Nazir 6

Kapitel 6

א ורבנן סברי לא מתפיס איניש במידי דסמיך ליה
1 und die Rabbanan sind der Ansicht, er werde vom daneben genannten nicht erfaßt.
ב ר' יוחנן אמר דכ"ע לא מתפיס אלא היינו טעמא דר"מ דחיישינן שמא צפורי נזיר טמא קיבל עליו
2 R. Joḥanan erwiderte: Alle stimmen überein, daß er vom daneben genannten nicht erfaßt werde, vielmehr ist folgendes der Grund R. Meírs: wir berücksichtigen, er kann [die Darbringung der] Vögel eines unreinen Nazirsauf sich genommen haben. –
ג מכדי חיישינן קאמר דלמא צפורי נדבה קיבל עליו א"כ הרי עלי קן מבעי ליה
3 Merke, er sagt ja, es sei zu berücksichtigen, somit kann er ja ein freiwilliges Vogelopfer auf sich genommen haben!? – Sodann sollte er gesagt haben: ich nehme auf mich [die Darbringung] eines Vogelpaares. –
ד ודלמא הרי עלי צפורי מצורע קאמר כגון שהיה נזיר עובר לפניו ודלמא נזיר טמא ולפוטרו מן קרבנותיו קאמר כגון שהיה נזיר טהור עובר לפניו
4 Vielleicht meinte er die Vögel eines Aussätzigen!? – Wenn ein Nazir an ihm vorüberging. – Vielleicht meinte er einen unreinen Nazir, ihn seiner Opfer zu entheben!? – Wenn ein reiner Nazir an ihm vorüberging. –
ה מאי בינייהו
5 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –
ו איכא בינייהו כגון דאמר ציפרין הסמוכין לשער עלי לר' יוחנן אע"ג דאמר הכי אי נזיר עובר לפניו אין אי לא לא לרשב"ל אע"ג דאין נזיר עובר לפניו
6 Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn er gesagt hat: er nehme auf sich [die Darbringung von] Vögeln, die neben ‘Haar’ genannt werden. Nach R. Joḥanan ist er, obgleich er diesen Ausdruck gebraucht hat, nur dann [Nazir], wenn ein Nazir an ihm vorüberging, sonst aber nicht, nach Reš Laqiš aber auch dann, wenn kein Nazir an ihm vorüberging. –
ז מי איכא למ"ד לא מתפיס איניש במילתא דסמיך ליה והתניא האומר ימין הרי זו שבועה מ"ט לאו משום דכתי' (דניאל יב, ז) וירם ימינו ושמאלו אל השמים וישבע בחי העולם
7 Gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, man werde von dem, was daneben genannt ist, nicht erfaßt!? Es wird ja gelehrt: Sagte jemand: bei der Rechten, so ist dies ein Schwur. Doch wohl aus dem Grunde, weil es heißt:<i>da hob er seine Rechte und seine Linke gegen den Himmel und schwor bei dem, der ewig lebt</i>. –
ח אמרי לא משום דימין גופיה איקרי שבועה דתניא מניין לאומר ימין שהיא שבועה שנאמר (ישעיהו סב, ח) נשבע ה' בימינו ומניין לאומר שמאל שהיא שבועה שנאמר (ישעיהו סב, ח) ובזרוע עוזו:
8 Ich will dir sagen, nein, weil die Rechte an sich einen Schwur bedeutet. Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß, wenn jemand ‘[bei der] Rechten’ sagt, dies ein Schwur sei? Es heißt:<i>der Herr hat bei seiner Rechten geschworen</i>. Und woher, daß, wenn jemand ‘[bei der] Linken’ sagt, dies ein Schwur sei? Es heißt:<i>und beim Arme seiner Macht</i>.
ט <big><strong>מתני׳</strong></big> הריני נזיר מן החרצנים ומן הזגים ומן התגלחת ומן הטומאה הרי זה נזיר וכל דקדוקי נזירות עליו:
9 <b>S</b><small>AGTE JEMAND</small>:] <small>ICH WILL</small> N<small>AZIR SEIN INBEZUG AUF</small> T<small>RAUBENKERNE</small>, S<small>CHLAUBEN</small>, <small>DAS</small> H<small>AARSCHEREN ODER DIE</small> V<small>ERUNREINIGUNG, SO IST ER</small> N<small>AZIR, UND ALLE</small> G<small>ENAUIGKEITEN DES</small> N<small>AZIRATES LIEGEN IHM OB</small>.
י <big><strong>גמ׳</strong></big> מתני' דלא כר' שמעון דתניא ר"ש אומר אינו חייב עד שידור מכולם ורבנן אמרי אפילו לא נזר אלא בחד מנהון הוי נזיר
10 GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Šimo͑ns, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt, er sei nur dann schuldig, wenn er sich allesabgelobt hat; die Weisen sagen, selbst wenn nur eines davon, sei er Nazir. –
יא מ"ט דר"ש אמר קרא (במדבר ו, ד) מכל אשר יעשה מגפן היין מחרצנים ועד זג ורבנן מ"ט אמר קרא (במדבר ו, ג) מיין ושכר יזיר
11 Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Die Schrift sagt:<i>von allem,, was aus dem Weinstocke bereitet wird, weder Kerne noch Schlauben</i>. – Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt: <i>des Weines und des Rauschtrankes enthalte er sich</i>. –
יב ור' שמעון נמי הכתיב מיין ושכר יזיר ההוא מיבעי ליה לאסור יין מצוה כיין הרשות
12 Und R. Šimo͑n, es heißt ja: <i>des Weines und des Rauschtrankes enthalte er sich</i>!? – Dies deutet darauf, daß ihm der Wein auch zu Gebotszwecken gleich dem freigestellten verboten sei. –
יג מאי היא קדושתא ואבדלתא
13 Das sind wohl der Weihsegen und der Unterscheidungssegen, und bezüglich dieser