Niddah 25

Kapitel 25

א מתני׳ <big><strong>כל</strong></big> היד המרבה לבדוק בנשים משובחת ובאנשים תקצץ
1 <b>J</b>E <small>HÄUFIGER DIE</small> H<small>AND UNTERSUCHT, DESTO LOBENSWERTER IST DIES, BEI</small> F<small>RAUEN, BEI</small> M<small>ÄNNERN ABER WERDE SIE ABGEHACKT</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> מ"ש נשים ומאי שנא אנשים נשים לאו בנות הרגשה נינהו משובחות אנשים דבני הרגשה נינהו תקצץ
2 GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen Frauen und Männern? — Bei Frauen, die dabei nichts empfinden, ist es lobenswert, bei Männern, die dabei empfindlich sind, werde [die Hand] abgehackt. —
ג אי הכי מאי איריא מרבה כי לא מרבה נמי כי קתני מרבה אנשים
3 Wieso demnach je häufiger, dies gilt ja auch, wenn nicht häufig!? — Das ‘häufiger’ bezieht sich auf Frauen.
ד תנא בד"א לענין שכבת זרע אבל לענין זוב אף הוא משובח כנשים
4 Es wird gelehrt: Dies gilt nur vom Samenergusse, beim Flusse aber ist es bei Männern ebenso lobenswert, wie bei Frauen.
ה ואפי' לענין שכבת זרע אם בא לבדוק בצרור או בחרס בודק
5 Aber auch beim Samenergusse darf man dies, wenn man sich mit einem Spane oder einer Scherbe untersucht. —
ו ובמטלית לא והתניא בודק עצמו במטלית ובכל דבר שרוצה כדאמר אביי במטלית עבה הכא נמי במטלית עבה
6 Etwa nicht auch mit einem Lappen, es wird ja gelehrt, man untersuche sich mit einem Lappen, oder womit man sonst will!? — Wie Abajje erklärt hat, mit einem groben Lappen, ebenso auch hierbei, mit einem groben Lappen. —
ז והיכא איתמר דאביי אהא דתנן היה אוכל בתרומה והרגיש שנזדעזעו איבריו אוחז באמתו ובולע את התרומה
7 Worauf bezieht sich die Erklärung Abajjes? — Auf folgende Lehre. Wenn jemand Hebe ißt und ein Prickeln in seinen Gliedern merkt, so halle er das Glied fest und schlucke die Hebe herunter.
ח אוחז והתניא רבי אליעזר אומר כל האוחז באמתו ומשתין כאילו מביא מבול לעולם אמר אביי במטלית עבה
8 Und [auf die Frage,] wieso er es anfassen darf, R. Elie͑zer sagte ja, wenn man das Glied anfaßt und uriniert, sei es ebenso, als brächte man eine Sintflut über die Welt, erwiderte Abajje: mit einem groben Lappen.
ט רבא אמר אפילו תימא במטלית רכה כיון דעקר עקר ואביי חייש דלמא אתי לאוסופי ורבא לא חייש דלמא אתי לאוסופי
9 Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, mit einem weichen Lappen, denn sobald [der Samen] abgegangen ist, ist er abgegangen. — Und Abajje!? — Es ist zu berücksichtigen, er könnte dadurch noch mehr ausstoßen. — Und Raba!? — Man berücksichtige nicht, er könnte noch mehr ausstoßen. —
י ולא והתניא הא למה זה דומה לנותן אצבע בעין שכל זמן שאצבע בעין עין מדמעת וחוזרת ומדמעת
10 Etwa nicht, es wird ja gelehrt: dies ist damit zu vergleichen, als wenn man einen Finger an das Auge legt; solange der Finger am Auge ist, tränt das Auge und tränt immerfort weiter. —
יא ורבא כל אחמומי והדר אחמומי בשעתיה לא שכיח
11 Und Raba!? — Die sich wiederholende gleichzeitige Erbrünstung ist ganz ungewöhnlich.
יב גופא ר"א אומר כל האוחז באמה ומשתין כאילו מביא מבול לעולם אמרו לו לרבי אליעזר והלא נצוצות נתזין על רגליו ונראה ככרות שפכה ונמצא מוציא לעז על בניו שהן ממזרים
12 Der Text. R. Elie͑zer sagte: Wenn jemand das Glied anfaßt und uriniert, so ist es ebenso, als brächte er eine Sintflut über die Welt. Sie sprachen zu R. Elie͑zer: Es kommen ja Spritzer auf seine Füße, sodaß es den Anschein hat, als wäre ihm die Harnröhre durchgeschnitten, sodaß er seine Kinder ins Gerede bringt, sie seien Hurenkinder!?
יג אמר להן מוטב שיוציא לעז על בניו שהן ממזרים ואל יעשה עצמו רשע שעה אחת לפני המקום
13 Dieser erwiderte ihnen: Lieber bringe man seine Kinder ins Gerede, sie seien Hurenkinder, als nur eine Stunde vor Gott als Frevler zu erscheinen.
יד תניא אידך אמר להן רבי אליעזר לחכמים אפשר יעמוד אדם במקום גבוה וישתין או ישתין בעפר תיחוח ואל יעשה עצמו רשע שעה אחת לפני המקום
14 Ein Anderes lehrt: R. Elie͑zer sprach zu den Weisen: Man kann ja auf einer erhöhten Stelle stehen und urinieren, oder in lockere Erdeurinieren, ohne auch nur eine Stunde vor Gott als Frevler zu erscheinen. —
טו הי אמר להו ברישא אילימא קמייתא אמר להו ברישא בתר דאמר להו איסורא הדר אמר להו תקנתא
15 Welches antwortete er ihnen zuerst: wollte man sagen, er antwortete ihnen das erstere zuerst, wieso sollte er ihnen, nachdem er es als verboten erklärt hat, ein Mittel genannt haben!? —
טז אלא הא אמר להו ברישא ואמרו ליה אין לו מקום גבוה ועפר תיחוח מאי אמר להן מוטב שיוציא לעז על בניו ואל יעשה עצמו רשע שעה אחת לפני המקום
16 Vielmehr, dies erwiderte er ihnen zuerst, und als sie an ihn die Frage richteten, wie es denn sei, wenn ihm keine erhöhte Stelle und keine lockere Erde zur Verfügung stehen, erwiderte er ihnen, man bringe lieber seine Kinder ins Gerede, als auch nur eine Stunde als Frevler vor Gott zu erscheinen.
יז וכל כך למה מפני שמוציא שכבת זרע לבטלה דא"ר יוחנן כל המוציא שכבת זרע לבטלה חייב מיתה שנאמר (בראשית לח, י) וירע בעיני ה' (את) אשר עשה וימת גם אותו
17 Weshalb dies alles? — Weil man nutzlos Samen ergießt. R. Joḥanan sagte nämlich: Wer nutzlos Samen ergießt, ist des Todes schuldig, denn es heißt:<i>aber böse war in den Augen des Herrn, was er getan, und er tötete auch ihn</i>.
יח רבי יצחק ורבי אמי אמרי כאילו שופך דמים שנאמר (ישעיהו נז, ה) הנחמים באלים תחת כל עץ רענן שוחטי הילדים בנחלים תחת סעיפי הסלעים אל תקרי שוחטי אלא סוחטי
18 R. Jiçḥaq und R. Ami sagten, es sei ebenso, als vergösse er Blut, denn es heißt:<i>die in Brunst geraten an den Terebinthen, hinter jedem belaubten Baume; die Kinder schlachten in Tälern, unter Felsenklüften</i>, und man lese nicht <i>šoḥṭe</i> [schlachten], sondern <i>soḥṭe</i> [auspressen].
