Megillah 4

Kapitel 4

א ומוקים לה לברייתא כר' יוסי בר יהודה
1 und addiziert die Barajtha R. Jose b. Jehuda.
ב ומי אמר ר"י בזמן הזה הואיל ומסתכלין בה אין קורין אותה אלא בזמנה ורמינהי א"ר יהודה אימתי מקום שנכנסין בשני ובחמישי אבל מקום שאין נכנסין בשני ובחמישי אין קורין אותה אלא בזמנה
2 Kann R. Jehuda denn gesagt haben, daß man sie in der Jetztzeit, wo man sich danach richtet, nur zur festgesetzten Zeit lese, dem widersprechend wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Nur dann wenn mau im Orte am Montag und Donnerstag zusammenkommt, in einem Orte aber, wo man am Montag und Donnerstag nicht zusammenkommt, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit.
ג מקום שנכנסין בשני ובחמישי מיהא קרינן ואפילו בזמן הזה ומוקים לה לברייתא כרבי יוסי בר יהודה
3 Wo man am Montag und Donnerstag zusammenkommt, lese man sie also wohl, auch in der Jetztzeit!? Daher addiziert er die Barajtha R. Jose b. Jehuda. –
ד ומשום דקשיא ליה דרבי יהודה אדר' יהודה מוקים לה לברייתא כרבי יוסי בר יהודה
4 Ist denn, weil R, Jehuda sich in einem Widersprüche befindet, die Barajtha R. Jose b. Jehuda zu addizieren!? –
ה רב אשי שמיע ליה דאיכא דתני לה כרבי יהודה ואיכא דתני לה כרבי יוסי בר יהודה ומדקשיא ליה דרבי יהודה אדרבי יהודה אמר מאן דתני לה כרבי יהודה לאו דווקא מאן דתני לה כרבי יוסי בר יהודה דווקא:
5 R. Aši hörte, daß einer sie im Namen R. Jehudas und ein anderer sie im Namen des R. Jose b. Jehuda lehrte, und da R. Jehuda sich in einem Widerspruche befinden würde, so sagte er, wer sie im Namen R. Jehudas lehrt, habe nicht Recht, und wer sie im Namen des R. Jose b. Jehuda lehrt, habe Recht.
ו כרכים המוקפים חומה מימות יהושע בן נון קורין בחמשה עשר וכו': מנהני מילי אמר רבא דאמר קרא (אסתר ט, יט) על כן היהודים הפרזים היושבים בערי הפרזות וגו' מדפרזים בארבעה עשר מוקפין בחמשה עשר
6 B<small>EFESTIGTE</small> S<small>TÄDTE, DIE IN DEN</small> T<small>AGEN DES</small> J<small>EHOŠUA͑, DES</small> S<small>OHNES</small> N<small>UNS, MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBEN WAREN, LESEN SIE AM FÜNFZEHNTEN &amp;C</small>. Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: <i>darum, machen die Juden auf offenem Lande, die in offenen Städten wohnen &amp;c</i>.; wenn die offenen Städte am vierzehnten, so tun es die mit einer Mauer umgebenen am fünfzehnten. –
ז ואימא פרזים בארבעה עשר מוקפין כלל כלל לא ולאו ישראל נינהו ועוד מהודו ועד כוש כתיב
7 Vielleicht die offenen Städte am vierzehnten und die mit einer Mauer umgebenen überhaupt nicht!? – Sind diese denn keine Jisraéliten!? Und ferner [heißt es]: <i>von Hodu bis Kuš</i>. –
ח ואימא פרזים בארביסר מוקפין בארביסר ובחמיסר כדכתיב (אסתר ט, כא) להיות עושים את יום ארבעה עשר לחדש אדר ואת יום חמשה עשר [בו] בכל שנה
8 Vielleicht die offenen Städte am vierzehnten und die mit einer Mauer umgebenen am vierzehnten und am fünfzehnten, wie es auch heißt: <i>daß sie alljährlich den vierzehnten Tag und den fünfzehnten Tag des Monats Adar begehen sollen</i>!? –
