Menachot 67

Kapitel 67

א אדעתא דגינה הוא דעבידא
1 und einer ist der Ansicht, das ganze ist nur wegen des Gartens errichtet.
ב אביי ורבא עבדי כרבה ורב יוסף ורב אשי עביד כרב ושמואל לחומרא והילכתא כרב ושמואל לחומרא
2 Abajje und Raba entschieden nach Rabba und R. Joseph, und R. Aši entschied erschwerendnach Rabh und Šemuél. Die Halakha ist wie Rabh und Šemuél, erschwerend.
ג איתמר לול פתוח מן הבית לעלייה אמר רב הונא אם יש לו פתח אחד חייב במזוזה אחת אם יש לו ב' פתחין חייב בשתי מזוזות אמר רב פפא שמע מינה מדרב הונא האי אינדרונא דאית ליה ארבעה באבי חייב בארבע מזוזות פשיטא לא צריכא אף על גב דרגיל בחד
3 Es wurde gelehrt: Für einen Treppenschacht, der die [untere] Wohnung mit dem Söller verbindet, ist, wie R. Hona sagte, wenn er eine Tür hat, eine Mezuza erforderlich, und wenn er zwei Türenhat, zwei Mezuzoth erforderlich. R. Papa sagte: Aus der Lehre R. Honas ist zu entnehmen, daß, wenn ein Saal vier Türen hat, für diesen vier Mezuzoth erforderlich sind. – Selbstverständlich!? – Auch in dem Falle, wenn nur eine benutzt zu werden pflegt.
ד אמר אמימר האי פיתחא דאקרנא חייב במזוזה אמר ליה רב אשי לאמימר והא לית ליה פצימין א"ל עדי פצימי
4 Amemar sagte: Eine Winkeltürist zur Mezuza pflichtig. R. Aši sprach zu Amemar: Eine solche hat ja keine Pfeiler!? Dieser erwiderte: Das sinddie Pfeiler.
ה רב פפא איקלע לבי מר שמואל חזא ההוא פיתחא דלא הוה ליה אלא פצים אחד משמאלא ועבידא ליה מזוזה א"ל כמאן כר"מ אימר דאמר ר"מ מימין משמאל מי אמר
5 Einst kam R. Papa zu Mar Šemuél und sah da eine Tür mit nur einem Pfeiler an der linken [Seite], an der eine Mezuza war. Da sprach er zu ihm: Wohl nach R. Meír, aber R. Meír sagt es ja nur von der rechten Seite, sagt er es etwa auch von der linken!? –
ו מאי היא דתניא ביתך ביאתך מן הימין אתה אומר מן הימין או אינו אלא משמאל ת"ל ביתך מאי תלמודא אמר רבה דרך ביאתך מן הימין דכי עקר איניש כרעיה דימינא עקר
6 Wieso dies? – Es wird gelehrt:<i>Deines Hauses</i>, deines Eintretens, rechts. Du sagst, rechts, vielleicht ist dem nicht so, sondern links? Es heißt: <i>deines Hauses</i>. – Wieso geht dieshieraus hervor? Rabba erklärte: [Richte dich] nach deinem Eintreten, rechts; wenn man nämlich seine Füße in Bewegung setzt, beginnt man mit dem rechten.
ז רב שמואל בר אחא קמיה דרב פפא משמיה דרבא בר עולא אמר מהכא (מלכים ב יב, י) ויקח יהוידע הכהן ארון אחד ויקב חור בדלתו ויתן אותו אצל המזבח מימין בבוא איש בית ה' ונתנו שמה הכהנים שומרי הסף את כל הכסף המובא בית ה'
7 R. Šemuél b. Aḥa folgerte dies vor R. Papa im Namen des Raba b. U͑la aus folgendem:<i>Darauf nahm der Priester Jehojada͑ eine Lade, bohrte ein Loch in ihren Deckel und stellte sie neben den Altar, zur Rechten dessen, der in den Tempel des Herrn hineinging; da hinein taten die Priester, die die Schwelle hüteten, alles Geld, das zum Tempel des Herrn gebracht wurde</i>. –
ח מאי ר"מ דתניא בית שאין לו אלא פצים אחד ר"מ מחייב במזוזה וחכמים פוטרין מאי טעמא דרבנן (דברים ו, ט) מזוזות כתיב
8 Was ist dies für eine Lehre R. Meírs? – Es wird gelehrt: Ein Haus, das nur einen Pfeiler hat, ist nach R. Meír zur Mezuza pflichtig und nach den Weisen frei. – Was ist der Grund der Rabbanan? – Es heißt:<i>die Pfosten</i>. –
ט מ"ט דר' מאיר דתניא מזוזות שומע אני מיעוט מזוזות שתים כשהוא אומר (דברים יא, כ) מזוזות בפרשה שניה שאין תלמוד לומר הוי ריבוי אחר ריבוי ואין ריבוי אחר ריבוי אלא למעט מעטו הכתוב למזוזה אחת דברי ר' ישמעאל
9 Was ist der Grund R. Meírs: Es wird gelehrt: <i>Die Pfosten</i>, unter <i>die Pfosten</i> sind wenigstens zwei zu verstehen, und wenn es im anderen Abschnitte überflüssigerweise wiederum <i>Pfosten</i> heißt, so ist dies eine Einschließung hinter einer Einschließung, und eine Einschließung hinter einer Einschließung ist ausschließend; die Schrift hat damit einen Pfosten vermindert– so R. Jišma͑él:
י ר"ע אומר אינו צריך כשהוא אומר (שמות יב, כג) על המשקוף ועל שתי המזוזות שאין ת"ל שתי מה ת"ל שתי זה בנה אב כל מקום שנאמר מזוזות אינו אלא אחת עד שיפרט לך הכתוב שתים
10 R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:<i>an der Oberschwelle und an den zwei Türpfosten</i>, und da [das Wort] <i>zwei</i> überflüssig ist, so ist dies eine Hauptnorm, daß überall, wo es <i>Pfosten</i> heißt, einer zu verstehen sei, es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich zwei sagt.
