Ketubot 72

Kapitel 72

א אי דקא טעין טענת דמים הכי נמי הכא במאי עסקינן דקטעין טענת פתח פתוח:
1 Wenn er die Anklage hinsichtlich der Blutung erhebt, ist demauch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn er die Anklage der offenen Türerhebt.
ב סומכוס אומר משום ר"מ סומא אין לה טענת בתולים: מ"ט דסומכוס א"ר זירא מפני שנחבטת על גבי קרקע כולהו נמי חבוטי מיחבטי כולהו רואות ומראות לאמן זו אינה רואה ואינה מראה לאמה:
2 «Symmachos sagt im Namen R. Meírs, gegen eine Blinde könne die Jungfernschaftsanklage nicht erhoben werden.» Was ist der Grund Symmachos’? R. Zera erwiderte: Weil sie auf den Erdboden aufschlägt. – Auch jede andere kann ja aufschlagen!? – Jede andere sieht esund zeigt es ihrer Mutter, diese aber sieht nicht und zeigt es ihrer Mutter nicht.
ג והיוצאת משום שם רע אין לה לא קנס ולא פיתוי: היוצאת משום שם רע בת סקילה היא אמר רב ששת הכי קאמר מי שיצא עליה שם רע בילדותה אין לה לא קנס ולא פיתוי
3 «Bei der wegen üblen Gerüchtes entfernten hat das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine Geltung.» Die wegen üblen Gerüchtes entfernt wird, ist ja zu steinigen!? R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn das üble Gerücht über sie aus ihrer Jugendzeitausgebracht worden ist, so hat bei ihr das Gesetz von der Geldbuße und der Verführung keine Geltung.
ד אמר רב פפא ש"מ האי שטרא ריעא לא מגבינן ביה היכי דמי אילימא דנפק קלא עליה דשטרא דזייפא הוא דכוותה הכא דנפק עלה קלא דזנאי והא אמר רבא יצא לה שם מזנה בעיר אין חוששין לה
4 R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß man mit einem berüchtigten Schuldscheine nicht einfordern könne. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn ein Gerücht geht, der Schuldschein sei gefälscht, und entsprechend hierbei, wenn ein Gerücht geht, sie habe gehurt, so sagte ja Raba, daß, wenn über sie in der Stadt ein Gerücht geht, sie habe gehurt, man dies nicht berücksichtige!? –
ה אלא דאתו בי תרי ואמרי לדידהו תבעתנהי באיסורא דכוותה הכא דאתו בי תרי ואמרי לדידהו אמר להו זייפו לי בשלמא התם שכיחי פרוצין אלא הכא אם הוא הוחזק כל ישראל מי הוחזקו הכא נמי כיון דקא מהדר אזיופא אימר זיופי זייף וכתב:
5 Vielmehr, wenn zwei kommen und bekunden, diese habe sie selbst zur Sünde aufgefordert. – Entsprechend in jenem Falle, wenn zwei kommen und bekunden, er habe sie zur Fälschungaufgefordert. Erklärlich ist dies von diesem Falle, da Lüstlinge häufigsind, weshalb aber in jenem Falle, sollte es denn, weil dies von ihm festgestellt worden ist, auch für ganz Jisraél festgestelltsein!? – Auch hierbei hat er, da er nach einer Fälschung suchte, wahrscheinlich selber die Fälschung begangen und geschrieben.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> ואלו שאין להן קנס הבא על הגיורת ועל השבויה ועל השפחה שנפדו ושנתגיירו ושנשתחררו יתירות על בנות שלש שנים ויום אחד רבי יהודה אומר שבויה שנפדית הרי היא בקדושתה אע"פ שגדולה
6 <b>I</b><small>N FOLGENDEN</small> F<small>ÄLLEN IST DIE</small> G<small>ELDBUSSE NICHT ZU ZAHLEN: WENN JEMAND BEIGEWOHNT HAT EINER</small> P<small>ROSELYTIN, EINER</small> G<small>EFANGENEN ODER EINER</small> S<small>KLAVIN, DIE ÄLTER ALS DREI</small> J<small>AHRE UND EINEN</small> T<small>AG AUSGELÖST, BEKEHRT ODER FREIGELASSEN WORDEN SIND</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, DIE AUSGELÖSTE</small> G<small>EFANGENE, AUCH DIE ERWACHSENE, VERBLEIBE IM</small> Z<small>USTANDE DER</small> H<small>EILIGKEIT</small>.