ט אי הוה כתב את יום ארבעה עשר וחמשה עשר כדקאמרת השתא דכתיב את יום ארבעה עשר ואת יום חמשה עשר אתא את ופסיק הני בארבעה עשר והני בחמשה עשר
9 Würde es ‘den vierzehnten und fünfzehnten Tag’ geheißen haben, so könntest du recht haben, wenn es aber ‘den vierzehnten Tag und den fünfzehnten Tag’ heißt, so sind sie getrennt: die einen am vierzehnten und die anderen am fünfzehnten. –
י ואימא פרזים בארביסר מוקפין אי בעו בארביסר אי בעו בחמיסר אמר קרא בזמניהם זמנו של זה לא זמנו של זה
10 Vielleicht aber die offenen Städte am vierzehnten und die mit einer Mauer umgebenen beliebig, am vierzehnten oder am fünfzehnten!? – Die Schrift sagt: <i>zu ihren Zeiten</i>, die Zeit der einen gleicht nicht der Zeit der anderen. –
יא ואימא בתליסר כשושן
11 Vielleicht am dreizehnten!? – Wie in Šušan.
יב אשכחן עשייה זכירה מנלן אמר קרא (אסתר ט, כח) והימים האלה נזכרים ונעשים איתקש זכירה לעשייה
12 Wir wissen dies vom Begehen [des Festes], woher dies von der Erinnerung? – Die Schrift sagt: <i>diese Tage sollen in Erinnerung bleiben und begangen werden</i>; die Erinnerung gleicht dem Begehen.
יג מתני' דלא כי האי תנא דתניא רבי יהושע בן קרחה אומר כרכין המוקפין חומה מימות אחשורוש קורין בחמשה עשר
13 Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Befestigte Städte, die in den Tagen Aḥašveroš’ mit einer Mauer umgeben waren, lesen sie am fünfzehnten. –
יד מ"ט דרבי יהושע בן קרחה כי שושן מה שושן מוקפת חומה מימות אחשורוש וקורין בחמשה עשר אף כל שמוקפת חומה מימות אחשורוש קורין בחמשה עשר
14 Was ist der Grund des R. Jehošua͑ b. Qorḥa? – Wie in Šušan: wie Šušan in den Tagen Aḥašveroš‘ mit einer Mauer umgeben war, und man in ihr am fünfzehnten las, ebenso lese man sie in jeder [Stadt], die in den Tagen Aḥašveroš’ mit einer Mauer umgeben war, am fünfzehnten. – Was ist der Grund des Autors unserer [Mišna]? –
טו ותנא דידן מ"ט יליף פרזי פרזי כתיב הכא (אסתר ט, יט) על כן היהודים הפרזים וכתיב התם (דברים ג, ה) לבד מערי הפרזי הרבה מאד מה להלן מוקפת חומה מימות יהושע בן נון אף כאן מוקפת חומה מימות יהושע בן נון
15 Er folgert es durch [das Wort] <i>offen</i>; hier heißt es: <i>darum machen die Juden auf offenem Lande</i>, und dort heißt es: <i>außerdem noch sehr viel offene Landstädte</i>; wie dort mit einer Mauer umgeben in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, ebenso auch hier mit einer Mauer umgeben in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns. –
טז בשלמא רבי יהושע בן קרחה לא אמר כתנא דידן דלית ליה פרזי פרזי אלא תנא דידן מ"ט לא אמר כר' יהושע בן קרחה
16 Erklärlich ist es, daß R. Jehošua͑ b. Qorḥa nicht der Ansicht des Autors unserer [Mišna] ist, weil er durch [das Wort] <i>offen</i> nichts folgert; weshalb aber ist der Autor unserer Mišna nicht der Ansicht des R. Jehošua͑ b. Qorḥa? –
יז מ"ט דהא אית ליה פרזי פרזי הכי קאמר אלא שושן דעבד' כמאן לא כפרזים ולא כמוקפין
17 ‘Weshalb’, weil er es durch [das Wort] <i>offen</i> folgert!? – Er meint es wie folgt: weshalb verfuhr man so in Šušan!?
