Kiddushin 6

Kapitel 6

א לא מקניא נפשה
1 die Aneignung der Frau aber kann [durch] eine Sache] unter einer Peruṭa nicht erfolgen. –
ב מניינא דסיפא למעוטי מאי למעוטי חליצה סד"א תיתי בק"ו מיבמה מה יבמה שאינה יוצאה בגט יוצאה בחליצה זו שיוצאה בגט אינו דין שיוצאה בחליצה קמ"ל
2 Was schließt die Zahl im Schlußsatze aus? – Dies schließt die Ḥaliça aus. Man könnte glauben, es sei von der Eheschwägerin [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Eheschwägerin, die durch einen Scheidebrief nicht frei ausgeht, durch die Ḥaliça frei ausgeht, um wieviel mehr geht diese, die durch einen Scheidebrief frei ausgeht, durch die Ḥaliça frei aus, so lehrt er uns. –
ג ואימא ה"נ אמר קרא (דברים כד, א) ספר כריתות ספר כורתה ואין דבר אחר כורתה :
3 Vielleicht ist dem auch so!? – Die Schrift sagt: <i>Brief der Trennung,</i> nur der Brief trennt sie, nicht aber etwas anderes.
ד בכסף מנ"ל ותו הא דתנן האב זכאי בבתו בקדושיה בכסף בשטר ובביאה מנלן דמיקניא בכסף וכסף דאבוה הוא
4 D<small>URCH</small> G<small>ELD.</small> Woher dies? Ferner wird gelehrt, dem Vater stehe das Recht auf die Antrauung seiner Tochter durch Geld, Urkunde und Beischlaf zu; woher, daß sie durch Geld angeeignet werde und das Geld ihrem Vater gehöre?
ה אמר רב יהודה אמר רב דאמר קרא (שמות כא, יא) ויצאה חנם אין כסף אין כסף לאדון זה אבל יש כסף לאדון אחר ומאן ניהו אב
5 R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt: <i>so gehe sie umsonst aus, ohne Geld;</i> nur dieser Herr erhält kein Geld, wohl aber erhält es ein anderer Herr, nämlich der Vater. –
ו ואימא לדידה הכי השתא אביה מקבל קידושיה דכתיב (דברים כב, טז) את בתי נתתי לאיש הזה ואיהי שקלה כספא
6 Vielleicht gehört es ihr!? – Wieso denn, der Vater nimmt ihre Antrauung in Empfang, wie es heißt: <i>meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben,</i> und sie sollte das Geld erhalten!? –
ז ואימא ה"מ קטנה דלית לה יד לקבל קידושין אבל נערה דאית לה יד לקבל קידושין תקדיש איהי נפשה ותשקול כספא אמר קרא (במדבר ל, יז) בנעוריה בית אביה כל שבח נעורים לאביה
7 Vielleicht gilt dies nur von einer Minderjährigen, die keine Hand zur Empfangsnahme ihrer Antrauung hat, ein [erwachsenes] Mädchen aber, daß eine Hand zur Empfangsnahme ihrer Antrauung hat, kann sich selber antrauen lassen und erhält auch das Geld!? – Die Schrift sagt: <i>in ihren Mädchenjahren im Hause ihres Vaters,</i> jeder Ertrag ihrer Mädchenjahre gehört ihrem Vater. –
ח ואלא הא דאמר רב הונא אמר רב מנין שמעשה הבת לאב שנאמר (שמות כא, ז) וכי ימכור איש את בתו לאמה מה אמה מעשה ידיה לרבה אף בת נמי מעשה ידיה לאביה תיפוק ליה מבנעוריה בית אביה
8 R. Hona sagte im Namen Rabhs: Woher, daß die Händearbeit der Tochter dem Vater gehöre? Es heißt: <i>wenn jemand seine Tochter zur Magd verkauft,</i> wie die Händearbeit der Magd dem Herrn gehört, ebenso gehört die Händearbeit der Tochter ihrem Vater. Dies ist ja zu folgern aus [dem Verse:] <i>in ihren Mädchenjähren im Hause ihres Vaters</i>!?
ט אלא בהפרת נדרים הוא דכתיב ה"נ בהפרת נדרים הוא דכתיב וכ"ת נילף מיניה ממונא מאיסורא לא ילפינן
9 Vielmehr ist zu erwidern, dieser Schriftvers spreche von der Aufhebung von Gelübden, ebenso ist auch hierbei zu erwidern, dieser Schriftvers spreche von der Aufhebung von Gelübden. Wolltest du sagen, man folgere es hiervon, so sind Zivilsachen von kanonischen Dingen nicht zu folgern.
י וכי תימא נילף מקנסא ממונא מקנסא לא ילפינן
10 Wolltest du sagen, man folgere es von der Bußzahlung, so sind Geldzahlungen von Bußzahlungen nicht zu folgern.
יא וכ"ת נילף מבושת ופגם שאני בושת ופגם דאבוה שייך בגוייהו
11 Wolltest du sagen, man folgere es von [der Zahlung für] Beschämung und Bemakelung, so verhält es sich bei [der Zahlung für] Beschämung und Bemakelung anders, da der Vater [den Schaden] erleidet. –
יב אלא מסתברא דכי קא ממעט
12 Vielmehr, es ist einleuchtend, daß das ähnliche Ausgehen ausgeschlossen wird. –