Megillah 12

Kapitel 12

א גרממיא של אדום שאלמלי הן יוצאין מחריבין כל העולם כולו
1 das ist das edomitische Germanien, das, wenn es ausziehen würde, die ganze Welt zerstören würde.
ב ואמר רבי חמא בר חנינא תלת מאה קטירי תגא איכא בגרממיא של אדום ותלת מאה ושיתין וחמשה מרזבני איכא ברומי ובכל יומא נפקי הני לאפי הני ומקטיל חד מינייהו ומיטרדי לאוקמי מלכא
2 Auch sagte R. Ḥama b. Ḥanina: Dreihundert Kronenträger gibt es im edomitischen Germanien und dreihundertfünfundsechzig Präfekte gibt es in Rom; an jedem Tage ziehen die einen gegen die anderen aus, wobei je einer von ihnen erschlagen wird, bis sie endlich Mühe haben, einen König einzusetzen.
ג ואמר ר' יצחק אם יאמר לך אדם יגעתי ולא מצאתי אל תאמן לא יגעתי ומצאתי אל תאמן יגעתי ומצאתי תאמן
3 Ferner sagte R. Jiçḥaq: Sagt dir jemand: ich habe mich abgemüht und nicht gefunden, so glaube es nicht, ich habe mich nicht bemüht und gefunden, so glaube es nicht; ich habe mich abgemüht und gefunden, so glaube es.
ד הני מילי בדברי תורה אבל במשא ומתן סייעתא הוא מן שמיא ולדברי תורה לא אמרן אלא לחדודי אבל לאוקמי גירסא סייעתא מן שמיא היא
4 Dies gilt nur von Dingen der Tora, bei geschäftlichen Angelegenheiten aber kann es eine Hilfe des Himmels sein. Auch bei Dingen der Tora gilt dies nur von der Erfassung, die Erhaltung aber ist eine Hilfe des Himmels.
ה ואמר רבי יצחק אם ראית רשע שהשעה משחקת לו אל תתגרה בו שנא' (תהלים לז, א) אל תתחר במרעים ולא עוד אלא שדרכיו מצליחין שנא' (תהלים י, ה) יחילו דרכיו בכל עת ולא עוד אלא שזוכה בדין שנאמר מרום משפטיך מנגדו ולא עוד אלא שרואה בשונאיו שנאמר כל צורריו יפיח בהם
5 Ferner sagte R. Jiçḥaq: Siehst du einen Frevler, dem die Stunde lächelt, so reize ihn nicht, denn es heißt: <i>streite nicht mit den Bösen</i>. Und noch mehr, seine Unternehmungen glücken ihm auch, denn es heißt: <i>seine Wege gedeihen allezeit</i>. Und noch mehr, er wird auch bei Gericht begünstigt, denn es heißt: <i>hoch, fern von ihm, sind deine Strafgerichte</i>. Und noch mehr, er sieht auch Rache an seinen Feinden, denn es heißt: <i>all seine Feinde bläst er weg</i>. –
ו איני והאמר ר' יוחנן משום ר"ש בן יוחי מותר להתגרות ברשעים בעולם הזה שנא' (משלי כח, ד) עוזבי תורה יהללו רשע ושומרי תורה יתגרו בם ותניא ר' דוסתאי בר מתון אמר מותר להתגרות ברשעים בעולם הזה ואם לחשך אדם לומר אל תתחר במרעים ואל תקנא בעושי עולה מי שלבו נוקפו אומר כן
6 Dem ist aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, es sei erlaubt, auf dieser Welt die Frevler zu reizen, denn es heißt: <i>die die Lehre verlassen, rühmen die Frevler, die die Lehre beobachten, befehden sie</i>!? Ferner wird gelehrt: R. Dostaj b. Mathon sagte: Es ist erlaubt, auf dieser Welt die Frevler zu reizen. Sollte dir jedoch jemand zuflüstern, [es heißt ja:] <i>streite nicht mit den Bösen, ereifere dich nicht über die Übeltäter</i>, so deutet [diesen Vers] der nur, dem das Herz klopft;
ז אלא אל תתחר במרעים להיות כמרעים ואל תקנא בעושי עולה להיות כעושי עולה ואומר (משלי כג, יז) אל יקנא לבך בחטאים וגו'
7 vielmehr: <i>wetteifere nicht mit den Bösen</i>, um wie die Bösen zu sein; <i>ereifere dich nicht über die Übeltäter</i>, um wie die Übeltäter zu sein. Ferner heißt es: <i>dein Herz beneide die Sünder nicht &amp;c</i>. –
ח לא קשיא הא במילי דידיה הא במילי דשמיא
8 Das ist kein Einwand; jenes gilt von eigenen Angelegenheiten, dies gilt von göttlichen Angelegenheiten.
ט ואיבעית אימא הא והא במילי דידיה ולא קשיא הא בצדיק גמור הא בצדיק שאינו גמור דאמר רב הונא מאי דכתיב (חבקוק א, יג) למה תביט בוגדים תחריש בבלע רשע צדיק ממנו צדיק ממנו בולע צדיק גמור אינו בולע
9 Wenn du willst, sage ich: beides gilt von eigenen Angelegenheiten, dennoch ist dies kein Widerspruch, denn das eine gilt von einem vollkommen Gerechten und das andere gilt von einem unvollkommen Gerechten. R. Hona sagte nämlich: Es heißt: <i>warum siehst du die Treulosen an, schweigest, wenn der Frevler einen gerechteren als er verschlingt</i>; einen gerechteren als er verschlingt er, einen vollkommen Gerechten verschlingt er nicht.
י ואי בעית אימא שעה משחקת לו שאני:
10 Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es, wenn die Stunde ihm lächelt.
יא אמר עולא איטליא של יון זה כרך גדול של רומי והויא תלת מאה פרסה על תלת מאה פרסה ויש בה שס"ה שווקים כמנין ימות החמה וקטן שבכולם של מוכרי עופות והויא ששה עשר מיל על ששה עשר מיל ומלך סועד בכל יום באחד מהן
11 U͑la sagte: Das jonische Italien, das ist die große Stadt Rom, ist dreihundert zu dreihundert Parasangen groß; sie hat dreihundertfünfundsechzig Marktplätze, entsprechend den Tagen des Sonnenjahres; der kleinste ist der der Geflügelhändler, der sechzehn zu sechzehn Mil hat. Jeden Tag speist der König auf einem von diesen.
יב והדר בה אע"פ שאינו נולד בה נוטל פרס מבית המלך והנולד בה אע"פ שאינו דר בה נוטל פרס מבית המלך ושלשת אלפים בי בני יש בו וחמש מאות חלונות מעלין עשן חוץ לחומה צדו אחד ים וצדו אחד הרים וגבעות צדו אחד מחיצה של ברזל וצדו אחד חולסית ומצולה:
12 Und jeder, der da wohnt, wenn er auch da nicht geboren ist, und jeder, der da geboren ist, wenn er auch da nicht wohnt, bezieht Gehalt aus dem königlichen Hause. Sie hat dreitausend Badehäuser, von denen jedes fünfhundert Rauchfange hat, die den Rauch oberhalb der Mauer abziehen lassen. An einer Seite das Meer, an einer Seite Berge und Hügel, an einer Seite eine eiserne Wand und an einer Seite Kies und Sumpf.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> קראו את המגילה באדר הראשון ונתעברה השנה קורין אותה באדר שני אין בין אדר הראשון לאדר השני אלא קריאת המגילה ומתנות לאביונים:
13 <b>W</b><small>ENN MAN DIE</small> E<small>STERROLLE IM ERSTEN</small> A<small>DAR GELESEN HAT UND DARAUF DAS</small> J<small>AHR INTERKALIERT WURDE, SO LESE MAN SIE IM ZWEITEN</small> A<small>DAR WIEDERUM</small>. D<small>ER ERSTE</small> A<small>DAR UNTERSCHEIDET SICH VOM ZWEITEN</small> A<small>DAR NUR DURCH DAS</small> L<small>ESEN DER</small> E<small>STERROLLE UND DIE</small> A<small>RMENGESCHENKE</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> הא לענין סדר פרשיות זה וזה שוין
14 GEMARA. Hinsichtlich der Wochenabschnitte gleichen sie also einander;
טו מני מתני' לא תנא קמא ולא ר' אליעזר ברבי יוסי ולא רשב"ג דתניא קראו את המגילה באדר הראשון ונתעברה השנה קורין אותה באדר השני שכל מצות שנוהגות בשני נוהגות בראשון חוץ ממקרא מגילה
15 demnach lehrt unsere Mišna weder nach dem ersten Tanna noch nach R. Elea͑zar b. R. Jose noch nach R. Šimo͑n b. Gamliél!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn man die Esterrolle im ersten Adar gelesen hat und darauf das Jahr interkaliert wurde, so lese man sie im zweiten Adar wiederum, denn alle Gebote, die im zweiten stattfinden, finden auch im ersten statt, ausgenommen das Lesen der Esterrolle.
טז ר"א ברבי יוסי אומר אין קורין אותה באדר השני שכל מצות שנוהגות בשני נוהגות בראשון
16 R. Elea͑zar b. R. Jose sagt, man lese sie im zweiten Adar nicht, denn alle Gebote, die im zweiten stattfinden, finden auch im ersten statt.
יז רשב"ג אומר משום רבי יוסי אף קורין אותה באדר השני שכל מצות שנוהגות בשני אין נוהגות בראשון ושוין בהספד ובתענית שאסורין בזה ובזה
17 R. Šimo͑n b. Gamliél sagt im Namen R. Joses, man lese sie auch im zweiten Adar, denn alle Gebote, die im zweiten Adar stattfinden, finden im ersten nicht statt. Sie stimmen überein, daß Trauer und Fasten in dem einen und dem anderen verboten seien.
יח ר"ש בן גמליאל היינו תנא קמא אמר רב פפא סדר פרשיות איכא בינייהו דתנא קמא סבר לכתחילה בשני ואי עבוד בראשון עבוד בר ממקרא מגילה דאף על גב דקרו בראשון קרו בשני
18 Nun ist ja R. Šimo͑n b. Gamliél derselben Ansicht wie der erste Tanna!? Und R. Papa erwiderte: Sie streiten über die Wochenabschnitte: der erste Tanna ist der Ansicht, von vornherein [lese] man sie im zweiten [Adar], hat man es aber im ersten getan, so bleibe es dabei, ausgenommen ist das Lesen der Esterrolle, die man, obgleich man sie im ersten gelesen hat, im zweiten lesen muß.
יט ורבי אליעזר ברבי יוסי סבר אפילו מקרא מגילה לכתחילה בראשון ורבן שמעון בן גמליאל סבר אפילו סדר פרשיות אי קרו בראשון קרו בשני
19 R. Elea͑zar b. R. Jose ist der Ansicht, auch die Esterrolle lese man von vornherein im ersten [Adar], und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, auch die Wochenabschnitte lese man, wenn man sie im ersten gelesen hat, auch im zweiten.
כ מני אי תנא קמא קשיא מתנות אי רבי אליעזר ברבי יוסי קשיא נמי מקרא מגילה אי רשב"ג קשיא סדר פרשיות
20 Nach wem nun: wenn nach dem ersten Tanna, so ist ja von den [Armen]geschenken einzuwenden, wenn nach R. Elea͑zar b. R. Jose, so ist ja vom Lesen der Esterrolle einzuwenden, und wenn nach R. Šimo͑n b. Gamliél, so ist ja von den Wochenabschnitten einzuwenden!? –
כא לעולם ת"ק ותנא מקרא מגילה והוא הדין מתנות לאביונים דהא בהא תליא
21 Tatsächlich nach dem ersten Tanna, denn dieser lehrt es von der Esterrolle, und dies gilt auch von den Armengeschenken, da diese von jener abhängig sind.
כב ואב"א לעולם רשב"ג היא ומתני' חסורי מיחסרא והכי קתני אין בין ארבעה עשר שבאדר הראשון לי"ד שבאדר השני אלא מקרא מגילה ומתנות הא לענין הספד ותענית זה וזה שוין ואילו סדר פרשיות לא מיירי
22 Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich nach R. Šimo͑n b. Gamliél, nur ist unsere Mišna lückenhaft und muß wie folgt lauten: der vierzehnte des ersten Adar unterscheidet sich vom vierzehnten des zweiten Adar nur durch das Lesen der Esterrolle und die [Armen]geschenke, hinsichtlich der Trauer und des Fastens aber gleichen sie einander, und von den Wochenabschnitten spricht er überhaupt nicht.
כג אמר רבי חייא בר אבין אמר רבי יוחנן הלכתא כרבן שמעון בן גמליאל שאמר משום רבי יוסי
23 R. Ḥija b. Abin sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, der sie im Namen R. Joses lehrte.
כד אמר רבי יוחנן ושניהם מקרא אחד דרשו בכל שנה ושנה רבי אליעזר ברבי יוסי סבר בכל שנה ושנה מה כל שנה ושנה אדר הסמוך לשבט אף כאן אדר הסמוך לשבט
24 R. Joḥanan sagte: Beide folgerten sie aus einem Schriftverse: <i>Von Jahr zu Jahr</i>. R. Elea͑zar b. R. Jose erklärt dies wie folgt: <i>von Jahr zu Jahr</i>, wie es in jedem anderen Jahre im Adar nächst dem Šebaṭ, ebenso in diesem im Adar nächst dem Šebaṭ;
כה ורשב"ג סבר בכל שנה ושנה מה כל שנה ושנה אדר הסמוך לניסן אף כאן אדר הסמוך לניסן
25 R. Šimo͑n b. Gamliél aber erklärt: <i>von Jahr zu Jahr</i>, wie es in jedem anderen Jahre im Adar nächst dem Nisan, ebenso in diesem im Adar nächst dem Nisan. –
כו בשלמא רבי אליעזר ברבי יוסי מסתבר טעמא דאין מעבירין על המצות אלא רשב"ג מ"ט
26 Einleuchtend ist die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Jose, weil man nämlich an Geboten nicht vorübergehe, was ist aber der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél?
כז אמר רבי טבי טעמא דרבי שמעון בן גמליאל מסמך גאולה לגאולה עדיף
27 R. Ṭabi erwiderte: Der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél ist, man verbinde lieber die Erlösung mit der Erlösung.
כח רבי אלעזר אמר טעמא דר' שמעון ב"ג מהכא דכתיב לקיים את אגרת הפורים הזאת השנית
28 R. Elea͑zar erwiderte: R. Šimo͑n b. Gamliél entnimmt seine Ansicht aus folgendem: <i>um dieses zweite</i> <i>Purimschreiben zu bestätigen</i>.
כט ואיצטריך למיכתב
29 Und sowohl [die Worte]