Kiddushin 161

Kapitel 161

א לאתרויי ביה
1 ihn zu warnen wissen.
ב אמר רב יהודה אמר רב ל"ש אלא בעיר אבל בדרך עד שיהיו שלשה שמא יצטרך אחד מהם להשתין ונמצא אחד מתייחד עם הערוה נימא מסייע ליה מוסרים לו שני תלמידי חכמים שמא יבא עליה בדרך תרי ואיהו הא תלתא התם כי היכי דניהוו עליה סהדי
2 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies nur in der Stadt, unterwegs aber müssen es drei sein, denn wenn einer austreten muß, würde der andere mit der Unzucht allein bleiben. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man gibt ihm zwei Schriftgelehrte mit, weil er ihr unterwegs beiwohnen könnte. Zwei und er sind drei. – Nein, hierbei aus dem Grunde, damit Zeugen vorhanden sind.
ג רב ורב יהודה הוו קאזלי באורחא הוה קאזלא ההיא אתתא קמייהו א"ל רב לרב יהודה דל כרעיך מקמי גיהנם אמר ליה והא מר הוא דאמר בכשרים שפיר דמי א"ל מי יימר דבכשרים כגון אנא ואת אלא כגון מאי כגון רבי חנינא בר פפי וחביריו
3 Einst gingen Rabh und R. Jehuda auf dem Wege und eine Frau ging vor ihnen. Da sprach Rabh zu R. Jehuda: Hebe deine Füße hinweg vor dem Fegefeuer. Dieser entgegnete: Der Meister ist es ja, welcher sagt, mit Keuschen sei es erlaubt!? Jener erwiderte: Wer sagt, daß dies von Keuschen wie ich und du gelte!? – Von welchen denn? – Von solchen, wie R. Ḥanina b. Papi und seine Genossen.
ד אמר רב מלקין על ייחוד ואין אוסרין על הייחוד אמר רב אשי לא אמרן אלא בייחוד פנויה אבל בייחוד דאשת איש לא שלא תהא מוציא לעז על בניה
4 Rabh sagte: Wegen des Beisammenseins ist zu geißeln, nicht aber ist wegen des Beisammenseins [die Frau] verboten. R. Aši sagte: Dies gilt nur vom Beisammensein mit einer Ledigen, nicht aber vom Beisammensein mit einer Verheirateten, damit man nicht ihre Kinder ins Gerede bringe.
ה מר זוטרא מלקי ומכריז א"ל רב נחמן מפרהטיא לרב אשי מר נמי לילקי ולכריז א"ל איכא דשמע בהא ולא שמע בהא
5 Mar Zuṭra ließ geißeln und es bekannt machen. R. Naḥman aus Parhaṭja sprach zu R. Aši: So lasse doch der Meister ebenfalls geißeln und es bekannt machen. Dieser erwiderte: Mancher erfährt das eine und nicht das andere.
ו אמר רב מלקין על לא טובה השמועה שנאמר (שמואל א ב, כד) אל בני כי לא טובה השמועה מר זוטרא מותיב לה אפסירה על כתפיה ומקרי ליה אל בני
6 Rabh sagte: Man lasse geißeln wegen des schlechten Gerüchtes, denn es heißt: <i>nicht so, meine Söhne, denn nicht gut ist das Gerücht</i>. Mar Zuṭra ließ einem solchen einen Halfter auf die Schulter legen und vor ihm vorlesen: <i>nicht so, meine Söhne</i>.
ז אמר רבה בעלה בעיר אין חוששין משום ייחוד אמר רב יוסף פתח פתוח לרשות הרבים אין חוששין משום ייחוד רב ביבי איקלע לבי רב יוסף בתר דכרך ריפתא אמר להו שקולי דרגא מתותי ביבי והא אמר רבה בעלה בעיר אין חוששין משום ייחוד שאני רב ביבי דשושבינתיה הואי וגייסא ביה
7 Rabba sagte: Ist ihr Mann in der Stadt, so ist das Beisammensein nicht zu berücksichtigen. R. Joseph sagte: Ist eine Tür nach der Straße geöffnet, so ist das Beisammensein nicht zu berücksichtigen. Einst kam R. Bebaj zu R. Joseph, und nachdem sie gegessen hatten, sprach er zu ihnen: Nehmt die Leiter vor Bebaj fort. – Rabba sagte ja aber, wenn ihr Mann in der Stadt ist, sei das Beisammensein nicht zu berücksichtigen!? – Anders verhielt es sich bei R. Bebaj, denn sie war mit ihm befreundet und daher vertraut.
ח אמר רב כהנא אנשים מבחוץ ונשים מבפנים אין חוששין משום ייחוד אנשים מבפנים ונשים מבחוץ חוששין משום ייחוד
8 R. Kahana sagte: Befinden sich die Männer außerhalb und die Frauen innerhalb, so ist das Beisammensein nicht zu berücksichtigen, wenn aber die Männer innerhalb und die Frauen außerhalb, so ist das Beisammensein zu berücksichtigen.
ט במתניתא תנא איפכא אמר אביי השתא דאמר רב כהנא הכי ותנא מתניתא איפכא אנא נעביד לחומרא
9 In einer Barajtha wird entgegengesetzt gelehrt. Abajje sagte: Da nun R. Kahana so lehrt und die Barajtha entgegengesetzt lehrt, so wollen wir erschwerend entscheiden.
