Ketubot 147

Kapitel 147

א משום רבי אליעזר אמרו חולצת ולא מתייבמת והא הכא דכטעות אשה אחת דמי ופליגי
1 Im Namen R. Elie͑zers sagten sie, an ihr sei die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. Diesgleicht ja der Täuschung bei einer Frau, und sie streiten!? –
ב התם נמי בהא קמיפלגי מר סבר אדם יודע שאין קידושי קטנה כלום וגמר ובעל לשם קידושין ומ"ס אין אדם יודע שאין קידושי קטנה כלום וכי קא בעל אדעתא דקידושין הראשונים קא בעל
2 Auch da besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, jedermann wisse, daß die Antrauung einer Minderjährigen nichtig sei, und er habe die Beiwohnungzur Antrauung vollzogen, und einer ist der Ansicht, nicht jedermann wisse, daß die Antrauung einer Minderjährigen nichtig sei, und er habe die Beiwohnung auf Grund der vorherigen Antrauung vollzogen.
ג אתמר נמי אמר רב אחא בר יעקב אמר רבי יוחנן המקדש על תנאי ובעל [דברי הכל] אינה צריכה הימנו גט איתיביה רב אחא בריה דרב איקא בר אחתיה חליצה מוטעת כשירה איזו היא חליצה מוטעת אמר ריש לקיש כל שאומר לו חלוץ לה ובכך אתה כונסה
3 Es wurde auch gelehrt: R. Aḥa b. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand sich [eine Frau] unter einer Bedingung angetraut und die Beiwohnung vollzogen hat, so benötigt sievon ihm keines Scheidebriefes. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, des Sohnes seinerSchwester, wandte gegen ihn ein: Die irrtümliche Ḥaliça ist gültig. Was heißt eine irrtümliche Ḥaliça? Reš Laqiš erwiderte: Wenn man zu ihm gesagt hat, vollziehe an ihr die Ḥaliça, dadurch heiratest du sie.
ד אמר ר' יוחנן אני שונה בין שנתכוון הוא ולא נתכוונה היא בין שנתכוונה היא ולא נתכוון הוא חליצתה פסולה עד שיתכוונו שניהם ואת אמרת חליצתה כשרה אלא אמר רבי יוחנן כל שאומר לו חלוץ לה על מנת שתתן לך מאתים זוז
4 R. Joḥanan sprach zu ihm: Ich habeeine Lehre, wenn nur er esbeabsichtigt hat und nicht sie, oder nur sie es beabsichtigt hat und nicht er, sei die Ḥaliça ungültig, nur wenn beide es beabsichtigt haben, und du sagst, die Ḥaliça sei gültig!? Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, wenn man zu ihm gesagt hat: vollziehe an ihr die Ḥaliça unter der Bedingung, daß sie dir zweihundert Zuzgebe.
ה אלמא כיון דעבד מעשה אחולי אחליה לתנאיה הכא נמי כיון דבעל אחולי אחליה לתנאיה
5 Er hat somit dadurch, daß er eine Handlung vollzogen hat, auf seine Bedingung verzichtet, ebenso hat er hierbei, da er die Beiwohnung vollzogen hat, auf seine Bedingung verzichtet!?
ו א"ל בר בי רב שפיר קא אמרת מכדי כל תנאי מהיכא גמרינן מתנאי בני גד ובני ראובן
6 Jener erwiderte: Jünger, hast du recht? Merke, die [Gültigkeit der] Bedingung folgern wir ja von [der Bedingung der] Reúbenitenund der Gaditen,
ז תנאה דאפשר לקיומיה ע"י שליח כי התם הוי תנאיה תנאה דלא אפשר לקיומיה ע"י שליח כי התם לא הוי תנאה
7 somit ist die Bedingung, die gleich jener durch einen Vertreter erfüllt werden kann, gültig, und die Bedingung, die nicht gleich jener durch einen Vertreter erfüllt werden kann, ungültig. –
ח והא ביאה דלא אפשר לקיומיה ע"י שליח כי התם וקא הוי תנאה
8 Auch die Beiwohnung kann ja nicht gleich jener durch einen Vertreter erfüllt werden, dennoch ist hierbei die Bedingung gültig!? –
ט התם משום דאיתקוש הויות להדדי
9 Bei dieser deshalb, weil die Antrauungeneinander gleichen.
י אמר רב עולא בר אבא אמר עולא אמר רבי אלעזר המקדש במלוה ובעל על תנאי ובעל בפחות משוה פרוטה ובעל דברי הכל צריכה הימנו גט
10 R. U͑la b. Abba sagte im Namen U͑las im Namen R. Elea͑zars: Wenn jemand sich [eine Frau] mit einem Darlehenangetraut und ihr beigewohnt hat, unter einer Bedingung und ihr beigewohnt hat, oder mit dem Werte unter einer Peruṭa und ihr beigewohnt hat, so benötigt sie nach aller Ansicht von ihm eines Scheidebriefes.
יא אמר רב יוסף בר אבא אמר רבי מנחם א"ר אמי המקדש בפחות משוה פרוטה ובעל צריכה הימנו גט בהא הוא דלא טעי אבל בהנך טעי
11 R. Joseph b. Abba sagte im Namen R. Menaḥems im Namen R. Amis: Wenn jemand sich [eine Frau] mit dem Werte unter einer Peruṭa angetraut und ihr beigewohnt hat, so benötigt sie von ihm eines Scheidebriefes. Nur in diesem Falle irrte ersich nicht, in jenen Fällen aber irrte ersich.
יב אמר רב כהנא משמיה דעולא המקדש על תנאי ובעל צריכה הימנו גט זה היה מעשה ולא היה כח בחכמים להוציאה בלא גט
12 R. Kahana sagte im Namen U͑las: Wenn jemand sich [eine Frau] unter einer Bedingung angetraut und ihr beigewohnt hat, so benötigt sie von ihm eines Scheidebriefes. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und die Weisen fanden keine [Rechts]kraft, sie ohne Scheidebrief zu entlassen.
יג לאפוקי מהאי תנא דאמר רב יהודה אמר שמואל משום רבי ישמעאל (במדבר ה, יג) והיא לא נתפשה אסורה הא נתפשה מותרת ויש לך אחרת שאף על פי שלא נתפשה מותרת ואיזו זו שקידושיה קידושי טעות שאפילו בנה מורכב על כתיפה
13 Dies schließt die Ansicht des folgenden Autors aus: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen R. Jišma͑éls:<i>Und sie nicht ergriffen worden ist</i>, nur dann ist sie [ihrem Manne] verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist erlaubt, auch wenn sie nicht ergriffen worden ist, nämlich die, deren Antrauung eine irrtümliche war. Selbst wenn sie ihr Kind auf ihrer Schulter sitzen hat,