Kiddushin 31

Kapitel 31

א בעובד כוכבים שישנו תחת ידך או אינו אלא בעובד כוכבים שאינו תחת ידך אמרת וכי מה אפשר לעשות לו הא אין הכתוב מדבר אלא בעובד כוכבים שישנו תחת ידך :
1 dies gilt von einem Nichtjuden, der in deiner Gewalt ist. Vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem Nichtjuden, der nicht in deiner Gewalt ist? Ich will dir sagen: was ist gegen diesen auszurichten!? Vielmehr spricht die Schrift von einem Nichtjuden, der in deiner Gewalt ist.
ב ובשטר : מנלן אמר עולא אמר קרא (שמות כא, י) אם אחרת יקח לו הקישה הכתוב לאחרת מה אחרת מקניא בשטר אף אמה העבריה מקניא בשטר
2 D<small>URCH</small> U<small>RKUNDE.</small> Woher dies? U͑la erwiderte: Die Schrift sagt: <i>wenn er sich eine andere nimmt;</i> die Schrift vergleicht sie mit einer anderen, wie eine andere durch Urkunde angeeignet wird, ebenso wird auch die hebräische Magd durch Urkunde angeeignet. –
ג הניחא למ"ד שטר אמה העבריה אדון כותבו אלא למ"ד אב כותבו מאי איכא למימר דאיתמר שטר אמה העבריה מי כותבו רב הונא אמר אדון כותבו רב חסדא אמר אב כותבו הניחא לרב הונא אלא לרב חסדא מאי איכא למימר
3 Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, die Urkunde der hebräischen Magd schreibe der Herr, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, der Vater schreibe sie!? Es wurde nämlich gelehrt: Wer schreibt die Urkunde der hebräischen Magd? R. Hona sagt, der Herr schreibe sie, und R. Ḥisda sagt, der Vater schreibe sie. Einleuchtend ist es nun nach R. Hona, wie ist es aber nach R. Ḥisda zu erklären!?
ד אמר רב אחא בר יעקב אמר קרא (שמות כא, ז) לא תצא כצאת העבדים אבל נקנית היא כקנין עבדים ומאי ניהו שטר
4 R. Aḥa b. Ja͑qob er widerte: Die Schrift sagt: <i>sie soll nicht ausgehen, wie die Sklaven ausgehen,</i> wohl aber wird sie angeeignet, wie die Sklaven angeeignet werden, nämlich durch Urkunde. –
ה ואימא אבל נקנית היא כקנין עבדים ומאי ניהו חזקה אמר קרא (ויקרא כה, מו) והתנחלתם אותם לבניכם אחריכם אותם בחזקה ולא אחר בחזקה
5 Vielleicht wird sie angeeignet, wie die Sklaven angeeignet werden, durch Besitzergreifung!? – Die Schrift sagt: <i>ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben,</i> sie durch Besitzergreifung, nicht aber andere durch Besitzergreifung. –
ו ואימא אותם בשטר ולא אחר בשטר הכתיב לא תצא כצאת העבדים ומה ראית
6 Vielleicht aber: sie durch Urkunde, nicht aber andere durch Urkunde!? – Es heißt ja: <i>sie soll nicht ausgehen, wie die Sklaven ausgehen.</i> – Was veranlaßt dich dazu? –
ז מסתברא שטר ה"ל לרבויי שכן מוציאה בבת ישראל אדרבה חזקה ה"ל לרבויי שכן קונה בנכסי הגר באישות מיהת לא אשכחן אי בעית אימא להכי אהני אם אחרת
7 Es ist einleuchtend, daß die Urkunde einzubegreifen ist, da durch diese eine Jisraélitin auch geschieden wird. – Im Gegenteil, die Besitzergreifung ist einzubegreifen, da dadurch auch die Güter eines Proselyten erworben werden!? – Immerhin finden wir dies beim Ehegesetze nicht. Wenn du aber willst, sage ich: hierauf deuten [die Worte:] <i>wenn eine andere</i>. –
ח ורב הונא האי לא תצא כצאת העבדים מאי דריש ביה ההוא מיבעי ליה שאינה יוצאה בראשי אברים כעבד ורב חסדא א"כ לכתוב קרא לא תצא כעבדים מאי כצאת העבדים ש"מ תרתי :
8 Wofür verwendet R. Hona [den Schriftvers:] <i>sie soll nicht ausgehen, wie die Sklaven ausgehen</i>? – Dieser deutet darauf, daß sie nicht gleich einem Sklaven durch [Verlust von] vorragenden Gliedern ausgehe. – Und R. Ḥisda!? – Es sollte ja heißen: <i>sie soll nicht ausgehen wie Sklaven,</i> wenn es aber heißt: <i>wie Sklaven ausgehen,</i> so ist beides zu entnehmen.
