Nedarim 47

Kapitel 47

א קונם שאיני נהנה לך אם אי אתה נוטל לבנך כור של חיטין ושתי חביות של יין הרי זה יכול להתיר את נדרו שלא על פי חכם שיכול לומר לו כלום אמרת אלא בשביל כבודי זה הוא כבודי
1 Qonam, daß ich von dir nichts genieße, wenn du [von mir] nicht ein Kor Weizen und zwei Faß Wein für deinen Sohn annimmst, so kann dieser das Gelübde ohne einen Gelehrten [zu befragen] auflösen, denn er kann zu ihm sagen: du hast dies nur zu meiner Ehrung gesagt, und diesist meine Ehrung.
ב טעמא דאמר זה הוא כבודי הא לאו הכי נדר הוא מני אי רבי אליעזר בן יעקב נדרי זירוזין הוי אלא שמע מינה פליגי רבנן עליה
2 Nur deshalb, weil er sagen kann, dies sei seine Ehrung, sonst aber wäre das Gelübde gültig. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, so ist dies ja ein Anspornungsgelübde, doch wohl nach den Rabbanan, und hieraus ist zu entnehmen, daß sie gegen ihn streiten. –
ג לעולם רבי אליעזר בן יעקב היא ומודה רבי אליעזר בן יעקב בהאי דנדרא הוי דאמר ליה לא כלבא אנא דמיתהנינא מינך ולא מיתהנית מינאי
3 Tatsächlich nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn R. Elie͑zer b. Ja͑qob pflichtet bei, daß dies ein Gelübde ist, weil er damit zu ihm sagen will: ich bin kein Hund, von dir zu genießen, ohne daß du von mir genießest. –
ד תא שמע האומר לחבירו קונם שאתה נהנית לי אם אי אתה נותן לבני כור של חיטין ושתי חביות של יין רבי מאיר אומר עד שיתן וחכמים אומרים אף זה יכול להתיר את נדרו שלא על פי חכם שיכול לומר הריני כאילו התקבלתי
4 Komm und höre: Sagt jemand zu seinem Nächsten: Qonam sei dir jeder Genuß von mir, wenn du nicht meinem Sohne ein Kor Weizen und zwei Faß Wein gibst, so darf er es, wie R. Meír sagt, nur dann, wenn er sie ihm gibt; die Weisen sagen, auch dieser könne sein Gelübde ohne einen Gelehrten [zu befragen] auflösen, denn er kann zu ihm sagen: ich betrachte es als erhalten.
ה טעמא דאמר הריני כאילו התקבלתי הא לאו הכי נדר הוא מני אי רבי אליעזר בן יעקב נדרי זירוזין הוי אלא לאו רבנן ופליגי
5 Nur deshalb, weil er sagen kann, er betrachte es als erhalten, sonst aber wäre das Gelübde gültig. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, so ist dies ja ein Anspornungsgelübde, doch wohl nach den Rabbanan, und sie streiten [gegen ihn]. –
ו לא לעולם רבי אליעזר בן יעקב ומודה רבי אליעזר בהאי דנדרא הוי משום דאמר ליה לאו מלכא אנא דמהנינא לך ואת לא מהנית לי
6 Nein, tatsächlich nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn R. Elie͑zer pflichtet bei, daß dies ein Gelübde ist, weil er damit zu ihm sagen will: ich bin kein König, dir einen Genuß zu gewähren, ohne daß du mir einen Genuß gewährest.
ז אמר ליה מר קשישא בריה דרב חסדא לרב אשי תא שמע נדרי אונסין הדירו חבירו שיאכל אצלו וחלה הוא או חלה בנו או שעכבו נהר הא לאו הכי נדר הוא מני אי רבי אליעזר בן יעקב זירוזין הוי אלא לאו רבנן ופליגי
7 Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu Aši: Komm und höre: Ein Zwangsgelübde ist es, wenn sein Nächster ihn mit einem Gelübde belegt hat, bei ihm zu essen, und er oder sein Kind erkrankt ist oder ein Fluß ihn gehinderthat. Sonst aber ist das Gelübde gültig. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, so ist dies ja ein Anspornungsgelübde, doch wohl nach den Rabbanan, und sie streiten [gegen ihn]. –
ח לעולם רבי אליעזר בן יעקב ומי סברת דאדריה מזמנא לזמינא לא דזמינא אדריה למזמנא דאמר ליה מזמנת לי לסעודתיך אמר ליה אין נדר זה עליך ונדר וחלה הוא או שחלה בנו או שעכבו נהר הרי אלו נדרי אונסין
8 Tatsächlich nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, aber nicht wie du glaubst, wenn der Ladende den Geladenen mit einem Gelübde belegt hat, sondern der Geladene den Ladenden mit einem Gelübde belegt hat. Wenn er ihn nämlich gefragt hat, ob er ihn zur Mahlzeit laden wolle, und dieser es bejaht, und als er ihn mit einem Gelübde belegt, dieser es gelobt hat; wenn jener darauf erkrankt ist oder sein Sohn erkrankt ist oder ein Fluß ihn gehindert hat, so ist dies ein Zwangsgelübde. –
ט תא שמע יתר על כן אמר רבי אליעזר בן יעקב האומר לחבירו קונם שאני נהנה לך אם אי אתה מתארח אצלי ותאכל עמי פת חמה ותשתה עמי כוס חמין והלה הקפיד כנגדו אף אלו נדרי זירוזין ולא הודו לו חכמים מאי לא הודו לו חכמים לאו
9 Komm und höre: Noch mehr sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: Qonam, daß ich von dir nichts genieße, wenn du nicht mein Gast bist, mit mir warmes Brot ißt und mit mir einen Becher Warmes trinkst, und dieser dem widerspricht, so ist es ebenfalls ein Anspornungsgelübde. Die Weisen aber pflichten ihm nicht bei. [Die Worte:] die Weisen pflichten ihm nicht bei,