Ketubot 43

Kapitel 43

א תרי ותרי נינהו אי ערער דפגם משפחה גלוי מלתא בעלמא הוא לעולם אימא לך ערער דגזלנותא וקאמרי הני ידעינן ביה דעבד תשובה
1 so sind es ja zwei gegenzwei, und wenn wegen eines Makels der Herkunft, so ist ja nur eine Klarsteilungerforderlich!? — Tatsächlich, kann ich dir erwidern, einen Einspruch wegen Raubes, wenn sie aber bekunden, sie wissen von ihm, daß er Buße getan hat.
ב א"ר זירא הא מלתא מרבי אבא שמיע לי ואי לאו רבי אבא דמן עכו שכחתה ג' שישבו לקיים את השטר ומת אחד מהם צריכין למיכתב במותב תלתא הוינא וחד ליתוהי
2 R. Zera sagte: Folgendes hörte ich von R. Abba, und wenn nicht R. Abba aus A͑kko, würde ich es vergessen haben. Wenn drei zusammentreten, um eine Urkunde zu beglaubigen, und einer von ihnen stirbt, so müssen sie schreiben: wir waren ein Kollegium von drei [Richtern], und einer ist nicht mehrda.
ג אמר רב נחמן בר יצחק ואי כתב ביה שטרא דנן נפק לקדמנא בי דינא תו לא צריך ודלמא בית דין חצוף הוא וכדשמואל דאמר שמואל שנים שדנו דיניהם דין אלא שנקרא ב"ד חצוף
3 R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wenn aber darin geschrieben ist: diese Urkunde ist uns bei der Gerichtssitzung vorgelegt worden, so ist weiter nichts nötig. — Vielleicht war es ein anmaßendesGericht!? Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte, wenn zwei Recht gesprochen haben, sei das Urteil gültig, nur heiße es ein anmaßendes Gericht. —
ד דכתיב ביה בי דינא דרבנא אשי ודלמא רבנן דבי רב אשי כדשמואל סבירא להו דכתיב ביה ואמר לנא רבנא אשי:
4 Wenn darin geschrieben ist: bei der Gerichtssitzung unseres Meisters Aši. — Vielleicht waren die Jünger der Schule R. Ašis der Ansicht Šemuéls!? — Wenn darin geschrieben ist: unser Meister Aši beauftragte uns.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> האשה שאמרה אשת איש הייתי וגרושה אני נאמנת שהפה שאסר הוא הפה שהתיר ואם יש עדים שהיתה אשת איש והיא אומרת גרושה אני אינה נאמנת אמרה נשביתי וטהורה אני נאמנת שהפה שאסר הוא הפה שהתיר ואם יש עדים שנשבית והיא אומרת טהורה אני אינה נאמנת ואם משנשאת באו עדים הרי זו לא תצא:
5 <b>W</b><small>ENN EINE</small> F<small>RAU SAGT: ICH WAR VERHEIRATET UND BIN GESCHIEDEN, SO IST SIE GLAUBHAFT, DENN DERSELBE</small> M<small>UND, DER VERBOTEN GEMACHT HAT, MACHT AUCH ERLAUBT</small>. W<small>ENN ABER</small> Z<small>EUGEN VORHANDEN SIND, DASS SIE VERHEIRATET WAR, UND SIE SAGT, SIE SEI GESCHIEDEN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT</small>. W<small>ENN</small> [<small>EINE</small> F<small>RAU</small>] <small>SAGT: ICH WAR GEFANGEN, JEDOCH REIN</small><small>GEBLIEBEN, SO IST SIE GLAUBHAFT, DENN DERSELBE</small> M<small>UND, DER VERBOTEN GEMACHT HAT, MACHT AUCH ERLAUBT</small>. W<small>ENN ABER</small> Z<small>EUGEN VORHANDEN SIND, DASS SIE GEFANGEN WAR, UND SIE SAGT, SIE SEI REIN GEBLIEBEN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT</small>. K<small>OMMEN</small> Z<small>EUGEN, NACHDEM SIE SICH VERHEIRATET HAT, SO IST SIE NICHT ZU ENTFERNEN</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> א"ר אסי מנין להפה שאסר הוא הפה שהתיר מן התורה שנאמר (דברים כב, טז) את בתי נתתי לאיש הזה לאשה לאיש אסרה הזה התירה
