Niddah 115

Kapitel 115

א מדרבנן
1 daß sie rabbanitisch unrein sei.
ב רב אשי אמר שמואל הוא דאמר כר' נחמיה דתנן ר' נחמיה אומר כל דבר שאינו מקבל טומאה אינו מקבל כתמים
2 R. Aši erwiderte: Šemuél ist der Ansicht R. Neḥemjas, denn wir haben gelernt: R. Neḥemja sagte: Was für die Unreinheit nicht empfänglichst, ist auch für Blutflecke nicht empfänglich. –
ג בשלמא לרב אשי היינו דקאמר קרקע אלא לרב ירמיה מאי איריא קרקע אפילו גלימא נמי לא מיבעיא קאמר
3 Erklärlich ist es nach R. Aši, daß er vom Erdboden spricht, weshalb aber spricht er nach R. Jirmeja vom Erdboden, dies gilt ja auch von einem Gewande!? – Von diesem ist es selbstverständlich;
ד לא מיבעיא גלימא דלא מבדק שפיר ואיכא למימר מעלמא אתא אלא אפילו קרקע דמבדק שפיר דאיכא למימר מגופה אתיא טהור
4 selbstverständlich ist dies von einem Gewände, das sich nicht genau untersuchen läßt, weil angenommen werden kann, es sei von anderwärts gekommen, aber auch am Erdboden, den man genau untersuchen kann, und angenommen werden kann, es sei aus ihrem Körper gekommen, ist sie rein.
ה על עקבה ועל ראש גודלה טמאה וכו' בשלמא עקבה עביד דנגע באותו מקום אלא ראש גודלה מאי טעמא וכי תימא זימנין דנגע בעקבה ומי מחזקינן טומאה ממקום למקום
5 W<small>ENN AN DER</small> F<small>ERSE ODER AN DER</small> S<small>PITZE DES GROSSEN</small> Z<small>EHS, SO IST SIE UNREIN</small>. Allerdings an der Ferse, weil sie diese Stelle berühren kann, weshalb aber, wenn an der Spitze des großen Zehs? Wolltest du sagen, weil diese die Ferse berühren kann, so wird ja nicht eine Unreinheit [durch Übertragung] von einer Stelle auf eine andere angenommen.
ו והתניא היתה לה מכה בצוארה שתוכל לתלות תולה על כתפה שאינה יכולה לתלות אינה תולה
6 Es wird nämlich gelehrt: Hat sie eine Verletzung am Halse, sodaß sie esdarauf zurückführenkann, so führe sie es darauf zurück, wenn aber an der Schulter, sodaß sie es nicht darauf zurückführen kann, so führe sie es nicht darauf zurück.
ז ואין אומרים שמא בידה נטלתו והביאתו לשם אלא שאני ראש גודלה דבהדי דפסעה עביד דמתרמי
7 Man nehme aber nicht an, sie habe es vielleicht mit der Hand genommen und es da hingetan!? – Vielmehr, anders ist es beim großen Zeh, weil es beim Schreiten direkt erfolgt sein kann. –
ח ולא מחזקינן טומאה ממקום למקום והתניא נמצאת על קשרי אצבעותיה טמאה מפני שידים עסקניות הן
8 Wird denn nicht eine Unreinheit [durch Übertragung] von einer Stelle auf eine andere angenommen, es wird ja gelehrt: Findet es sich an ihren Fingergelenken, so ist sie unrein, weil die Hände geschäftig sind.
ט מאי טעמא לאו משום דאמרינן בדקה בחד ידא ונגעה באידך ידא לא שאני ידה דכולה עבידא דנגעה
9 Doch wohl, weil wir sagen, sie habe sich mit einer Hand untersucht, und mit dieser die andere Hand berührt!? – Nein, anders verhält es sich mit der Hand, die ganz alleinüberallhin rührt.