ט וקונה את עצמו בשנים : דכתיב (שמות כא, ב) שש שנים יעבד ובשביעית וגו' :
9 U<small>ND EIGNET SICH SELBST AN DURCH DIE</small> J<small>AHRE.</small> Denn es heißt: <i>sechs Jahre soll er dienen und im siebenten &amp;c.</i>
י ביובל : דכתיב (ויקרא כה, מ) עד שנת היובל יעבד עמך :
10 D<small>URCH DAS</small> J<small>OBELJAHR.</small> Denn es heißt: <i>bis zum Jobeljahre soll er bei dir dienen.</i>
יא בגרעון כסף : אמר חזקיה דאמר קרא (שמות כא, ח) והפדה מלמד שמגרע פדיונה ויוצאה תנא וקונה את עצמו בכסף ובשוה כסף ובשטר
11 D<small>URCH</small> R<small>EDUKTION DES</small> K<small>AUFGELDES.</small> Die Schrift sagt: <i>und ausgelöst,</i> dies lehrt, daß sie das Lösegeld reduziere und frei ausgehe. Es wird gelehrt: Er eignet sich selbst an durch Geld, durch Geldeswert und durch Urkunde.
יב בשלמא כסף דכתיב (ויקרא כה, נא) מכסף מקנתו שוה כסף נמי (ויקרא כה, נא) ישיב גאולתו אמר רחמנא לרבות שוה כסף ככסף אלא האי שטר ה"ד אילימא דכתב ליה שטרא אדמיה היינו כסף
12 Erklärlich ist dies vom Gelde, denn es heißt: <i>von seinem Kaufgelde,</i> ebenso auch vom Geldeswerte, denn der Allbarmherzige sagt: <i>er erstatte sein Lösegeld</i>, und dies schließt Geldeswert ein, daß es dem Gelde gleiche, was aber ist unter Urkunde zu verstehen: wollte man sagen, ein Schuldschein über seinen Geldwert, den [der Sklave] ihm schreibe, so ist dies ja dasselbe was Geld,
יג אלא שיחרור שטר למה לי לימא ליה באפי תרי זיל א"נ באפי בי דינא זיל אמר רבא זאת אומרת עבד עברי גופו קנוי והרב שמחל על גרעונו אין גרעונו מחול :
13 und wollte man sagen, ein Freilassungsbrief, so soll er doch vor zwei Personen oder vor Gericht zu ihm sagen: geh!? Raba erwiderte: Dies besagt, daß ein Hebräischer Sklave mit seinem Leibe verkauft ist, und wenn der Herr auf das Lösegeld verzichtet, so ist der Verzicht ungültig.
יד יתירה עליו אמה העבריה : אמר ר"ל אמה העבריה קונה את עצמה במיתת האב מרשות אדון מק"ו ומה סימנין שאין מוציאין מרשות אב מוציאין מרשות אדון מיתה שמוציאה מרשות אב אינו דין שמוציאה מרשות אדון
14 I<small>HM ÜBERLEGEN IST DIE HEBRÄISCHE</small> M<small>AGD.</small> Reš Laqiš sagte: [Durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist zu folgern, daß die hebräische Magd durch den Tod ihres Vaters sich selbst aus dem Besitze des Herrn aneigne: wenn die Pubertätszeichen, die sie nicht aus dem Besitze ihres Vaters bringen, sie aus dem Besitze des Herrn bringen, um wieviel mehr bringt der Tod, der sie aus dem Besitze ihres Vaters bringt, sie aus dem Besitze des Herrn.
טו מיתיבי רב הושעיא יתירה עליו אמה העבריה שקונה את עצמה בסימנין ואם איתא ניתני נמי מיתת האב תנא ושייר
15 R. Hoša͑ja wandte ein: Ihm überlegen ist die hebräische Magd, die sich selbst durch die Pubertätszeichen aneignet. Wenn dem so wäre, so sollte er doch auch den Tod ihres Vaters nennen!? – Manches lehrt er und manches läßt er fort. –
טז מאי שייר דהאי שייר שייר מיתת האדון אי משום מיתת האדון לאו שיורא הוא דכיון דאיכא נמי באיש לא קתני
16 Was läßt er noch außerdem fort? – Er läßt noch den Tod des Herrn fort. – Wenn nur den Tod des Herrn, so ist dies keine Fortlassung, denn er lehrt es deshalb nicht, weil dies auch beim Manne Geltung hat. – Demnach sollte er es lehren!? –
יז ואלא ניתני תנא דבר שיש לו קצבה קתני דבר שאין לו קצבה לא קתני
17 Das, wofür es eine Festsetzung gibt, lehrt er, und das, wofür es keine Festsetzung gibt, lehrt er nicht. –
יח והא סימנין דאין להם קצבה וקתני אמר רב ספרא אין להם קצבה למעלה אבל יש להם קצבה
18 Er nennt ja die Pubertätszeichen, für die es ebenfalls keine Festsetzung gibt!? R. Saphra erwiderte: Dafür gibt es keine Festsetzung nach oben, wohl aber gibt es dafür eine Festsetzung