יא ת"ר וכתבתם יכול יכתבנה על האבנים נאמר כאן כתיבה ונאמר להלן כתיבה מה להלן על הספר אף כאן על הספר
11 Die Rabbanan lehrten:<i>Du sollst sie schreiben</i>; man könnte glauben, auf die Steine, so heißt es hierbei <i>schreiben</i> und auch dortheißt es <i>schreiben</i>, wie dort auf einen Brief, ebenso auch hierbei auf einen Brief.
יב או כלך לדרך זו נאמר כאן כתיבה ונאמר להלן כתיבה מה להלן על האבנים אף כאן על האבנים
12 Oder aber wie folgt: hierbei heißt es <i>schreiben</i> und auch dortheißt es <i>schreiben</i>, wie dort auf Steine, ebenso auch hierbei auf Steine.
יג נראה למי דומה דנין כתיבה הנוהגת לדורות מכתיבה הנוהגת לדורות ואין דנין כתיבה הנוהגת לדורות מכתיבה שאינה נוהגת לדורות וכמו שנאמר להלן (ירמיהו לו, יח) ויאמר להם ברוך מפיו יקרא אלי את הדברים האלה ואני כותב על הספר בדיו
13 Man beachte daher, mit wem es zu vergleichen ist; man vergleiche das für Generationen bestimmte Schreiben mit dem für Generationen bestimmten Schreiben, und man vergleiche nicht das für Generationen bestimmte Schreiben mit dem nicht für Generationen bestimmten Schreiben. Wie es dort heißt:<i>Baruch sprach zu ihnen: Er sagte mir mündlich alle diese Worte vor, und ich schrieb sie mit Tinte in das Buch</i>.
יד אמר ליה רב אחא בריה דרבא לרב אשי רחמנא אמר על מזוזות ואת אמרת נילף כתיבה כתיבה אמר קרא (דברים ו, ט) וכתבתם כתיבה תמה והדר על המזוזות
14 R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Der Allbarmherzige sagt: <i>auf die Pfosten</i>, und du sagst, man folgere aus [dem Worte] <i>schreiben</i>!? – Die Schrift sagt: <i>du sollst sie schreiben</i>, eine vollkommeneSchrift, nachher erst heißt es: <i>auf die Pfosten</i>. –
טו ומאחר דכתיב [וכתבתם] האי גזירה שוה למה לי אי לאו גזירה שוה הוה אמינא ליכתבא אאבנא וליקבעה אסיפא קמ"ל:
15 Wozu ist, wenn der Schriftvers solautet, [der Schluß] durch Wortanalogie nötig!? – Wenn nicht [der Schluß] durch Wortanalogie, könnte man glauben, man schreibe es auf den Steinund setze ihn auf die Schwelle, so lehrt er uns.
טז ארבע פרשיות שבתפילין מעכבות זו את זו ואפילו כתב אחד מעכבן: פשיטא
16 D<small>IE VIER</small> A<small>BSCHNITTE DER</small> T<small>EPHILLIN SIND VON EINANDER ABHÄNGIG; SIE SIND SOGAR VON EINEM</small> S<small>CHRIFTZEICHEN ABHÄNGIG</small>. Selbstverständlich!?
יז אמר רב יהודה אמר רב לא נצרכא אלא לקוצו של יו"ד והא נמי פשיטא לא נצרכא אלא לאידך דרב יהודה דאמר רב יהודה אמר רב כל אות שאין גויל מוקף לה מארבע רוחותיה פסולה:
17 R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dies ist wegen des Häkchens eines Jod nötig. – Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Dies ist wegen einer anderen Lehre R. Jehudas nötig; R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, wenn ein Buchstabe nicht an allen vier Seiten vom Pergament umgeben ist, sei er untauglich.