6 GEMARA. R. Asi sagte: Wo finden wir in der Tora, daß der Mund, der verboten machte, erlaubt machen könne? Es heißt:<i>meine Tochter gab ich diesem Manne zur Frau</i>; mit <i>Mann</i>machte er sie verboten, mit <i>diesem</i> macht er sie wieder erlaubt. —
ז ל"ל קרא סברא היא הוא אסרה והוא שרי לה אלא כי איצטריך קרא לכדרב הונא אמר רב דא"ר הונא אמר רב מנין לאב שנאמן לאסור את בתו מן התורה שנאמר את בתי נתתי לאיש הזה למה לי
7 Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies ist ja einleuchtend; wer verboten macht, kann ja erlaubt machen!? — Vielmehr, der Schriftvers ist wegen einer Lehre R. Honas im Namen Rabhs nötig, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Woher, daß nach der Tora der Vater glaubhaft ist, seine Tochter als verboten zu erklären? Es heißt: <i>meine Tochter gab ich (diesem) Manne</i>. — Wozu heißt es <i>diesem</i>? —
ח מיבעי ליה לכדתני ר' יונה דתני ר' יונה את בתי נתתי לאיש הזה הזה ולא ליבם
8 Wegen einer Lehre R. Jonas, denn R. Jona lehrte: <i>Meine Tochter gab ich diesem Manne</i>, diesem, nicht aber dem Schwager.
ט ת"ר האשה שאמרה אשת איש אני וחזרה ואמרה פנויה אני נאמנת והא שוויה לנפשה חתיכה דאיסורא אמר רבא בר רב הונא כגון שנתנה אמתלא לדבריה תניא נמי הכי אמרה אשת איש אני וחזרה ואמרה פנויה אני אינה נאמנת ואם נתנה אמתלא לדבריה נאמנת
9 Die Rabbanan lehrten: Wenn sie zuerst sagte, sie sei verheiratet, und später sagt, sie sei ledig, so ist sie glaubhaft. — Sie machte sich ja zum verbotenen Individuum!? Raba b. R. Hona erwiderte: Wenn sie ihre Wortemotiviert. Desgleichen wird gelehrt: Wenn sie zuerst sagte, sie sei verheiratet, und später sagt, sie sei ledig, so ist sie nicht glaubhaft; wenn sie aber ihre Worte motiviert, so ist sie glaubhaft.
י ומעשה נמי באשה אחת גדולה שהיתה גדולה בנוי וקפצו עליה בני אדם לקדשה ואמרה להם מקודשת אני לימים עמדה וקידשה את עצמה אמרו לה חכמים מה ראית לעשות כן אמרה להם בתחלה שבאו עלי אנשים שאינם מהוגנים אמרתי מקודשת אני עכשיו שבאו עלי אנשים מהוגנים עמדתי וקדשתי את עצמי וזו הלכה העלה רב אחא שר הבירה לפני חכמי' באושא ואמרו אם נתנה אמתל' לדבריה נאמנת
10 So ereignete es sich einst mit einer vornehmen Frau, die sehr schön war, daß Leute sich an sie herandrängten, sie sich anzutrauen; sie aber sagte ihnen, sie sei bereits angetraut. Später aber ließ sie sich antrauen. Als die Weisen sie fragten, was sie dazu veranlaßt habe, erwiderte sie ihnen: Anfangs traten an mich unwürdige Leute heran, daher sagte ich, ich sei bereits angetraut, später aber traten würdige Leute an mich heran, und ich ließ mich antrauen. Als R. Aḥa der Burgfürst diese Halakha vor die Weisen in Uša brachte, sprachen sie: Motiviert sie ihre Worte, so ist sie glaubhaft.
יא בעא מיניה שמואל מרב אמרה טמאה אני וחזרה ואמרה טהורה אני מהו אמר ליה אף בזו אם נתנה
11 Šemuél fragte Rabh: Wie ist es, wenn [eine Frau] zuerst sagte, sie sei unrein, und später sagt, sie seirein? Dieser erwiderte ihm: Auch hierbei ist sie,