt.
ט <big><strong>מתני׳</strong></big> ואלו יוצאות שלא בכתובה העוברת על דת משה ויהודית ואיזו היא דת משה מאכילתו שאינו מעושר ומשמשתו נדה ולא קוצה לה חלה ונודרת ואינה מקיימת
9 F<small>OLGENDE SIND OHNE</small> M<small>ORGENGABE ZU ENTLASSEN</small>: <small>DIE DAS MOSAISCHE</small> G<small>ESETZ UND JÜDISCHE</small> [S<small>ITTE</small>] <small>ÜBERTRITT</small>. D<small>AS MOSAISCHE</small> G<small>ESETZ</small> [<small>ÜBERTRETEN</small>] <small>HEISST</small>, <small>WENN SIE IHM ZU ESSEN GIBT</small>, <small>WAS NICHT VERZEHNTET IST</small>, <small>SICII ALS</small> M<small>ENSTRUIERENDE BEGATTEN</small><small>LÄSST</small>, <small>DIE</small> T<small>EIGHEBE NICHT ABSONDERT</small>, <small>ODER GELOBT</small><small>UND NICHT HÄLT</small>.
י ואיזוהי דת יהודית יוצאה וראשה פרוע וטווה בשוק ומדברת עם כל אדם אבא שאול אומר אף המקללת יולדיו בפניו רבי טרפון אומר אף הקולנית ואיזוהי קולנית לכשהיא מדברת בתוך ביתה ושכיניה שומעין קולה:
10 J<small>ÜDISCHE</small> [S<small>ITTE ÜBERTRETEN</small>] <small>HEISST</small>, <small>WENN SIE MIT ENTBLÖSSTEM</small> H<small>AUPTE AUSGEHT</small>, <small>AUF DER</small> S<small>TRASSE SPINNT ODER SICH MIT JEDEM</small> M<small>ENSCHEN UNTERHÄLT</small>. A<small>BBA</small> Š<small>AÚL SAGT</small>, <small>AUCH DIE SEINE</small> E<small>RZEUGER IN SEINER</small> G<small>EGENWART SCHMÄHT</small>. R. T<small>RYPHON SAGT</small>, <small>AUCH DIE</small> S<small>CHREIERIN</small>. W<small>AS HEISST SCHREIERIN</small>? W<small>ENN SIE ZUHAUSE SPRICHT UND DIE</small> N<small>ACHBARINNEN IHRE</small> S<small>TIMME HÖREN</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> מאכילתו שאינו מעושר: היכי דמי אי דידע נפרוש אי דלא ידע מנא ידע לא צריכא דאמרה ליה פלוני כהן תיקן לי את הכרי ואזיל שייליה ואשתכח שיקרא:
11 GEMARA. I<small>HM ZU ESSEN GIBT</small>, <small>WAS NICHT VERZEHNTET IST</small>. In welchem Falle: wußte er dies, so sollte er es unterlassen, und wußte er dies nicht, wieso erfuhr er es!? – In dem Falle, wenn sie ihm gesagt hatte, jener Priester habe ihr den Getreidehaufen zubereitet, und als er ihn fragte, es sich als Lüge herausgestellt hat.
יב ומשמשתו נדה: היכי דמי אי דידע בה נפרוש אי דלא ידע נסמוך עילוה דא"ר חיננא בר כהנא אמר שמואל מנין לנדה שסופרת לעצמה שנאמר (ויקרא טו, כח) וספרה לה שבעת ימים לה לעצמה
12 S<small>ICH ALS</small> M<small>ENSTRUIERENDE BEGATTEN LÄSST</small>. In welchem Falle: wußte er dies, so sollte er es unterlassen, und wußte er dies nicht, so konnte er sich ja auf sieverlassen!? R. Ḥenana b. Kahana sagte nämlich im Namen Šemuéls: Woher, daß die Menstruierende selber zu zählenhat? Es heißt:<i>so zähle sie sich sieben Tage</i>; sich, sie selber. –
יג לא צריכא דאמרה ליה פלוני חכם טיהר לי את הדם ואזל שייליה ואשתכח שיקרא ואיבעית אימא כדרב יהודה דאמר רב יהודה הוחזקה נדה בשכינותיה בעלה לוקה עליה משום נדה:
13 In dem Falle, wenn sie ihm gesagt hatte, jener Gelehrte habe ihr das Blut als rein erklärt, und als er ihn fragte, es sich als Lüge herausgestellt hat. Wenn du aber willst, sage ich: dies nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte: Wenn sie bei ihren Nachbarinnen als Menstruierendegilt, so erhält ihr Ehemann ihretwegen Geißelhiebe wegen [Beiwohnung] einer Menstruierenden.
