Nedarim 72

Kapitel 72

א איבעיא להו התורם משלו על של חבירו צריך דעתו או לא מי אמרינן כיון דזכות הוא לו לא צריך דעת או דלמא מצוה דיליה היא וניחא ליה למיעבדיה
1 Sie fragten: Ist, wenn man von seinem für seinen Nächsten die Hebe absondert, seine Kenntnis erforderlich oder nicht: sagen wir, da es zu seinem Vorteileerfolgt, sei die Kenntnis nicht erforderlich, oder aber wünscht er, da dies eine gottgefällige Handlung ist, es selber auszuüben? –
ב תא שמע תורם את תרומותיו ואת מעשרותיו לדעתו במאי עסקינן אילימא מן בעל הכרי על של בעל הכרי ולדעתו דמאן אילימא לדעתו דיליה מאן שוויה שליח
2 Komm und höre: Er darf für ihn auf seinen Wunsch die Hebe und den Zehnten absondern. In welchem Falle: wenn vom Getreidehaufen des Besitzers für den Besitzer, und zwar auf seinen eigenen Wunsch, so hat ihn ja niemand zum Vertreter gemacht,
ג אלא לדעתו דבעל הכרי הא קמהני ליה דקעביד שליחותיה אלא משלו על של הכרי ולדעתו דמאן אילימא לדעתו דבעל הכרי הא קמהני ליה אלא לאו לדעתיה דנפשיה ומשלו תורם על של חבירו ואי אמרת צריך דעת הא קמהני ליה אלא לאו אין צריך דעת
3 und wenn auf Wunsch des Besitzers des Getreidehaufens, so gewährt er ihm ja einen Nutzen, indem er seinen Auftrag erfüllt. Doch wohl von seinem eigenen [Getreide] für den Besitzer des Getreidehaufens. Auf wessen Wunsch: wenn auf Wunsch des Besitzers des Getreidehaufens, so gewährt er ihm ja einen Nutzen, doch wohl, wenn er auf seinen eigenen Wunsch von seinem [Getreide] für seinen Nächsten die Hebe absondert. Wenn man sagen wollte, seine Kenntnis sei erforderlich, gewährt er ihm ja einen Nutzen; wahrscheinlich ist seine Kenntnis nicht erforderlich. –
ד לעולם משל בעל הכרי על בעל הכרי כדאמר רבא באומר כל הרוצה לתרום יבא ויתרום הכא נמי באומר וכו'
4 Tatsächlich von dem des Besitzers des Getreidehaufens für den Besitzer des Getreidehaufens, und wie Raba erklärte: wenn er sagte: wer die Hebe absondern will, komme und sondere sie ab, ebenso auch hierbei, wenn er sagte &c.
ה בעא מיניה רבי ירמיה מרבי זירא התורם משלו על של חבירו טובת הנאה של מי מי אמרינן אי לאו פירי דהאיך מי מתקנא כריא דההוא או דלמא אי לאו כריא דההוא לא הויין פירי דהדין תרומה
5 R. Jirmeja fragte R. Zera: Wem gehört der Dankeswert, wenn jemand von seinem [Getreide] für das eines anderen entrichtet; sagen wir: wenn nicht die Früchte von diesem, würde der Getreidehaufe des anderen nicht [genuß]fertig sein, oder aber, wenn nicht der Getreidehaufe des anderen, würden die Früchte von diesem nicht Hebe sein?
ו אמר ליה אמר קרא (דברים יד, כב) את כל תבואת זרעך ונתת
6 Dieser erwiderte: Die Schrift sagt:<i>den ganzen Zehnten deines Ertrages &amp;c. sollst du geben</i>.
ז איתיביה תורם את תרומותיו ואת מעשרותיו לדעתו ואי אמרת טובת הנאה דבעל הכרי הא קא מהני ליה אלא שמע מינה טובת הנאה דיליה אמרי לא משל בעל הכרי על של בעל הכרי ולדעתו דבעל הכרי באומר כל הרוצה לתרום יבא ויתרום
7 Er wandte gegen ihn ein: Er darf für ihn auf seinen Wunsch die Hebe und den Zehnten absondern. Wenn du sagst, der Dankeswert gehöre dem Besitzer des Getreidehaufens, gewährt er ihm ja einen Nutzen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Dankeswert ihm gehört. – Ich will dir sagen, nein, von dem des Besitzers des Getreidehaufens für den Besitzer des Getreidehaufens, auf Wunsch des Besitzers des Getreidehaufens; wenn er nämlich sagte: wer die Hebe absondern will, komme und sondere sie ab. –
ח תא שמע דאמר רבי אבהו אמר רבי יוחנן המקדיש מוסיף חומש ומתכפר עושה תמורה והתורם משלו על שאינו שלו טובת הנאה שלו:
8 Komm und höre: R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Der es dem Heiligtume geweiht hat, füge das Fünftelhinzu, der Sühnebedürftige kann umtauschen, und wenn jemand von seinem [Getreide] für das eines anderen die Hebe absondert, so gehört der Dankes wert ihm.
ט מלמדו מדרש הלכות ואגדות אבל לא ילמדנו מקרא: מקרא מאי טעמא לא ילמדנו משום דקמהני ליה מדרש נמי קמהני ליה אמר שמואל במקום שנוטלין שכר על המקרא ואין נוטלין שכר על המדרש מאי פסקא
9 E<small>BENSO DARF ER IHN</small> M<small>IDRAŠ</small>, H<small>ALAKHA UND</small> A<small>GADA LEHREN</small>, <small>JEDOCH NICHT DIE</small> S<small>CHRIFT</small>. Die Schrift darf er ihn wohl deshalb nicht lehren, weil er ihm einen Nutzengewährt, und auch durch den Midraš gewährt er ihm ja einen Nutzen!? Šemuél erwiderte: In Orten, wo man für [den Unterricht] in der Schrift eine Belohnung erhält, nicht aber für den des Midraš. – Wieso ist dies ausgemacht!? –