Menachot 137

Kapitel 137

א בכורים לפירא קא אמרינן למזבח קא אמרינן והא אכיל לה מזבח מפירי דהא שתא
1 wir sprechen von den Erstlingen der Früchte, wir sprechen von denen des Altars, und der Altar hat bereits Früchte des laufenden Jahres verzehrt.
ב בעי רמי בר חמא שתי הלחם הנצה שריא או חנטה שרייה מאי הנצה ומאי חנטה אילימא הנצה דפירא וחנטה דפירא השתא השרשה שריא הנצה וחנטה מיבעיא
2 Rami b. Ḥama fragte: Wirkt die Erlaubnis durch die zwei Brote auf das Blühen oder auf das Reifen? – Welches Blühen und welches Reifen: wollte man sagen das Blühen der Frucht und das Reifen der Frucht, so müßte sie ja, wenn sie auf das Wurzelnwirkt, um so mehr auf das Blühen und das Reifen wirken!? –
ג אלא הנצה דעלה וחנטה דעלה מי הוי כי השרשה או לא תיקו
3 Vielmehr, das Blühen der Blätter und das Reifen der Blätter; gleicht dies dem Wurzeln oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.
ד בעי רבא בר רב חנן חטין שזרען בקרקע עומר מתירן או אין עומר מתירן היכי דמי אי דאשרוש תנינא אי דלא אשרוש תנינא
4 Raba b. R. Ḥanan fragte: Wie verhält es sich mit im Erdboden gesäetem Weizen; wird er durch die Schwingegarbe erlaubt oder wird er durch die Schwingegarbe nicht erlaubt? – In welchem Falle: hat er gewurzelt, so haben wir es gelernt, und hat er nicht gewurzelt, so haben wir es gelernt.
ה דתנן אם השרישו קודם לעומר עומר מתירן ואם לאו אסורין עד שיבא עומר הבא
5 Wir haben nämlich gelernt: hat er vor der Schwingegarbe gewurzelt, so macht ihn die Schwingegarbe erlaubt, wenn aber nicht, so ist er bis zur Darbringung der nächsten Schwingegarbe verboten. –
ו לא צריכא דחצדינהו וזרעינהו קודם לעומר ואתא עומר וחליף עלייהו וקא מיבעיא ליה מהו לנקוטי ומיכל מינייהו כמאן דשדייא בכדא דמיא ושרינהו עומר או דלמא בטיל להו לגבי ארעא
6 In dem Falle, wenn man ihn vor der Schwingegarbe gemäht und gesät hat, und die Schwingegarbe an diesem vorüberist, und die Frage ist, ob man davon holen und essen dürfe; ist es ebenso als würde er sich in einem Kruge befunden haben, somit macht die Schwingegarbe ihn erlaubt, oder verliert er gegenüber dem Erdboden seine Bedeutung?
ז יש להן אונאה או אין להן אונאה
7 Gibt es bei diesem eine Übervorteilungoder gibt es bei diesem keine Übervorteilung? –
ח היכי דמי אילימא דאמר ליה שדאי בה שיתא ואתו סהדי ואמרי דלא שדא בה אלא חמשה והאמר רבא כל דבר שבמדה ושבמשקל ושבמנין אפילו פחות מכדי אונאה חוזר
8 In welchem Falle, wollte man sagen, wenn er behauptet, er habe sechs ausgesäet, und Zeugen kommen und bekunden, er habe nur fünf ausgesäet, so sagte ja Raba, bei Dingen, die nach Maß, Gewicht oder Zahl [gehandelt werden], könne man auch bei einer Übervorteilung unter der Grenze zurücktreten. –
ט אלא דאמר ליה שדאי בה כדבעי לה ואתו סהדי ואמרי דלא שדא בה כדבעי לה יש להן אונאה דכמאן דשדייא בכדא דמיא ויש להן אונאה או דלמא בטיל להו לגבי ארעא
9 Vielmehr, wenn er behauptet, er habe soviel wie nötig ausgesäet, und Zeugen kommen und bekunden, er habe nicht soviel wie nötig ausgesäet; gibt es hierbei eine Übervorteilung, da es ebenso ist, als würde er sich in einem Kruge befinden, oder verliert er gegenüber dem Erdboden seine Bedeutung?
