Nedarim 30

Kapitel 30

א ותיובתא דרב יהודה
1 und dies ist eine Widerlegung R. Jehudas!? –
ב כי קתני דאי איתהני הרי זה בבל יחל דברו
2 Er lehrt, daß, wenn sie genossen hat, sie das Verbot der Entweihung seiner Worte übertretenhat. –
ג תנן שאת נהנית לי עד החג אם תלכי לבית אביך עד הפסח הלכה לפני הפסח אסורה בהנאתו עד החג ומותרת לילך אחר הפסח
3 Wir haben gelernt: [Sagt er: Qonam] sei, was du von mir bis zum [Hütten]feste genießest, wenn du vor dem Pesaḥfeste in das Haus deines Vaters gehst, so ist ihr, wenn sie vor dem Pesaḥfeste gegangen ist, der Genuß von ihm bis zum [Hütten]feste verboten, und nach dem Pesaḥfeste darf sie gehen.
ד הלכה אסורה לא הלכה לא
4 Nur wenn sie gegangen ist, ist er ihr verboten, nicht aber, wenn sie nicht gegangenist!?
ה אמר רבא הוא הדין דאפילו לא הלכה אסורה הלכה אסורה ולוקה לא הלכה אסורה בעלמא
5 Raba erwiderte: Verboten ist er ihr, auch wenn sie nicht gegangen ist; ist sie gegangen, so ist er ihr verboten und sie ist zu geißeln, und ist sie nicht gegangen, so ist er ihr nur verboten.
ו מיתיבי ככר זו עלי היום אם אלך למקום פלוני למחר אכל הרי זה בבל ילך
6 Man wandte ein: [Sagt jemand:] dieser Laib sei mir heute [Qonam], wenn ich morgen nach jenem Orte gehe, so darf er, wenn er ihn gegessenhat, nicht gehen!? –
ז מי קתני אוכל אכל קתני דכי אכל הרי זה בבל ילך
7 Es heißt nicht, er dürfe ihn essen, sondern: wenn er gegessen hat; hat er ihn gegessen, so darf er nicht gehen. –
ח הלך הרי זה בבל יחל דברו מהלך לא וקשיא לרב יהודה
8 [Er lehrt weiter:] ist er gegangen, so übertritt er das Verbot, sein Wort zu entweihen; es heißt aber nicht: gehter. Dies ist ein Einwand gegen R. Jehuda!? –
ט אמר לך רב יהודה הוא הדין דליתני מהלך איידי דקתני רישא אכל דלא מיתני ליה אוכל תני סיפא הלך:
9 R. Jehuda kann dir erwidern: er könnte ebensogut ‘geht er’ lehren, da er aber im Anfangsatze ‘gegessen hat’ lehrt, denn er kann nicht ‘ißter’ lehren, so lehrt er auch im Schlußsatze ‘ist er gegangen’.
י האומר לאשה קונם שאני משמשך הרי זה בבל יחל דברו: והא משתעבד לה מדאורייתא דכתיב שארה כסותה ועונתה לא יגרע
10 S<small>AGT JEMAND ZU SEINER</small> F<small>RAU</small>: Q<small>ONAM</small>, <small>WENN ICH DIR BEIWOHNE</small>, <small>SO GILT HIERBEI</small>: <i>er soll sein Wort nicht entweihen</i>. Er ist ihr ja nach der Tora verpflichtet, denn es heißt:<i>er darf ihr Kost, Kleidung und Beiwohnung nicht mindern</i>!? –
יא באומר הנאת תשמישך עלי והא לא קא ניחא ליה בתשמיש
11 Wenn er sagt: [Qonam] sei mir der Genuß deiner Beiwohnung, denn er kann den Genuß der Beiwohnung ablehnen.
יב דאמר רב כהנא תשמישי עליך כופין אותה ומשמשתו דשעבודי משעבדת ליה הנאת תשמישך עלי אסור שאין מאכילין לו לאדם דבר האסור לו:
12 R. Kahana sagte nämlich: [Sagt sie: der Genuß] meiner Beiwohnung sei dir [Qonam], so zwinge er sie zur Beiwohnung, weil sie ihm verpflichtet ist, wenn aber: der Genuß deiner Beiwohnung mir, so ist es ihmverboten, da man niemand veranlassen darf, ihm Verbotenes zu essen.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> שבועה שאיני ישן שאיני מדבר שאיני מהלך אסור קרבן לא אוכל לך הא קרבן שאוכל לך לא קרבן לא אוכל לך מותר:
13 <b>S</b><small>AGT JEMAND</small>:] <small>EIN</small> S<small>CHWUR</small>, <small>DASS ICH NICHT SCHLAFEN WERDE</small>, <small>NICHT SPRECHEN</small>, <small>NICHT GEHEN</small>, <small>SO IST ES IHM</small><small>VERBOTEN</small>. [S<small>AGT JEMAND</small>:] O<small>PFER</small>, <small>WAS ICH DEINES NICHT ESSE</small>, <small>DIES</small> O<small>PFER</small>, <small>WAS ICH DEINES ESSE</small>, <small>NICHT</small> O<small>PFER</small>, <small>WAS ICH DEINES NICHT ESSE</small>, <small>SO IST ES IHM ERLAUBT</small>.