Kiddushin 144

Kapitel 144

א היום יושב בחיקו של אברהם היום נולד רב יהודה בבבל
1 der heute im Schoße Abrahams sitzt. Heute ist R. Jehuda in Babylonien geboren worden.
ב דאמר מר כשמת ר' עקיבא נולד רבי כשמת רבי נולד רב יהודה כשמת רב יהודה נולד רבא כשמת רבא נולד רב אשי ללמדך שאין צדיק נפטר מן העולם עד שנברא צדיק כמותו שנאמר (קהלת א, ה) וזרח השמש ובא השמש עד שלא כבתה שמשו של עלי זרחה שמשו של שמואל הרמתי שנאמר (שמואל א ג, ג) ונר אלהים טרם יכבה ושמואל שוכב וגו'
2 Der Meister sagte nämlich: Als R. A͑qiba starb, wurde Rabbi geboren, als Rabbi starb, wurde R. Jehuda geboren, als R. Jehuda starb, wurde Raba geboren, und als Raba starb, wurde R. Aši geboren. Dies lehrt dich, daß ein Frommer nicht eher aus der Welt scheidet, als bis ein anderer Frommer seinesgleichen geboren wird, wie es heißt: <i>die Sonne geht auf und die Sonne geht unter</i>. Bevor die Sonne E͑lis untergegangen war, ging die Sonne Šemuéls aus Rama auf, wie es heißt: <i>und die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen und Šemuél lag &amp;c</i>.
ג (איכה א, יז) צוה ה' ליעקב סביביו צריו רב יהודה אמר כגון הומניא לפום נהרא
3 <i>Entboten hat der Herr gegen Ja͑qob seine Widersacher ringsherum</i>. R. Jehuda sagte: Wie Humania um Pum Nahara.
ד (יחזקאל יא, יג) ויהי כהנבאי ופלטיהו בן בניהו מת ואפול על פני ואזעק קול גדול ואומר אהה אדני ה' רב ושמואל חד אמר לטובה וחד אמר לרעה מאן דאמר לטובה כי הא דאיסתנדרא דמישן חתניה דנבוכדנצר הוה שלח ליה מכולי האי שבייה דאייתית לך לא שדרת לן דקאי לקמן
4 <i>Und es geschah, wie ich weissagte, da starb Pelaṭjahu, der Sohn Benajahus; da fiel ich auf mein Angesicht und schrie mit lauter Stimme und sprach: Ach, Herr, o Gott</i>. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, zum Guten, und einer sagt, zum Bösen. Einer sagt zum Guten. Der Statthalter von Mesan, der ein Schwiegersohn Nebukhadneçars war, ließ ihm sagen: Von all den Gefangenen, die du dir geholt hast, schicktest du uns keinen, der vor uns Dienst tun könnte!
ה בעי לשדורי ליה מישראל א"ל פלטיהו בן בניהו אנן דחשבינן ניקו מקמך הכא ועבדין ניזלו להתם ואמר נביא מי שעשה טובה בישראל ימות בחצי ימיו
5 Hierauf wollte er ihm welche von Jisraél schicken, da sprach Pelaṭjahu, der Sohn Benajahus, zu ihm: Wir Vornehmen wollen bei dir bleiben und die Sklaven mögen da hingehen. Dieserhalb sprach der Prophet: Wer Jisraél dieses Gute erwiesen hat, sollte im halben Lebensalter sterben!?
ו מאן דאמר לרעה דכתיב (יחזקאל יא, א) ותבא אותי אל שער בית ה' הקדמוני הפונה קדימה והנה בפתח השער עשרים וחמשה איש ואראה בתוכם את יאזניה בן עזר ואת פלטיהו בן בניהו שרי העם וכתיב (יחזקאל ח, טז) ויבא אותי אל חצר בית ה' הפנימית והנה פתח היכל ה' בין האולם ובין המזבח כעשרים וחמשה איש אחוריהם אל היכל ה' ופניהם קדמה
6 Einer sagt, zum Bösen. Es heißt: <i>und er brachte mich an das östliche Tor des Hauses des Herrn, das nach Osten gewandt ist; und siehe, am Eingange des Tores waren fünfundzwanzig Männer und ich sah unter ihnen Jaázanja, den Sohn A͑zurs, und Pelaṭjahu, den Sohn Benajahus, die Fürsten des Volkes</i>. Ferner heißt es: <i>und er brachte mich in den inneren Hof des Hauses des Herrn; und siehe, am Eingange zum Tempel des Herrn, zwischen der Vorhalle und dem Altar, waren gegen fünfundzwanzig Männer, ihr Rücken gegen den Tempel des Herrn und ihr Gesicht gegen Osten</i>.
ז ממשמע שנאמר ופניהם קדמה איני יודע שאחוריהם כלפי מערב מה תלמוד לומר [אחוריהם] אל היכל ה' מלמד שהיו מפריעין עצמם ומתריזין עצמם כלפי מעלה וקאמר נביא מי שעשה הרעה הזאת בישראל ימות על מיטתו
7 Wenn es heißt: <i>ihr Gesicht gegen Osten</i>, so weiß ich ja, daß ihr Rücken gegen Westen war, wozu heißt es: <i>ihr Rücken gegen den Tempel des Herrn</i>? Dies lehrt, daß sie sich entblößten und gegen oben gewendet exkrementierten. Dieserhalb sprach der Prophet: Wer diesen Frevel in Jisraél getan hat, sollte in seinem Bette sterben!?
ח תסתיים דשמואל דאמר לרעה דאמר רבי חייא בר אבין אמר שמואל מושכני הרי היא כגולה ליוחסים מישון לא חשו לה לא משום עבדות ולא משום ממזרות אלא כהנים שהיו בה לא הקפידו על הגרושות
8 Es ist zu beweisen, daß Šemuél es ist, der zum Bösen sagt. R. Ḥija b. Abin sagte nämlich im Namen Šemuéls: Moskani gleicht hinsichtlich der Legitimität der Diaspora; bei Mesan hat man weder Knechtschaft noch Hurenkindschaft befürchtet, nur achteten die Priester daselbst nicht auf [das Verbot der] Geschiedenen. –
ט לעולם אימא לך שמואל אמר לטובה ושמואל לטעמיה דאמר המפקיר עבדו יצא לחירות ואינו צריך גט שחרור שנא' (שמות יב, מד) כל עבד איש מקנת כסף עבד איש ולא עבד אשה אלא עבד שיש לו רשות לרבו עליו קרוי עבד עבד שאין לרבו רשות עליו אין קרוי עבד
9 Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist es Šemuél, der zum Guten sagt, denn er vertritt hierbei seine Ansicht. Er sagte nämlich: Wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, so ist er frei und benötigt keines Freilassungsbriefes. Es heißt: <i>und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft</i>; etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, ein Sklave, über den sein Herr Gewalt hat, heißt Sklave, ein Sklave, über den sein Herr keine Gewalt hat, heißt nicht Sklave.
י אמר רב יהודה אמר שמואל זו דברי ר"מ אבל חכמים אומרים כל ארצות בחזקת כשרות הם עומדות
10 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, alle Länder befinden sich im Zustande der Makellosigkeit.
יא אמימר שרא ליה לרב הונא בר נתן למינסב איתתא מחוזייתא אמר ליה רב אשי מאי דעתיך דאמר רב יהודה אמר שמואל זו דברי ר' מאיר אבל חכ"א כל ארצות בחזקת כשרות הן עומדות והא בי רב כהנא לא מתני הכי ובי רב פפא לא מתני הכי ובי רב זביד לא מתני הכי אפ"ה לא קיבלה מיניה משום דשמיע ליה מרב זביד דנהרדעא
11 Amemar erlaubte R. Hona b. Nathan eine Frau aus Ḥozäa zu nehmen. Da sprach R. Aši zu ihm: Du stützest dich wohl auf die Lehre R. Jehudas im Namen Šemuéls, daß dies die Ansicht R. Meírs sei, während die Weisen der Ansicht sind, alle Länder befänden sich im Zustande der Makellosigkeit; aber in der Schule R. Kahanas lehrten sie nicht so, auch in der Schule R. Papas lehrten sie nicht so, und auch in der Schule R. Zebids lehrten sie nicht so. Dennoch erkannte er dies nicht an, weil er es von R. Zebid aus Nehardea͑ hörte.
יב ת"ר ממזירי ונתיני טהורים לעתיד לבא דברי ר' יוסי ר' מאיר אומר אין טהורים אמר לו ר' יוסי והלא כבר נאמר (יחזקאל לו, כה) וזרקתי עליכם מים טהורים וטהרתם אמר לו ר' מאיר כשהוא אומר מכל טומאותיכם ומכל גלוליכם ולא מן הממזרות אמר לו ר' יוסי כשהוא אומר אטהר אתכם הוי אומר אף מן הממזרות
12 Die Rabbanan lehrten: Hurenkinder und Nethinim werden in der zukünftigen Welt rein sein – so R. Jose; R. Meír sagt, sie werden nicht rein sein. R. Jose sprach zu ihm: Es heißt ja: <i>ich werde auf euch reines Wasser sprengen und ihr werdet rein sein</i>!? R. Meír erwiderte ihm: Wenn es heißt: <i>von all euren Unreinheiten und all euren Götzen</i>, so schließt dies die Hurenkindschaft aus. R. Jose entgegnete: Wenn es weiter heißt: <i>werde ich euch reinigen</i>, so schließt dies auch die Hurenkindschaft ein. –
יג בשלמא לרבי מאיר היינו דכתיב (זכריה ט, ו) וישב ממזר באשדוד אלא לר' יוסי מאי וישב ממזר באשדוד כדמתרגם רב יוסף יתבון בית ישראל לרוחצן בארעהון דהוו דמו בה לנוכראין
13 Erklärlich ist nach R. Meír der Schriftvers: <i>ein Hurenkind wird in Ašdod</i> <i>wohnen</i>, wieso aber heißt es nach R. Jose: <i>ein Hurenkind wird in Ašdod wohnen</i>!? – Nach der Paraphrase R. Josephs: Die Jisraéliten werden in Sicherheit in ihrem Lande wohnen, in dem sie als Fremdlinge galten.
יד אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבי יוסי אמר רב יוסף אי לאו דאמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבי יוסי הוה אתי אליהו מפיק מינן צוורני צוורני קולרין
14 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose. R. Joseph sagte: Wenn R. Jehuda nicht gesagt hätte, die Halakha sei wie R. Jose, würde Elijahu gekommen sein und aus uns ganze Scharen entfernt haben.
טו ת"ר גר נושא ממזרת דברי ר' יוסי ר' יהודה אומר גר לא ישא ממזרת אחד גר אחד עבד משוחרר וחלל מותרים בכהנת מ"ט דרבי יוסי חמשה קהלי כתיבי
15 Die Rabbanan lehrten: Ein Proselyt darf ein Hurenkind heiraten und das Kind ist ein Hurenkind – so R. Jose; R. Jehuda sagt, ein Proselyt dürfe kein Hurenkind heiraten. Sowohl einem Proselyten als auch einem freigelassenen Sklaven als auch einem Entweihten ist eine Priesterstochter erlaubt. Was ist der Grund R. Joses? – Es heißt fünfmal <i>Gemeinde</i>,