Kiddushin 46

Kapitel 46

א לר' שמעון בן אלעזר עבד כנעני מהו שיעשה שליח לקבל גיטו מיד רבו כיון דגמר לה לה מאשה כאשה
1 Kann nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar ein kenaa͑nitischer Sklave einen Vertreter bestellen, für ihn seine Urkunde aus der Hand seines Herrn zu empfangen? Gleicht er, da er dies von der Frau folgert, der Frau,
ב או דילמא אשה דאיהי מצי מקבלת גיטה שליח נמי מצי משויא עבד דאיהו לא מקבל גיטיה שליח נמי לא מצי משוי בתר דבעיא הדר פשטא לה לה מאשה כאשה
2 oder aber kann nur die Frau, die selber ihren Scheidebrief empfangen kann, einen Vertreter bestellen, ein Sklave aber, der selber seine Urkunde nicht empfangen kann, kann auch keinen Vertreter bestellen. Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es auch: es ist durch [das Wort] <i>ihr</i> von der Ehefrau zu folgern, daß er dieser gleiche. –
ג ואלא הא דאמר רב הונא בריה דרב יהושע הני כהני שלוחי דרחמנא נינהו דאי סלקא דעתך שלוחי דידן נינהו מי איכא מידי דאנן לא מצינן עבדינן ואינהו מצי עבדי
3 Wieso sagte demnach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die Priester seien Vertreter des Allbarmherzigen, denn wenn man sagen wollte, sie seien unsere Vertreter, [wäre einzuwenden:] ist denn der Fall möglich, daß sie das, was wir selber nicht tun können, [für uns] tun können;
ד ולא והא עבדא דאיהו לא מצי מקבל גיטיה ושליח מצי משוי
4 dies ist ja beim Sklaven der Fall: er selbst kann seine Urkunde nicht empfangen, wohl aber hierfür einen Vertreter bestellen!? –
ה ולא היא ישראל לא שייכי בתורת קרבנות כלל עבד שייך בגיטין דתניא נראין הדברים שהעבד מקבל גיטו של חבירו מיד רבו של חבירו אבל לא מיד רבו שלו:
5 Dies ist aber nichts; Jisraéliten sind beim Opferdienste ganz ausgeschlossen, während Sklaven bei [der Empfangsnahme von] Urkunden nicht ausgeschlossen sind, denn es wird gelehrt: Es ist einleuchtend, daß ein Sklave für einen anderen einen Freilassungsbrief aus der Hand des Herrn des anderen in Empfang nehmen kann, nicht aber aus der Hand seines eigenen Herrn.
ו ובלבד שיהא הכסף משל אחרים: נימא בהא קמיפלגי דר' מאיר סבר אין קנין לעבד בלא רבו ואין קנין לאשה בלא בעלה ורבנן סברי יש קנין לעבד בלא רבו ויש קנין לאשה בלא בעלה
6 N<small>UR MUSS ES DAS</small> G<small>ELD ANDERER SEIN</small>. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: R. Meír ist der Ansicht, der Sklave habe kein Besitzrecht ohne seinen Herrn, und die Frau kein Besitzrecht ohne ihren Mann, und die Rabbanan sind der Ansicht, der Sklave habe Besitzrecht ohne seinen Herrn und die Frau habe Besitzrecht ohne ihren Mann.
ז אמר רבה אמר רב ששת דכולי עלמא אין קנין לעבד בלא רבו ואין קנין לאשה בלא בעלה והכא במאי עסקינן דאקני ליה אחר מנה ואמר ליה על מנת שאין לרבך רשות בו
7 Rabba erwiderte im Namen R. Šešeths: Alle sind der Ansicht, der Sklave habe kein Besitzrecht ohne seinen Herrn, und die Frau habe kein Besitzrecht ohne ihren Mann, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand ihm eine Mine zugeeignet und zu ihm gesagt hat: mit der Bedingung, daß der Herr keine Befugnis darüber habe.
ח ר' מאיר סבר כי אמר ליה קני קני עבד וקני רביה וכי אמר ליה על מנת לא כלום קאמר ליה ורבנן סברי כיון דאמר ליה על מנת אהני ליה תנאיה
8 R. Meír ist der Ansicht, sobald er zu ihm ‘erwirb’ gesagt hat, habe der Sklave und somit der Herr es erworben, und wenn er zu ihm ‘mit der Bedingung’ sagt, sei dies nichts, und die Rabbanan sind der Ansicht, da er ‘mit der Bedingung’ gesagt hat, sei die Bedingung von Wirkung.
ט ור' אלעזר אמר כל כי האי גוונא דכולי עלמא לא פליגי דקני עבד וקני רביה והכא במאי עסקינן כגון דאקני ליה אחר מנה ואמר ליה על מנת שתצא בו לחירות
9 R. Elea͑zar aber sagte: Hinsichtlich eines solchen Falles stimmen alle überein, daß der Sklave und somit der Herr es erworben habe, und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand ihm eine Mine zugeeignet und zu ihm gesagt hat: mit der Bedingung, daß du damit in Freiheit gelangst.
י ר"מ סבר כי אמר ליה קני קני עבד וקני רביה וכי אמר ליה על מנת לא כלום קאמר ליה ורבנן סברי לדידיה נמי הא לא קא מקני ליה דהא לא אמר ליה אלא על מנת שתצא בו לחירות
10 R. Meír ist der Ansicht, sobald er zu ihm ‘erwirb’ gesagt hat, habe es der Sklave und somit der Herr erworben, und wenn er ‘mit der Bedingung’ sagt, sei dies nichts, und die Rabbanan sind der Ansicht, er habe sie auch ihm nicht zugeeignet, denn er sagte zu ihm: mit der Bedingung, daß du damit in Freiheit gelangst. –
יא ורמי דרבי מאיר אדרבי מאיר ורמי דרבנן אדרבנן דתניא
11 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Meír sich befindet, und auf einen Widerspruch, in dem die Rabbanan sich befinden. Es wird gelehrt: