Ketubot 205

Kapitel 205

א מאי למקום שאמה שמעת מינה בת אצל האם לא שנא גדולה ולא שנא קטנה:
1 wenn es aber heißt: wo ihre Mutter ist, so ist hieraus zu entnehmen, daß eine Tochter zur Mütter gehöre, ob erwachsen oder minderjährig.
ב לא יאמרו שניהם וכו':
2 B<small>EIDE KÖNNEN NICHT SAGEN</small> &amp;<small>C</small>.
ג ההוא גברא דאוגר ליה ריחיא לחבריה לטחינה לסוף איעתר זבין ריחיא וחמרא
3 Einst vermietete jemand seinem Nächsten eine Mühle für das Mahlen; später wurde er reich und kaufte eine Mühle mit einem Esel.
ד אמר ליה עד האידנא הוה טחיננא גבך השתא הב לי אגרא א"ל מיטחן טחיננא לך
4 Da sprach er zu ihm: Bisher mahlte ich bei dir, von jetzt ab zahle mir Miete. Dieser erwiderte: Ich will für dich mahlen.
ה סבר רבינא למימר היינו מתניתין לא יאמרו שניהם הרי אנו זנין אותה כאחד אלא אחד זנה ואחד נותן לה דמי מזונות
5 Rabina wollte entscheiden, dies sei der Fall unserer Mišna: desgleichen können beide nicht sagen, sie wollen sie gemeinsam ernähren, vielmehr muß einer sie ernähren und einer ihr das Geld für den Unterhaltgeben.
ו א"ל רב עוירא מי דמי התם חד כריסא אית לה תרתי כריסתא לית לה הכא מצי א"ל טחון וזבין טחון ואותיב
6 Da sprach R. A͑vira zu ihm: Es ist ja nicht gleich; diese hat nur einen Bauchund nicht zwei Bäuche, hierbei aber kann er zu ihm sagen: mahle [bei dir] und verkaufe, mahle [bei mir] und behalte.
ז ולא אמרן אלא דלית ליה טחינא לריחיא אבל אית ליה טחינא לריחיא כגון זו כופין אותו על מדת סדום:
7 Diesnur dann, wenn [der Mieter] keine Mahlaufträge für die Mühle hat, wenn er aber Mahlaufträge für die Mühle hat, so ist dies ein Fall, wobei man gegen sedomitische ArtZwang anwendet.
ח <big><strong>מתני׳</strong></big> אלמנה שאמרה אי אפשי לזוז מבית בעלי אין היורשין יכולין לומר לה לכי לבית אביך ואנו זנין אותך אלא זנין אותה ונותנין לה מדור לפי כבודה
8 <b>S</b><small>AGT DIE</small> W<small>ITWE, SIE WOLLE AUS DEM</small> H<small>AUSE IHRES</small> M<small>ANNES NICHT WEICHEN, SO KÖNNEN DIE</small> E<small>RBEN ZU IHR NICHT SAGEN: GEH IN DAS</small> H<small>AUS DEINES</small> V<small>ATERS, UND WIR ERNÄHREN DICH; VIELMEHR MÜSSEN SIE SIE</small> [<small>IM</small> H<small>AUSE IHRES</small> M<small>ANNES</small>] <small>ERNÄHREN UND IHR EINE IHREM</small> S<small>TANDE ANGEMESSENE</small> W<small>OHNUNG GEBEN.</small>
ט אמרה אי אפשי לזוז מבית אבא יכולין היורשין לומר לה אם את אצלנו יש ליך מזונות ואם אין את אצלנו אין ליך מזונות
9 S<small>AGT SIE, SIE WOLLE AUS DEM</small> H<small>AUSE IHRES</small> V<small>ATERS NICHT WEICHEN, SO KÖNNEN DIE</small> E<small>RBEN ZU IHR SAGEN: WEILST DU BEI UNS, SO BEKOMMST DU</small> U<small>NTERHALT, WEILST DU NICHT BEI UNS, SO BEKOMMST DU KEINEN</small> U<small>NTERHALT.</small>
י אם היתה טוענת מפני שהיא ילדה והן ילדים זנין אותה והיא בבית אביה:
10 W<small>ENDET SIE EIN: WEIL SIE JUNG IST UND AUCH JENE</small><small>JUNG SIND, SO MÜSSEN SIE SIE IM</small> H<small>AUSE IHRES</small> V<small>ATERS UNTERHALTEN</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> תנו רבנן משתמשת במדור כדרך שמשתמשת בחיי בעלה בעבדים ושפחות כדרך שמשתמשת בחיי בעלה בכרים וכסתות כדרך שמשתמשת בחיי בעלה בכלי כסף ובכלי זהב כדרך שמשתמשת בחיי בעלה שכך כתב לה ואת תהא יתבת בביתי ומיתזנא מנכסי כל ימי מגר ארמלותיך בביתי
11 GEMARA. Die Rabanan lehrten: Sie bediene sich der Wohnung, wie sie sich ihrer bei Lebzeiten ihres Mannes bediente, der Kissen und Polster, wie sie sich ihrer bei Lebzeiten ihres Mannes bediente, der silbernen und goldenen Gefäße, wie sie sich ihrer bei Lebzeiten ihres Mannes bediente, denn er schrieb ihr wie folgt: du sollst in meinem Hause weilen und von meinem Vermögen ernährt werden während der ganzen Dauer deiner Witwenschaft. ‘In meinem Hause.’
יב תני רב יוסף בביתי ולא בבקתי
12 R. Joseph erklärte: In meinem Hause und nicht in meiner Hütte.
יג אמר רב נחמן יתומים שמכרו מדור אלמנה לא עשו ולא כלום
13 R. Naḥman sagte: Wenn die Waisen von der Wohnung der Witwe verkauft haben, so haben sie nichts getan. –
יד ומ"ש מדרבי אסי א"ר יוחנן דא"ר אסי אמר ר' יוחנן יתומים שקדמו ומכרו בנכסים מועטין מה שמכרו מכרו
14 Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre R. Asis im Namen R. Joḥanans!? R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn die Waisen zuvorgekommen sind und von den wenigen Güternverkauft haben, so ist ihr Verkauf gültig. –
טו התם לא משתעבדי לה מחיים הכא משתעבדי לה מחיים
15 Jene waren nicht bei Lebzeiten belastet, diese aber war schon bei Lebzeitenbelastet.
טז אמר אביי נקיטינן מדור אלמנה שנפל אין היורשין חייבין לבנותו
16 Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn die Wohnung der Witwe einstürzt, die Waisen nicht verpflichtet sind, sie aufzubauen;
יז תניא נמי הכי מדור אלמנה שנפל אין היורשין חייבין לבנותו ולא עוד אלא אפילו היא אומרת הניחוני ואבננו משלי אין שומעין לה
17 und noch mehr: selbst wenn sie sagt, man lasse sie, sie wolle sie auf eigene Kosten aufbauen, höre man nicht auf sie.
יח בעי אביי שיפצה מאי תיקו:
18 Abajje fragte: Wie ist es, wenn sie sie restaurieren will? – Dies bleibt unentschieden.
יט אמרה אי אפשי:
19 S<small>AGT SIE, SIE WOLLE NICHT.</small>
כ וליתבו לה כי יתבה התם מסייע ליה לרב הונא דאמר רב הונא ברכת הבית ברובה
20 Sollten sie ihr doch da geben [müssen], wo sie weilt!? Dies ist eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte: Der Segen des Hauses besteht in der Größedesselben. –
כא וליתבו לה לפי ברכת הבית ה"נ
21 Sollten sie ihr doch dem Segen des Hauses entsprechendgeben [müssen]!? – Dem ist auch so.
כב אמר רב הונא לשון חכמים ברכה לשון חכמים עושר לשון חכמים מרפא ברכה הא דאמרן
22 R. Hona sagte: Die Sprache der Weisen istSegen, die Sprache der Weisen ist Reichtum, die Sprache der Weisen ist Heilung. Segen, wie wir soeben gesagt haben.
כג עושר דתנן המוכר פירות לחבירו משך ולא מדד קנה מדד ולא משך לא קנה ואם היה פקח שוכר את מקומו
23 Reichtum, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft, so erwirbt sie dieser, sobald er siean sich zieht, obgleich jener sie ihm nicht zugemessen hat; hat jener sie ihm zugemessen und dieser nicht an sich gezogen, so erwirbt er sie nicht; ist er klug, so miete erden Platz.
