Menachot 108

Kapitel 108

א כי פליגי כגון שהיה בו כשיעור וצמק וחזר ותפח דמר סבר יש דיחוי באיסורא ומר סבר אין דיחוי באיסורא
1 sie streiten nur über den Fall, wenn es vorher zusammengeschrumpft war, und wieder aufgequollen ist; nach der einen Ansicht gibt es bei Verbotenem eine Verdrängung, und nach der anderen Ansicht gibt es bei Verbotenem keine Verdrängung. –
ב ומי איכא למ"ד דיש דיחוי באיסורין והתנן כביצה אוכלין שהניחה בחמה ונתמעטו וכן כזית מן המת כזית מן הנבלה וכעדשה מן השרץ וכזית פיגול וכזית נותר וכזית חלב טהורין ואין חייבין עליהן משום פיגול ונותר וחלב
2 Gibt es denn jemand, der sagt, bei Verbotenem gebe es eine Verdrängung, wir haben ja gelernt: Wenn man Speisen in Eigröße in die Sonne gelegt hat und sie vermindert worden sind, und ebenso ein olivengroßes[Stück] von einer Leiche oder einem Aase, ein linsengroßesvon einem Kriechtiere, ein olivengroßes von Verwerflichem, Übriggebliebenem oder Talg, so sind sie nicht unrein, beziehungsweise ist man ihretwegen nicht schuldig wegen Verwerflichem, Übriggebliebenem und Talg;
ג הניחן בגשמים ותפחו טמאין וחייבין עליהם משום פיגול ונותר וחלב תיובתא למ"ד יש דיחוי באיסורין תיובתא
3 wenn man sie in den Regen legt und sie aufquellen, so sind sie unrein, und man ist ihretwegen schuldig wegen Verwerflichem, Übriggebliebenem und Talg. Dies ist eine Widerlegung desjenigen, welcher sagt, bei Verbotenem gebe es eine Verdrängung. Eine Widerlegung. –
ד תא שמע תורמין תאנים על הגרוגרות במנין
4 Komm und höre: Man darf den Zehnten von frischen Feigen für gedörrte nach Stückzahlentrichten.
ה אי אמרת בשלמא לכמות שהן משערינן שפיר אלא אי אמרת כמות שהן הוה ליה מרבה במעשרות
5 Erklärlich ist dies, wenn du sagst, man richte sich nach dem früheren Zustande, wenn du aber sagst, man richte sich nach dem gegenwärtigen Zustande, entrichtet man ja den Zehnten zu hoch,
ו (ותנן) המרבה במעשרות פירותיו מתוקנים ומעשרותיו מקולקלין
6 und wir haben gelernt, wenn man den Zehnten zu hoch entrichtet, seien die Früchte tauglich, der Zehnt aber verdorben!? –
ז אלא מאי לכמות שהן אימא סיפא גרוגרות על התאנים במדה
7 Wie ist, wenn man sich nach dem früheren Zustande richtet, der Schlußsatz zu erklären: und von gedörrten für frische Feigen nach Maß.
ח אי אמרת בשלמא כמות שהן שפיר אלא אי אמרת לכמות שהן מרבה במעשרות הוא
8 Erklärlich ist dies, wenn du sagst, man richte sich nach dem gegenwärtigen Zustande, wenn du aber sagst, man richte sich nach dem früheren Zustande, entrichtet man ja den Zehnten zu hoch!?
ט אלא הכא בתרומה גדולה עסקינן ורישא בעין יפה וסיפא בעין יפה היא
9 Vielmehr wird hier von der großen Hebegesprochen,
י אי הכי אימא סיפא א"ר אלעזר בר' יוסי אבא היה נוטל עשר גרוגרות שבמקצוע על תשעים שבכלכלה ואי בתרומה גדולה עשר מאי עבידתיה
10 und zwar erfolgt es sowohl im Anfangsatze als auch im Schlußsatze mit wohlwollendem Auge. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Elea͑zar b. R. Jose erzählte: Mein Vater nahm zehn Dörrfeigen aus dem Dörrapparate für neunzig [Frischfeigen] aus dem Korbe. Wieso zehn, wenn du sagst, hier werde von der großen Hebe gesprochen!?
יא אלא הכא בתרומת מעשר עסקינן ואבא אלעזר בן גומל הוא דתניא אבא אלעזר בן גומל אומר (במדבר יח, כז) ונחשב לכם תרומתכם בשתי תרומות הכתוב מדבר אחת תרומה גדולה ואחת תרומת מעשר
11 Vielmehr, hier wird von der Zehnthebegesprochen, und zwar nach Abba Elea͑zar b. Gamliél, denn es wird gelehrt: Abba Elea͑zar b. Gamliél sagte:<i>Eure Hebe wird euch angerechnet werden</i>, die Schrift spricht von zweiHeben, von der großen Hebe und von der Zehnthebe;
יב כשם שתרומה גדולה ניטלת באומד ובמחשבה כך תרומת מעשר ניטלת באומד
12 wie die große Hebe nach Schätzungund durch Bestimmungentrichtet werden kann, ebenso auch die Zehnthebe nach Schätzung und durch Bestimmung,