Ketubot 41

Kapitel 41

א על כתב ידן הם מעידים לדברי חכמים על מנה שבשטר הם מעידים
1 über ihre Unterschriftenund nach der Ansicht der Weisen über die im Schuldschein genannte Mine. —
ב פשיטא מהו דתימא לרבי ספוקי מספקא ליה אי על כתב ידם הם מעידים או על מנה שבשטר הם מעידים
2 Selbstverständlich? — Man könnte glauben, Rabbi sei es zweifelhaft, ob sie über ihre Unterschrift oder über die in der Urkunde genannte Mine bekunden,
ג ונפקא מינה היכא דמית חד מינייהו לבעי שנים מן השוק להעיד עליו
3 sodaß, wenn einer von ihnen gestorben ist, zwei von der Straße zur Bestätigungerforderlich seien,
ד דאם כן קנפיק נכי ריבעא דממונא אפומא דחד סהדא
4 damit nicht der Betrag abzüglich eines Viertels durch die Aussage des einen [Zeugen] eingefordertwerde, denn es sei nach der einen und der anderen Richtung zu erschweren,
ה והכא לחומרא והכא לחומרא
5 so lehrt er uns, daß esRabbi entschieden ist, erleichternd und erschwerend.
ו קמ"ל דרבי מיפשט פשיטא ליה בין לקולא בין לחומרא דאמר רב יהודה אמר רב שנים החתומין על השטר ומת אחד מהן צריכין שנים מן השוק להעיד עליו בזו רבי לקולא ורבנן לחומרא
6 So sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Wenn zwei auf einer Urkunde unterschrieben sind und einer von ihnen gestorben ist, so sindzwei von der Straße zur Bestätigung nötig. Hierbei ist Rabbi erleichterndund die Weisen erschwerend. —
ז ואי ליכא תרי אלא חד מאי אמר אביי לכתוב חתימת ידיה אחספא ושדי ליה בבי דינא ומחזקי ליה בי דינא (וחזו ליה) ולא צריך איהו לאסהודי אחתימת ידיה ואזיל איהו והאי ומסהדי אאידך
7 Wie ist es, wenn keine zwei vorhanden sind, sondern nur einer? Abajje erwiderte: Erschreibe seine Unterschrift auf einen Fetzen und lege sie dem Gerichte vor, sodaß sie dem Gerichte bekannt ist und von ihm nicht bestätigt zu werden braucht, sodann bekunde er mit jenem über die Unterschrift des anderen [Zeugen].
ח ודוקא אחספא אבל אמגלתא לא דלמא משכח לה איניש דלא מעלי וכתב עילויה מאי דבעי ותנן הוציא עליו כתב ידו שהוא חייב לו גובה מנכסים בני חורין
8 Aber nur auf einen Fetzen und nicht auf ein Blatt, denn ein unredlicher Mensch könnte es finden und daraufschreiben, was ihm beliebt, und es wird gelehrt, daß, wenn jemand von einem eine Unterschriftvorzeigt, daß er ihm [Geld] schulde, er es von freien Güterneinfordern könne.
ט א"ר יהודה אמר שמואל הלכה כדברי חכמים פשיטא יחיד ורבים הלכה כרבים מהו דתימא הלכה כרבי מחבירו ואפילו מחביריו קא משמע לן:
9 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie die Weisen. — Selbstverständlich, bei [einem Streite zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheit ist ja nach der Mehrheit zu entscheiden!? — Man könnte glauben, da die Halakha wie Rabbi gegen einen Genossen ist, gelte es auch von mehreren Genossen, so lehrt er uns.
י סימן נח נד חד: אמר ליה רב חננא בר חייא לרב יהודה ואמרי לה רב הונא בר יהודה לרב יהודה ואמרי לה רב חייא בר יהודה לרב יהודה ומי אמר שמואל הכי
10 R. Ḥenana b. Ḥija sprach zu R. Jehuda, wie manche sagen, R. Hona b. Jehuda zu R. Jehuda, und wie manche sagen, R. Ḥija b. Jehuda zu R. Jehuda: Kann Šemuél dies denn gesagt haben,
יא והא ההוא שטרא דנפיק מבי דינא דמר שמואל והוה כתיב ביה מדאתא רב ענן בר חייא ואסהיד אחתימות ידיה ואדחד דעמיה ומנו רב חנן בר רבה ומדאתא רב חנן בר רבה ואסהיד אחתימות ידיה ואדחד דעמיה ומנו רב ענן בר חייא אשרנוהי וקימנוהי כדחזי
11 aus dem Gerichte Mar Šemuéls gingja eine Urkunde aus, in der geschrieben stand: Da R. A͑nan b. Ḥija seine Unterschrift und die seines Genossen, das ist R. Ḥanan b. Rabba, bestätigte, und ebenso R. Ḥanan b. Rabba seine Unterschrift und die seines Genossen, das ist R. A͑nan b. Ḥija, bestätigte, so bekräftigen und beglaubigen wir [diese Urkunde], wie es sich gehört.
יב א"ל ההוא שטרא דיתמי הוה וחש שמואל לב"ד טועין וסבר שמואל דלמא איכא דסבירא ליה הלכה כרבי מחבירו ולא מחביריו ובהא אפילו מחביריו סבר אעביד רווחא כי היכי דלא מפסדי יתמי
12 Dieser erwiderte: Jene Urkunde gehörte Waisen, und Šemuél berücksichtigte einen Irrtumdes Gerichtes. Šemuél dachte wie folgt: es könnte jemand der Ansicht sein, die Halakha sei zwar sonst wie Rabbi gegen einen Genossen und nicht gegen mehrere Genossen, hierbei aber auch gegen mehrereGenossen, daher will ich ein Übriges tun, damit die Waisen keinen Schaden erleiden.
יג אמר רב יהודה אמר שמואל עד ודיין מצטרפין
13 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Zeuge und Richterwerden vereinigt.
יד אמר רמי בר חמא כמה מעליא הא שמעתא אמר רבא מאי מעליותא מאי דקא מסהיד סהדא לא קא מסהיד דיינא ומאי דקא מסהיד דיינא לא קא מסהיד סהדא
14 Rami b. Ḥama sprach: Wie vortrefflich ist diese Lehre. Raba sprach: Wieso vortrefflich, was der Zeuge bekundet, bekundet der Richter nicht, und was der Richter bekundet, bekundet der Zeugenicht!?
טו אלא כי אתא רמי בר יחזקאל אמר לא תציתינהו להני כללי דכייל יהודה אחי משמיה דשמואל
15 Vielmehr sagte Rami b. Jeḥezqel, als er kam, daß man auf die Normen, die sein Bruder Jehuda im Namen Šemuéls sagte, nicht achte.