כד מרפא דתנן לא ילעוס אדם חטין ויניח על גבי מכתו בפסח מפני שמחמיצות
24 Heilung, denn wir haben gelernt: Man darf nicht am PesaḥfesteWeizen kauen und auf eine Wunde legen, weil sie säuern.
כה ת"ר בשעת פטירתו של רבי אמר לבני אני צריך נכנסו בניו אצלו אמר להם הזהרו בכבוד אמכם נר יהא דלוק במקומו שולחן יהא ערוך במקומו מטה תהא מוצעת במקומה יוסף חפני שמעון אפרתי הם שמשוני בחיי והם ישמשוני במותי:
25 Die Rabbanan lehrten: Als Rabbi beim Hinscheiden war, verlangte er nach seinen Söhnen. Da traten sie zu ihm ein, und er sprach zu ihnen: Achtet auf die Ehrung eurer Mutter. Das Licht bleibe auf seinem Platze brennen, der Tisch bleibe auf seinem Platze gedeckt und das Lager bleibe auf seinem Platze gebettet. Joseph aus Ḥajpha und Šimo͑n aus Ephrath bedienten mich bei Lebzeiten, und sie mögen mich auch nach meinem Tode bedienen.
כו הזהרו בכבוד אמכם: דאורייתא היא דכתיב (שמות כ, יא) כבד את אביך ואת אמך אשת אב הואי
26 «Achtet auf die Ehrung eurer Mutter.» Dies ist ja [ein Gebot] der Tora, denn es heißt:<i>ehre deinen Vater und deine Mutter</i>!? – Es war eine Stiefmutter. –
כז אשת אב נמי דאורייתא היא דתניא כבד את אביך ואת אמך את אביך זו אשת אביך ואת אמך זו בעל אמך וי"ו יתירה לרבות את אחיך הגדול
27 Auch die [Ehrung] der Stiefmutter ist ja [ein Gebot] der Tora!? Es wird nämlich gelehrt: <i>Ehre deinen Vater und deine Mutter; deinen Vater,</i> das ist die Frau des Vaters, <i>deine Mutter,</i> das ist der Mann der Mutter, und das überflüssige <i>und</i> schließt den älteren Bruder ein. –
כח הני מילי מחיים אבל לאחר מיתה לא:
28 Dies nur bei Lebzeiten, nicht aber nach dem Tode. –
כט נר יהא דלוק במקומו שולחן יהא ערוך במקומו מטה תהא מוצעת במקומה: מאי טעמא כל בי שמשי הוה אתי לביתיה
29 «Das Licht bleibe auf seinem Platze brennen, der Tisch bleibe auf seinem Platze gedeckt und das Lager bleibe auf seinem Platze gebettet.» Aus welchem Grunde? – An jedem Vorabend des Šabbaths pflegte ernach Hause zu kommen.
ל ההוא בי שמשא אתאי שבבתא קא קריה אבבא אמרה אמתיה שתיקו דרבי יתיב כיון דשמע שוב לא אתא שלא להוציא לעז על צדיקים הראשונים:
30 Eines Vorabends kam eine Nachbarin und rief an der Tür; da sprach seine Magd: Ruhig, Rabbi sitzt. Als er dies hörte, kam er nicht mehr, um keine Nachrede über die früheren Frommenaufkommen zu lassen.
לא יוסף חפני שמעון אפרתי הם שמשוני בחיי והם ישמשוני במותי: סבור מינה בהדין עלמא הוא דקאמר כיון דחזו דקדים ערסייהו לערסיה אמרי שמע מינה לההוא עלמא הוא דקאמר
31 «Joseph aus Ḥajpha und Šimo͑n aus Ephrath bedienten mich bei Lebzeiten, und sie mögen mich auch nach meinem Tode bedienen.» Sie glaubten, er meinte, in dieser Welt, als sie aber sahen, daß ihre Bahren seiner Bahre vorangingen, sagten sie: es ist ersichtlich, daß er in jener Weltmeinte.
לב והאי דאמר הכי דלא לימרו מילתא הואי להו ועד האידנא נמי זכותו דרבי הוא דאהניא להו
32 Er sagte diesdeshalb, damit man nicht glaube, ihnen habe etwas angehaftet, nur habe ihnen bis dahin das Verdienst Rabbisbeigestanden.
לג אמר להן לחכמי ישראל אני צריך נכנסו אצלו חכמי ישראל אמר להן אל תספדוני בעיירות
33 Hierauf verlangte er nach den Weisen Jisraéls. Da traten die Weisen Jisraéls zu ihm ein, und er sprach zu ihnen: Haltet über mich keine Trauerklage in Kleinstädten