Kiddushin 17

Kapitel 17

א חומרי פתכייתא אתאי ההיא איתתא אמרה ליה הב לי חד שוכא אמר לה אי יהבינא ליך מיקדשת לי אמרה ליה הבה מיהבה אמר רב חמא כל הבה מיהבה לאו כלום הוא
1 bunte Perlenschnüre, und eine Frau kam heran und sprach zu ihm: Gib mir ein Schnürchen. Da fragte er sie: Willst du, wenn ich es dir gebe, mir angetraut sein? Diese erwiderte: Gib mir, gib. Hierauf entschied R. Ḥama: ‘Gib mir, gib’ ist nichts.
ב ההוא גברא דהוה קא שתי חמרא בחנותא אתאי ההיא איתתא אמרה ליה הב לי חד כסא אמר לה אי יהיבנא ליך מיקדשת לי אמרה ליה אשקויי אשקיין אמר רב חמא כל אשקויי אשקיין לאו כלום הוא
2 Einst trank jemand Wein in einem Laden, und eine Frau kam heran und sprach zu ihm: Gib mir einen Becher. Da fragte er sie: Willst du, wenn ich dir gebe, mir angetraut sein? Diese erwiderte: Trinken laß mich, trinken. Hierauf entschied R. Ḥama: ‘Trinken laß mich, trinken’ ist nichts.
ג ההוא גברא דהוה קא שדי תמרי מדקלא אתאי ההיא איתתא א"ל שדי לי תרתי אמר לה אי שדינא ליך מיקדשת לי אמרה ליה שדי מישדא אמר רב זביד כל שדי מישדא לאו כלום הוא
3 Einst schüttelte jemand Datteln von einer Palme, und eine Frau kam heran und sprach zu ihm: Wirf mir zwei herunter. Da fragte er sie: Willst du, wenn ich sie dir herunterwerfe, mir angetraut sein? Diese erwiderte: Wirf nur, wirf. Hierauf entschied R. Zebid: ‘Wirf nur, wirf’ ist nichts.
ד איבעיא להו הב אשקי ושדי מהו אמר רבינא מקודשת רב סמא בר רקתא אמר תגא דמלכא אינה מקודשת והלכתא אינה מקודשת
4 Sie fragten: Wie ist es, wenn sie nur gesagt hat: gib, laß mich trinken, oder: wirf? Rabina erwiderte: So ist sie ihm angetraut. R. Sama b. Raqta sprach: Bei der Krone des Königs, sie ist ihm nicht angetraut. Die Halakha ist, sie ist ihm nicht angetraut.
ה והלכתא שיראי לא צריכי שומא והלכתא כר"א והלכתא כרבא אמר רב נחמן :
5 Die Halakha ist, Seidenzeug benötigt nicht der Schätzung. Die Halakha ist wie R. Elea͑zar. Die Halakha ist wie Raba im Namen R. Naḥmans lehrte.
ו ת"ר בשטר כיצד כתב לו על הנייר או על החרס אע"פ שאין בו שוה פרוטה בתך מקודשת לי בתך מאורסת לי בתך לי לאינתו הרי זו מקודשת
6 Die Rabbanan lehrten: Wieso durch Urkunde? Wenn er auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: deine Tochter sei mir angetraut, deine Tochter sei mir angelobt, deine Tochter sei meine Frau, so ist sie ihm angetraut.
ז מתקיף לה ר' זירא בר ממל הא לא דמי האי שטרא לשטר זביני התם מוכר כותב לו שדי מכורה לך הכא בעל כותב בתך מקודשת לי
7 R. Zera b. Mamal wandte ein: Diese Urkunde gleicht ja nicht der Verkaufsurkunde; bei einer solchen schreibt der Verkäufer: mein Feld sei dir verkauft, bei dieser aber schreibt der Ehemann: deine Tochter sei mir angetraut!?
ח אמר רבא התם מעניינא דקרא והכא מעניינא דקרא התם כתיב (ויקרא כה, כה) ומכר מאחוזתו במוכר תלה רחמנא הכא כתיב (דברים כב, יג) כי יקח בבעל תלה רחמנא
8 Raba erwiderte: Bei jener nach dem Wortlaute der Schrift und bei dieser nach dem Wortlaute der Schrift. Bei jener heißt es: <i>und er von seinem Erbbesitze verkauft,</i> wonach der Allbarmherzige es vom Verkäufer abhängig gemacht hat; bei dieser aber heißt es: <i>wenn jemand nimmt</i>, wonach der Allbarmherzige es vom Ehemanne abhängig gemacht hat.
ט התם נמי כתיב (ירמיהו לב, מד) שדות בכסף יקנו קרי ביה יקנו מאי טעמא קרית ביה יקנו משום דכתיב ומכר ה"נ קרי ביה כי יקח דכתיב (דברים כב, טז) את בתי נתתי לאיש הזה
9 Auch von jener heißt es ja: <i>Felder werden sie um Geld kaufen</i>!? – Lies: <i>kaufen machen</i>. – Du liest <i>kaufen machen,</i> weil es <i>verkauft</i> heißt, demnach ist ja auch hierbei <i>nehmen machen</i> zu lesen, denn es heißt: <i>meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben</i>!?
י אלא אמר רבא הלכתא נינהו ואסמכינהו רבנן אקראי ואיבעית אימא התם נמי כתיב (ירמיהו לב, יא) ואקח את ספר המקנה
10 Vielmehr, erwiderte Raba, es sind überlieferte Lehren und die Rabbanan haben sie an die Schriftverse nur angelehnt. Wenn du aber willst, sage ich: auch von jener heißt es: <i>und ich nahm den Kaufbrief</i>.
יא ואמר רבא אמר רב נחמן כתב לו על הנייר או על החרס אע"פ שאין בו שוה פרוטה בתך מקודשת לי בתך מאורסת לי בתך לי לאינתו בין ע"י אביה בין ע"י עצמה מקודשת מדעתו והוא שלא בגרה
11 Raba sagte ferner im Namen R. Naḥmans: Wenn er auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: deine Tochter sei mir angetraut, deine Tochter sei mir angelobt, deine Tochter sei meine Frau, so ist sie, einerlei ob es durch ihren Vater oder durch sie selbst erfolgt ist, ihm angetraut; mit seinem Einvernehmen, falls sie noch nicht mannbar ist.
יב כתב לה על הנייר או על החרס אע"פ שאין בו שוה פרוטה הרי את מקודשת לי הרי את לי לאינתו הרי את מאורסת לי מקודשת בין ע"י אביה בין ע"י עצמה מדעתה והוא שבגרה :
12 Wenn er ihr auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: sei mir angetraut, sei meine Frau, sei mir angelobt, so ist sie, einerlei ob es durch ihren Vater oder durch sie selbst erfolgt ist, ihm angetraut; mit ihrem Einvernehmen, falls sie mannbar ist.
יג בעי ר' שמעון בן לקיש שטר אירוסין שכתבו שלא לשמה מהו הויות ליציאות מקשינן מה
13 R. Šimo͑n b. Laqiš fragte: Wie ist es, wenn er die Antrauungsurkunde nicht auf ihren Namen geschrieben hat: vergleichen wir die Antrauung mit der Scheidung,