Niddah 36

Kapitel 36

א והפילה מביאה קרבן ונאכל
1 Wenn [eine Frau] über einen Fluß gegangen ist
ב הלך אחר רוב נשים ורוב נשים ולד מעליא ילדן
2 und etwas ausgestoßen hat, so bringe sie das Opfer dar, und es werde gegessen, denn man richte sich nach den meisten Frauen, und die meisten Frauen gebären normale Kinder. —
ג מתניתין קאמרינן שמעתתא לא קאמרינן
3 Wir sprechen nur von Lehren [einer] Mišna, nicht aber von anderen Lehren. —
ד והא כי אתא רבין אמר מתיב רבי יוסי בר רבי חנינא טועה ולא ידענא מאי תיובתיה
4 Aber als Rabin kam, sagte er ja, R. Jose b. R. Ḥanina erhob einen Einwandaus [der Lehre von] der in Wirrung befindlichen, und er wisse nicht, was dies für ein Einwand sei.
ה מאי לאו לא תיובתא אלא סייעתא
5 Doch wohl kein Einwand, sondern eine Stütze!? —
ו לא דלמא לא תיובתא ולא סייעתא
6 Nein, vielleicht weder ein Einwand noch eine Stütze. —
ז למעוטי מאי
7 Was schließt diesaus:
ח אילימא למעוטי רובא דאיכא חזקה בהדיה דלא שרפינן עליה את התרומה והא אמרה ר' יוחנן חדא זימנא
8 wollte man sagen, dies schließe eine Mehrheit aus, wobei eine Präsumtion vorhandenist, daß man dannkeine Hebe verbrenne, so sagte es ja R. Joḥanan bereits einmal!?
ט דתנן תינוק הנמצא בצד העיסה ובצק בידו רבי מאיר מטהר וחכמים מטמאין שדרכו של תינוק לטפח
9 Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Kind mit Teig in der Hand neben dem Teige angetroffen wird, so ist er nach R. Meír rein und nach den Weisen unrein, weil es die Art eines Kindes ist, herumzuwühlen.
י ואמרינן מאי טעמא דר"מ קסבר רוב תינוקות מטפחין ומיעוט אין מטפחין ועיסה זו בחזקת טהורה עומדת סמוך מיעוטא לחזקה ואיתרע ליה רובא
10 Hierzu sagten wir: folgendes sei der Grund R. Meírs: die Mehrheit der Kinder pflegt herumzuwühlen und die Minderheit pflegt nicht herumzuwühlen, da aber der Teig sich bisher in der Annahme der Reinheit befand, so verbinde man die Minderheit mit der bisherigen Annahme, und die Mehrheit ist suspekt. —
יא ורבנן מיעוטא כמאן דליתיה דמי ורובא וחזקה רובא עדיף
11 Und die Rabbanan!? — Die Minderheit gilt als nicht vorhanden, und von Mehrheit und bisheriger Annahme ist die Mehrheit bedeutender.
יב ואמר ריש לקיש משום רבי אושעיא זו היא חזקה ששורפין עליה את התרומה ורבי יוחנן אמר אין זו חזקה ששורפין עליה את התרומה
12 Hierzu sagte Reš Laqiš im Namen R. Oša͑jas, dies sei eine Präsumtion, woraufhin man Hebe verbrenne, und R. Joḥanan sagte, dies sei keine Präsumtion, woraufhin man Hebe verbrenne. —
יג אלא למעוטי רובא דרבי יהודה דתנן המפלת חתיכה אם יש עמה דם טמאה ואם לאו טהורה רבי יהודה אומר בין כך ובין כך טמאה
13 Vielmehr dies schließt die Mehrheit [in der Lehre] R. Jehudas aus. Wir haben nämlich gelernt: Wenn [eine Frau] einen Klumpen ausstößt, so ist sie, wenn sie dabei Blutung hat, unrein, wenn aber nicht, rein.
יד ואמר רב יהודה אמר שמואל לא טימא רבי יהודה אלא בחתיכה של ארבע מיני דמים אבל שאר מיני דמים טהורה ורבי יוחנן אמר של ארבע מיני דמים דברי הכל טמאה ושל שאר דמים דברי הכל טהורה לא נחלקו אלא כשהפילה
14 R. Jehuda sagt, sie sei ob so oder so unrein. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Nach R. Jehuda ist sie unrein nur bei einem Klumpen mit Blut der vier Arten, wenn aber mit Blut der anderen Arten, so ist sie rein. R. Joḥanan aber sagte: Mit Blut der vier Arten ist sie nach aller Ansicht unrein, mit Blut der anderen Arten ist sie nach aller Ansicht rein, und sie streiten nur über den Fall, wenn sie etwas ausgestoßen hat