י על שוקה ועל פרסותיה מבפנים וכו' מבפנים עד היכא אמרי דבי רבי ינאי עד מקום חבק
10 W<small>ENN AM</small> S<small>CHENKEL ODER AM</small> F<small>USSE ETNWÄRTS &amp;C</small>. Wie weit einwärts? – In der Schule R. Jannajs sagten sie, bis zum Nestelbande.
יא איבעיא להו מקום חבק כלפנים או כלחוץ ת"ש דתני רב קטינא עד מקום חבק וחבק עצמו כלפנים רב חייא בריה דרב אויא מתני לה בהדיא אמרי דבי רבי ינאי עד מקום חבק וחבק עצמו כלפנים
11 Sie fragten: Gilt die Stelle des Nestelbandes als einwärts oder auswärts? – Komm und höre: R. Qaṭṭina lehrte: bis zum Nestelbande, und das Nestelband selbst gilt als einwärts. R. Ḥija, Sohn des R. Ivja, lehrte es ausdrücklich: In der Schule R. Jannajs sagten sie, bis zur Stelle des Nestelbandes, und das Nestelband selbst gilt als einwärts.
יב בעי רבי ירמיה כשיר מהו כשורה מהו טיפין טיפין מהו לרוחב ירכה מהו
12 R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn [der Fleck] ringförmig ist, wenn reihenförmig, wenn in einzelnen Tropfen, wenn in der Breite der Hüfte? –
יג ת"ש על בשרה ספק טמא ספק טהור טמא על בשרה מאי לאו כי האי גוונא לא דלמא דעביד כרצועה
13 Komm und höre: An ihrem Leibe ist es zweifelhaft, ob unrein oder rein, und es ist unrein. ‘An ihrem Leibe’, doch wohl auf diese Weise. – Nein, wenn es streifenartig ist.
יד ההיא איתתא דאשתכח לה דמא במשתיתא אתאי לקמיה דרבי ינאי אמר לה תיזיל ותיתי
14 Einst fand eine Frau Blut am Webeaufzuge, und als sie vor R. Jannaj kam, sprach er zu ihr: Geh hin und zurück. –
טו והתניא אין שונין בטהרות כי אמרינן אין שונין לקולא אבל לחומרא שונין
15 Es wird ja aber gelehrt, daß man beim Reinheitsgesetze nicht wiederhole!? – Nur erleichternd sagen wir nicht, daß man wiederhole, erschwerend aber wiederhole man wohl.
טז היתה פושטתו וכו' תניא אר"א בר' יוסי דבר זה הוריתי בעיר רומי לאיסור וכשבאתי אצל חכמים שבדרום אמרו לי יפה הוריתה
16 H<small>ATTE SIE ES AUSGEZOGEN &amp;C</small>. Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Jose sagte: So entschied ich es in Rom erschwerend, und als ich zu den Weisen im Süden kam, sprachen sie zu mir: du hast richtig entschieden.
יז ת"ר ארוכה שלבשה חלוקה של קצרה וקצרה שלבשה חלוקה של ארוכה אם מגיע כנגד בית התורפה של ארוכה שתיהן טמאות ואם לאו ארוכה טהורה וקצרה טמאה
17 Die Rabbanan lehrten: Wenn eine große das Hemd einer kleinen oder eine kleine das Hemd einer großen anhatte, so sind, wenn [der Blutfleck] bis zur Schamstelle der größeren reicht, beide unrein, wenn aber nicht, so ist die große rein und die kleine unrein.
יח תניא אידך בדקה חלוקה והשאילתו לחבירתה היא טהורה וחבירתה תולה בה אמר רב ששת ולענין דינא תנן אבל לענין טומאה היא טהורה וחבירתה טמאה
18 Ein Anderes lehrt: Hatte sie ihr Hemd untersucht und es einer Gefährtin geliehen, so ist sie rein und ihre Gefährtin führe es auf jene zurück. R. Šešeth sagte: Nur zivilrechtlich ist dies gelehrt worden, hinsichtlich der Unreinheit aber ist sie rein und ihre Gefährtin unrein. –