Kiddushin 13

Kapitel 13

א ואקדש לך מקודשת מדין ערב ערב לאו אף ע"ג דלא מטי הנאה לידיה קא משעביד נפשיה האי איתתא נמי אע"ג דלא מטי הנאה לידה קא משעבדא ומקניא נפשה
1 so will ich dir angetraut sein, so ist sie ihm auf Grund des Gesetzes vom Bürgen angetraut. Der Bürge verpflichtet sich, obgleich er keinen Nutzen hat, ebenso eignete diese Frau ihre Person zu, obgleich sie keinen Nutzen hat.
ב הילך מנה והתקדשי לפלוני מקודשת מדין עבד כנעני עבד כנעני לאו אף ע"ג דלא קא חסר ולא מידי קא קני נפשיה האי גברא נמי אע"ג דלא קא חסר ולא מידי קא קני לה להאי איתתא
2 [Sagte er:] da hast du eine Mine und sei jenem angetraut, so ist sie ihm auf Grund des Gesetzes vom kenaa͑nitischen Sklaven angetraut. Der kenaa͑nitische Sklave eignet sich selbst an, obgleich er gar keinen Verlust hat, ebenso eignet sich jener die Frau an, obgleich er gar keinen Verlust hat.
ג תן מנה לפלוני ואקדש אני לו מקודשת מדין שניהם ערב לאו אף ע"ג דלא קא מטי הנאה לידיה קא משעבד נפשיה האי איתתא נמי אע"ג דלא קא מטי הנאה לידה קא מקניא נפשה
3 [Sagte sie:] gib jenem eine Mine, so will ich ihm angetraut sein, so ist sie ihm auf Grund beider Gesetze angetraut. Der Bürge verpflichtet sich, obgleich er keinen Nutzen hat, ebenso eignete diese Frau ihre Person zu, obgleich sie keinen Nutzen hat.
ד מי דמי ערב האי דקא קני ליה קא חסר ממונא האי גברא קא קני לה להאי איתתא ולא קא חסר ולא מידי עבד כנעני יוכיח דלא קא חסר ממונא וקא קני נפשיה
4 [Erwidert man,] es sei nicht gleich, beim Bürgen hat der, dem er sich verpflichtet, einen Verlust, während dieser Mann, der die Frau eignet, keinen Verlust hat, so beweist der kenaa͑nitische Sklave [das Entgegengesetzte]: er hat keinen Verlust, dennoch erwirbt er sich selber.
ה מי דמי התם הך דקא מקני קא קני הכא האי איתתא קא מקניא נפשה ולא קא קניא ולא מידי ערב יוכיח אע"ג דלא קא מטי הנאה לידיה משעבד נפשיה
5 [Erwidert man,] es sei nicht gleich, da erhalte der Zueignende [Ersatz], während hierbei die Frau ihre Person zueignet und nichts erhält, so beweist der Bürge [das Entgegengesetzte]: er verpflichtet sich, obwohl er keinen Nutzen erhält.
ו בעי רבא הילך מנה ואקדש אני לך מהו אמר מר זוטרא משמיה דרב פפא מקודשת אמר ליה רב אשי למר זוטרא אם כן הוה ליה נכסים שיש להם אחריות נקנין עם נכסים שאין להם אחריות
6 Raba fragte: Wie ist es, wenn [sie gesagt hat:] da hast du eine Mine und ich will dir angetraut sein? Mar Zuṭra erwiderte im Namen R. Papas: Sie ist ihm angetraut R. Aši sprach zu Mar Zuṭra: Demnach werden Güter, die eine Sicherheit gewähren, mit Gütern erworben, die keine Sicherheit gewähren,
ז ואנן איפכא תנן נכסים שאין להם אחריות נקנין עם נכסים שיש להם אחריות בכסף בשטר ובחזקה אמר ליה מי סברת דאמרה ליה אגב הכא באדם חשוב עסקינן דבההיא הנאה דקא מקבל מתנה מינה גמרה ומקניא ליה נפשה
7 während wir entgegengesetzt gelernt haben, daß nämlich Güter, die keine Sicherheit gewähren, mit Gütern, die eine Sicherheit gewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme erworben werden!? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, wenn sie ‘mit’ gesagt Hat? Hier wird von einem angesehenen Manne gesprochen, und für die Befriedigung, daß er von ihr ein Geschenk annimmt, eignet sie ihm ihre Person zu.
ח איתמר נמי משמיה דרבא וכן לענין ממונא וצריכא
8 Es wurde auch im Namen Rabas gelehrt: Dasselbe gilt auch bei Geldangelegenheiten. Und beides ist nötig.
ט דאי אשמועינן קידושין משום דהא איתתא ניחא לה בכל דהו כדריש לקיש דאמר ר"ל טב למיתב טן דו מלמיתב ארמלו אבל ממונא אימא לא
9 Würde er es nur von der Antrauung gelehrt haben, so könnte man glauben, weil eine Frau mit allem zufrieden ist, nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: lieber zu zweien sitzen als verwitwet weilen, nicht aber gelte dies bei Geldangelegenheiten.
י ואי אשמועינן ממונא משום דאיתיהיב למחילה אבל קידושין אימא לא צריכא :
10 Und würde er es nur von Geldangelegenheiten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil [auf Geld] verzichtet werden kann, nicht aber gelte dies von der Antrauung. Daher ist beides nötig.
יא אמר רבא התקדשי לי לחציי מקודשת חצייך מקודשת לי אינה מקודשת אמר ליה אביי לרבא מאי שנא חצייך מקודשת לי דאינה מקודשת אשה אמר רחמנא ולא חצי אשה ה"נ איש אמר רחמנא ולא חצי איש
11 Raba sagte: [Sagte er:] sei meiner Hälfte angetraut, so ist sie ihm angetraut: wenn aber: deine Hälfte sei mir angetraut, so ist sie ihm nicht angetraut. Abajje sprach zu Raba: Wenn [er gesagt hat]: deine Hälfte sei mir angetraut, ist sie ihm wohl deshalb nicht angetraut, weil der Allbarmherzige von einer Frau spricht, nicht aber von einer halben Frau, ebenso spricht ja der Allbarmherzige auch von einem Manne, nicht aber von einem halben Manne!?
יב א"ל הכי השתא התם איתתא לבי תרי לא חזיא אלא גברא מי לא חזי לבי תרי וה"ק לה דאי בעינא למינסב אחריתי נסיבנא
12 Dieser erwiderte: Was soll dies; allerdings ist eine Frau für zwei [Männer] nicht geeignet, aber ist etwa ein Mann nicht für zwei [Frauen] geeignet!? Er wollte ihr nur folgendes sagen: wenn ich es wünsche, nehme ich noch eine andere.
יג אמר ליה מר זוטרא בריה דרב מרי לרבינא וניפשטו לה קידושי בכולה מי לא תניא האומר רגלה של זו עולה תהא כולה עולה
13 Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Die Antrauung sollte sich doch auf sie vollständig ausdehnen!? Es wird ja gelehrt: Sagte jemand: der Fuß von diesem [Vieh] sei ein Brandopfer, so ist das ganze ein Brandopfer.
יד ואפי' למ"ד אין כולה עולה ה"מ היכא דמקדיש דבר שאין הנשמה תלויה בו אבל מקדיש דבר שהנשמה תלויה בו הויא כולה עולה
14 Und auch nach demjenigen, welcher sagt, das ganze sei kein Brandopfer, gilt dies nur von dem Falle, wenn er einen Teil heiligt, von dem das Leben nicht abhängt, wenn er aber einen Teil heiligt, von dem das Leben abhängt, so ist es vollständig ein Brandopfer. –
טו מי דמי התם בהמה הכא דעת אחרת
15 Es ist ja nicht gleich; da ist es ein Vieh, hierbei aber eine andere denkende Person.
טז הא לא דמיא אלא להא דאמר רבי יוחנן בהמה של שני שותפין הקדיש חציה וחזר ולקחה והקדישה קדושה ואינה קריבה
16 Dies ist vielmehr mit dem Falle R. Joḥanans zu vergleichen: Wenn das Vieh zwei Gesellschaftern gehört und einer die Hälfte dem Heiligtume geweiht, es dann angekauft und wiederum geweiht hat, so ist es heilig und darf nicht dargebracht werden;
יז ועושה תמורה ותמורתה כיוצא בה
17 es macht Umgetauschtes und das Umgetauschte gleicht diesem.
יח שמע מינה תלת
18 Hieraus ist dreierlei zu entnehmen;