Kiddushin 115

Kapitel 115

א הראוים ליקרב מנין לרבות בעלי מומין מרבה אני בעלי מומין שכן מין המכשיר ומנין לרבות את החיה מרבה אני את החיה שהיא בשחיטה כבהמה מנין לרבות את העופות ת"ל ושחטו ושחט אותו ושחט אותו
1 die zur Opferung geeignet sind, woher, daß auch Gebrechenbehaftete einbegriffen sind? Ich schließe Gebrechenbehaftete ein, da sie zur tauglichen Art gehören. Woher, daß auch das Wild einbegriffen ist? Ich schließe das Wild ein, da es gleich dem Vieh des Schlachtens benötigt. Woher, daß auch das Geflügel einbegriffen ist? Es heißt: <i>er schlachte es, er schlachte es, er</i> <i>schlachte es</i>.
ב יכול לא ישחוט ואם שחט ישליכנו לפני כלבים תלמוד לומר (שמות כב, ל) לכלב תשליכון אותו אותו אתה משליך לכלב ואי אתה משליך חולין שנשחטו בעזרה
2 Man könnte glauben, man dürfe nicht schlachten, wenn man aber geschlachtet hat, werfe man es vor die Hunde, so heißt es: <i>vor die Hunde sollt ihr es werfen</i>, dieses dürft ihr vor die Hunde werfen, nicht aber dürft ihr im Tempelhofe geschlachtetes Profanes [vor die Hunde] werfen.
ג אשכחינהו מר יהודה לרב יוסף ולרב שמואל בריה דרבה בר בר חנה דהוו קיימי אפיתחא דבי רבה אמר להו תניא המקדש בפטר חמור בבשר בחלב ובחולין שנשחטו בעזרה ר' שמעון אומר מקודשת וחכ"א אינה מקודשת אלמא חולין שנשחטו בעזרה לר' שמעון לאו דאורייתא
3 Mar Jehuda traf R. Joseph und R. Šemuél, Sohn des Rabba b. Bar Ḥana, vor der Tür der Schule Rabbas stehen; da sprach er zu ihnen: Es wird gelehrt, wenn jemand sich [eine Frau] mit dem Erstgeborenen eines Esels, Fleisch mit Milch oder im Tempelhofe geschlachtetem Profanem angetraut hat, sei sie ihm, wie R. Šimo͑n sagt, angetraut, und wie die Weisen sagen, nicht angetraut, wonach nach R. Šimo͑n die Schlachtung von Profanem im Tempelhofe nach der Tora nicht verboten ist;
ד ורמינהו ר"ש אומר חולין שנשחטו בעזרה ישרפו וכן חיה שנשחטה בעזרה אישתיקו
4 ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Šimo͑n sagt, das im Tempelhofe geschlachtete Profane ist zu verbrennen, und ebenso das im Tempelhofe geschlachtete Wild!? Da schwiegen sie.
ה אתו לקמיה דרבה אמר להו פלגא אוקמינכי הב"ע כגון שנשחטה ונמצאת טריפה ור"ש לטעמיה
5 Als sie hierauf zu Rabba kamen, sprach er zu ihnen: Der Streitsüchtige hat euch zum Stehen gebracht. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn es nach dem Schlachten totverletzt befunden wird. R. Šimo͑n vertritt hierbei seine Ansicht,
ו דתניא השוחט את הטריפה וכן השוחט ונמצאת טריפה זה וזה חולין בעזרה ר"ש מתיר בהנאה וחכמים אוסרים
6 denn es wird gelehrt: wenn man Totverletztes geschlachtet hat, oder wenn das Geschlachtete totverletzt befunden wird, so ist beides als Profanes im Tempelhofe nach R. Šimo͑n zur Nutznießung erlaubt und nach den Weisen verboten.
ז מכרן וקידש בדמיהן מקודשת מנלן מדגלי רחמנא בעבודת כוכבים (דברים ז, כו) והיית חרם כמוהו כל שאתה מהייה הימנה הרי הוא כמוהו מכלל דכל איסורים שבתורה שרו
7 H<small>AT ER DIESE VERKAUFT UND SIE SICH MIT DEM</small> E<small>RLÖSE ANGETRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT</small>. Woher dies? — Die Tora bekundet vom Götzen: <i>und du gleich ihm dem Banne verfällst</i>, alles, was du daraus erzielst, gleicht diesem; demnach ist es bei anderen in der Tora verbotenen Dingen erlaubt. —
ח ונילף מינה משום דהוה עבודת כוכבים ושביעית שני כתובים הבאים כאחד וכל שני כתובים הבאים כאחד אין מלמדין
8 Sollte man doch hiervon folgern!? — Vom Götzendienste und vom Siebentjähre lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. —
ט עבודת כוכבים הא דאמרן שביעית מאי היא (ויקרא כה, יב) יובל היא קודש תהיה לכם מה קודש תופס את דמיו אף שביעית תופסת דמיה
9 Vom Götzendienste, wie wir gesagt haben, wo dies vom Siebentjahre? — <i>Es ist ein Jobel, heilig soll es euch sein</i>; wie das Geheiligte den Erlös erfaßt, ebenso erfaßt auch die Siebentjahrs[frucht] den Erlös. —
י אי מה קודש תופס את דמיו ויוצא לחולין אף שביעית תופסת דמיה ויוצאה לחולין תלמוד לומר תהיה בהוייתה תהא
10 Demnach sollte doch, wie das Geheiligte den Erlös erfaßt und selbst profan wird, auch die Siebentjahrs[frucht] den Erlös erfassen und profan werden!? — Es heißt: <i>sein</i>, sie verbleibe bei ihrem sein.