י נשבעין עליהן או אין נשבעין עליהן כדשדייא בכדא דמיא וכמטלטלי דמו ונשבעין עליהן או דלמא בטיל להו אגב ארעא וכמקרקעי דמו ואין נשבעין עליהן תיקו
10 Schwörtman wegen dessen oder schwört man wegen dessen nicht; ist es ebenso als würde er sich in einem Kruge befinden und gleicht Mobilien, somit muß man wegen dessen schwören, oder verliert er dem Erdboden gegenüber seine Bedeutung und gleicht Immobilien, somit braucht man wegen dessen nicht zu schwören? – Dies bleibt unentschieden.
יא בעי רמי בר חמא חטין שבגללי בקר ושעורין שבגללי בהמה מהו למאי אילימא לטמויי טומאת אוכלין תנינא חטין שברעי בקר ושעורין שבגללי בהמה חישב עליהן לאכילה אין מטמא טומאת אוכלין לקטן לאכילה מטמא טומאת אוכלין
11 Rami b. Ḥama fragte: Wie verhält es sich mit dem Weizen im Rinderkote und der Gerste im Viehkote? – In welcher Hinsicht: wenn hinsichtlich der Verunreinigungvon Speisen, so wird ja gelehrt, wenn man den Weizen im Rinderkote oder die Gerste im Viehkote zu essen beabsichtigt hat, seien sie dadurch nicht als Speisen verunreinigungsfähig, und wenn man sie zum Essen geklaubt hat, seien sie als Speisen verunreinigungsfähig, und wenn hinsichtlich des Speisopfers, so sind sie ja selbstverständlich nicht [tauglich, es heißt:]
יב אלא למנחות פשיטא דלא (מלאכי א, ח) הקריבהו נא לפחתך הירצך או הישא פניך
12 <i>bringe</i> es <i>doch einmal deinem Statthalter zum, Geschenke, ob er dir günstig gesinnt sein oder Huld erweisen wird</i>. –
יג לא צריכא דנקטינהו וזרעינהו וקא בעי לאיתויי מנחות מינייהו מאי משום דמאיסותא הוא וכיון דזרעינהו אזדא למאיסותייהו או דלמא משום כחישותא הוא והשתא נמי כחושה תיקו
13 In dem Falle, wenn man sie aufgesammelt und gesäet hat, und davon ein Speisopfer bringen will; erfolgt dieswegen der Ekelhaftigkeit, und da man sie gesäet hat, so ist diese geschwunden, oder wegen der Magerkeitund mager sind sie auch jetzt? – Dies bleibt unentschieden.
יד בעי רמי בר חמא פיל שבלע כפיפה מצרית והקיאה דרך בית הרעי מהו למאי
14 Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, wenn ein Elefant einen Weidenkorb verschlungen und ihn durch den After ausgestoßen hat? – In welcher Hinsicht, wenn hinsichtlich der Aufhebungder Unreinheit,
טו אילימא למבטל טומאתה תנינא כל הכלים יורדין לידי טומאתן במחשבה ואין עולין מטומאתן אלא בשינוי מעשה
15 so haben wir ja gelernt, jedes Gerät werde durch die Bestimmungverunreinigungsfähig und nur durch eine abändernde Handlung der Verunreinigung enthoben. –
טז לא צריכא דבלע הוצין ועבדינהו כפיפה מצרית מי הוה עיכול הוה ליה
16 In dem Falle, wenn er Weiden verschlungen hatte, und man aus diesen einen Weidenkorb gemacht hat; ist dies eine Verdauung,