Kiddushin 15

Kapitel 15

א אף שוה כסף נמי דקייץ
1 ebenso muß auch eine Wertsache eine bestimmte Summe repräsentieren.
ב אמר רב יוסף מנא אמינא לה דתניא (ויקרא כה, נא) מכסף מקנתו בכסף הוא נקנה ואינו נקנה בתבואה וכלים
2 R. Joseph sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: <i>Vom Gelde seines Kaufes;</i> er wird durch Geld erworben, nicht aber durch Getreide oder Geräte.
ג האי תבואה וכלים היכי דמי אילימא דלא מקנו בהו כלל (ויקרא כה, נא) ישיב גאולתו אמר רחמנא לרבות שוה כסף ככסף
3 Wie ist dies vom Getreide und von Geräten zu verstehen: wollte man sagen, durch diese könne eine Aneignung überhaupt nicht erfolgen, so sagt ja der Allbarmherzige: <i>er erstatte sein Lösegeld,</i> und dies schließt Wertsachen ein, daß sie dem Gelde gleichen;
ד ואי דלית בהו שוה פרוטה מאי איריא תבואה וכלים אפי' כסף נמי אלא לאו דאית בהו שוה פרוטה וכיון דלא קייצי לא
4 und wollte man sagen, wenn sie keine Peruṭa wert sind, so gilt dies ja nicht nur von Getreide und Geräten, sondern auch vom Gelde. Doch wohl, wenn sie eine Peruṭa wert sind, und aus dem Grunde nicht,
ה ואידך ה"ק בתורת כסף הוא נקנה ואין נקנה בתורת תבואה וכלים ומאי נינהו חליפין
5 weil sie keine bestimmte Summe repräsentieren. – Nein, er meint es wie folgt: er wird nur im Geldzahlungswege angeeignet, nicht aber durch Getreide und Geräte, nämlich im Tauschwege. –
ו ולרב נחמן דאמר פירות לא עבדי חליפין מאי איכא למימר אלא לעולם דלית בהו שוה פרוטה ודקאמרת מאי איריא תבואה וכלים אפי' כסף נמי לא מיבעיא קאמר
6 Wie ist es aber nach R. Naḥman zu erklären, welcher sagt, Früchte seien kein Tauschmittel!? – Vielmehr, tatsächlich, wenn sie keine Peruṭa wert sind, wenn du aber einwendest, dies gilt nicht nur von Getreide und Geräten, sondern auch vom Gelde, [so ist zu erwidern,] von diesen sei es selbstverständlich.
ז לא מיבעיא כסף דאי אית ביה שוה פרוטה אין אי לא לא אבל תבואה וכלים אימא מדמקרבא הנאתייהו גמר ומקני נפשיה קא משמע לן
7 Selbstverständlich kann es durch Geld nur dann erfolgen, wenn es eine Peruṭa beträgt, sonst aber nicht, bei Getreide und Geräten aber könnte man glauben, daß er, da sie einen direkten Nutzen gewähren, seine Person zueignet, so lehrt er uns.
ח אמר רב יוסף מנא אמינא לה דתניא עגל זה לפדיון בני טלית זה לפדיון בני לא אמר כלום עגל זה בחמש סלעים לפדיון בני טלית זו בחמש סלעים לפדיון בני בנו פדוי
8 R. Joseph sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: [Sagte jemand:] dieses Kalb zur Auslösung meines Sohnes, dieses Gewand zur Auslösung meines Sohnes, so hat er nichts gesagt; wenn aber: dieses Kalb im Werte von fünf Sela͑ zur Auslösung meines Sohnes, dieses Gewand im Werte von fünf Sela͑ zur Auslösung meines Sohnes, so ist sein Sohn ausgelöst.
ט האי פדיון היכי דמי אילימא דלא שוי כל כמיניה אלא לאו אף על גב דשוי וכיון דלא קייצי לא
9 In welchem Falle gilt dies von der Auslösung: ist es nicht soviel wert, wieso sollte er dies!? Doch wohl, wenn es wert ist, und nur deshalb nicht, weil der Wert nicht präzisiert ist. –
י לא לעולם דלא שוי וכגון דקביל כהן עילויה כי הא דרב כהנא שקיל סודרא מבי פדיון הבן אמר ליה לדידי חזי לי חמש סלעים
10 Nein, tatsächlich, wenn es nicht soviel wert ist, jedoch in dem Falle, wenn der Priester einverstanden ist. So nahm einst R. Kahana bei der Auslösung eines Sohnes ein Sudarium an, indem er sagte, für ihn sei es fünf Sela͑ wert.
יא אמר רב אשי לא אמרן אלא כגון רב כהנא דגברא רבה הוא ומבעי ליה סודרא ארישיה אבל כולי עלמא לא כי הא דמר בר רב אשי זבן סודרא מאימיה דרבה מקובי שוי עשרה בתליסר :
11 R. Aši sagte: Dies gilt nur von einem Manne wie R. Kahana, der als bedeutender Mann eines Sudariums auf dem Haupte benötigte, nicht aber von jedem anderen. So kaufte Mar, Sohn des R. Aši, von der Mutter des Raba aus Qube ein Sudarium im Werte von zehn für zwölf.
