Niddah 32

Kapitel 32

א <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר אע"פ שאמרו המשמש מטתו לאור הנר הרי זה מגונה בש"א צריכה שני עדים על כל תשמיש או תשמש לאור הנר ובה"א דיה בשני עדים כל הלילה
1 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Obgleich sie gesagt haben, wer den Geschlechtsakt vor dem Scheine des Lichtes vollzieht, sei abscheulich, sagt die Schule Šammajs dennoch, sie brauche zu jedem Geschlechtsakte zwei Wischlappen oder sie vollziehe den Geschlechtsakt beim Scheine des Lichtes. Die Schule Hillels sagt, sie habe mit zwei Wischlappen für die ganze Nacht genug.
ב תניא אמרו להם ב"ש לב"ה לדבריכם ליחוש שמא תראה טיפת דם כחרדל בביאה ראשונה ותחפנה שכבת זרע בביאה שניה
2 Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sprach zu der Schule Hillels: Nach euerer Ansichtist ja zu berücksichtigen, sie könnte beim ersten Geschlechtsakte einen senfgroßen Tropfen ausstoßen und er beim zweiten Geschlechtsakte mit Samen bedeckt werden!?
ג א"ל ב"ה אף לדבריכם ליחוש עד שהרוק בתוך הפה שמא נימוק והולך לו
3 Die Schule Hillels erwiderte: Auch nach euerer Ansicht ist ja zu berücksichtigen, der Speichel kann ja noch im Mundezerrieben werden!?
ד אמרו להם לפי שאינו דומה נימוק פעם אחת לנימוק שתי פעמים
4 Diese erwiderte: Es ist nicht gleich, ob er einmal zerrieben wird oder er zweimal zerrieben wird.
ה תניא א"ר יהושע רואה אני את דברי ב"ש אמרו לו תלמידיו רבי כמה הארכת עלינו אמר להם מוטב שאאריך עליכם בעוה"ז כדי שיאריכו ימיכם לעוה"ב
5 Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Mir leuchten die Worte der Schule Šammajs ein. Seine Schüler sprachen zu ihm: Meister, du hast es uns ausgedehnt. Er erwiderte ihnen: Ich will es euch auf dieser Welt ausdehnen, damit euere Tage in der zukünftigen Welt ausgedehnt werden.
ו אמר ר' זירא מדברי כולם נלמד בעל נפש לא יבעול וישנה
6 R. Zera sagte: Aus den Worten von diesen allen lernen wir, daß ein Mann von Seelenicht den Geschlechtsakt vollziehe und wiederhole.
ז רבא אמר בועל ושונה כי תניא ההיא לטהרות
7 Raba sagt, man dürfe den Geschlechtsakt vollziehen und wiederholen, denn jene Lehre spricht von der Reinheit.
ח תניא נמי הכי בד"א לטהרות אבל לבעלה מותרת ובד"א שהניחה בחזקת טהרה אבל הניחה בחזקת טמאה לעולם היא בחזקתה עד שתאמר לו טהורה אני
8 Ebenso wird auch gelehrt: Dies nur hinsichtlich der Reinheit, ihrem Manne aber ist sie erlaubt. Ferner gilt dies nur von dem Falle, wenn er sie in der Annahme der Reinheit zurückgelassen hat, wenn er sie aber in der Annahme der Unreinheit zurückgelassen hat, bleibt sie solange in ihrem Zustande, bis sie zu ihm sagt, sie sei rein.
ט א"ר אבא א"ר חייא בר אשי אמר רב בדקה בעד ואבד אסורה לשמש עד שתבדוק מתקיף לה ר' אילא אילו איתא מי לא משמשה ואע"ג דלא ידעה השתא נמי תשמש
9 R. Abajje sagte im Namen des R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs: Wenn sie sich [vorher] mit einem Wischlappen untersucht hat und er abhanden gekommen ist, so ist ihr der Geschlechtsakt verboten, bis sie sich untersucht hat. R. Ila wandte ein: Darf sie denn, wenn er vorhanden ist, den Geschlechtsakt nicht vollziehen, auch wenn sie es nichtweiß!? Somit darf sie auch jetzt den Geschlechtsakt vollziehen.
י א"ל רבא זו מוכיחה קיים וזו אין מוכיחה קיים
10 Raba erwiderte ihm: Für diese ist der Beweis vorhanden, für jene ist der Beweis nicht vorhanden.
יא א"ר יוחנן אסור לאדם שישמש מטתו ביום אמר רב המנונא מאי קרא שנאמר (איוב ג, ג) יאבד יום אולד בו והלילה אמר הורה גבר לילה ניתן להריון ויום לא ניתן להריון ריש לקיש אמר מהכא (משלי יט, טז) בוזה דרכיו ימות
11 R. Joḥanan sagte: Es ist verboten, den Geschlechtsverkehr am Tage zu pflegen. R. Hamnuna Sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers:<i>es schwinde der Tag, an dem ich geboren ward, und die Nacht, in der gesprochen ward: empfangen ist ein Männliches</i>; die Nacht ist für die Empfängnis bestimmt, der Tag aber ist nicht für die Empfängnis bestimmt.
יב ור"ל האי קרא דר' יוחנן מאי דריש ביה מבעי ליה לכדדריש רבי חנינא בר פפא דדריש ר' חנינא בר פפא אותו מלאך הממונה על ההריון לילה שמו ונוטל טפה ומעמידה לפני הקב"ה ואומר לפניו רבש"ע טפה זו מה תהא עליה גבור או חלש חכם או טיפש עשיר או עני
12 Reš Laqiš sagte: Hieraus:<i>wer seinen Wandel schändet, stirbt</i> — Wofür verwendet Reš Laqiš den Vers des R. Joḥanan? — Diesen verwendet er für eine Auslegung des R. Ḥanina b. Papa, denn R. Ḥanina b. Papa trug vor: Der Engel, der über die Schwangerschaft gesetzt ist, heißt Nacht. Er holt den Tropfen, legt ihn vor den Heiligen, gepriesen sei er, und spricht vor ihm: Herr der Welt, was soll aus diesem Tropfen werden: ein Held oder ein Schwächling, ein Weiser oder ein Tor, ein Reicher oder ein Armer.
יג ואילו רשע או צדיק לא קאמר כדר' חנינא דא"ר חנינא הכל בידי שמים חוץ מיראת שמים שנאמר (דברים י, יב) ועתה ישראל מה ה' אלהיך שואל מעמך כי אם ליראה וגו'
13 Er sagt aber nicht: ein Frevler oder ein Gerechter. Dies nach R. Ḥanina, denn R. Ḥanina sagte: Alles wird durch den Himmel [bestimmt], ausgenommen die Gottesfurcht, denn es heißt:<i>und nun, Jisraél, was verlangt der Herr, dein Gott, von dir, als daß du fürchtest &amp;c</i>. —
יד ור' יוחנן א"כ נכתוב קרא גבר הורה מאי הורה גבר לילה ניתן להריון ויום לא ניתן להריון
14 Und R. Joḥanan!? — Der Schriftvers könnte ja lauten <i>ein Männliches empfangen</i>, wenn es aber <i>empfangen ist ein Männliches</i> heißt, so besagt dies: die Nacht ist für die Empfängnis bestimmt, der Tag aber ist nicht für die Empfängnis bestimmt. —
טו ור' יוחנן האי קרא דר"ל מאי דריש ביה מבעי לי' לכדכתיב בספר בן סירא שלשה שנאתי וארבעה לא אהבתי שר הנרגל בבית המשתאות ואמרי לה שר הנרגן ואמרי לה שר הנרגז
15 Wofür verwendet R. Joḥanan den Vers des Reš Laqiš!? — Diesen verwendet er für folgendes. Im Buche des Ben Sira steht geschrieben: Drei, die ich hasse, und vier, die ich nicht liebe: ein Fürst, der in Gasthäusern weilt, — manchelesen: ein Fürst, der schwatzt, und manche lesen: ein Fürst, der zankt, —
טז והמושיב שבת במרומי קרת והאוחז באמה ומשתין מים והנכנס לבית חבירו פתאום אמר רבי יוחנן ואפילו לביתו
16 wer sich auf den Höhen der Stadt niederläßt, wer das Glied anfaßt und uriniert, und wer in das Haus seines Nächsten plötzlich eintritt. R. Joḥanan sagte: Selbst in sein eigenes Haus.
יז אמר רבי שמעון בן יוחאי ארבעה דברים הקב"ה שונאן ואני איני אוהבן הנכנס לביתו פתאום ואצ"ל לבית חבירו והאוחז באמה ומשתין מים
17 R. Šimo͑n sagte: Vier, die der Heilige, gepriesen sei er, haßt, und ich liebe sie nicht: wer plötzlich in sein Haus eintritt, und um so mehr in das Haus seines Nächsten, wer das Glied anfaßt und uriniert,