Ketubot 27

Kapitel 27

א אין מינאי אמר רב יוסף למאי ניחוש לה חדא דהא קא מודה ועוד הא אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבן גמליאל
1 Da sprach R. Joseph: Was ist hierbei zu befürchten; erstens gibt er es zu, und zweitens sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha seiwie R. Gamliél.
ב אמר ליה אביי ובהא כי לא מודה מכשר רבן גמליאל והאמר ליה שמואל לרב יהודה שיננא הלכה כר"ג ואת לא תעביד עובדא עד דאיכא רוב כשרין אצלה והכא רוב פסולין אצלה
2 Abajje sprach zu ihm: Ist sie denn, falls er es nicht zugibt, in einem derartigen Falle nach R. Gamliél tauglich, Šemuél sagte ja zu R. Jehuda: Scharfsinniger, die Halakha ist wie R. Gamliél, du aber entscheide danach nur dann, wenn die meisten sie nicht untauglich machen, hierbei abermachen sie ja die meisten untauglich!? —
ג וליטעמיך תקשי לך היא גופא הלכה ואת לא תעביד עובדא אלא מאי אית לך למימר הא לכתחלה הא דיעבד והא נמי כדיעבד דמי
3 Du solltest ja, nach deiner Auffassung, auf den Widerspruch an sich hinweisen: so ist die Halakha, du aber entscheide nicht danach!? Du mußt erklären: das eine, von vornherein, und das andere, wenn bereitserfolgt, und auch dieser Fall gilt als bereits erfolgt.
ד רמי ליה אביי לרבא ומי אמר רבי יהושע אינה נאמנת ורמינהו העיד ר' יהושע ורבי יהודה בן בתירא על אלמנת עיסה שהיא כשרה לכהונה
4 Abajje wies Rabba auf einen Widerspruch hin: Kann R. Jehošua͑ denn gesagt haben, sie sei nicht glaubhaft, dem widersprechend bekundeten ja R. Jehošua͑ und R. Jehošua͑ b. Bethera, daß die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamiliefür Priester tauglich sei!?
ה א"ל הכי השתא התם אשה נישאת בודקת ונישאת הכא אשה מזנה בודקת ומזנה
5 Dieser erwiderte: Es ist nicht gleich; wenn eine Frau sich verheiratet, untersucht sieund verheiratet sich erst dann, wenn aber eine Frau hurt, untersuchtsie etwa und hurt erst dann!?
ו אמר רבא דרבי יהושע אדרבי יהושע קשיא דרבן גמליאל אדרבן גמליאל לא קשיא והא קתני סיפא אמר להן רבן גמליאל קבלנו עדותכם אבל מה נעשה שהרי גזר רבן יוחנן בן זכאי שלא להושיב בית דין על כך שהכהנים שומעין לכם לרחק אבל לא לקרב
6 Raba sprach: Befindet sich denn nur R. Jehošua͑ in einem Widerspruche und nicht auch R. Gamliél!? Der Schlußsatz lehrt nämlich: R. Gamliél sprach zu ihnen: Wir erkennen eure Bekundung an, was aber ist dagegen zu machen, daß R. Joḥanan b. Zakkaj angeordnet hat, hierfür kein Gerichteinzusetzen, weil die Priester nur auf [eine Entscheidung] zur Entfernung und nicht auf eine zur Aufnahme gehorchenwürden.
ז אלא אמר רבא דרבן גמליאל אדרבן גמליאל לא קשיא התם ברי הכא שמא
7 Vielmehr, erklärte Raba, R. Gamliél befindet sich nicht in einem Widerspruche, denn da ist essicher, hierbei aber unsicher.
ח דר' יהושע אדר' יהושע נמי לא קשיא התם חד ספיקא הכא תרי ספיקי
8 R. Jehošua͑ befindet sich ebenfalls nicht in einem Widerspruche, denn da ist es ein Zweifel, hierbei aber sind es zweiZweifel.
ט הלכך לרבן גמליאל אלים ליה ברי דאפילו בחד ספיקא נמי מכשיר וקיל ליה שמא דאפילו בספק ספיקא נמי פסיל לרבי יהושע אלים ליה חד ספיקא דאפילו בברי נמי פסיל וקיל ליה ספק ספיקא דאפילו בשמא נמי מכשיר
9 Nach R. Gamliél ist die sichere Behauptung wesentlich, daß sie tauglich ist, auch wenn nur ein Zweifel vorliegt, und die unsichere unwesentlich, daß sie auch bei zwei Zweifeln untauglich ist. R. Jehošua͑ dagegen ist bei einem Zweifel erschwerend, daß sie auch bei einer sicheren Behauptung untauglich ist, und bei zwei Zweifeln erleichternd, daß sie auch bei einer unsicheren tauglich ist.
י תנו רבנן איזוהי אלמנת עיסה כל שאין בה לא משום ממזרות ולא משום נתינות ולא משום עבדי מלכים אמר רבי מאיר
10 Die Rabbanan lehrten: Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie ist sie, wenn bei ihr Hurenkind, Nathin oder königlicher Sklavenicht in Betrachtkommt. R. Meír sprach: