Kiddushin 91

Kapitel 91

א נראין דברי תלמיד אמר רבא מאי טעמא דרב הונא הואיל ונעשה בה מעשה יתומה בחיי האב
1 Die Worte des Schülers sind einleuchtend. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Honas: weil es bei ihr bei Lebzeiten ihres Vaters wie bei einer Waise erfolgt ist.
ב איתמר קטנה שנתקדשה שלא לדעת אביה אמר רב בין היא ובין אביה יכולין לעכב ורב אסי אמר אביה ולא היא איתיביה רב הונא לרב אסי ואמרי לה חייא בר רב לרב אסי (שמות כב, טז) אם מאן ימאן אביה אין לי אלא אביה היא עצמה מנין ת"ל אם מאן ימאן מ"מ
2 Es wurde gelehrt: Wenn eine Minderjährige ohne Wissen ihres Vaters angetraut worden ist, so können, wie Rabh sagt, sowohl sie als auch ihr Vater zurücktreten, und wie R. Asi sagt, nur ihr Vater und nicht sie. R. Hona wandte gegen R. Asi ein, und manche sagen, Hija b. Rabh gegen R. Asi: <i>Wenn weigern weigert sich ihr Vater;</i> ich weiß dies von ihrem Vater, woher dies von ihr selbst? Es heißt: <i>weigern weigert sich</i>, in jedem Falle!?
ג אמר להו רב לא תיזלו בתר איפכא יכול לשנויי לכו כגון שפיתה שלא לשום אישות פיתה שלא לשום אישות קרא בעי אמר ר"נ בר יצחק לומר שמשלם קנס כמפותה
3 Rabh sprach zu ihnen: Beruft euch nicht auf etwas Unrichtiges. Er könnte euch erwidern: wenn er sie nicht zur Ehelichung verführt hat. – Ist denn, wenn er sie nicht zur Ehelichung verführt hat, diesbezüglich ein Schriftvers nötig!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dieser lehrt, daß er dennoch die Buße zahlen müsse, wie bei der Verführten.
ד א"ל רב יוסף אי הכי היינו דתנינא (שמות כב, טו) מהר ימהרנה לו לאשה שצריכה הימנו קידושין ואם פיתה לשום אישות קידושין למה לי א"ל אביי צריכה קידושין לדעת אביה
4 R. Joseph sprach zu ihm: Dem ist auch so, denn es wird gelehrt: <i>So statte er sie sich zur Frau aus,</i> sie muß von ihm angetraut werden. Wozu ist, wenn er sie zur Ehelichung verführt hat, die Antrauung nötig!? Dieser erwiderte: Sie benötigt der Antrauung mit Wissen ihres Vaters.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> האומר לאשה התקדשי לי בתמרה זו התקדשי לי בזו אם יש באחת מהן שוה פרוטה מקודשת ואם לאו אינה מקודשת בזו ובזו ובזו אם יש שוה פרוטה בכולן מקודשת ואם לאו אינה מקודשת היתה אוכלת ראשונה ראשונה אינה מקודשת עד שיהא באחת מהן שוה פרוטה
5 <b>W</b><small>ENN JEMAND ZU EINER</small> F<small>RAU SAGT: SEI MIR MIT DIESER</small> D<small>ATTEL ANGETRAUT. SEI MIR MIT DIESER ANGETRAUT, SO IST SIE IHM, WENN EINE VON DIESEN EINE</small> P<small>ERUṬA WERT IST, ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT</small>. [S<small>AGT ER:</small>] <small>MIT DIESER UND MIT DIESER UND MIT DIESER, SO IST SIE IHM, WENN ALLE ZUSAMMEN EINE</small> P<small>ERUṬA WERT SIND, ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT</small>. W<small>ENN SIE INZWISCHEN JEDE EINZELN AUFISST, SO IST SIE IHM NUR DANN ANGETRAUT, WENN EINE VON DIESEN EINE</small> P<small>ERUṬA WERT IST</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> מאן תנא התקדשי התקדשי אמר רבה ר"ש היא דאמר עד שיאמר שבועה לכל אחד ואחד
6 GEMARA. Wer ist der Autor, der lehrt, daß dies nur von dem Falle gilt, wenn er zweimal ‘sei mir angetraut’ gesagt hat? Rabba erwiderte: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, nur wenn er den Schwur bei jedem besonders gesprochen hat.
ז בזו ובזו ובזו אם יש בכולן ש"פ כו' אהייא אילימא ארישא מאי איריא אוכלת אפי' מנחת נמי דהא התקדשי לי בזו קאמר אלא אסיפא
7 [S<small>AGT ER</small>:] <small>MIT DIESER UND MIT DIESER UND MIT DIESER, SO IST SIE, WENN ALLE ZUSAMMEN EINE</small> P<small>ERUṬTA WERT SIND &amp;C</small>. Worauf bezieht sich dies: wenn auf den Anfangsatz, so gilt dies ja nicht nur dann, wenn sie sie auf ißt, sondern auch, wenn sie sie liegen läßt, denn er sagte ja: sei mir mit dieser angetraut, und wenn auf den Schlußsatz,
ח ואפילו בקמייתא והא מלוה היא אמר רבי יוחנן הרי שלחן והרי בשר והרי סכין ואין לנו לאכול
8 und dies auch von der ersten gilt, so ist es ja ein Darlehen!? R. Joḥanan erwiderte: Da ist ein Tisch, da ist Fleisch und da ist ein Messer, und wir haben nichts, womit zu essen.
ט רב ושמואל אמרי תרוייהו לעולם ארישא ולא מיבעיא קאמר לא מיבעיא מנחת דאי איכא שוה פרוטה אין אי לא לא אבל אוכלת הואיל ומיקרבא הנייתה אימא גמרה ומקניא נפשה קמ"ל
9 Rabh und Šemuél erklärten beide: Tatsächlich bezieht es sich auf den Anfangsatz, und jener Fall ist selbstverständlich; selbstverständlich gilt dies, wenn sie sie liegen läßt, nur von dem Falle, wenn eine eine Peruṭa wert ist, sonst aber nicht; man könnte aber glauben, daß, wenn sie sie aufißt und sich sofort in den Genuß setzt, sie ihm ihre Person zueigne, so lehrt er uns.
י רבי אמי אמר לעולם אסיפא ומאי עד שיהא באחת מהן שוה פרוטה עד שיהא באחרונה שוה פרוטה
10 R. Ami erwiderte: Tatsächlich bezieht es sich auf den Schlußsatz, und unter ‘eine’, die eine Peruṭa wert sein muß, ist zu verstehen, die letzte müsse eine Peruṭa wert sein.
יא אמר רבא שמע מינה מדרבי אמי תלת שמע מינה המקדש במלוה אינה מקודשת ושמע מינה המקדש במלוה ופרוטה דעתה אפרוטה
11 Raba sagte: Aus der Erklärung R. Amis ist dreierlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, wenn jemand [sich eine Frau] mit einem Darlehen antraut, sei sie ihm nicht angetraut; es ist zu entnehmen, wenn er sie sich mit einem Darlehen und einer Peruṭa antraut, rechne sie mit der Peruṭa,