ז הבא על בתו על בת בתו על בת בנו על בת אשתו על בת בנה על בת בתה אין להן קנס מפני שמתחייב בנפשו שמיתתן בידי בית דין וכל המתחייב בנפשו אין משלם ממון שנאמר (שמות כא, כב) ואם לא יהיה אסון ענוש יענש:
7 W<small>ER SEINER</small> T<small>OCHTER, DER</small> T<small>OCHTER SEINER</small> T<small>OCHTER, DER</small> T<small>OCHTER SEINES</small> S<small>OHNES, DER</small> T<small>OCHTER SEINER</small> F<small>RAU, DER</small> T<small>OCHTER IHRES</small> S<small>OHNES ODER DER</small> T<small>OCHTER IHRER</small> T<small>OCHTER BEIGEWOHNT HAT, HAT DIE</small> G<small>ELDBUSSE NIGHT ZU ZAHLEN, WEIL ER DAS</small> L<small>EBEN VERWIRKT HAT.</small> H<small>LERAUF IST DIE GERICHTLICHE</small> T<small>ODESSTRAFE GESETZT, UND WER DAS</small> L<small>EBEN VERWIRKT HAT, HAT KEINE</small> G<small>ELDZAHLUNG ZU LEISTEN, DENN ES HEISST</small>:<i>wenn kein Unfall erfolgt, so werde er um Geld gestraft.</i>
ח <big><strong>גמ׳</strong></big> א"ר יוחנן רבי יהודה ורבי דוסא אמרו דבר אחד רבי יהודה הא דאמרן רבי דוסא דתניא שבויה אוכלת בתרומה דברי ר' דוסא אמר רבי דוסא וכי מה עשה לה ערבי הלז וכי מפני שמיעך לה בין דדיה פסלה מן הכהונה
8 GEMARA. R. Joḥanan sagte: R. Jehuda und R. Dosa lehren dasselbe. R. Jehuda, was wir gesagt haben, und R. Dosa, was gelehrt wird: Die Gefangene darf Hebe essen – so R. Dosa. R. Dosa sagte: Was hat jener Araber ihr denn getan; sollte er sie, weil er sie zwischen den Brüsten gekitzelt hat, für die Priesterschaft untauglichgemacht haben!?
ט אמר רבה דלמא לא היא עד כאן לא קאמר ר' יהודה הכא אלא שלא יהא חוטא נשכר אבל התם כרבנן סבירא ליה אי נמי עד כאן לא קאמר ר' דוסא התם אלא בתרומה דרבנן אבל קנס דאורייתא כרבנן סבירא ליה
9 Raba sprach: Vielleicht ist dem nicht so. R. Jehuda ist dieser Ansichtnur hierbei, damit der Sünder nichts gewinne, da aber ist er der Ansicht der Rabbanan. Oder aber, R. Dosa ist der Ansicht nur da, bei der rabbanitischen Hebe, bei der Geldbuße aber, die [eine Bestimmung] der Tora ist, ist er der Ansicht der Rabbanan!?
י אמר ליה אביי וטעמיה דרבי יהודה הכא שלא יהא חוטא נשכר הוא והא תניא ר' יהודה אומר שבויה שנשבית הרי היא בקדושתה אפי' בת עשר שנים כתובתה מאתים והתם מאי שלא יהא חוטא נשכר איכא התם נמי דלמא מימנעי ולא נסבי לה
10 Abajje erwiderte ihm: Ist denn hierbei der Grund R. Jehudas, damit der Sünder nichts gewinne, es wird ja gelehrt, R. Jehuda sagt, die ausgelösteGefangene, auch zehnjährig, [verbleibe im Zustande der Heiligkeit;] ihre Morgengabe beträgt zweihundert [Zuz]. Wieso ist da zu begründen, damit der Sünder nichts gewinne!? – Da deshalb, weil manvermeiden würde, sie zu heiraten. –
יא וסבר ר"י בקדושתה קיימה והתניא הפודה את השבויה ישאנה מעיד בה לא ישאנה ר' יהודה אומר בין כך ובין כך לא ישאנה הא גופה קשיא אמרת הפודה את השבויה ישאנה והדר תנא מעיד בה לא ישאנה משום דמעיד בה לא ישאנה
11 Ist R. Jehuda denn der Ansicht, sie verbleibe im Zustande der Heiligkeit, es wird ja gelehrt: Wer eine Gefangene auslöst, darf sie heiraten; wer über siebekundet, darf sienicht heiraten; R. Jehuda sagt, ob so oder so dürfe er sie nicht heiraten!? – Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wer eine Gefangene auslöst, dürfe sie heiraten, nachher aber heißt es, werüber sie bekundet, dürfe sie nicht heiraten; darf er sie deshalb nicht heiraten, weil er über sie bekundet!? –
יב הא לא קשיא הכי קאמר הפודה את השבויה ומעיד בה ישאנה מעיד בה כדי לא ישאנה
12 Das ist kein Widerspruch; er meint es wie folgt: wer eine Gefangene auslöst und über sie bekundet, darf sie heiraten, wer aber nur über sie bekundet, darf sie nicht heiraten.
יג מ"מ קשיא לר' יהודה אמר רב פפא אימא רבי יהודה אומר בין כך ובין כך ישאנה רב הונא בריה דרב יהושע אומר לעולם כדקתני ר' יהודה לדבריהם דרבנן קאמר להו לדידי בין כך ובין כך ישאנה אלא לדידכו בין כך ובין כך לא ישאנה מבעי ליה
13 Aber immerhin befindet sich ja R. Jehuda in einem Widersprüche!? R. Papa erwiderte: Lies: R. Jehuda sagt, ob so oder so dürfe er sie heiraten. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: R. Jehuda sagte es nach der Ansicht der Rabbanan; nach meiner Ansicht darf er sie ob so oder so heiraten, nach eurer An siehtaber sollte er sie ob so oder so nicht heiraten dürfen. –
יד ורבנן הפודה את השבויה ומעיד בה ישאנה לא שדי איניש זוזי בכדי מעיד בה כדי לא ישאנה שמא עיניו נתן בה
14 Und die Rabbanan!? – Wer eine Gefangene auslöst und über sie bekundet, darf sie heiraten, weil niemand Geld umsonstfortwirft, wer aber über sie nur bekundet, darf sie nicht heiraten, weil er vielleicht ein Auge auf sie geworfen hat.
טו רמי ליה רב פפא בר שמואל לרב יוסף
15 R. Papa b. Šemuél wies R. Joseph auf einen Widerspruch hin: