Makkot 23

Kapitel 23

א אליבא דרבי אליעזר כולי עלמא לא פליגי כי פליגי אליבא דר' יהושע מאן דאמר מתה כרבי יהושע ומאן דאמר בטלה עד כאן לא קאמר רבי יהושע התם דכתיב (דברים לג, יא) ברך ה' חילו ופועל ידיו תרצה אפי' חללין שבו אבל הכא אפי' רבי יהושע מודה:
1 Nach R. Elie͑zer streiten sie überhaupt nicht, sie streiten nur nach R. Jehošua͑; derjenige, welcher sagt, sie gelte als gestorben, ist entschieden der Ansicht R. Jehošua͑s, und derjenige, welcher sagt, sie sei [rückwirkend] aufgehoben, [kann einwenden:] R. Jehošua͑ ist dieser Ansicht nur dort, weil es heißt: <i>segne, Herr, seinen Wohlstand und laß dir gefallen das Tun seiner Hände</i>, selbst das der Entweihten, hierbei aber pflichtet auch R. Jehošua͑bei.
ב נגמר דינו וכו': אמר רב יהודה אמר רב שתי טעיות טעה יואב באותה שעה דכתיב (מלכים א ב, כח) וינס יואב אל אהל ה' ויחזק בקרנות המזבח
2 W<small>ENN BEI SEINER</small> V<small>ERURTEILUNG</small> &amp;<small>C</small>. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Joáb irrte sich doppelt in jener Stunde, von der es heißt:<i>da floh Joáb zum Zelte des Herrn und erfaßte die Hörner des Altars;</i>
ג טעה שאינו קולט אלא גגו והוא תפס בקרנותיו טעה שאינו קולט אלא מזבח בית עולמים והוא תפס מזבח של שילה אביי אומר בהא נמי מיטעא טעה טעה שאינו קולט אלא כהן ועבודה בידו והוא זר היה
3 erstens irrte er sich, indem er die Hörner erfaßte, während nur das Dach eine Zuflucht gewährt, zweitens irrte er sich, indem er den Altar zu Šiloerfaßte, während nur der Altar des ewigen Hauseseine Zuflucht gewährt. Abajje sagte: Er irrte sich auch darin: er gewährt Zuflucht nur einem diensttuenden Priester, er aber war Gemeiner.
ד אמר ריש לקיש שלש טעיות עתיד שרו של רומי לטעות דכתיב (ישעיהו סג, א) מי זה בא מאדום חמוץ בגדים מבצרה טועה שאינה קולטת אלא בצר והוא גולה לבצרה טועה שאינה קולטת אלא שוגג והוא מזיד היה טועה שאינה קולטת אלא אדם והוא מלאך הוא
4 Reš Laqiš sagte: Dereinst wird sich der Schutzengel Romsdreifach irren. Es heißt:<i>wer ist der, der von Edom herkommt, in hochroten Kleidern</i><i>von Boçra</i>. Er wird sich irren, indem er sich nach Boçra flüchten wird, während die Zufluchtsstadt Beçerist, er wird sich irren, indem eine solche nur unvorsätzlichen [Totschlägern] Zuflucht gewährt, während er vorsätzlicher ist, er wird sich irren, indem eine solche nur Menschen Zuflucht gewährt, während er ein Engel ist.
ה אמר ר' אבהו ערי מקלט לא נתנו לקבורה דכתיב (במדבר לה, ג) ומגרשיהם יהיו לבהמתם ולרכושם ולכל חייתם לחיים נתנו ולא לקבורה מיתיבי שמה שם תהא דירתו שם תהא מיתתו שם תהא קבורתו רוצח שאני דגלי ביה רחמנא:
5 R. Abahu sagte: Die Zufluchtsstädte sind nicht als Begräbnisplätze freigegeben worden, denn es heißt:<i>die dazu gehörenden Triften sollen sie für ihre Lasttiere, ihren Viehstand und für all ihre lebenden Tiere haben;</i> sie sind nur für das Leben bestimmt, nicht aber zum Begräbnisse. Man wandte ein: <i>Dort</i>, dort wohne er, dort sterbe er und dort werde er begraben!? – Anders ist es beim Totschläger, bei dem der Allbarmherzige dies ausdrücklich gesagt hat.
ו כשם שהעיר קולטת וכו': ורמינהו (במדבר לה, כה) וישב בה בה ולא בתחומה אמר אביי לא קשיא כאן לקלוט כאן לדור
6 W<small>IE DIE</small> S<small>TADT SELBER</small> Z<small>UFLUCHT GEWÄHRT</small> &amp;<small>C</small>. Ich will auf einen Widerspruch hin weisen:Er <i>soll da bleiben</i>, da, und nicht im Grenzgebiete!? Abajje erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; eines gilt von der Gewährung einer Zuflucht und eines gilt vom Wohnen. –
ז לדור תיפוק ליה דאין עושין שדה מגרש ולא מגרש שדה לא מגרש עיר ולא עיר מגרש אמר רב ששת לא נצרכה אלא למחילות:
7 Wohnen ist ja schon aus dem Grunde [verboten], weil man weder ein Feld in einen Vorplatz noch einen Vorplatz in ein Feld noch einen Vorplatz in Stadtgebiet noch Stadtgebiet in einen Vorplatz umwandeln darf!? R. Šešeth erwiderte: Dies ist wegen der Höhlen nötig.
ח רוצח שיצא חוץ לתחום וכו': ת"ר (במדבר לה, כז) ורצח גואל הדם את הרוצח מצוה ביד גואל הדם אין גואל הדם רשות ביד כל אדם דברי רבי יוסי הגלילי ר' עקיבא אומר רשות ביד גואל הדם וכל אדם חייבין עליו
8 W<small>ENN DER</small> T<small>OTSCHLÄGER DAS</small> G<small>RENZGEBIET VERLÄSST</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten:<i>Und der Bluträcher ermorde(t)</i><i>den Totschläger;</i> es ist Gebot, daß der Bluträcher dies tue; ist kein Bluträcher vorhanden, so steht dies jedem anderen frei – so R. Jose der Galiläer, R. A͑qiba sagt, dies stehe dem Bluträcher frei; jeder andere sei dieserhalb nicht strafbar. –
ט מאי טעמא דרבי יוסי הגלילי מי כתיב אם רצח ורבי עקיבא מי כתיב ירצח
9 Was ist der Grund R. Jose des Galiläers? – Heißt es denn: wenn ermordet hat? – Und R. A͑qiba!? – Heißt es denn: er soll ermorden?
י אמר מר זוטרא בר טוביה אמר רב רוצח שיצא חוץ לתחום ומצאו גואל הדם והרגו נהרג עליו כמאן לא כר' יוסי הגלילי ולא כר"ע
10 Mar Zuṭra b. Ṭobija sagte im Namen Rabhs: Wenn der Totschläger das Stadtgebiet verläßt und der Bluträcher ihn trifft und erschlägt, so wird er dieserhalb hingerichtet. – Also weder nach R. Jose dem Galiläer noch nach R. A͑qiba!? –
יא הוא דאמר כי האי תנא דתניא ר' אליעזר אומר (במדבר לה, יב) עד עמדו לפני העדה למשפט מה ת"ל לפי שנאמר (במדבר לה, כז) ורצח גואל הדם את הרוצח יכול מיד ת"ל עד עמדו לפני העדה למשפט
11 Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Elie͑zer sagte:<i>Bis er zum Behufe seiner Aburteilung vor der Gemeinde gestanden hat;</i> was besagt dies? Da es heißt:<i>und der Bluträcher ermorde(t) den Totschläger</i>, so könnte man glauben, sofort, so heißt es: <i>bis er zum Behufe seiner Aburteilung vor der Gemeinde gestanden hat</i>. –
יב ורבי יוסי ורבי עקיבא האי עד עמדו לפני העדה למשפט מאי דרשי ביה ההוא מיבעי ליה לכדתניא רבי עקיבא אומר מנין לסנהדרין שראו אחד שהרג את הנפש שאין ממיתין אותו עד שיעמוד בב"ד אחר ת"ל עד עמדו לפני העדה למשפט עד שיעמוד בב"ד אחר
12 Wofür verwenden R. Jose und R. A͑qiba den [Schriftvers:] <i>bis er zum Behufe seiner Aburteilung vor der Gemeinde gestanden hat</i>!? – Diesen verwenden sie für folgende Lehre: R. A͑qiba sagte: Woher, daß wenn das Synedrium jemand einen Menschen erschlagen gesehen hat, es ihn nicht eher töten dürfe, als bis er vor einem anderen Gerichte gestanden hat? Es heißt: <i>bis er zum Behufe seiner Aburteilung vor der Gemeinde gestanden hat</i>, bis er vor einem anderen Gerichte gestanden hat.
יג ת"ר (במדבר לה, כו) אם יצא יצא הרוצח אין לי אלא במזיד בשוגג מנין ת"ל אם יצא יצא מ"מ
13 Die Rabbanan lehrten:<i>Wenn aber der Mörder verläßt;</i> ich weiß dies nur von dem Falle, wenn vorsätzlich, woher dies, wenn versehentlich? Es heißt: <i>verlassen</i>, <i>verläßt</i>, in jedem Falle. –
יד והתניא (וההורגו) במזיד נהרג בשוגג גולה לא קשיא הא כמאן דאמר אמרינן דברה תורה כלשון בני אדם הא כמאן דאמר לא אמרינן דברה תורה כלשון בני אדם
14 Es wird ja aber gelehrt, wenn vorsätzlich, werde er getötet, wenn versehentlich, werde er verbannt!? – Das ist kein Einwand; einer nach demjenigen, welcher sagt, die Tora gebrauche die übliche Redewendungder Menschen, und einer nach demjenigen, welcher sagt, die Tora gebrauche nicht die übliche Redewendung der Menschen.
טו אמר אביי מסתברא כמ"ד דברה תורה כלשון בני אדם שלא יהא סופו חמור מתחלתו מה תחלתו במזיד נהרג בשוגג גולה אף סופו במזיד נהרג בשוגג גולה
15 Abajje sagte: Es ist einleuchtend, daß die Tora hierbei die übliche Redewendung der Menschen gebrauche, denn sein Ende darf nicht strenger sein als sein Anfang: wie er anfangs bei Vorsatz hingerichtet wird, und bei Versehen in die Verbannung muß, ebenso wird er auch bei seinem Endebei Vorsatz hingerichtet und muß hei Versehen in die Verbannung.
טז תני חדא אב שהרג בנו נעשה לו גואל הדם ותניא אידך אין בנו נעשה לו גואל הדם לימא הא רבי יוסי הגלילי והא ר"ע
16 Eines lehrt, wenn ein Vater [seinen Sohn] tötet, sei der [andere] Sohn Bluträcher, und ein anderes lehrt, er sei nicht Bluträcher; es wäre also anzunehmen, eines nach R. Jose dem Galiläerund eines nach R. A͑qiba. –
יז ותסברא בין למ"ד מצוה בין למ"ד רשות מי שרי והאמר רבה בר רב הונא וכן תנא דבי רבי ישמעאל לכל אין הבן נעשה שליח לאביו להכותו ולקללתו חוץ ממסית שהרי אמרה תורה (דברים יג, ט) לא תחמול ולא תכסה עליו
17 Glaubst du: ist dies denn erlaubt, ob nach demjenigen, welcher sagt, dies sei Gebot, oder nach demjenigen, welcher sagt, dies sei freigestellt!? Rabba b. R. Hona sagte ja, und ebenso wurde auch in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: In keinem Falle darf ein Sohn Gerichtsdiener werden, seinen Vater zu geißeln oder über ihn den [Bann]fluch auszusprechen, außer wenn er [zum Götzendienste] verleitet hat, denn die Tora sagt:<i>du sollst seiner nicht schonen noch seine Schuld verheimlichen</i>.
יח אלא לא קשיא הא בבנו והא בבן בנו:
18 Dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines gilt von seinem Sohne und eines gilt vom Sohne seines Sohnes.
יט <big><strong>מתני׳</strong></big> אילן שהוא עומד בתוך התחום ונופו נוטה חוץ לתחום או עומד חוץ לתחום ונופו נוטה בתוך התחום הכל הולך אחר הנוף:
19 <b>W</b><small>ENN EIN</small> B<small>AUM INNERHALB DES</small> G<small>RENZGEBIETES STEHT UND DIE</small> K<small>RONE SICH NACH AUSSERHALB NEIGT, ODER WENN ER AUSSERHALB DES</small> G<small>RENZGEBIETES STEHT UND DIE</small> K<small>RONE SICH NACH INNERHALB NEIGT, SO RICHTE MAN SICH STETS NACH DER</small> K<small>RONE</small>.
כ <big><strong>גמ׳</strong></big> ורמינהי אילן שהוא עומד [(בתוך הפנים) ונוטה לחוץ או עומד בחוץ ונוטה לפנים מכנגד החומה ולפנים כלפנים מכנגד החומה ולחוץ כלחוץ
20 GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hin weisen: Wenn ein Baum innerhalbsteht und sich nach außen neigt, oder außerhalb steht und sich nach innerhalb neigt, so gilt [der Teil] von der Mauer einwärts als innerhalb, und von der Mauer auswärts als außerhalb!? –
כא מעשר אערי מקלט קא רמית מעשר בחומה תלה רחמנא ערי מקלט בדירה תלה רחמנא בנופו מתדר ליה בעיקרו לא מתדר ליה
21 Du weisest auf einen Widerspruch hin zwischen [einer Lehre vom] Zehnten und [einer Lehre von den] Zufluchtsstädten!? Beim Zehnten hat es der Allbarmherzige von der Mauerabhängig gemacht, bei den Zufluchtsstädten aber hat es der Allbarmherzige vom Wohnen abhängig gemacht, und zum Wohnen eignet sich die Krone und nicht der Stamm. –
כב ורמי מעשר אמעשר דתניא בירושלים הלך אחר הנוף בערי מקלט הלך אחר הנוף אמר רב כהנא לא קשיא הא ר' יהודה והא רבנן דתניא
22 Ich will aber auf einen Widerspruch beim Zehnten hinweisen. Es wird gelehrt: Hinsichtlich der Stadt Jerušalemrichte man sich nach der Krone, und auch hinsichtlich der Zufluchtsstädte richte man sich nach der Krone!? R. Kahana erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Jehuda und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: