Niddah 109

Kapitel 109

א אי מה היא מטמאה באבן מסמא אף מדוה נמי מטמאה באבן מסמא
1 Demnach sollte doch, wie sie einen Blockstein verunreinigt, auch ihr Fluß einen Blockstein verunreinigen!? –
ב אמר רב אשי אמר קרא (ויקרא טו, י) והנושא אותם אותם מיעוטא הוא
2 R. Aši erwiderte: Die Schrift sagt:<i>was sie trägt</i>, [das Wort] <i>sie</i> ist eine Einschränkung.
ג ובשר המת מנלן אמר ר"ל אמר קרא (ויקרא כב, ה) לכל טומאתו לכל טומאות הפורשות ממנו
3 D<small>AS</small> F<small>LEISCH VON EINEM</small> T<small>OTEN</small>. Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt:<i>durch irgend welche Unreinheit</i>, durch jede Unreinheit, die von ihm herrührt.
ד רבי יוחנן אמר (במדבר יט, טז) או בעצם אדם או בקבר אדם דומיא דעצם מה עצם יבש אף כאן יבש
4 R. Joḥanan erwiderte:<i>Oder einen Knochen eines Menschen oder ein Grab</i>, gleich einem Knochen, wie ein Knochen trocken ist, ebenso hierbei, wenn es trocken ist. –
ה מאי בינייהו איכא בינייהו דאפריך אפרוכי
5 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn es zerbröckeltist.
ו מיתיבי בשר המת שהופרך טהור התם דאקמח והוי עפרא
6 Man wandte ein: Wenn Fleisch von einem Toten zerbröckelt ist, so ist es rein!? – Dies in dem Falle, wenn es ganz zerfallen und Staub geworden ist.
ז מיתיבי כל שבמת מטמא חוץ מן השינים והשער והצפורן ובשעת חבורן הכל טמא
7 Man wandte ein: Vom Toten ist alles verunreinigend, ausgenommen die Zähne, die Haare und die Nägel; haften sie an ihm, so sind sie alle unrein!?
ח אמר רב אדא בר אהבה דומיא דעצם מה עצם שנברא עמו אף כל שנברא עמו והאיכא שער וצפורן שנבראו עמו וטהורין
8 R. Ada b. Ahaba erwiderte: Gleich einem Knochen: wie der Knochen mit ihm erschaffen worden ist, ebenso alles andere, was mit ihm erschaffen worden ist. – Das Haar und die Nägel sind ja mit ihm erschaffen worden, und sie sind rein!?
ט אלא אמר רב אדא בר אהבה דומיא דעצם מה עצם שנברא עמו ואין גזעו מחליף אף כל שנברא עמו ואין גזעו מחליף יצאו השינים שלא נבראו עמו יצאו שער וצפורן שאף על פי שנבראו עמו גזעו מחליף
9 Vielmehr, erwiderte R. Ada b. Ahaba, gleich einem Knochen: wie der Knochen mit ihm erschaffen worden ist und nicht nachwächst, ebenso alles andere, was mit ihm erschaffen worden ist und nicht nachwächst, ausgenommen sind die Zähne, die nicht mit ihm erschaffen worden sind, und ausgenommen sind das Haar und die Nägel, die, wenn sie auch mit ihm erschaffen worden sind, nachwachsen. –
י והרי עור דגזעו מחליף ותנן הגלודה רבי מאיר מכשיר וחכמים פוסלין ואפילו רבנן לא קפסלי אלא דאדהכי והכי שליט בה אוירא ומתה ולעולם גזעו מחליף ותנינן אלו שעורותיהם כבשרן עור האדם
10 Auch die Haut wächst ja nach, denn wir haben gelernt, [ein Vieh], dem die Haut abgeschält ist, sei nach R. Meír tauglichund nach den Weisen untauglich, und auch nach den Weisen ist es nur deshalb untauglich, weil bis dahindie Luft ihm schaden und es verenden kann, [die Haut] aber wächst nach; dennoch haben wir gelernt: bei folgenden gleicht die Haut dem Fleische: die Haut des Menschen!? –
יא הא איתמר עלה אמר עולא דבר תורה עור אדם טהור ומאי טעמא אמרו טמא גזרה שמא יעשה אדם עורות אביו ואמו שטיחין לחמור
11 Hierzu wurde ja gelehrt: U͑la sagte: Nach der Tora ist die Haut eines Menschen rein, und nur deshalb sagten sie, sie sei unrein, weil zu berücksichtigen ist, jemand könnte aus der Haut seines Vaters oder seiner Mutter Decken für einen Esel machen.
יב ואיכא דאמרי הרי עור דאין גזעו מחליף ותנן וחכמים פוסלין ואפי' רבי מאיר לא קא מכשר אלא דקריר בשרא וחייא ולעולם אין גזעו מחליף ואמר עולא דבר תורה עור אדם טהור
12 Manche lesen: Die Haut wächst ja nicht nach, denn wir haben gelernt, nach den Weisen sei es untauglich, und auch nach R. Meír ist es nur deshalb tauglich, weil das Fleisch einen Überzug bekommt und es leben bleibt, [die Haut] aber wächst nicht nach, dennoch sagte U͑la, die Haut eines Menschen sei rein!? –
יג כי איתמר דעולא אסיפא איתמר וכולן שעבדן או שהילך בהן כדי עבודה טהורין חוץ מעור אדם ואמר עולא דבר תורה עור אדם כי עבדו טהור ומה טעם אמרו טמא גזרה שמא יעשה אדם עור אביו ואמו שטיחין
13 Die Lehre U͑las bezieht sich auf den Schlußsatz: sie alle sind rein, wenn man sie gegerbt oder zur Gerbung genügend darauf getreten hat, ausgenommen die Haut eines Menschen. Hierzu sagte U͑la: Nach der Tora ist die Haut eines Menschen, wenn man sie gegerbt hat, rein, und nur deshalb sagten sie, sie sei unrein, weil zu berücksichtigen ist, jemand könnte aus der Haut seines Vaters oder seiner Mutter eine Decke machen. –
יד והרי בשר דגזעו מחליף וטמא אמר מר בר רב אשי בשר נעשה מקומו צלקת
14 Das Fleisch wächst ja nach, und es ist unrein!? Mar, Sohn des R. Aši, erwiderte: Das Fleisch bekommt an der Stelle eine Narbe.
טו אבל הזוב זוב מנלן דתניא (ויקרא טו, ב) זובו טמא לימד על הזוב שהוא טמא
15 F<small>LUSS ABER</small>. Woher dies vom Flusse? – Es wird gelehrt:<i>Sein Fluß ist unrein</i>, dies lehrt, daß der Fluß unrein ist.
טז והלא דין הוא לאחרים גורם טומאה לעצמו לא כ"ש שעיר המשתלח יוכיח שגורם טומאה לאחרים והוא עצמו טהור אף אתה אל תתמה על זה שאע"פ שגורם טומאה לאחרים הוא עצמו טהור ת"ל זובו טמא לימד על הזוב שהוא טמא
16 Dies wäre durch einen Schluß zu folgern: wenn er für andereUnreinheit veranlaßt, um wieviel mehr er selber. Aber vom fortzuschickenden [Sühne]bocke ist [das Entgegengesetzte] zu beweisen: er macht andereunrein, er selber aber ist rein. Du sollst dich daher auch über diesen nicht wundern, wenn er für andere Unreinheit veranlaßt, selber aber rein ist. Daher heißt es: <i>sein Fluß ist unrein</i>, und dies lehrt, daß der Fluß unrein ist. –
יז ואימא ה"מ במגע אבל במשא לא מידי דהוה אשרץ אמר רב ביבי בר אביי במגע לא איצטריך קרא דלא גרע משכבת זרע
17 Vielleicht aber nur durch Berührung, nicht aber durch Tragen, wie dies auch beim Kriechtiere der Fall ist!? R. Bebaj b. Abajje erwiderte: Hinsichtlich der Berührung ist kein Schriftvers nötig, denn er ist nicht weniger als der Samenerguß, nötig ist der Schriftvers nur wegen des Tragens. –