Menachot 76

Kapitel 76

א אילימא חיסר מצוה דלבן וקיים מצוה דתכלת לרבי עכובי מעכב אהדדי
1 Was heißt das Gebot gemindert: wollte man sagen, man habe das Gebot der weißen unterlassen und nur das Gebot der purpurblauen ausgeübt, so sind sie ja nach Rabbi von einander abhängig!?
ב אמר רב יהודה אמר רב שחיסר מצוה ועשה מצוה ומאי חיסר מצוה דלא עבד מצוה מן המובחר
2 R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Man hat das Gebot gemindert und das Gebot ausgeübt; unter ‘das Gebot gemindert’ ist zu verstehen, man habe es nicht aufs Schönste ausgeübt. –
ג התינח לבן דאינו מעכב את התכלת תכלת דאינה מעכבת את הלבן מאי היא
3 Erklärlich ist es, wieso die purpurblauen von den weißen nicht abhängige sind, wieso aber sind die weißen nicht von den purpurblauenabhängig?
ד אמר רמי בר חמא לא נצרכא אלא לטלית שכולה תכלת
4 Rami b. Ḥama erwiderte: Dies bezieht sich auf ein vollständig purpurblauesGewand.
ה איתמר נמי אמר ליה לוי לשמואל אריוך לא תיתיב אכרעך עד דמפרשת לי להא מילתא התכלת אינה מעכבת את הלבן והלבן אינו מעכב את התכלת מאי היא אמר ליה לא נצרכא אלא לסדין בציצית דמצוה לאקדומי לבן ברישא
5 Es wurde auch gelehrt: Levi sprach zu Šemuél: Arjokh, du setzt dich nicht [auf deine Schenkel] hin, bis du mir folgendes erklärt hast: die weißen [Fäden] sind nicht von den purpurblauen und die purpurblauen nicht von den weißen abhängig; welches Bewenden hat es damit? Dieser erwiderte: Dies bezieht sich auf die Çiçith an einem Laken; es ist Gebot, zuerst die weißen [einzuknüpfen],
ו מ"ט הכנף מין כנף ואי אקדים תכלת ללבן לית לן בה
6 denn es heißt <i>Zipfel</i>, von der Art des Zipfels, hat man aber die purpurblauen vor den weißen [eingeknüpft], so ist nichts dabei. –
ז תינח לבן דאינו מעכב את התכלת תכלת דאינה מעכבת את הלבן מאי היא
7 Erklärlich ist es, wieso die purpurblauen von den weißen nicht abhängig sind, wieso aber sind die weißen nicht von den purpurblauen abhängig?
ח אמר ליה רמי בר חמא לא נצרכא אלא לטלית שכולה תכלת דמצוה לאקדומי תכלת ברישא דהכנף מין כנף ואי אקדים לבן ברישא לית לן בה
8 Rami b. Ḥama erwiderte: Dies bezieht sich auf ein vollständig purpurblaues Gewand; es ist dann Gebot, die blauen zuerst [einzuknüpfen], denn es heißt <i>Zipfel</i>, von der Art des Zipfels, hat man aber zuerst die weißen [eingeknüpft], so ist nichts dabei.
ט אמר רבא מידי ציבעא קא גרים אלא אמר רבא לא נצרכא אלא לגרדומין דאי איגרדם תכלת וקאי לבן ואי איגרדם לבן וקאי תכלת לית לן בה
9 Raba sprach: Ist denn die Farbeausschlaggebend!? Vielmehr, erklärte Raba, bezieht sich dies auf die Verstummelung; wenn die purpurblauen verstummelt und nur die weißen erhalten sind, oder wenn die weißen verstummelt und nur die purpurblauen erhalten sind, so ist nichts dabei.
י דאמרי בני ר' חייא גרדומי תכלת כשרין וגרדומי אזוב כשרין וכמה שיעור גרדומין אמר בר המדורי אמר שמואל כדי לענבן
10 Die Söhne R. Ḥijas sagten nämlich: Verstummelte Çiçithfäden und verstummelte Ysopbündel sind tauglich. – Welche Größe müssen die verstummelten haben? Bar Hamduri erwiderte im Namen Šemuéls: Daß man sie verschlingen kann.
יא איבעיא להו כדי לענבן לענבן כולהו בהדדי או דלמא כל חד וחד לחודיה תיקו
11 Sie fragten: Daß man alle [Fäden] zusammen verschlingen kannoder jeden besonders? – Dies bleibt unentschieden.
יב בעי רב אשי אלימי דלא מיענבי ואי הוו קטיני מיענבי מאי אמר ליה רב אחא בריה דרבא לרב אשי כל שכן דמינכר מצותייהו
12 R. Aši fragte: Wie ist es, wenn sie so dick sind, daß man sie nicht verschlingen kann, man dies aber könnte, wenn sie dünn wären? R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Dann ist das Gebot um so kenntlicher.
יג ומאן תנא דפליג עליה דרבי האי תנא הוא דתניא רבי יצחק אומר משום ר' נתן שאמר משום רבי יוסי הגלילי . שאמר משום רבי יוחנן בן נורי אין לו תכלת מטיל לבן
13 Wer ist der Autor, der gegen Rabbi streitet? Es ist der Autor der folgenden Lehre: R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Nathans, der es im Namen R. Jose des Galiläers sagte, der es im Namen des R. Joḥanan b. Nuri sagte: Hat man keine purpurblauen [Fäden], so knüpfe man weiße ein.
יד אמר רבא שמע מינה צריך לקשור על כל חוליא וחוליא דאי ס"ד לא צריך הא דאמרי בני רבי חייא גרדומי תכלת כשרין וגרדומי אזוב כשרין כיון דאישתרי ליה עילאי אישתרי ליה כולה
14 Raba sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß man jedes Gliedbesonders verknoten muß; denn wieso sagten, wenn man sagen wollte, dies sei nicht nötig, die Söhne R. Ḥijas, verstummelte Çiçithfäden und verstummelte Ysopbündel seien tauglich, wenn der letzte [Knoten] sichloslöst, löst sich ja alleslos!? –