Megillah 63

Kapitel 63

א משום דאפכי להו
1 Weil manche [diesen Streit] entgegengesetzt lehren.
ב ת"ר פותח ורואה גולל ומברך וחוזר ופותח וקורא דברי רבי מאיר רבי יהודה אומר פותח ורואה ומברך וקורא
2 Die Rabbanan lehrten: Man öffne [die Torarolle], schaue hinein, rolle sie zusammen, spreche den Segen, öffne sie wiederum und lese – so R. Meír. R. Jehuda sagt, man öffne sie, schaue hinein, spreche den Segen und lese. –
ג מאי טעמא דרבי מאיר כדעולא דאמר עולא מפני מה אמרו הקורא בתורה לא יסייע למתורגמן כדי שלא יאמרו תרגום כתוב בתורה הכא נמי כדי שלא יאמרו ברכות כתובין בתורה
3 Was ist der Grund R. Meírs? – Dies nach U͑la, denn U͑la sagte: Sie sagten deshalb, der Vorlesende dürfe dem Dolmetsch nicht nachhelfen, damit man nicht glaube, die Übersetzung stehe in der Tora. Ebenso auch hierbei: damit man nicht glaube, die Segenssprüche stehen in der Tora. –
ד ורבי יהודה תרגום איכא למיטעי ברכות ליכא למיטעי
4 Und R. Jehuda!? – Bezüglich der Übersetzung könnte man im Irrtum sein, bezüglich der Segenssprüche kann man nicht im Irrtum sein.
ה אמר רבי זירא אמר רב מתנה הלכה פותח ורואה ומברך וקורא ולימא הלכה כר' יהודה משום דאפכי להו
5 R. Zera sagte im Namen R. Mathnas: Die Halakha ist: man öffne sie, schaue hinein, spreche den Segen und lese. – Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. Jehuda!? – Weil manche [diesen Streit] entgegengesetzt lehren.
ו אמר ר' זירא אמר רב מתנה הלוחות והבימות אין בהן משום קדושה
6 R. Zera sagte [ferner] im Namen R. Mathnas: Den Tafelnund den Tribünen haftet keine Heiligkeit an.
ז אמר ר' שפטיה אמר ר' יוחנן הגולל ספר תורה צריך שיעמידנו על התפר
7 R. Šephaṭja sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn man die Torarolle zusammenrollt, stelle man sie auf die Naht.
ח ואמר ר' שפטיה א"ר יוחנן הגולל ספר תורה גוללו מבחוץ ואין גוללו מבפנים
8 Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Wenn man die Torarolle rollt, rolle man sie von außen und nicht von innen.
ט וכשהוא מהדקו מהדקו מבפנים ואינו מהדקו מבחוץ
9 Beim Umbinden binde man sie von innen und nicht von außen.
י ואמר ר' שפטיה א"ר יוחנן עשרה שקראו בתורה הגדול שבהם גולל ספר תורה הגוללו נוטל שכר כולן דאמר ר' יהושע בן לוי עשרה שקראו בתורה הגולל ספר תורה קיבל שכר כולן שכר כולן סלקא דעתך אלא אימא קיבל שכר כנגד כולן
10 Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Wenn zehn aus der Torarolle vorlesen, so rolle sie der bedeutendste zusammen, denn der sie zusammenrollt, erhält den Lohn für alle. R. Jehošua͑ sagte nämlich: Wenn zehn aus der Torarolle lesen, so erhält derjenige, der sie zusammenrollt, den Lohn für alle. – ‘Den Lohn für alle’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: er erhält einen Lohn, wie alle zusammen.
יא ואמר ר' שפטיה אמר ר' יוחנן מנין שמשתמשין בבת קול שנאמר (ישעיהו ל, כא) ואזניך תשמענה דבר מאחריך לאמר והני מילי דשמע קל גברא במתא וקל איתתא בדברא והוא דאמר הין הין והוא דאמר לאו לאו
11 Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Woher, daß man sich der Hallstimme bedienen darf? Es heißt: <i>und deine Ohren werden hinter dir einen Ruf vernehmen</i>. Jedoch nur dann, wenn man eine männliche Stimme in der Stadt oder eine weibliche auf dem Felde gehört hat. Auch nur dann, wenn sie zweimal ja oder zweimal nein gesagt hat.
יב ואמר ר' שפטיה אמר ר' יוחנן כל הקורא בלא נעימה ושונה בלא זמרה עליו הכתוב אומר (יחזקאל כ, כה) וגם אני נתתי להם חוקים לא טובים וגו'
12 Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Wer die Schrift ohne Melodie liest und ohne Sang studiert, über den spricht die Schrift: <i>so gab ich ihnen Satzungen, die nicht ersprießlich waren &amp;c</i>.
יג מתקיף לה אביי משום דלא ידע לבסומי קלא (יחזקאל כ, כה) משפטים לא יחיו בהם קרית ביה אלא כדרב משרשיא דאמר שני תלמידי חכמים היושבים בעיר אחת ואין נוחין זה את זה בהלכה עליהם הכתוב אומר וגם אני נתתי להם חוקים לא טובים ומשפטים לא יחיו בהם
13 Abajje wandte ein: Weil er seine Stimme nicht melodisch einstellen kann, sollte es über ihn heißen: <i>Rechte, durch die sie nicht leben können</i>!? Vielmehr ist dies auf das zu beziehen, was R. Mešaršeja gesagt hat; Wenn zwei Schriftgelehrte in einer Stadt wohnen und nicht verträglich mit einander in der Halakha sind, so spricht die Schrift über sie: <i>so gab ich ihnen Satzungen, die nicht ersprießlich waren, und Rechte, durch die sie nicht leben können</i>.
יד אמר רבי פרנך אמר רבי יוחנן כל האוחז ספר תורה ערום נקבר ערום ערום סלקא דעתך אלא אימא נקבר ערום בלא מצות
14 R. Parnakh sagte im Namen R. Joḥanans: Wer eine Tora entblößt anfaßt, wird entblößt begraben. – ‘Entblößt begraben’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: wird der Gebote entblößt begraben. –
טו בלא מצות סלקא דעתך אלא אמר אביי נקבר ערום בלא אותה מצוה
15 ‘Der Gebote entblößt’, wie kommst du darauf!? Vielmehr, erklärte Abajje, er wird dieses Gebotes entblößt begraben.
טז אמר רבי ינאי בריה דרבי ינאי סבא משמיה דרבי ינאי רבה מוטב תיגלל המטפחת ואל יגלל ספר תורה:
16 R. Jannaj, Sohn R. Jannajs des Greisen, sagte im Namen R. Jannajs des Großen: Man drehe die Hülle [um die Torarolle], nicht aber die Torarolle.
יז (ויקרא כג, מד) וידבר משה את מועדי ה' אל בני ישראל מצותן שיהיו קורין אותן כל אחד ואחד בזמנו: ת"ר משה תיקן להם לישראל שיהו שואלין ודורשין בענינו של יום הלכות פסח בפסח הלכות עצרת בעצרת הלכות חג בחג:
17 <i>Moše sagte den Kindern Jisraél die Festzeiten des Herrn</i>; <small>ES IST</small> G<small>EBOT</small>, <small>JEDES ZUR ENTSPRECHENDEN</small> Z<small>EIT ZU LESEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Moše ordnete für Jisraél an, über die Bedeutung des Tages vorzutragen: über die Vorschriften des Pesaḥfestes am Pesaḥfeste, über die Vorschriften des Wochenfestes am Wochenfeste und über die Vorschriften des Hüttenfestes am Hüttenfeste.
יח <br><br><big><strong>הדרן עלך בני העיר וסליקא לה מסכת מגילה</strong></big><br><br>
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