יח אמר רבא ואמרי לה כדי שאני שושן הואיל ונעשה בה נס
18 Raba, wie manche sagen, Kadi, erwiderte: Šušan bildet eine Ausnahme, weil das Wunder sich da ereignet hatte. –
יט בשלמא לתנא דידן היינו דכתיב (אסתר ט, כח) מדינה ומדינה ועיר ועיר מדינה ומדינה לחלק בין מוקפין חומה מימות יהושע בן נון למוקפת חומה מימות אחשורוש
19 Erklärlich sind [die Worte]:<i>in jeder Provinz und in jeder Stadt</i>, nach dem Autor unserer [Mišna]: jede Provinz, zur Unterscheidung zwischen solchen, die in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben waren, und solchen, die in den Tagen Aḥašveroš’ mit einer Mauer umgeben waren,
כ עיר ועיר נמי לחלק בין שושן לשאר עיירות אלא לרבי יהושע בן קרחה בשלמא מדינה ומדינה לחלק בין שושן לשאר עיירות אלא עיר ועיר למאי אתא
20 jede Stadt, zur Unterscheidung zwischen Šušan und anderen Städten; nach R. Jehošua͑ b. Qorḥa aber heißt es allerdings: <i>in jeder Provinz</i>, zur Unterscheidung zwischen Šušan und anderen Städten, wozu aber heißt es: <i>in jeder Stadt</i>!? –
כא אמר לך רבי יהושע בן קרחה ולתנא דידן מי ניחא כיון דאית ליה פרזי פרזי מדינה ומדינה למה לי אלא קרא לדרשה הוא דאתא וכדרבי יהושע בן לוי הוא דאתא דאמר רבי יהושע בן לוי כרך וכל הסמוך לו וכל הנראה עמו נידון ככרך
21 R. Jehošua͑ b. Qorḥa kann dir erwidern: stimmt dies denn nach dem Autor unserer [Mišna]: wozu sind nach ihm die Worte <i>in jeder Provinz</i> nötig, wo er es doch aus [dem Worte] <i>offen</i> folgert!? Der Schriftvers ist vielmehr zur Forschung nötig, und zwar nach R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Jeder [Ort] nahe der befestigten Stadt, und was mit dieser zusammen zu sehen ist, ist als befestigte Stadt zu behandeln. –
כב עד כמה אמר רבי ירמיה ואיתימא רבי חייא בר אבא כמחמתן לטבריא מיל ולימא מיל הא קא משמע לן דשיעורא דמיל כמה הוי כמחמתן לטבריא
22 Wie weit? R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba, erwiderte: Wie von Ḥamtan bis Tiberias, ein Mil. – Sollte er doch sagen: ein Mil!? – Er lehrt uns folgendes: ein Mil ist soviel, wie von Ḥamtan bis Tiberias.
כג ואמר רבי ירמיה ואיתימא רבי חייא בר אבא מנצפ"ך צופים אמרום
23 Ferner sagte R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba: [Die Finalbuchstaben] Mem, Nun, Çade, Pe und Kaph haben die Schauer eingeführt. –
כד ותסברא והכתיב (ויקרא כז, לד) אלה המצות שאין נביא רשאי לחדש דבר מעתה ועוד האמר רב חסדא מ"ם וסמ"ך שבלוחות
24 Glaubst du, es heißt ja: <i>dies sind die Gebote</i>, der Prophet darf von nun ab nichts mehr neu einführen!? Ferner sagte ja R. Ḥisda das Mem und das Samekh