Ketubot 76

Kapitel 76

א אימא בתולה לגזירה שוה ואשר לא אורסה פרט לנערה שנתארסה ונתגרשה
1 vielleicht dient [das Wort] <i>Jungfrau</i> als Wortanalogieund [die Worte] <i>die nicht verlobt ist</i> zur Ausschließung eines Mädchens, das verlobt war und geschieden wurde!? –
ב מסתברא אשר לא אורסה לגזירה שוה שהרי אני קורא בה נערה בתולה אדרבה בתולה לגזירה שוה שהרי אני קורא בה אשר לא אורסה מסתברא הא אישתני גופה והא לא אישתני גופה
2 Es ist einleuchtend, daß [die Worte] <i>die nicht verlobt ist</i> als Wortanalogiedienen, denn auf diesesind [die Worte] <i>jungfräuliches Mädchen</i> anwendbar. – Im Gegenteil, [das Wort] <i>Jungfrau</i> sollte als Wortanalogiedienen, denn auf diesesind [die Worte] <i>die nicht verlobt ist</i> anwendbar!? – Jenesist einleuchtend, denn bei der einen war bereits eine Änderung am Körpererfolgt, bei der anderen aber war eine Änderung am Körper nicht erfolgt. –
ג ורבי יוסי הגלילי האי סברא מנא ליה נפקא ליה מדתניא (שמות כב, טז) כסף ישקול כמוהר הבתולות שיהא זה כמוהר הבתולות ומוהר הבתולות כזה
3 Woher entnimmt R. Jose der Galiläer jene Folgerung? – Er entnimmt sie aus folgender Lehre:<i>Einen Geldbetrag soll er darwägen, gemäß der Gabe der Jungfrauen;</i> dieser gleicht der Gabe der Jungfrauenund die Gabe der Jungfrauen gleicht diesem. –
ד קשיא דר"ע אדר' עקיבא תרי תנאי ואליבא דר"ע
4 R. A͑qiba befindet sich ja in einem Widersprüche!? – Zwei Autoren streiten über die Ansicht R. A͑qibas. –
ה בשלמא ר"ע דמתני' לא אתיא ג"ש ומפקא ליה לקרא מפשטיה לגמרי אלא לר"ע דברייתא אתיא גזירה שוה ומפקא מפשטיה לגמרי
5 Allerdings hebt nach R. A͑qiba in unserer Mišna die Wortanalogie den einfachen Sinn des Schriftversesnicht vollständig auf, nach R. A͑qiba in der Barajtha aber hebt ja die Wortanalogie den einfachen Sinn des Schriftverses vollständig auf!?
ו אמר רב נחמן בר יצחק קרי ביה אשר לא ארוסה ארוסה בת סקילה היא ס"ד אמינא הואיל וחידוש הוא שחידשה תורה בקנס אע"ג דמיקטיל משלם
6 R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Man betone: <i>die nicht verlobt ist</i>. – Wegen der Verlobten ist er ja hinzurichten!? – Man könnte glauben, daß er, da die Tora bei Bußzahlungen ein Novum geschaffen hat, die Geldbuße zahle, auch wenn er hingerichtet wird. –
ז ולרבה דאמר חידוש הוא שחידשה תורה בקנס אע"ג דמיקטיל משלם מאי איכא למימר סבר לה כרבי עקיבא דמתניתין
7 Wie ist es nach Rabba zu erklären, welcher sagt, die Tora habe bei den Bußzahlungen ein Novum geschaffen, und er leiste die Zahlung, auch wenn er hingerichtet wird!? – Er vertritt die Ansicht R. A͑qibas in unserer Mišna.
ח תנו רבנן קנסה למי לאביה ויש אומרים לעצמה לעצמה אמאי אמר רב חסדא הכא בנערה שנתארסה ונתגרשה עסקינן וקמיפלגי בפלוגתא דר"ע דמתניתין ורבי עקיבא דברייתא
8 Die Rabbanan lehrten: Wem gehört die Geldbuße? Ihrem Vater; manche sagen, ihr selber. Wieso ihr selber!? R. Ḥisda erwiderte: Hier wird von einem Mädchen gesprochen, das verlobt war und geschieden wurde. Sie führen den Streit unserer Mišna und der Barajtha über die Ansicht R. A͑qibas.
ט אמר אביי בא עליה ומתה פטור שנאמר (דברים כב, יט) ונתן לאבי הנערה ולא לאבי מתה מלתא דפשיטא ליה לאביי מיבעיא ליה לרבא
9 Abajje sagte: Wenn er ihr beigewohnt hat und sie gestorbenist, so ist er frei, denn es heißt:<i>so gebe er dem Vater des Mädchens,</i> nicht aber dem Vater einer Toten. Das, was Abajje entschieden war, war Raba fraglich,
י דבעי רבא יש בגר בקבר או אין בגר בקבר יש בגר בקבר ודבנה הוי או דלמא אין בגר בקבר ודאביה הוי
10 denn Raba fragte: Gibt es eine Mannbarwerdung im Grabeoder nicht: gibt es eine Mannbarwerdung im Grabe, sodaß [die Geldbuße] ihrem Sohnegehört, oder gibt es keine Mannbarwerdung im Grabe, sodaß sie ihrem Vater gehört? –