Ketubot 80

Kapitel 80

א מעשה מחט שלשים
1 der Nadelarbeit verrichtet, dreißig!? Vielmehr, erwiderte
ב אלא א"ר זירא אילו באו עליה שנים אחד כדרכה ואחד שלא כדרכה יאמרו בעל שלימה חמשים בעל פגומה חמשים א"ל אביי אי הכי גבי עבד נמי יאמרו עבד בריא שלשים עבד מוכה שחין שלשים
2 R. Zera, wenn eine zweimal beschlafen worden ist, auf natürliche Weise und auf widernatürlicheWeise, würde man sagen: wieso sollte, wer eine intakte beschlafen hat, fünfzig [zahlen] und wer eine bescholtene beschlafen hat, fünfzig [zahlen]!? Abajje sprach zu ihm: Demnach kann man ja auch hinsichtlich eines Sklaven sagen: wieso für einen gesunden Sklaven dreißig und für einen grindigen Sklaven dreißig!?
ג אלא אמר אביי אמר קרא (דברים כב, כט) תחת אשר עינה הני תחת אשר עינה מכלל דאיכא בושת ופגם רבא אמר אמר קרא (דברים כב, כט) ונתן האיש השוכב עמה לאבי הנערה חמשים כסף הנאת שכיבה נ' מכלל דאיכא בושת ופגם
3 Vielmehr, erklärte Abajje, die Schrift sagt:<i>um des Schwächens wegen</i>; dies des Schwächens wegen, demnach gibt es noch außerdem Beschämung und Minderung. Raba erklärte: Die Schrift sagt: <i>so gebe der Mann, der mit ihr gelegen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberstücke;</i> die fünfzig für den Genuß des Liegens, demnach gibt es noch außerdem Beschämung und Minderung. –
ד ואימא לדידה א"ק (במדבר ל, יז) בנעוריה בית אביה כל שבח נעוריה לאביה
4 Vielleicht ihr!? – Die Schrift sagt:<i>in ihren Mädchenjahren im Hause ihres Vaters,</i> jeder Ertrag ihrer Mädchenjahre gehört ihrem Vater. –
ה ואלא הא דאמר רב הונא אמר רב מנין שמעשה הבת לאביה שנאמר (שמות כא, ז) וכי ימכור איש את בתו לאמה מה אמה מעשה ידיה לרבה אף בת מעשה ידיה לאביה למה לי תיפוק ליה מבנעוריה בית אביה אלא ההיא בהפרת נדרים הוא דכתי'
5 R. Hona sagte im Namen Rabhs: Woher daß die Händearbeit der Tochter ihrem Vater gehört? Es heißt:<i>wenn jemand seine Tochter zur Magd verkauft;</i> wie die Händearbeit der Magd ihrem Herrn gehört, ebenso gehört die Händearbeit der Tochter ihrem Vater. Wozu dies, es sollte ja entnommen werden aus [dem Schriftverse]: <i>in ihren Mädchenjahren im Hause ihres Vaters</i>!? Vielmehr spricht dieser nur von der Auflösung von Gelübden.
ו וכי תימא נילף מיניה ממונא מאיסורא לא ילפינן וכי תימא נילף מקנסא ממונא מקנסא לא ילפינן אלא מסתברא דאביה הוי דאי בעי מסר לה למנוול ומוכה שחין:
6 Wolltest du erwidern, dies sollte hiervon gefolgertwerden, so sind Zivilsachen von kanonischen Dingen nicht zu folgern. Und wolltest du erwidern, dies sollte von der Geldbuße gefolgertwerden, so sind Geldzahlungen von Bußzahlungen nicht zu folgern. – Vielmehr, es ist einleuchtend, daß sie ihrem Vater gehören, weil er, wenn er will, sie an ein Scheusal oder einen Grindigen verheiraten kann.
ז פגם רואין אותה כאילו היא שפחה נמכרת: היכי שיימינן לה אמר אבוה דשמואל אומדין כמה אדם רוצה ליתן בין שפחה בתולה לשפחה בעולה לשמשו
7 W<small>IE DIE</small> M<small>INDERUNG?</small> M<small>AN SCHÄTZT SIE, WIEVIEL SIE ALS ZU VERKAUFENDE</small> S<small>KLAVIN</small> &amp;<small>C.</small> Auf welche Weise erfolgt die Schätzung? Der Vater Šemuéls erwiderte: Man schätze, wieviel jemand für eine jungfräuliche Sklavin zur Bedienung [mehr] als für eine Deflorierte zahlen würde. –
ח שפחה בעולה לשמשו מאי נפקא ליה מינה אלא בין שפחה בעולה לשפחה שאינה בעולה להשיאה לעבדו ולעבדו מאי נפקא ליה מינה בעבד שיש לו לרבו קורת רוח הימנו:
8 Bei einer Sklavin zur Bedienung ist es ihm ja einerlei!? – Vielmehr, [die Preisdifferenz] zwischen einer deflorierten und einer nicht deflorierten Sklavin, die jemand mit seinem Sklaven verheiraten will. – Wenn mit seinem Sklaven, so ist es ihm ja einerlei!? – Mit einem Sklaven, der seinem Herrn zugetan ist.
ט <big><strong>מתני׳</strong></big> כל מקום שיש מכר אין קנס וכל מקום שיש קנס אין מכר קטנה יש לה מכר ואין לה קנס נערה יש לה קנס ואין לה מכר הבוגרת אין לה לא מכר ולא קנס:
9 <b>W</b><small>ENN</small> V<small>ERKAUF</small><small>, KEINE</small> G<small>ELDBUSSE, UND WENN</small> G<small>ELDBUSSE, KEIN</small> V<small>ERKAUF.</small> B<small>EI EINER</small> M<small>INDERJÄHRIGEN FINDET</small> V<small>ERKAUF STATT, ABER KEINE</small> G<small>ELDBUSSE; BEI EINEM</small> MÄ<small>DCHEN</small><small>FINDET DIE</small> G<small>ELDBUSSE STATT, ABER KEIN</small> V<small>ERKAUF; BEI DER</small> M<small>ANNBAREN FINDET WEDER</small> V<small>ERKAUF NOCH DIE</small> G<small>ELDBUSSE STATT.</small>
י <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב יהודה אמר רב זו דברי ר"מ אבל חכמים אומרים יש לה קנס במקום מכר דתניא קטנה מבת יום אחד ועד שתביא שתי שערות יש לה מכר ואין לה קנס משתביא שתי שערות עד שתיבגר יש לה קנס ואין לה מכר דברי ר"מ שהיה ר"מ אומר כ"מ שיש מכר אין קנס וכ"מ שיש קנס אין מכר וחכמים אומרים קטנה מבת ג' שנים ויום אחד ועד שתיבגר יש לה קנס
10 GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rahhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, die Geldbuße finde neben Verkaufe statt. Es wird nämlich gelehrt: Bei einer Minderjährigen vom Alter eines Tages bis zur Zeit, wo sie zwei Haarebekommt, findet Verkauf statt, aber keine Geldbuße; von der Zeit, wo sie zwei Haare bekommt bis zur Mannbarkeit, findet die Geldbuße statt, aber kein Verkauf – so R. Meír. R. Meír sagte nämlich, wenn Verkauf, keine Geldbuße, und wenn Geldbuße, kein Verkauf. Die Weisen aber sagen, bei einer Minderjährigen von drei Jahren und einem Tage bis zur Mannbarkeit gebe es Geldbuße. –
יא קנס אין מכר לא אימא אף קנס במקום מכר א"ר חסדא מ"ט דר"מ א"ק (דברים כב, יט) ולו תהיה לאשה במהוה עצמה הכתוב מדבר ורבנן אמר ר"ל א"ק נערה אפילו קטנה במשמע
11 Nur Geldbuße und nicht Verkauf!? – Lies: auch Geldbuße, neben Verkauf. R. Ḥisda sagte: Folgendes ist der Grund R. Meírs: Die Schrift sagt: <i>ihm soll sie zur Frau sein,</i> die Schrift spricht von einer, die sich selbst zur solchen machenkann. – Und der der Rabbanan? Reš Laqiš erwiderte: Es heißt <i>Naa͑r</i>[Mädchen], und darunterist auch eine Minderjährige einbegriffen.
יב שמעה רב פפא בריה דרב חנן מבי כלוחית אזל אמרה קמיה דרב שימי בר אשי א"ל אתון אהא מתניתו לה אנן אהא מתנינן לה אמר ר"ל המוציא שם רע על הקטנה פטור שנא' (דברים כב, יט) ונתנו לאבי הנערה נערה מלא דיבר הכתוב
12 R. Papa Sohn des R. Ḥanan aus Be Kloḥith hörte dies und trug es R. Šimi b. Aši vor. Da sprach dieser zu ihm: Ihr bezieht dies hierauf, wir beziehen es auf folgende Lehre: Reš Laqiš sagte: Wer ein übles Gerücht über eine Minderjährige ausbringt, istfrei, denn es heißt:<i>und gebe dem Vater des Mädchens,</i> und [das Wort] <i>Naa͑ra</i> [Mädchen] ist hier plenegeschrieben.
יג מתקיף לה רב אדא בר אהבה טעמא דכתב רחמנא נערה הא לאו הכי הוה אמינא אפילו קטנה והא כתיב (דברים כב, כ) ואם אמת היה הדבר הזה לא נמצאו בתולים לנערה והוציאו את הנערה אל פתח בית אביה וסקלוה וקטנה לאו בת עונשין היא אלא כאן נערה הא כל מקום שנאמר נער אפילו קטנה במשמע:
13 R. Ada b. Ahaba wandte ein: Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige <i>Naa͑ra</i> geschrieben hat, sonst aber würde man gesagt haben, auch eine Minderjährige sei einbegriffen; es heißt ja aber:<i>wenn aber die Sache wahr ist, das Weib hatte keine Jungfernschaft, so soll man das Weib vor die Tür seines väterlichen Hauses führen und steinigen,</i> und eine Minderjährige ist ja nicht strafmündig!? – Vielmehr, hierbei heißt es <i>Naa͑ra</i>, überall aber, wo es <i>Naa͑r</i> heißt, ist auch eine Minderjährige einbegriffen.