Kiddushin 38

Kapitel 38

א וכי משייר בה שוה פרוטה ומייעד הוו קידושין הכא נמי לא שנא
1 und wenn der Wert einer Peruṭa zurückbleibt und er sie [für sich] bestimmt, ist die Antrauung gültig, ebenso auch hierbei.
ב ת"ר כיצד מצות יעוד אומר לה בפני שנים הרי את מקודשת לי הרי את מאורסת לי אפילו בסוף שש ואפילו סמוך לשקיעת החמה ונוהג בה מנהג אישות ואינו נוהג בה מנהג שפחות רבי יוסי ברבי יהודה אומר אם יש שהות ביום כדי לעשות עמו שוה פרוטה מקודשת ואם לאו אינה מקודשת
2 Die Rabbanan lehrten: Wie hat das Gebot der Bestimmung zu erfolgen? Er spreche zu ihr vor zwei [Zeugen]: sei mir angetraut, sei mir angelobt; selbst am Schlusse der sechs Jahre, auch kurz vor Sonnenuntergang. Er hat dann mit ihr nach dem Brauche der Ehelichung und nicht nach dem Brauche der Dienstbarkeit zu verfahren. R. Jose b. R. Jehuda sagt, wenn vom Tage soviel zurückbleibt, um bei ihm im Werte einer Peruṭa arbeiten zu können, sei sie ihm angetraut, wenn aber nicht, sei sie ihm nicht angetraut.
ג משל לאומר לאשה התקדשי לי מעכשיו לאחר שלשים יום ובא אחר וקידשה בתוך שלשים יום שמקודשת לראשון משל למאן
3 Desgleichen ist, wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir von jetzt ab nach dreißig Tagen angetraut, und ein anderer innerhalb der dreißig Tage kommt und sie sich antraut, sie dem ersten angetraut. Wessen Ansicht gleicht dies,
ד אילימא משל לרבי יוסי ברבי יהודה הא אם יש שהות ביום כדי לעשות עמו שוה פרוטה מקודשת ואם לאו לא
4 wenn der des R. Jose b. R. Jehuda, so ist sie ihm ja nur dann angetraut, wenn vom Tage soviel zurückbleibt, um bei ihm im Werte einer Peruṭa arbeiten zu können, sonst aber nicht!?
ה אמר רב אחא בריה דרבא משל לרבנן פשיטא
5 R. Aḥa, Sohn des Raba, erwiderte: Gleich der Ansicht der Rabbanan. – Selbstverständlich!? –
ו מהו דתימא הא לא אמר ליה מעכשיו קמ"ל
6 Man könnte glauben, er sagte ja nicht: von jetzt ab, so lehrt er uns.
ז תניא אידך המוכר את בתו והלך וקידשה לאחר שיחק באדון ומקודשת לשני דברי רבי יוסי ברבי יהודה וחכ"א אם רצה לייעד מייעד
7 Ein Anderes lehrt: Wenn jemand seine Tochter verkauft und sie einem anderen angetraut hat, so lacht er den Herrn aus und sie ist dem anderen angetraut – so R. Jose b. R. Jehuda. Die Weisen sagen, wenn [der Herr] sie für sich bestimmen will, könne er dies.
ח משל לאומר לאשה הרי את מקודשת לי לאחר שלשים יום ובא אחר וקידשה בתוך שלשים יום שמקודשת לשני משל למאן
8 Desgleichen ist, wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir nach dreißig Tagen angetraut, und ein anderer innerhalb der dreißig Tage kommt und sie sich antraut, sie dem anderen angetraut. Wessen Ansicht gleicht dies,
ט אילימא לרבנן האמרי רבנן אם רצה לייעד מייעד
9 wenn der der Rabbanan, so sagen sie ja, wenn er sie für sich bestimmen will, könne er dies!?
