Niddah 102

Kapitel 102

א והא שבת דמיחייב בפאה ומיחייב במעשר דתנן כל שחייב בפאה חייב במעשר
1 Dill ist ja eckenlaßpflichtig und zehntpflichtig, denn wir haben gelernt, was eckenlaßpflichtig ist, sei auch zehntpflichtig,
ב ומדחייב במעשר מטמא טומאת אוכלין אלמא כל מילי דעביד לטעמא מטמא טומאת אוכלין דהאי שבת לטעמא עבידא
2 und da er zehntpflichtig ist, ist er auch als Speise verunreinigungsfähig, demnach ist das, was zur Würze bestimmt ist, als Speise verunreinigungsfähig, denn Dill ist ja zur Würze bestimmt.
ג ורמינהי הקושט והחימום וראשי בשמים והתיאה והחלתית והפלפלים וחלת חריע נקחין בכסף מעשר ואין מטמאין טומאת אוכלין דברי רבי עקיבא
3 Ich will nun auf einen Widerspruch hinweisen: Kostwurz, Nelken, wohlriechende Pflanzenköpfe, Polei, Asant, Pfeffer und Safranwürfel dürfen für den Erlös vom [zweiten] Zehntengekauft werden, und sie sind nicht als Speise verunreinigungsfähig – so R. A͑qiba.
ד אמר לו רבי יוחנן בן נורי אם נקחין בכסף מעשר מפני מה אין מטמאין טומאת אוכלין ואם אינן מטמאין אף הם לא ילקחו בכסף מעשר
4 R. Joḥanan b. Nuri sprach zu ihm: Dürfen sie für den Erlös vom [zweiten] Zehnten gekauft werden, wieso sind sie nicht als Speise verunreinigungsfähig, und sind sie nicht verunreinigungsfähig, so dürfen sie auch nicht für den Erlös vom [zweiten] Zehnten gekauft werden.
ה וא"ר יוחנן בן נורי נמנו וגמרו שאין נקחין בכסף מעשר ואין מטמאין טומאת אוכלין
5 Ferner sagte R. Joḥanan b. Nuri: Sie stimmten ab und entschieden, daß sie nicht für den Erlös vom [zweiten] Zehnten gekauft werden dürfen, und daß sie nicht als Speise verunreinigungsfähig sind.
ו אמר רב חסדא כי תניא ההיא בשבת העשויה לכמך
6 R. Ḥisda erwiderte: Jene Lehre spricht vom Dill, der als Zukost verwendetwird.
ז אמר רב אשי אמריתה לשמעתי' קמיה דרב כהנא (אמר) לא תימא בשבת העשויה לכמך הא סתמא לקדרה אלא סתם שבת לכמך עשויה דתנן השבת משנתנה טעם בקדרה אין בה משום תרומה ואינה מטמאה טומאת אוכלין
7 R. Aši sagte: Ich trug diese Lehre R. Kahana vor, und er sprach: Man sage nicht, vom Dill, der als Zukost verwendet wird, sonst aber sei der Dill für die Topfspeise bestimmt, vielmehr ist der Dill überhaupt als Zukost bestimmt, denn wir haben gelernt: Der Dill ist, sobald er im Topfe einen Geschmack verliehen hat, nicht mehr als Hebe [verboten] und nicht mehr als Speise verunreinigungsfähig.
ח הא עד שלא נתנה טעם בקדרה יש בה משום תרומה ומטמאה טומאת אוכלין ואי ס"ד סתמא לקדרה כי לא נתנה נמי סתמא לקדרה אלא לאו ש"מ סתמא לכמך עשויה ש"מ
8 Demnach ist er, bevor er einen Geschmack im Topfe verliehen hat, als Hebe [verboten] und als Speise verunreinigungsfähig. Wenn man nun sagen wollte, er sei schlechthin zur Topf[würze] bestimmt, so ist er ja, auch wenn man ihn nicht in den Topf getan hat, als Topf[würze] bestimmt!? Hieraus ist vielmehr zu entnehmen, daß er auch sonst als Zukost bestimmt ist. Schließe hieraus.
ט <big><strong>מתני׳</strong></big> כל שחייב בראשית הגז חייב במתנות ויש שחייב במתנות ואינו חייב בראשית הגז
9 <b>W</b><small>AS ZUR</small> E<small>RSTSCHUR PFLICHTIG IST, IST ZU DEN</small> P<small>RIESTERGABEN PFLICHTIG, MANCHES ABER IST ZU DEN</small> P<small>RIESTERGABEN PFLICHTIG UND NICHT ZUR</small> E<small>RSTSCHUR</small>.
י כל שיש לו ביעור יש לו שביעית ויש שיש לו שביעית ואין לו ביעור
10 W<small>OBEI DAS</small> [G<small>ESETZ VON DER</small>] F<small>ORTSCHAFFUNG</small><small>GILT, GILT</small> [<small>DAS</small> G<small>ESETZ</small>] <small>VOM</small> S<small>IEBENTJAHRE, BEI MANCHEM ABER GILT DAS</small> G<small>ESETZ VOM</small> S<small>IEBENTJAHRE UND NICHT</small> [<small>DAS</small> G<small>ESETZ</small>] <small>VON DER</small> F<small>ORTSCHAFFUNG</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> כגון עלה הלוף שוטה והדנדנה יש שיש לו שביעית ואין לו ביעור עיקר הלוף שוטה ועיקר הדנדנה
11 GEMARA. Beispielsweise die Blätter des wilden Lauchs und der Minze. Wobei [das Gesetz vom] Siebentjahre Geltung hat und nicht das von der Fortschaffung: die Wurzel des wilden Lauchs und die Wurzel der Minze.
