Nedarim 19

Kapitel 19

א אפילו תימא רבי יהודה כי אמר רבי יהודה בנדבה בנדר לא אמר
1 du kannst auch sagen, es sei R. Jehuda, denn R. Jehuda sagt esnur vom Gespendeten, nicht aber vom Gelobten. –
ב והקתני טוב מזה ומזה נודר ומקיים תני נודב ומקיים
2 Er lehrt ja aber: besser als das eine und das andere, man gelobe und halte!? – Lies: man spende und halte. –
ג מאי שנא נודר דלא דילמא אתי בה לידי תקלה נדבה נמי דילמא אתי לידי תקלה
3 Geloben wohl deshalb nicht, weil man zu einem Verstoßekommen könnte, somit sollte dies auch vom Gespendeten gelten, wobei man ebenfalls zu einem Verstoßekommen kann!? –
ד רבי יהודה לטעמיה דאמר אדם מביא כבשתו לעזרה ומקדישה וסומך עליה ושוחטה
4 R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, man bringe sein Lamm in den Tempelhof, weihe es da, stütze darauf die Handund schlachte es. –
ה תינח נדבה דקרבנות נדבה דנזירות מאי איכא למימר
5 Allerdings beim freiwilligen Opfer, wie ist es aber beim freiwilligen Nazirat zu erklären!? –
ו רבי יהודה לטעמיה דתניא רבי יהודה אומר חסידים הראשונים היו מתאווין להביא קרבן חטאת לפי שאין הקדוש ברוך הוא מביא תקלה על ידיהם מה היו עושין עומדין ומתנדבין נזירות למקום כדי שיתחייב קרבן חטאת למקום
6 R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die früheren Frommen lüsteten, ein Sündopfer darzubringen, während der Heilige, gepriesen sei er, es zu keinem Verstoßedurch sie kommen ließ. Was taten sie nun? Sie verpflichteten sich Gott zu einem freiwilligen Nazirat, um Gott ein Sündopfer zu schulden.
ז רבי שמעון אומר לא נדרו בנזיר אלא הרוצה להביא עולה מתנדב ומביא שלמים מתנדב ומביא תודה וארבעה מיני לחמה מתנדב ומביא אבל בנזירות לא התנדבו כדי שלא יקראו חוטאין שנאמר וכפר עליו מאשר חטא על הנפש
7 R. Šimo͑n sagt, sie gelobten kein Nazirat; vielmehr, wer ein Brandopfer darbringen wollte, spendete freiwillig und brachte es dar; wer ein Heilsopfer, spendete freiwillig und brachte es dar, wer ein Dankopfer samt seinen vierBrotarten, spendete freiwillig und brachte esdar; zu einem Nazirat aber verpflichteten sie sich nicht, um nicht Sünder zu heißen, denn es heißt:<i>er schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat</i>.
ח אמר אביי שמעון הצדיק ורבי שמעון ורבי אלעזר הקפר כולן שיטה אחת הן דנזיר חוטא הוי שמעון הצדיק ורבי שמעון הא דאמרן
8 Abajje sagte: Šimo͑n der Gerechte, R. Šimo͑n und R. Elea͑zar ha Qappar sind alle der gleichen Ansicht, der Nazir sei ein Sünder. Šimo͑n der Gerechte und R. Šimo͑n, wie wir ebengesagt haben,
ט ורבי אלעזר הקפר ברבי דתניא רבי אלעזר הקפר ברבי אומר וכפר עליו מאשר חטא על הנפש וכי באיזו נפש חטא זה אלא שציער עצמו מן היין והלא דברים קל וחומר ומה זה שלא ציער עצמו אלא מן היין נקרא חוטא המצער עצמו מכל דבר, על אחת כמה וכמה מכאן כל היושב בתענית נקרא חוטא
9 und R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi in folgender Lehre: R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi sagte: <i>Er schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat</i>; an welcher Seele hat er sich vergangen? Weil er sich dem Weingenusse entzogen hat. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dieser, der sich nur die Entziehung des Weingenusses auferlegt, Sünder heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auferlegt. Hieraus daß, wer im Fasten verweilt, Sünder heiße. –
י והדין קרא בנזיר טמא כתיב משום דשנה בחטא הוא
10 Der Schriftvers spricht ja vom unreinen Nazir!? – Dieser sündigte zwiefach.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> האומר (לחבירו) קונם קונח קונס הרי אלו כינויין לקרבן חרק חרך חרף הרי אלו כינויין לחרם נזיק נזיח פזיח הרי אלו כינויין לנזירות שבותה שקוקה נודר במוהי הרי אלו כינויין לשבועה:
11 <b>S</b><small>AGT JEMAND</small>: Q<small>ONAM</small>, Q<small>ONAḤ</small>, Q<small>ONAS</small>, <small>SO SIND ES</small> U<small>MSCHREIBUNGEN FÜR</small> Q<small>ORBAN</small>’. W<small>ENN</small> Ḥ<small>EREQ</small>, Ḥ<small>EREKH</small>, Ḥ<small>EREPH</small>, <small>SO SIND ES</small> U<small>MSCHREIBUNGEN FÜR</small> Ḥ<small>EREM</small>. W<small>ENN</small> N<small>AZIQ</small>, N<small>AZIḤ</small>, P<small>AZIḤ</small>, <small>SO SIND ES</small> U<small>MSCHREIBUNGEN FÜR</small> N<small>AZIR</small>. W<small>ENN</small> Š<small>EBUTHA</small>, Š<small>EQUQA</small>, <small>ODER WENN JEMAND BEI</small> M<small>OHI</small> <small>GELOBT</small>, <small>SO SIND ES</small> U<small>MSCHREIBUNGEN FÜR</small> Š<small>EBUA͑</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> איתמר כינויין רבי יוחנן אמר לשון אומות הן רבי שמעון בן לקיש אמר לשון שבדו להם חכמים להיות נודר בו וכן הוא אומר בחדש אשר בדא מלבו
12 GEMARA. Es wurde gelehrt: Die Umschreibungen sind, wie R. Joḥanan sagt, fremdsprachliche Ausdrücke, und wie R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, von den Weisen ersonnene Ausdrücke, deren man sich beim Geloben bediene. So heißt es auch:<i>in dem Monat, den er in seinem Herzen ersonnen</i>. –
יג וטעמא מאי תקינו רבנן כינויין דלא לימא קרבן ולימא קרבן דילמא אמר קרבן לה' ולימא קרבן לה' דילמא אמר לה' ולא אמר קרבן וקא מפיק שם שמים לבטלה
13 Weshalb führten die Rabbanan die Umschreibungen ein? – Damit man nicht ‘Opfer’ spreche. – Mag man doch ‘Opfer’ sprechen!? – Man könnte ‘Opfer dem Herrn’ sprechen. – Mag man doch ‘Opfer dem Herrn’ sprechen!? – Man könnte ‘dem Herrn’ und nicht ‘Opfer’ sprechen, somit den Gottesnamen unnötig hervorbringen.
יד ותניא רבי שמעון אומר
14 Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte: