Kiddushin 81

Kapitel 81

א לא עלתה בידו אלא רגזנותא ולאדם טוב מטעימים אותו מפרי מעשיו וכל שאינו לא במקרא ולא במשנה ולא בדרך ארץ דור הנאה ממנו שנאמר (תהלים א, א) ובמושב לצים לא ישב מושבו מושב לצים
1 Der Jähzornige hat keinen anderen Gewinn als seinen Jährzorn. Einen guten Menschen läßt man die Frucht seiner Werke genießen. Von dem, dem Schrift, Mišna und Lebensart nicht eigen sind, gelobe dir jeden Genuß ab, denn es heißt: <i>und auf dem Sitze der Spötter nicht sitzt</i>; sein Sitz ist ein Sitz der Spötter.
ב <br><br><big><strong>הדרן עלך האשה נקנית</strong></big><br><br>
2 
ג מתני׳ <big><strong>האיש</strong></big> מקדש בו ובשלוחו האשה מתקדשת בה ובשלוחה האיש מקדש את בתו כשהיא נערה בו ובשלוחו
3 <b>D</b><small>ER</small> M<small>ANN KANN SICH</small> [<small>EINE</small> F<small>RAU</small>] <small>ANTRAUEN PERSÖNLICH UND DURCH EINEN</small> B<small>EAUFTRAGTEN, DIE</small> F<small>RAU KANN ANGETRAUT WERDEN PERSÖNLICH UND DURCH EINEN</small> B<small>EAUFTRAGTEN</small>. E<small>IN</small> M<small>ANN KANN SEINE</small> T<small>OCHTER IM</small> M<small>ÄDCHENALTER</small> <small>ANTRAUEN PERSÖNLICH UND DURCH SEINEN</small> B<small>EAUFTRAGTEN</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> השתא בשלוחו מקדש בו מיבעיא אמר רב יוסף מצוה בו יותר מבשלוחו כי הא דרב ספרא מחריך רישא רבא מלח שיבוטא
4 GEMARA. Wenn er sie sich durch einen Beauftragten antrauen kann, um wieviel mehr persönlich!? R. Joseph erwiderte: Persönlich ist es gottgefälliger als durch einen Beauftragten. So pflegte R. Saphra persönlich einen Kopf zu sengen, und ebenso Raba persönlich einen Šibuḥa zu salzen.
ה איכא דאמרי בהא איסורא נמי אית בה כדרב יהודה אמר רב דאמר רב יהודה אמר רב אסור לאדם שיקדש את האשה עד שיראנה שמא יראה בה דבר מגונה ותתגנה עליו ורחמנא אמר (ויקרא יט, יח) ואהבת לרעך כמוך
5 Manche sagen: Hierbei liegt sogar ein Verbot vor. Dies nach R. Jehuda im Namen Rabhs, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Es ist verboten, sich eine Frau anzutrauen, bevor man sie gesehen hat, weil er an ihr etwas Häßliches entdecken und sie ihm widerwärtig werden könnte, und die Tora sagt: <i>liebe deinen Nächsten wie dich selbst.</i>
ו וכי איתמר דרב יוסף אסיפא איתמר האשה מתקדשת בה ובשלוחה השתא בשלוחה מיקדשא בה מיבעיא אמר רב יוסף מצוה בה יותר מבשלוחה כי הא דרב ספרא מחריך רישא רבא מלח שיבוטא
6 Die Lehre R. Josephs bezieht sich vielmehr auf den Schlußsatz: die Frau kann angetraut werden persönlich und durch einen Beauftragten. Wenn sie durch einen Beauftragten angetraut werden kann, um wieviel mehr persönlich!? Hierzu sagte R. Joseph: persönlich ist es gottgefälliger als durch einen Beauftragten. So pflegte R. Saphra persönlich einen Kopf zu sengen, und ebenso Raba persönlich einen Šibuta zu salzen.
ז אבל בהא איסורא לית בה כדר"ל דאמר ר"ל טב למיתב טן דו מלמיתב ארמלו
7 Hierbei liegt aber kein Verbot vor. Dies nach Reš Laqiš, denn Res Laqiš sagte: lieber zu zweien sitzen als verwitwet weilen.
ח האיש מקדש את בתו כשהיא נערה כשהיא נערה אין כשהיא קטנה לא מסייע ליה לרב דאמר רב יהודה אמר רב ואיתימא רבי אלעזר אסור לאדם שיקדש את בתו כשהיא קטנה עד שתגדל ותאמר בפלוני אני רוצה
8 E<small>IN</small> M<small>ANN KANN SEINE</small> T<small>OCHTER IM</small> M<small>ÄDCHENALTER ANTRAUEN</small>. Nur im Mädchenalter, nicht aber als Minderjährige; dies ist somit eine Stütze für Rabh, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, nach anderen R. Elea͑zar, es sei verboten, seine Tochter minderjährig anzutrauen, sondern erst wenn sie erwachsen ist und sagt, jenen wolle sie haben.
ט שליחות מנלן דתניא (דברים כד, א) ושלח מלמד שהוא עושה שליח
9 Woher ist die Beauftragung zu entnehmen? – Es wird gelehrt: <i>Er schicke</i>, dies lehrt, daß er einen Beauftragten bestellen könne;
י ושלחה מלמד שהיא עושה שליח ושלח ושלחה מלמד שהשליח עושה שליח
10 <i>er schicke sie</i>, dies lehrt, daß sie einen Beauftragten bestellen könne; es heißt zweimal <i>er schicke sie,</i> dies lehrt, daß der Beauftragte einen Beauftragten bestellen könne.
יא אשכחן בגירושין בקידושין מנלן וכ"ת דיליף מגירושין מה לגירושין שכן ישנן בעל כרחה אמר קרא (דברים כד, ב) ויצאה והיתה מקיש הויה ליציאה מה יציאה משוי שליח אף הויה נמי משוי שליח
11 Wir wissen dies von der Scheidung, woher dies von der Antrauung? Wolltest du sagen, es sei von der Scheidung zu folgern, [so ist zu erwidern:] wohl die Scheidung, die auch gegen ihren Willen erfolgen kann!? – Die Schrift sagt: <i>sie gehe fort und sei</i>, das Sein gleicht dem Gehen, wie man beim Gehen einen Beauftragten bestellen kann, ebenso kann man beim Sein einen Beauftragten bestellen. –
יב ואלא הא דתנן האומר לשלוחו צא תרום תורם כדעת בעל הבית ואם אינו יודע דעת בעל הבית תורם בבינונית אחד מחמשים
12 Wir haben gelernt: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er gehe und für ihn die Hebe absondere, so sondere er sie nach dem Wunsche des Eigentümers ab, und wenn ihm der Wunsch des Eigentümers unbekannt ist, so sondere er ein Fünfzigstel vom Mittelmäßigen ab;