יב דכתיב (ויקרא כה, ז) ולבהמתך ולחיה אשר בארצך תהיה כל תבואתה לאכול כל זמן שחיה אוכלת מן השדה אתה מאכיל לבהמתך בבית כלה לחיה מן השדה כלה לבהמתך שבבית והני לא כלו להו
12 Denn es heißt:<i>für dein Vieh und für das Wild, das in deinem Lande, sei sein ganzer Ertrag zur Nahrung</i>. Solange das Wild auf dem Felde davon frißt, darfst du es auch deinem Vieh im Hause zu fressen geben, hat es für das Wild auf dem Felde aufgehört, so hat es auch für dein Vieh im Hause aufgehört. Diese aber haben nicht aufgehört.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> כל שיש לו קשקשת יש לו סנפיר ויש שיש לו סנפיר ואין לו קשקשת כל שיש לו קרנים יש לו טלפים ויש שיש לו טלפים ואין לו קרנים
13 <b>W</b><small>AS</small> S<small>CHUPPEN HAT, HAT</small> F<small>LOSSEN, MANCHES ABER HAT</small> F<small>LOSSEN UND KEINE</small> S<small>CHUPPEN</small>. W<small>AS</small> H<small>ÖRNER HAT, HAT GESPALTENE</small> K<small>LAUEN, MANCHES ABER HAT GESPALTENE</small> K<small>LAUEN UND KEINE</small> H<small>ÖRNER</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> כל שיש לו קשקשת דג טהור יש שיש לו סנפיר ואין לו קשקשת דג טמא מכדי אנן אקשקשת סמכינן סנפיר דכתב רחמנא למה לי
14 GEMARA. Was Schuppen hat, der reine Fisch. Manches aber hat Flossen und keine Schuppen, der unreine Fisch. Merke, für uns sind ja die Schuppen maßgebend, wozu schrieb es der Allbarmherzige von den Flossen!? –
טו אי לא כתב רחמנא סנפיר הוה אמינא מאי קשקשת דכתיב סנפיר ואפילו דג טמא כתב רחמנא סנפיר וקשקשת
15 Würde der Allbarmherzige es nicht von den Flossen geschrieben haben, so könnte man glauben, unter Schuppenseien eben die Flossen zu verstehen, somit auch der unreine Fisch, daher schrieb der Allbarmherzige Flossen und Schuppen. –
טז והשתא דכתב רחמנא סנפיר וקשקשת מנלן דקשקשת לבושא הוא דכתיב (שמואל א יז, ה) ושריון קשקשים הוא לבוש
16 Jetzt auch, wo der Allbarmherzige Flossen und Schuppen geschrieben hat, weiß man ja, daß unter Schuppendie Bekleidung zu verstehen sei, weil es heißt:<i>er war mit einem Schuppenpanzer bekleidet</i>,
יז ולכתוב רחמנא קשקשת ולא בעי סנפיר א"ר אבהו וכן תנא דבי רבי ישמעאל (ישעיהו מב, כא) יגדיל תורה ויאדיר
17 somit sollte doch der Allbarmherzige nur Schuppen und nicht Flossen geschrieben haben!? R. Abahu erwiderte, und ebenso wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt:<i>Die Lehre groß und herrlich zu machen</i>.
יח <big><strong>מתני׳</strong></big> כל הטעון ברכה לאחריו טעון ברכה לפניו ויש שטעון ברכה לפניו ואין טעון ברכה לאחריו
18 <b>W</b><small>AS DES</small> S<small>EGENSSPRUCHES NACHHER</small><small>BENÖTIGT, BENÖTIGT DES</small> S<small>EGENSSPRUCHES VORHER</small>, <small>MANCHES ABER BENÖTIGT DES</small> S<small>EGENSSPRUCHES VORHER UND BENÖTIGT NICHT DES</small> S<small>EGENSSPRUCHES NACHHER</small>.
יט <big><strong>גמ׳</strong></big> לאתויי מאי לאתויי ירק ולרבי יצחק דמברך אירק לאתויי מאי לאתויי מיא
19 GEMARA. Was schließt diesein? – Dies schließt das Grünkraut ein. – Was schließt dies nach R. Jiçḥaq ein, nach dem über das Grünkraut [nachher] der Segen zu sprechen ist? – Dies schließt Wasser ein. –
כ ולרב פפא דמברך אמיא לאתויי מאי לאתויי מצות ולבני מערבא דמברכי בתר דסליקו תפילייהו אשר קדשנו במצותיו וצונו לשמור חוקיו לאתויי מאי לאתויי
20 Was schließt dies nach R. Papa ein, nach dem über das Wasser [nachher] der Segen zu sprechen ist? – Dies schließt die Geboteein. – Was schließt dies nach den Leuten im Westen ein, die, nachdem sie die Tephillin abgelegt haben, den Segen sprechen: ‘Der uns durch seine Gebote geheiligt und geboten hat, seine Gesetze zu halten’!? –