י אביי דייר גולפי רבא דייר קנה אמר אבין סקבא דשתא ריגלא
10 Abajje ließ eine Reihe Krüge aufstellen. Raba ließ eine Reihe Rohrstäbe aufstellen. Abajje sagte: Die Wunde des Jahres ist das Fest.
יא הנך שבוייתא דאתאי לנהרדעא אסקינהו לבי רב עמרם חסידא אשקולו דרגא מקמייהו בהדי דקא חלפה חדא מנייהו נפל נהורא באיפומא שקליה רב עמרם לדרגא דלא הוו יכלין בי עשרה למדלייא דלייא לחודיה סליק ואזיל
11 Einst wurden gefangene [Frauen] nach Nehardea͑ gebracht; da logierte man sie bei R. A͑mram dem Frommen ein und nahm vor ihnen die Leiter fort. Als eine von ihnen vorüberging und ein Lichtstrahl durch die Luke fiel, nahm R. A͑mram die Leiter und stieg hinauf. Diese vermochten zehn Personen nicht zu tragen, er aber trug sie ganz allein.
יב כי מטא לפלגא דרגא איפשח רמא קלא נורא בי עמרם אתו רבנן אמרו ליה כסיפתינן אמר להו מוטב תיכספו בי עמרם בעלמא הדין ולא תיכספו מיניה לעלמא דאתי אשבעיה דינפק מיניה נפק מיניה כי עמודא דנורא אמר ליה חזי דאת נורא ואנא בישרא ואנא עדיפנא מינך
12 Als er die Hälfte der Leiter erreichte, blieb er stehen und rief mit lauter Stimme: Feuer bei A͑mram! Da kamen die Rabbanan heran. Sie sprachen zu ihm: Wir schämen uns deiner. Er aber erwiderte ihnen: Lieber schämt euch des A͑mram auf dieser Welt, als daß ihr euch seiner in der zukünftigen Welt schämet. Hierauf beschwor er ihn, aus ihm zu fahren, und er fuhr aus ihm wie eine Feuersäule hinaus. Da sprach er zu ihm: Siehe, du bist Feuer und ich Fleisch, doch bin ich stärker als du.
יג רבי מאיר הוה מתלוצץ בעוברי עבירה יומא חד אידמי ליה שטן כאיתתא בהך גיסא דנהרא לא הוה מברא נקט מצרא וקא עבר כי מטא פלגא מצרא שבקיה אמר אי לאו דקא מכרזי ברקיעא הזהרו בר' מאיר ותורתו שויתיה לדמך תרתי מעי
13 R. Meír pflegte über die Sünder zu spotten. Eines Tages erschien ihm der Satan als Weib auf der anderen Seite des Stromes, und da keine Fähre zum Übersetzen da war, ergriff er die Stegleine und ging hinüber. Als er die Hälfte der Stegleine erreichte, verließ ihn jener, indem er sprach: Hätte man im Himmel nicht ausgerufen, mit R. Meír und seiner Gesetzeskunde vorsichtig zu sein, so würde ich dein Blut mit zwei Maa͑ eingeschätzt haben.
יד ר' עקיבא הוה מתלוצץ בעוברי עבירה יומא חד אידמי ליה שטן כאיתתא בריש דיקלא נקטיה לדיקלא וקסליק ואזיל כי מטא לפלגיה דדיקלא שבקיה אמר אי לאו דמכרזי ברקיעא הזהרו ברבי עקיבא ותורתו שויתיה לדמך תרתי מעי
14 R. A͑qiba pflegte über die Sünder zu spotten. Eines Tages erschien ihm der Satan als Weib auf der Spitze einer Palme. Da erfaßte er die Palme und stieg hinauf. Als er die Hälfte der Palme erreichte, verließ ihn jener, indem er sprach: Hätte man im Himmel nicht ausgerufen, mit R. A͑qiba und seiner Gesetzeskunde vorsichtig zu sein, würde ich dein Blut mit zwei Maa͑ eingeschätzt haben.
טו פלימו הוה רגיל למימר כל יומא גירא בעיניה דשטן יומא חד מעלי יומא דכיפורי הוה אידמי ליה כעניא אתא קרא אבבא אפיקו ליה ריפתא אמר ליה יומא כי האידנא כולי עלמא גואי ואנא אבראי עייליה וקריבו ליה ריפתא אמר ליה יומא כי האידנא כולי עלמא אתכא ואנא לחודאי אתיוהו אותבוהו אתכא הוה יתיב מלא נפשיה שיחנא וכיבי עליה והוה קעביד ביה מילי דמאיס א"ל
15 Pelemo pflegte täglich zu sagen: Ein Pfeil in die Augen des Satan! Einst erschien er bei ihm an einem Vorabend des Versöhnungstages als Bettler und klopfte an die Tür. Da brachte man ihm Brot hinaus. Er aber sprach: An einem Tage wie heute befindet sich jeder innen, ich aber muß draußen sein. Da ließ man ihn eintreten und reichte ihm Brot. Hierauf sprach er: An einem Tage wie heute sitzt jeder am Tische, ich aber muß allein stehen! Da ließen sie ihn herantreten und am Tische sitzen. Sein Körper war mit Grinden und Blattern bedeckt und er handhabte an diesen ekelerregend herum. Da sprach er zu ihm: