Megillah 24

Kapitel 24

א בבוציני
1 mit Gurken.
ב ביום השביעי כטוב לב המלך ביין אטו עד השתא לא טב לביה בחמרא אמר רבא יום השביעי שבת היה שישראל אוכלין ושותין מתחילין בד"ת ובדברי תשבחות אבל עובדי כוכבים שאוכלין ושותין אין מתחילין אלא בדברי תיפלות
2 <i>Am siebenten Tage, als das Herz des Königs vom Weine fröhlich war</i>. War denn sein Herz bis dahin nicht vom Weine fröhlich!? Raba erwiderte: Dieser siebente Tag war ein Šabbath, an dem die Jisraéliten, wenn sie essen und trinken, sich mit Worten der Tora und Lobgesängen befassen; wenn aber die weltlichen Völker essen und trinken, so befassen sie sich nur mit Worten der Ausgelassenheit.
ג וכן בסעודתו של אותו רשע הללו אומרים מדיות נאות והללו אומרים פרסיות נאות אמר להם אחשורוש כלי שאני משתמש בו אינו לא מדיי ולא פרסי אלא כשדיי רצונכם לראותה אמרו לו אין ובלבד שתהא ערומה
3 So geschah es auch bei der Mahlzeit dieses Frevlers; die einen sagten, die Mederinnen seien schöner, und die anderen sagten, die Perserinnen seien schöner. Hierauf sprach Aḥašveroš: Das Gerät, dessen ich mich bediene, ist weder aus Medien noch aus Persien, sondern aus Kasdim, wollt ihr es sehen? Diese erwiderten: Freilich, nur muß sie nackt sein.
ד שבמדה שאדם מודד בה מודדין לו מלמד שהיתה ושתי הרשעה מביאה בנות ישראל ומפשיטן ערומות ועושה בהן מלאכה בשבת היינו דכתיב אחר הדברים האלה כשוך חמת המלך אחשורוש זכר את ושתי ואת אשר עשתה ואת אשר נגזר עליה כשם שעשתה כך נגזר עליה
4 Wie der Mensch verfährt, so verfährt man mit ihm. Dies lehrt, daß die ruchlose Vašti Jisraélitinnen holen zu lassen, sie nackt auszuziehen und am Šabbath arbeiten zu lassen pflegte. Deshalb heißt es auch: <i>nach diesen Begebenheiten, als sich der Zorn des Königs Aḥašveroš gelegt hatte, gedachte er der Vašti und dessen, was sie getan hatte, und dessen, was über sie beschlossen worden war</i>; wie sie getan hatte, so wurde über sie beschlossen.
ה ותמאן המלכה ושתי מכדי פריצתא הואי דאמר מר שניהן לדבר עבירה נתכוונו מ"ט לא אתאי א"ר יוסי בר חנינא מלמד שפרחה בה צרעת במתניתא תנא [בא גבריאל ועשה לה זנב]
5 <i>Und die Königin Vašti weigerte sich</i>. Merke, sie war ja ausgelassen, denn der Meister sagte, sie hatten beide sündhafte Absichten, weshalb nun kam sie nicht!? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Dies lehrt, daß sie vom Aussatz befallen wurde. In einer Barajtha wird gelehrt, Gabriél kam und setzte ihr einen Schwanz an.
ו ויקצף המלך מאד אמאי דלקה ביה כולי האי אמר רבא שלחה ליה בר אהורייריה דאבא אבא לקבל אלפא חמרא שתי ולא רוי וההוא גברא אשתטי בחמריה מיד וחמתו בערה בו
6 <i>Und der König zürnte sehr</i>. Weshalb entbrannte [sein Zorn] so sehr? Raba erwiderte: Sie ließ ihm antworten: Der Stallmeister meines Großvaters trank Wein vor Tausenden und betrank sich nicht, dieser Mann aber wurde in seinem Weinrausche sinnlos. Alsdann: <i>und sein Zorn brannte in ihm</i>.
ז ויאמר המלך לחכמים מאן חכמים רבנן יודעי העתים שיודעין לעבר שנים ולקבוע חדשים אמר להו דיינוה לי אמרו היכי נעביד נימא ליה קטלה למחר פסיק ליה חמריה ובעי לה מינן נימא ליה שבקה קא מזלזלה במלכותא אמרו לו מיום שחרב בית המקדש וגלינו מארצנו ניטלה עצה ממנו ואין אנו יודעין לדון דיני נפשות זיל לגבי עמון ומואב דיתבי בדוכתייהו כחמרא דיתיב על דורדייה
7 <i>Da sprach der König zu den Weisen</i>. Wer sind diese Weisen? – Die Rabbanan. <i>Die sich auf die Zeiten verstehen</i>; die die Interkalation der Jahre und die Festsetzung der Monate verstehen. Er sprach zu ihnen: Urteilt sie mir ab. Da sprachen sie: Was machen wir nun: sagen wir ihm, daß er sie töten lasse, so könnte er morgen, wenn sein Weinrausch vorüber ist, sie von uns fordern; sagen wir ihm, daß er sie zufrieden lasse, so hat sie ja seine Majestät beleidigt. Hierauf sprachen sie zu ihm: Seitdem der Tempel zerstört worden ist und wir aus unserem Lande verbannt worden sind, ist uns Rat genommen worden, und wir verstehen uns auf das Strafrecht nicht. Wende dich vielmehr an A͑mmon und Moab, die auf ihrem Platze weilen, wie der Wein auf seiner Hefe.
ח וטעמא אמרו ליה דכתיב (ירמיהו מח, יא) שאנן מואב מנעוריו ושוקט הוא אל שמריו ולא הורק מכלי אל כלי ובגולה לא הלך על כן עמד טעמו בו וריחו לא נמר מיד והקרוב אליו כרשנא שתר אדמתא תרשיש
8 Sie hatten auch Recht, denn es heißt: <i>von Jugend auf hatte Moab Ruhe und lag ungestört auf seinen Hefen; es ward nicht aus einem Gefäße in ein anderes umgegossen, noch ist es in Gefangenschaft gewandert; darum hat es seinen Geschmack behalten und sein Duft hat sich nicht gewandelt</i>. Alsdann: <i>Und ihm am nächsten standen: Karšena, Šetar, Admata, Taršiš</i>.
ט א"ר לוי כל פסוק זה על שום קרבנות נאמר
9 R. Levi sagte: Dieser Schriftvers bezieht sich ganz auf die Opfer.
י כרשנא אמרו מלאכי השרת לפני הקב"ה רבש"ע כלום הקריבו לפניך כרים בני שנה כדרך שהקריבו ישראל לפניך שתר כלום הקריבו לפניך שתי תורין אדמתא כלום בנו לפניך מזבח אדמה תרשיש כלום שימשו לפניך בבגדי כהונה דכתיב בהו (שמות כח, כ) תרשיש ושהם וישפה מרס כלום מירסו בדם לפניך מרסנא כלום מירסו במנחות לפניך ממוכן כלום הכינו שלחן לפניך
10 Karšena: die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, haben etwa auch die anderen vor dir erstjährige Fettschafe dargebracht, wie Jisraél solche vor dir dargebracht hat!? Šetar: haben etwa die anderen vor dir zwei Turteltauben dargebracht!? Admata: haben dir etwa auch die anderen einen irdenen Altar errichtet!? Taršiš: haben etwa auch die anderen vor dir Dienst in Priestergewändern getan, bei denen es heißt: <i>Taršiš, Šoham und Jaspe</i>. Meres: haben etwa auch die anderen [Opfer]blut vor dir umgerührt!? Marsena: haben etwa auch die anderen vor dir Speisopfer umgerührt!? Memukhan: haben dir etwa auch die anderen einen Tisch hergerichtet!?
יא ויאמר ממוכן תנא ממוכן זה המן ולמה נקרא שמו ממוכן שמוכן לפורענות אמר רב כהנא מכאן שההדיוט קופץ בראש
11 <i>Da sprach Memukhan</i>: Es wird gelehrt: Memukhan ist Haman, und nur deshalb wird er Memukhan genannt, weil er für das Unglück vorbereitet war. R. Kahana sagte: Hieraus, daß der Gemeine zuerst hervortritt.
יב להיות כל איש שורר בביתו אמר רבא אלמלא אגרות הראשונות לא נשתייר משונאיהן של ישראל שריד ופליט
12 <i>Daß jeder Mann herrsche in seinem Hause</i>. Raba sagte: Wenn nicht diese ersten Briefe, würde von den Feinden Jisraéls kein Rest und kein Entkommener zurückgeblieben sein.
יג אמרי מאי האי דשדיר לן להיות כל איש שורר בביתו פשיטא אפילו קרחה בביתיה פרדשכא ליהוי
13 Sie sprachen: Was sagt er uns da? Daß jeder Mann in seinem Hause herrsche, ist ja selbstverständlich! Auch der Glatzkopf ist ja Befehlshaber in seinem Hause.
יד ויפקד המלך פקידים א"ר מאי דכתיב (משלי יג, טז) כל ערום יעשה בדעת וכסיל יפרוש אולת
14 <i>Und der König bestelle Beamte</i>. Rabh sagte: Es heißt: <i>der Kluge tut alles mit Verstand, ein Tor aber kramt Narrheit aus. </i>
טו כל ערום יעשה בדעת זה דוד דכתיב (מלכים א א, ב) ויאמרו לו עבדיו יבקשו לאדני המלך נערה בתולה כל מאן דהוה ליה ברתא אייתה ניהליה וכסיל יפרוש אולת זה אחשורוש דכתיב ויפקד המלך פקידים כל מאן דהוה ליה ברתא איטמרה מיניה
15 Der Kluge tut alles mit Verstand, das ist der König David, bei dem es heißt: <i>da sprachen seine Diener zu ihm: Man muß für meinen Herrn, den König, ein Mädchen, eine Jungfrau suchen</i>; wer eine Tochter hatte, brachte sie ihm: Ein Tor aber kramt Narrheit aus, das ist Aḥašveroš, bei dem es heißt: <i>und der König bestelle Beamte</i>; wer eine Tochter hatte, versteckte sie vor ihm.
טז איש יהודי היה בשושן הבירה וגו' איש ימיני מאי קאמר אי ליחוסא קאתי ליחסיה ואזיל עד בנימין אלא מאי שנא הני
16 <i>Ein Mann, ein Judäer, war in der Burg Šušan &amp;c. ein Binjaminite</i>. Wozu [werden die Vorfahren genannt], wenn wegen seiner Abstammung, so sollte er sie doch bis Binjamin aufzählen, weshalb nur diese!? –
יז תנא כולן על שמו נקראו בן יאיר בן שהאיר עיניהם של ישראל בתפלתו בן שמעי בן ששמע אל תפלתו בן קיש שהקיש על שערי רחמים ונפתחו לו
17 Es wird gelehrt: All diese Namen deuten auf ihn selbst hin; der Sohn Jaírs: ein Sohn, der durch sein Gebet die Augen Jisraéls aufleuchten [heír] ließ; der Sohn Šimiš: ein Sohn, dessen Gebet Gott erhört [šama͑] hat; der Sohn Qiš’: ein Sohn, der an die Pforten der Barmherzigkeit geklopft [heqiš] hat, und sie ihm geöffnet wurden. –
יח קרי ליה יהודי אלמא מיהודה קאתי וקרי ליה ימיני אלמא מבנימין קאתי אמר רב נחמן מרדכי מוכתר בנימוסו היה
18 Er nennt ihn Judäer, wonach er von Jehuda stammte, dagegen nennt er ihn Binjaminite, wonach er von Binjamin stammte!? R. Naḥman erwiderte: Mordekhaj war mit Namen gekrönt.
יט אמר רבה בר בר חנה אמר ר' יהושע בן לוי אביו מבנימין ואמו מיהודה ורבנן אמרי משפחות מתגרות זו בזו משפחת יהודה אומרת אנא גרים דמתיליד מרדכי דלא קטליה דוד לשמעי בן גרא ומשפחת בנימין אמרה מינאי קאתי
19 Raba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Sein Vater stammte von Binjamin und seine Mutter stammte von Jehuda, Die Rabbanan erwiderten: Die Stämme stritten miteinander um ihn: der Stamm Jehuda sagte, er habe die Geburt Mordekhajs veranlaßt, weil David den Šimi, den Sohn Geras, nicht tötete, und der Stamm Binjamin sagte, er stamme ja von ihm ab.
כ רבא אמר כנסת ישראל אמרה לאידך גיסא ראו מה עשה לי יהודי ומה שילם לי ימיני מה עשה לי יהודי
20 Raba sagte: Die Gemeinde Jisraél spricht entgegengesetzt: Sehet, was ein Judäer mir getan hat und wie ein Binjaminite mir vergolten hat. Was ein Judäer mir getan hat: