Megillah 44

Kapitel 44

א מיפק לא נפקי
1 niemand aber ging [früher] fort. –
ב ת"ש זה הכלל כל שיש בו ביטול מלאכה לעם כגון תענית צבור ותשעה באב קורין ג'
2 Komm und höre: Die Regel ist: [An einem Tage], an dem für das Volk eine Störung der Arbeit entstehen würde, wie zum Beispiel an einem Gemeindefasttage oder am Neunten Ab, lesen drei [Personen] an einem Tage,
ג ושאין בו ביטול מלאכה לעם כגון ראשי חדשים וחולו של מועד קורין ד' שמע מינה
3 aber an dem für das Volk keine Störung der Arbeit entsteht, wie zum Beispiel an Neumonden und Halbfesttagen, lesen vier. Schließe hieraus.
ד אמר רב אשי והא אנן לא תנן הכי זה הכלל כל יום שיש בו מוסף ואינו יום טוב קורין ארבעה לאתויי מאי לאו לאתויי תענית ציבור ותשעה באב
4 R. Aši sprach: Wir haben ja aber anders gelernt: die Regel ist: [an einem Tage], an dem es ein Zusatzgebet gibt, der aber kein Festtag ist, lesen vier, und dies schließt wohl Gemeindefasttage und den Neunten Ab ein!? –
ה ולרב אשי מתניתין מני לא תנא קמא ולא רבי יוסי דתניא חל להיות בשני ובחמישי קורין ג' ומפטיר אחד בשלישי וברביעי קורא אחד ומפטיר אחד רבי יוסי אומר לעולם קורין ג' ומפטיר אחד
5 Nach R. Ašivertritt ja unsere Mišna weder die Ansicht des ersten Autors noch die des R. Jose!? Es wird nämlich gelehrt: Fällt [der Neunte Ab] auf einen Montag oder einen Donnerstag, so lesen drei [Personen aus der Tora], und einer von ihnen liest die Haphṭara; fällt er auf einen Dienstag oder einen Mittwoch, so liest einer, und dieser liest auch die Haphṭara. R. Jose sagt, in jedem Falle lesen drei, von denen einer die Haphṭara lese. –
ו ואלא קשיא זה הכלל לא לאתויי ראש חודש ומועד
6 Andernfalls besteht ja die Frage, was denn die Regel einschließe!? – Diese schließt Neumonde und das Halbfest ein. –
ז הא בהדיא קתני לה בראשי חדשים ומועד קורין ארבעה
7 Von diesen lehrt er ja ausdrücklich: an Neumonden und an Halbfesten lesen vier!? –
ח סימנא בעלמא יהיב דלא תימא יו"ט וחולו של מועד כי הדדי נינהו אלא נקוט האי כללא בידך כל דטפי ליה מילתא מחבריה טפי ליה גברא יתירא
8 Er gibt nur ein Merkzeichen: man glaube nicht, Feste und Halbfeste gleichen einander, vielmehr halte man sich an folgende Regel: je bedeutender der Tag ist, desto mehr Personen sind es;
ט הלכך בר"ח ומועד דאיכא קרבן מוסף קורין ארבעה ביו"ט דאסור בעשיית מלאכה חמשה ביוה"כ דענוש כרת ששה שבת דאיכא איסור סקילה שבעה
9 somit lesen an Neumonden und Halbfesten, an denen es ein Zusatzopfer gibt, vier, an einem Festtage, an dem die Arbeit verboten ist, fünf, am Versöhnungstage, [dessen Entweihung] mit der Ausrottung belegt ist, sechs, und am Šabbath, [dessen Entweihung] mit der Steinigung belegt ist, sieben Personen.
י גופא רב איקלע לבבל בתענית צבור קם קרא בספרא פתח בריך חתם ולא בריך נפול כולי עלמא אאנפייהו ורב לא נפל על אנפיה מ"ט רב לא נפיל על אפיה
10 Der Text. Einst befand sich Rabh an einem Gemeindefasttage in Babylonien und sprach beim Vorlesen aus der Tora den Segen vorher und nicht nachher. Die ganze Gemeinde fielaufs Gesicht, er aber nicht. Weshalb fiel Rabh nicht aufs Gesicht? –
יא רצפה של אבנים היתה ותניא (ויקרא כו, א) ואבן משכית לא תתנו בארצכם להשתחות עליה עליה אי אתה משתחוה בארצכם אבל אתה משתחוה על אבנים של בית המקדש כדעולא דאמר עולא לא אסרה תורה אלא רצפה של אבנים בלבד
11 Es war ein Steinpflaster, und es wird gelehrt: <i>Ihr sollt keinen Stein mit Bildwerk in eurem Lande setzen, um sich auf diesen niederzuwerfen</i>; auf diesen dürft ihr euch in eurem Lande nicht niederwerfen, wohl aber dürft ihr euch auf die Pflastersteine des Tempels niederwerfen. Dies nach einer Lehre U͑las, welcher sagte, die Tora habe nur das Steinpflaster verboten. –
יב אי הכי מאי איריא רב אפילו כולהו נמי קמיה דרב הואי
12 Weshalb demnach nur Rabh, auch alle anderen sollten es [unterlassen]!? – Dieses befand sich nur vor Rabh. –
יג וליזיל לגבי ציבורא ולינפול על אפיה לא בעי למיטרח ציבורא ואיבעית אימא רב פישוט ידים ורגלים הוה עביד וכדעולא דאמר עולא לא אסרה תורה אלא פישוט ידים ורגלים בלבד
13 Sollte er zur Gemeinde gehen und da aufs Gesicht fallen!? – Er wollte die Gemeinde nicht belästigen. Wenn du aber willst, sage ich: Rabh pflegte beim Sichniederwerfen Hände und Füße vollständig auszubreiten, und [er unterließ es] nach einer Lehre U͑las, welcher sagte, die Tora habe nur das Ausbreiten von Händen und Füßen verboten. –
יד וליפול על אפיה ולא ליעביד פישוט ידים ורגלים לא משני ממנהגיה
14 Sollte er aufs Gesicht fallen und nicht Hände und Füße ausbreiten!? – Er wollte von seiner Gepflogenheit nicht abweichen.
טו ואיבעית אימא אדם חשוב שאני כדרבי אלעזר דאמר רבי אלעזר אין אדם חשוב רשאי ליפול על פניו אלא אם כן נענה כיהושע בן נון דכתיב (יהושע ז, י) ויאמר ה' אל יהושע קום לך [וגו']
15 Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es bei einem vornehmen Manne. Dies nach R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: Ein vornehmer Mann darf nicht aufs Gesicht fallen, es sei denn, daß er gleich Jehošua͑, dem Sohne Nuns, erhört wird, wie es heißt: <i>und der Herr sprach zu Jehošua͑: Steh auf &amp;c.</i>
טז תנו רבנן קידה על אפים שנאמר (מלכים א א, לא) ותקד בת שבע אפים ארץ כריעה על ברכים וכן הוא אומר (מלכים א ח, נד) מכרוע על ברכיו השתחואה זו פישוט ידים ורגלים שנאמר (בראשית לז, י) הבוא נבוא אני ואמך ואחיך להשתחות לך ארצה
16 Die Rabbanan lehrten: ‘Bücken’ mit dem Gesichte [zur Erde], wie es heißt: <i>Bath Šeba bückte sich mit dem Gesichte zur Erde</i>. ‘Knien’, auf den Knieen [liegen], wie es heißt: <i>von seinem Knien (auf den Knieen)</i>. ‘Sichhinstrecken’, Hände und Füße ausstrecken, wie es heißt: <i>sollen wir etwa kommen, ich, deine Mutter und deine Brüder, uns vor dir zur Erde hinzustrecken</i>!?
יז לוי אחוי קידה קמיה דרבי ואיטלע
17 Levi zeigte das Bücken vor Rabbi und er wurde lahm. –
יח והא קא גרמא ליה והאמר רבי אלעזר לעולם אל יטיח אדם דברים כלפי מעלה שהרי אדם גדול הטיח דברים כלפי מעלה ואיטלע ומנו לוי הא והא גרמא ליה
18 Hat ihm denn dies verursacht, R. Elea͑zar sagte ja, man stoße nie Worte gegen oben aus, denn ein bedeutender Mann, das ist Levi, stieß Worte gegen oben aus und er wurde lahm!? – Das eine und das andere verursachten dies.
יט אמר רב חייא בר אבין חזינא להו לאביי
19 R. Ḥija b. Abin erzählte: Ich beobachtete Abajje