יב אמר רבי אלעזר התקדשי לי במנה ונתן לה דינר הרי זו מקודשת וישלים מאי טעמא כיון דאמר לה מנה ויהב לה דינר כמאן דאמר לה על מנת דמי
12 R. Elea͑zar sagte: [Wenn er zu ihr gesagt hat:] sei mir mit einer Mine angetraut, und ihr einen Denar gegeben hat, so ist sie ihm angetraut und er ergänze [den Betrag]. – Aus welchem Grunde? – Da er ‘eine Mine’ gesagt und ihr einen Denar gegeben hat, so ist es ebenso, als würde er ‘mit der Bedingung’ gesagt haben,
יג ואמר רב הונא אמר רב כל האומר ע"מ כאומר מעכשיו דמי
13 und R. Hona sagte im Namen Rabhs, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ sagt, sei es ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ sagen.
יד מיתיבי התקדשי לי במנה והיה מונה והולך ורצה אחד מהן לחזור אפילו בדינר האחרון הרשות בידו
14 Man wandte ein: [Wenn er gesagt hat:] sei mir mit einer Mine angetraut, und während des Zählens einer von ihnen zurücktreten will, so steht es ihm frei, selbst beim letzten Denar!? –
טו הכא במאי עסקינן דאמר במנה זו הא מדסיפא במנה זו רישא במנה סתם
15 Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ‘mit dieser Mine’ gesagt hat. – Wenn es aber im Schlußsatze ‘mit dieser Mine’ heißt, so spricht ja der Anfangsatz von einer unbezeichneten Mine!?
טז דקא תני סיפא אמר לה התקדשי לי במנה זו ונמצא מנה חסר דינר או דינר של נחשת אינה מקודשת דינר רע הרי זו מקודשת ויחליף
16 Im Schlußsatze wird nämlich gelehrt: Wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir mit dieser Mine angetraut, und es sich herausstellt, daß von der Mine ein Denar fehlt, oder daß ein Denar aus Kupfer ist, so ist sie ihm nicht angetraut; wenn aber ein Denar schlecht ist, so ist sie ihm angetraut und er tausche ihn ihr um. –
יז לא רישא וסיפא דאמר במנה זו ופרושי קא מפרש רצה אחד מהן לחזור אפי' בדינר האחרון הרשות בידו כיצד כגון דאמר לה במנה זו
17 Nein, der Anfangsatz und der Schlußsatz sprechen beide von dem Falle, wenn er ‘mit dieser Mine’ gesagt hat, denn dies ist eine Erklärung: wenn einer von ihnen zurücktreten will, so steht es ihm frei, selbst beim letzten Denar, und zwar, wenn er ‘mit dieser Mine’ gesagt hat.
יח והכי נמי מסתברא דאי ס"ד רישא במנה סתם השתא במנה סתם לא הוו קידושי במנה זו מיבעיא
18 Dies ist auch einleuchtend, denn wenn man sagen wollte, der Anfangsatz spreche von einer unbezeichneten Mine, so ist ja, wenn mit einer unbezeichneten Mine die Antrauung ungültig ist, dies um so mehr der Fall, wenn er ‘diese Mine’ [gesagt hat]. –
יט אי משום הא לא איריא תנא סיפא לגלוי רישא שלא תאמר רישא במנה זו אבל במנה סתם הוו קידושין תנא סיפא במנה זו מכלל דרישא במנה סתם ואפילו הכי לא הוו קידושין
19 Wenn nur dies, so beweist dies nichts, denn er lehrt den Schlußsatz zur Erklärung des Anfangsatzes; damit man nicht glaube, der Anfangsatz spreche von dem Falle, wenn er ‘diese Mine’ gesagt hat, wenn er aber die Mine nicht bezeichnet hat, sei die Antrauung gültig, lehrt er im Schlußsatze: diese Mine, wonach der Anfangsatz von einer unbezeichneten Mine spricht, und dennoch ist die Antrauung ungültig.
כ רב אשי אמר מונה והולך שאני דדעתה אכוליה
20 R. Aši erwiderte: Anders ist es, wenn er [ihr den Betrag] aufzählt, weil sie dann auf das ganze rechnet. –
כא האי דינר של נחשת היכי דמי אי דידעה ביה הא סברה וקבלה לא צריכא דיהביה ניהליה בליליא אי נמי דאשתכח ליה ביני זוזי
21 Von welchem Falle wird hier hinsichtlich des kupfernen Denars gesprochen: wußte sie es, so war sie ja einverstanden!? – In dem Falle, wenn er ihn ihr nachts gegeben oder sie ihn unter den Münzen gefunden hat. –
כב האי דינר רע היכי דמי אי דלא נפיק היינו דינר של נחשת אמר רב פפא כגון דנפיק על ידי הדחק :
22 Von welchem schlechten Denar wird hier gesprochen, wenn er nicht geht, so gleicht er ja einem kupfernen Denar!? R. Papa erwiderte: Wenn er im Notfalle geht.
כג אמר רבא אמר רב נחמן אמר לה התקדשי לי במנה והניח לה משכון עליה אינה מקודשת
23 Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir mit einer Mine angetraut, und ihr für diese ein Pfand hinterlegt hat, so ist sie ihm nicht angetraut,