יד ולא קוצה לה חלה: היכי דמי אי דידע נפרוש אי דלא ידע מנא ידע לא צריכא דאמרה ליה פלוני גבל תיקן לי את העיסה ואזיל שייליה ואשתכח שיקרא:
14 D<small>IE</small> T<small>EIGHEBE NICHT ABSONDERT</small>. In welchem Falle: wußte er dies, so sollte er [das Essen] unterlassen, und wußte er dies nicht, wieso erfuhr er es? – In dem Falle, wenn sie ihm gesagt hatte, jener Bäcker habe ihr den Teig zubereitet, und als er ihn fragte, es sich als Lüge herausgestellt hat.
טו ונודרת ואינה מקיימת: דאמר מר בעון נדרים בנים מתים שנאמר (קהלת ה, ה) אל תתן את פיך לחטיא את בשרך וגו' ואיזו הן מעשה ידיו של אדם הוי אומר בניו ובנותיו רב נחמן אמר מהכא (ירמיהו ב, ל) לשוא הכיתי את בניכם לשוא על עסקי שוא
15 G<small>ELOBT UND NICHT HÄLT</small>. Der Meister sagte nämlich: Wegen der Sünde der Gelübdesterben die Kinder, denn es heißt:<i>gestatte deinem Munde nicht, deinen Leib in Sünde zu bringen &amp;c</i>. und das Händewerk des Menschensind seine Söhne und seine Töchter. R. Naḥman sagte: Hieraus:<i>vergeblich schlug ich eure Kinder</i>; vergeblich, wegen des Vergeblichen.
טז תניא היה ר"מ אומר כל היודע באשתו שנודרת ואינה מקיימת יחזור וידירנה ידירנה במאי מתקן לה אלא יחזור ויקניטנה כדי שתדור בפניו ויפר לה אמרו לו אין אדם דר עם נחש בכפיפה
16 Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wer von seiner Frau weiß, daß sie gelobt und nicht hält, belege sie wiederum mit dem Gelübde. – Was nützt es, daß er sie mit dem Gelübde belegt!? – Vielmehr, er erzürne sie wiederum, damit sie in seiner Gegenwart gelobe, und er hebe es auf. Man erwiderte ihm: Niemand kann mit einer Schlange in einem Korbe wohnen.
יז תניא היה ר' יהודה אומר כל היודע באשתו שאינה קוצה לו חלה יחזור ויפריש אחריה אמרו לו אין אדם דר עם נחש בכפיפה
17 Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Wer von seiner Frau weiß, daß sie ihm die Teighebe nicht absondert, sondere sie hinterher ab. Man erwiderte ihm: Niemand kann mit einer Schlange in einem Korbewohnen.
יח מאן דמתני לה אהא כ"ש אהך אבל מאן דמתני אהך אבל הא זימנין דמקרי ואכיל:
18 Wer dies auf diese Lehre bezieht, nach dem gilt dies um so mehr von jener, und wer dies auf jene bezieht, nach dem gilt dies nicht von dieser, weil es [eher] vorkommen kann, daß er davon ißt.
יט ואיזוהי דת יהודית יוצאה וראשה פרוע: ראשה פרוע דאורייתא היא דכתיב (במדבר ה, יח) ופרע את ראש האשה ותנא דבי רבי ישמעאל אזהרה לבנות ישראל שלא יצאו בפרוע ראש דאורייתא
19 J<small>ÜDISCHE</small> [S<small>ITTE</small>] <small>ÜBERTRETEN HEISST</small>, <small>WENN SIE MIT ENTBLÖSSTEM</small> H<small>AUPTE AUSGEHT</small>. Das Entblößen des Hauptes ist ja [ein Verbot] der Tora!? Es heißt nämlich:<i>er entblöße das Haupt des Weibes</i>, und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, dies enthalte ein Verbot für die Töchter Jisraéls, mit entblößtem Haupte auszugehen. – Nach der Tora