י אלא אמר רב אחא בריה דרבא משל לר' יוסי בר' יהודה פשיטא
10 Vielmehr, erwiderte R. Aḥa, Sohn des Raba, gleich der Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda. – Selbstverständlich!? –
יא מהו דתימא הא לא אמר לה לאחר שלשים יום קמ"ל
11 Man könnte glauben, weil er zu ihr nicht ‘nach dreißig Tagen’ gesagt hat, so lehrt er uns.
יב תניא אידך המוכר את בתו ופסק על מנת שלא לייעד נתקיים התנאי דברי ר"מ וחכ"א אם רצה לייעד מייעד מפני שהתנה על מה שכתוב בתורה וכל המתנה על מה שכתוב בתורה תנאו בטל
12 Ein Anderes lehrt: Wenn jemand seine Tochter verkauft und vereinbart hat: mit der Bedingung, daß er sie nicht für sich bestimme, so ist die Bedingung gültig – so R. Meír. Die Weisen sagen, wenn er sie für sich bestimmen will, könne er dies, weil dies eine Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora ist, und eine Vereinbarung gegen eine Bestimmung der Tora ist ungültig. –
יג ולר"מ תנאו קיים והתניא האומר לאשה הרי את מקודשת לי ע"מ שאין לך עלי שאר כסות ועונה ה"ז מקודשת ותנאו בטל דברי ר"מ רבי יהודה אומר בדבר שבממון תנאו קיים
13 Ist denn nach R. Meír eine solche Vereinbarung gültig, es wird ja gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut mit der Bedingung, daß du an mich keinen Anspruch auf Kost, Kleidung und Beischlaf hast, so ist sie ihm angetraut und die Vereinbarung ungültig – so R. Meír. R. Jehuda sagt, inbetreff der Geldangelegenheit sei die Vereinbarung gültig.
יד אמר חזקיה שאני הכא דאמר קרא (שמות כא, ז) לאמה פעמים שאינו מוכרה אלא לאמה בלבד
14 Ḥizqija erwiderte: Anders ist es hierbei; die Schrift sagt: <i>zur Magd</i>, wonach er sie zuweilen nur zur Magd verkauft. –
טו ורבנן האי לאמה מאי עבדי ליה האי מיבעי להו לכדתניא לאמה מלמד שמוכרה לפסולים
15 Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] <i>zur Magd</i>? – Dieses verwenden sie für folgende Lehre: <i>Zur Magd</i>, dies lehrt, daß er sie auch an Bemakelte verkaufen dürfe.
טז והלא דין הוא אם מקדשה לפסולים לא ימכרנה לפסולים מה למקדשה לפסולים שכן אדם מקדש את בתו כשהיא נערה ימכרנה לפסולים שאין אדם מוכר את בתו כשהיא נערה ת"ל לאמה מלמד שמוכרה לפסולין
16 Wollte man es durch einen Schluß folgern: wenn er sie an Bemakelte antrauen kann, wie sollte er sie an Bemakelte nicht verkaufen können, [so ist zu erwidern:] wohl an Bemakelte antrauen, wie man auch seine Tochter im Mädchenalter antrauen kann, aber sollte er sie auch an Bemakelte verkaufen können, wo er sie im Mädchenalter nicht verkaufen kann!? Daher heißt es <i>zur Magd</i>, und dies lehrt, daß er sie an Bemakelte verkaufen könne.
יז ר' אליעזר אומר אם ללמד שמוכרה לפסולין הרי כבר נאמר (שמות כא, ח) אם רעה בעיני אדוניה שרעה בנישואיה מה ת"ל לאמה מלמד שמוכרה
17 R. Elie͑zer sagte: Wenn dies etwa lehren sollte, daß er sie an Bemakelte verkaufen könne, so heißt es bereits: <i>wenn sie schlecht ist in den Augen ihres Herrn</i>, wenn sie schlecht zur Verheiratung ist; vielmehr lehrt [das Wort] <i>zur Magd</i>, daß er sie an [nahe]