יט רב אסי אמר כאילו עובד עבודת כוכבים כתיב הכא תחת כל עץ רענן וכתיב התם (דברים יב, ב) על ההרים הרמים ותחת כל עץ רענן
19 R. Asi sagte, es sei ebenso, als diente er Götzen, denn hierbei heißt es: <i>unter jedem belaubten Baume</i>, und dortheißt es: <i>auf den hohen Bergen &amp;c. und unter jedem belaubten Baume</i>.
כ רב יהודה ושמואל הוו קיימי אאיגרא דבי כנישתא דשף ויתיב בנהרדעא אמר ליה רב יהודה לשמואל צריך אני להשתין א"ל שיננא אחוז באמתך והשתן לחוץ
20 Einst standen R. Jehuda und Šemuél auf dem Dache des Bethauses des Šaphjathib in Nehardea͑. Da sprach R. Jehuda zu Šemuél: Ich muß urinieren. Dieser erwiderte: Scharfsinniger, fasse dein Glied anund uriniere nach auswärts. —
כא היכי עביד הכי והתניא ר"א אומר כל האוחז באמתו ומשתין כאילו מביא מבול לעולם
21 Wieso tat er dies, es wird ja gelehrt, R. Elie͑zer sagt, wenn jemand das Glied anfaßt und uriniert, sei es ebenso, als brächte er eine Sintflut über die Welt!?
כב אמר אביי עשאו כבולשת דתנן בולשת שנכנס לעיר בשעת שלום חביות פתוחות אסורות סתומות מותרות בשעת מלחמה אלו ואלו מותרות לפי שאין להן פנאי לנסך אלמא דכיון דבעיתי לא אתי לנסוכי הכא נמי כיון דבעיתי לא אתי להרהורי
22 Abajje erwiderte: Hierbei verhielt es sich ebenso, wie bei der Lehre von der Truppe, denn wir haben gelernt: Wenn eine Truppe in die Stadt einrückt, so sind, wenn zur Friedenszeit, offene Fässerverboten und verschlossene erlaubt, und wenn zur Kriegszeit, diese und jene erlaubt, weil sie keine Zeit haben, [den Wein] zu libieren. Da sagen wir also, weil sie in Angst sind, kommen sie nicht dazu, ihn zu libieren, ebenso kam er auch hierbei, weil er in Angst war, nicht zu sündhaften Gedanken. —
כג והכא מאי ביעתותא איכא איבעית אימא ביעתותא דליליא ודאיגרא ואיבעית אימא ביעתותא דרביה ואב"א ביעתותא דשכינה ואיבעית אימא אימתא דמריה עליה דקרי שמואל עליה אין זה ילוד אשה
23 Welche Angst gab es hierbei? — Wenn du willst, sage ich: die Angst der Nacht und des Daches. Wenn du willst, sage ich: die Ehrfurcht vor seinem Lehrer. Wenn du willst, sage ich: die Ehrfurcht vor der Göttlichkeit. Wenn du willst, sage ich: die Angst vor seinem Herrn, denn Šemuél sagte von ihm, er sei gar kein Weibgeborener.
כד ואיבעית אימא נשוי הוה דאמר רב נחמן אם היה נשוי מותר
24 Wenn du willst, sage ich: er war verheiratet. R. Naḥman sagte nämlich, wer verheiratet ist, darf dies.
כה ואיבעית אימא כי הא אורי ליה דתני אבא בריה דרבי בנימין בר חייא אבל מסייע בביצים מלמטה ואיבעית אימא כי הא אורי ליה דאמר רבי אבהו אמר רבי יוחנן גבול יש לו מעטרה ולמטה מותר
25 Wenn du willst, sage ich: er lehrte ihm folgendes: R. Abba, Sohn des R. Benjamin b. Ḥija, lehrte: Man darf von unten mit den Hoden stützen. Und wenn du willst, sage ich: er lehrte ihm folgendes: R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Es gibt hierfür eine Grenze: unterhalb der Eichel ist es erlaubt,