יא כיצד לקח בפירות שביעית בשר אלו ואלו מתבערים בשביעית בבשר דגים יצא בשר נכנסו דגים בדגים יין יצאו דגים נכנס יין ביין שמן יצא יין נכנס שמן הא כיצד אחרון אחרון נתפס בשביעית ופירי עצמו אסור
11 Zum Beispiel: wenn man für die Früchte vom Siebentjahre Fleisch gekauft hat, so muß im Siebentjahre beides fortgeschafft werden; wenn für das Fleisch Fische, so wird das Fleisch profan und die Fische treten an seine Stelle; wenn für die Fische Wein, so werden die Fische profan und der Wein tritt an ihre Stelle; wenn für den Wein Öl, so wird der Wein profan und das Öl tritt an seine Stelle. Das allerletzte verfällt stets dem Siebentjahrsgesetze und auch die originäre Frucht bleibt verboten. —
יב הניחא למאן דאמר אין מלמדין אלא למאן דאמר מלמדין מאי איכא למימר מיעוטי כתיבי כתיב הכא (דברים ז, כו) כי חרם הוא וכתיב התם (ויקרא כה, יא) יובל היא היא אין מידי אחרינא לא
12 Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, aus solchen sei nichts zu folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? — Bei diesen sind Ausschließungen vorhanden; da heißt es: <i>und du gleich ihm dem Banne verfällst</i>, und dort heißt es: <i>es ist ein Jobel</i>; nur bei diesen, nicht aber bei anderem.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> המקדש בתרומות ובמעשרות ובמתנות ובמי חטאת ובאפר חטאת הרי זו מקודשת ואפילו ישראל
13 <b>W</b><small>ENN JEMAND SICH</small> [<small>EINE</small> F<small>RAU</small>] <small>MIT DER</small> H<small>EBE, DEM</small> Z<small>EHNTEN, DEN</small> P<small>RIESTERGABEN</small> <small>, DEM</small> E<small>NTSÜNDIGUNGSWASSER ODER DER</small> E<small>NTSÜNDIGUNGSASCHE</small> <small>ANTRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT, SELBST EINEM</small> J<small>ISRAÉLITEN</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר עולא טובת הנאה אינה ממון איתיביה רבי אבא לעולא המקדש בתרומות ובמעשרות ובמתנות במי חטאת ובאפר פרה הרי זו מקודשת ואפילו ישראל
14 GEMARA. U͑la sagte: Ein Dank gilt nicht als Geld. R. Abba wandte gegen U͑la ein: Wenn jemand sich [eine Frau] mit der Hebe, dem Zehnten, den Priestergaben, dem Entsündigungswasser oder der Entsündigungsasche antraut, so ist sie ihm angetraut, selbst einem Jisraéliten!?
טו א"ל הכא בישראל שנפלו לו טבלים מבית אבי אמו כהן וקא סבר מתנות שלא הורמו כמי שהורמו דמיין
15 Dieser erwiderte: Dies gilt von einem Jisraéliten, dem vom Vater seiner Mutter, einem Priester, Unverzehntetes zugefallen ist, und er ist der Ansicht, die nicht abgesonderten Priestergaben gelten als abgesondert.
טז בעא מיניה ר' חייא בר אבין מרב הונא טובת הנאה ממון או אינה ממון אמר ליה תניתוה המקדש בתרומות ובמעשרות ובמתנות במי חטאת ובאפר פרה הרי זו מקודשת ואפילו ישראל א"ל ולאו אוקימנא בישראל שנפלו לו טבלים מבית אבי אמו כהן
16 R. Ḥija b. Abin fragte R. Hona: Gilt der Dank als Geld oder gilt er nicht als Geld? Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: wenn jemand sich [eine Frau] mit der Hebe, dem Zehnten, den Priestergaben, dem Entsündigungswasser oder der Entsündigungsasche antraut, so ist sie ihm angetraut, selbst einem Jisraéliten. Jener entgegnete: Haben wir es etwa nicht auf einen Jisraéliten bezogen, dem vom Vater seiner Mutter, einem Priester, Unverzehntetes zugefallen ist!?