Nedarim 14

Kapitel 14

א במנודה אני לך דרבי עקיבא סבר לישנא דנידויא הוא ורבנן סברי לישנא דמשמתנא הוא
1 über [die Formel]: ich will für dich ausgestoßen sein: R. A͑qiba ist der Ansicht, dies sei ein Ausdruck des Bannes, und die Rabbanan sind der Ansicht, dies sei ein Ausdruck der Ausschließung.
ב ופליגא דרב חסדא דההוא גברא דאמר משמתנא בנכסיה דבריה דרב ירמיה בר אבא אתא לקמיה דרב חסדא א''ל לית דחש לה להא דרבי עקיבא קסבר במשמתנא פליגי
2 Er streitet gegen R. Ḥisda. Einst sagte nämlich jemand: ich will ausgeschlossen sein inbetreff der Güter des Sohnes des R. Jirmeja b. Abba, und als er hierauf vor R. Ḥisda kam, sprach dieser: Niemand beachtet, was R. A͑qiba [hierzu gesagt hat]. Er ist somit der Ansicht, sie streiten über [die Formel]: ich will ausgeschlossen sein.
ג אמר רבי אילא אמר רב נדהו בפניו אין מתירין לו אלא בפניו נדהו שלא בפניו מתירין לו בין בפניו בין שלא בפניו
3 R. Ila sagte im Namen Rabhs: Hat er ihn in seiner Gegenwart in den Bann getan, so kann er ihn nur in seiner Gegenwart befreien, hat er ihn in seiner Abwesenheit in den Bann getan, so kann er ihn sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit befreien.
ד אמר רב חנין אמר רב השומע הזכרת השם מפי חבירו צריך לנדותו ואם לא נידהו הוא עצמו יהא בנידוי שכל מקום שהזכרת השם מצויה שם עניות מצויה
4 R. Ḥanin sagte im Namen Rabhs: Wer von einem die Nennung des Gottesnamens hört, muß ihn in den Bann tun; tut er ihn nicht in den Bann, so ist er selber im Banne. Wo nämlich die Nennung des Gottesnamens häufig ist, ist die Armut häufig,
ה ועניות כמיתה שנאמר (שמות ד יט) כי מתו כל האנשים ותניא כל מקום שנתנו חכמים עיניהם או מיתה או עוני
5 und die Armut gleicht dem Tode, denn es heißt:<i>denn tot</i><i>sind die Leute</i>. Ferner wird gelehrt: Alles, worauf die Weisen ihre Augenrichten, [verfällt] dem Tode oder der Armut.
ו אמר רבי אבא הוה קאימנא קמיה דרב הונא שמעה להך איתתא דאפקה הזכרת השם לבטלה שמתה ושרא לה לאלתר באפה ש''מ תלת ש''מ השומע הזכרת השם מפי חבירו צריך לנדותו וש''מ נידהו בפניו אין מתירין לו אלא בפניו וש''מ אין בין נידוי להפרה ולא כלום
6 R. Abba erzählte: Einst stand ich vor R. Hona, und er hörte eine Frau die Nennung des Gottesnamens unnötig hervorbringen; da tat er sie in den Bann und befreite sie sofort in ihrer Gegenwart. Hieraus ist dreierlei zu entnehmen; es ist zu entnehmen, daß, wenn jemand die Nennung des Gottesnamens aus dem Munde seines Nächsten hört, er ihn in den Bann tun müsse; es ist zu entnehmen, daß, wenn er ihn in seiner Gegenwart in den Bann getan hat, er ihn nur in seiner Gegenwart befreien könne; und es ist zu entnehmen, daß zwischen dem [Aussprechen des] Bannes und der Aufhebung keine [Zwischenzeit zu verstreichen] braucht.
ז א''ר גידל אמר רב תלמיד חכם מנדה לעצמו ומיפר לעצמו פשיטא מהו דתימא אין חבוש מתיר עצמו מבית האסורין קמ''ל
7 R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Ein Schriftgelehrter kann über sich selber den Bann aussprechen und ihn selber auflösen. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, kein Gefangener befreit sich selber aus dem Gefängnisse, so lehrt er uns. –
ח היכי דמי כי הא דמר זוטרא חסידא כי מחייב בר בי רב שמתא משמית נפשיה ברישא והדר משמת בר בי רב וכי עייל לביתיה שרי לנפשיה והדר שרי ליה
8 In welchem Falle? – Wie es Mar Zuṭra der Fromme tat; wenn ein Jünger den Bann verdiente, tat er sich zuerst selber in den Bann, sodann tat er den Jünger in den Bann, und als er nach Hause ging, befreite er sich selber, sodann befreite er jenen.
ט ואמר רב גידל א''ר
9 R. Gidel sagte [ferner] im Namen Rabhs: