Niddah 40

Kapitel 40

א רבי חנינא הוא דחכים כולי עלמא לאו חכימי הכי
1 R. Ḥanina durfte dies, da er sehr weise war, andere aber sind nicht so weise.
ב אמר רבי יוחנן חכמתא דרבי חנינא גרמא לי דלא אחזי דמא מטמינא מטהר מטהרנא מטמא אמר רבי אלעזר ענוותנותא דרבי חנינא גרמא לי דחזאי דמא ומה רבי חנינא דענותן הוא מחית נפשיה לספק וחזי אנא לא אחזי
2 R. Joḥanan sagte: Die Weisheit R. Ḥaninas hat es veranlaßt, daß ich kein Blut besichtige. Erkläre ich es als unrein, so erklärt er es als rein; erkläre ich es als rein, so erklärt er es als unrein. R. Elea͑zar sagte: Die Bescheidenheit R. Ḥaninas hat es veranlaßt, daß ich Blut besichtige. Wenn R. Ḥanina, der so bescheiden war, sich in einen Zweifel einließ und es besichtigte, wie sollte ich es nicht besichtigen.
ג אמר רבי זירא טבעא דבבל גרמא לי דלא חזאי דמא דאמינא בטבעא לא ידענא בדמא ידענא
3 R. Zera sagte: Die Beschaffenheit Babyloniens veranlaßte es, daß ich kein Blut besichtige, denn ich sage: ich kenne seine Beschaffenheit nicht, wie sollte ich vom Blute verstehen. —
ד למימרא דבטבעא תליא מלתא והא רבה הוא דידע בטבעא ולא ידע בדמא כל שכן קאמר ומה רבה דידע בטבעא לא חזא דמא ואנא אחזי
4 Demnach hängt es von der Beschaffenheit ab, aber Rabba kannte ja die Beschaffenheit, und dennoch verstand er nichts vom Blute!? — Er meint es um so mehr: wenn Rabba, der die Beschaffenheit kannte, Blut nicht besichtigte, wie sollte ich es besichtigen.
ה עולא אקלע לפומבדיתא אייתו לקמיה דמא ולא חזא אמר ומה רבי אלעזר דמרא דארעא דישראל הוה כי מקלע לאתרא דר' יהודה לא חזי דמא אנא אחזי
5 Einst traf U͑la in Pumbeditha ein, und als man ihm Blut brachte, besichtigte er es nicht, indem er sprach: Wenn R. Elea͑zar, der der Meister des Jisraéllandes war, wenn er nach der Ortschaft R. Jehudas kam, Blut nicht besichtigte, wie sollte ich es besichtigen!? —
ו ואמאי קרו ליה מרא דארעא דישראל דההיא אתתא דאייתא דמא לקמיה דרבי אלעזר הוה יתיב רבי אמי קמיה ארחיה אמר לה האי דם חימוד הוא בתר דנפקה אטפל לה רבי אמי אמרה ליה בעלי היה בדרך וחמדתיו קרי עליה (תהלים כה, יד) סוד ה' ליראיו
6 Weshalb nennt man ihn Meister des Jisraéllandes? — Einst brachte ein Weib Blut vor R. Elea͑zar, und R. Ami saß vor ihm; da roch er daran und sprach: Das ist Geilheitsblut. Nachdem sie hinausgegangen war, schloß sich ihr R. Ami an, und sie sprach zu ihm: Mein Mann ist auf der Reise, und ich hatte Verlangen nach ihm. Da sprach er über jenen:<i>Das Geheimnis des Herrn denen, die ihn fürchten</i>.
ז אפרא הורמיז אמיה דשבור מלכא שדרה דמא לקמיה דרבא הוה יתיב רב עובדיה קמיה ארחיה אמר לה האי דם חימוד הוא אמרה ליה לבריה תא חזי כמה חכימי יהודאי א"ל דלמא כסומא בארובה
7 Iphra Hormez, die Mutter des Königs Sapor, sandte Blut zu Raba, und R. O͑badja saß vor ihm. Da roch er daran und ließ ihr sagen: Das ist Geilheitsblut. Da sprach sie zu ihrem Sohne: Komm und sieh, wie weise die Juden sind. Er erwiderte: Vielleicht wie ein Blinder an der Luke.
ח הדר שדרה ליה שתין מיני דמא וכולהו אמרינהו ההוא בתרא דם כנים הוה ולא ידע אסתייע מילתא ושדר לה סריקותא דמקטלא כלמי אמרה יהודאי בתווני דלבא יתביתו
8 Hierauf sandte sie ihm sechzig Arten Blut, und über alle sagte er ihr Bescheid, außer über das letzte. Es war Läuseblut, und er wußte es nicht. Es war aber ein glücklicher Zufall, daß er ihr einen Kamm zum Töten der Läuse sandte. Da sprach sie: Die Juden sitzen in den Herzkammern.
ט אמר רב יהודה מרישא הוה חזינא דמא כיון דאמרה לי אמיה דיצחק ברי האי טיפתא קמייתא לא מייתינן לה קמייהו דרבנן משום דזהימא לא חזינא
9 R. Jehuda sagte: Früher pflegte ich Blut zu besichtigen, nachdem aber die Mutter meines Sohnes Jiçḥaq zu mir gesagt hat, man bringe den ersten Tropfen nicht vor die Rabbanan, weil er schmutzig ist, besichtige ich es nicht.
י בין טמאה לטהורה ודאי חזינא
10 Zwischen [Blut der] Unreinheit und der Reinheitunterscheide ich entschieden.
יא ילתא אייתא דמא לקמיה דרבה בר בר חנה וטמי לה הדר אייתא לקמיה דרב יצחק בריה דרב יהודה ודכי לה
11 Einst brachte JalthaBlut vor Rabba b. Bar Ḥana, und er erklärte es ihr als unrein. Hierauf brachte sie es vor R. Jiçḥaq, den Sohn R. Jehudas, und er erklärte es ihr als rein. —
יב והיכי עביד הכי והתניא חכם שטימא אין חברו רשאי לטהר אסר אין חבירו רשאי להתיר
12 Wieso tat er dies, es wird ja gelehrt, wenn ein Gelehrter etwas als unrein erklärt hat, dürfe sein Kollege es nicht als rein erklären, wenn er etwas verboten hat, dürfe sein Kollege es nicht mehr erlauben!? —
יג מעיקרא טמויי הוה מטמי לה כיון דא"ל דכל יומא הוה מדכי לי כי האי גונא והאידנא הוא דחש בעיניה דכי לה
13 Zuerst hatte er es ihr ebenfalls als unrein erklärt, als sie ihm aber erzählte, jener habe ihr sonst solches als rein erklärt, diesmal aber Augenleiden gehabt, erklärte er es ihr als rein. — War sie denn glaubhaft!? —
יד ומי מהימני אין והתניא נאמנת אשה לומר כזה ראיתי ואבדתיו
14 Allerdings, es wird auch gelehrt: Eine Frau ist glaubhaft, wenn siesagt, solches habe sie wahrgenommen und es verloren.
טו איבעיא להו כזה טיהר איש פלוני חכם מהו
15 Sie fragten: Wie ist es, [wenn siesagt:] solches hat mir jener Gelehrte als rein erklärt? —
טז תא שמע נאמנת אשה לומר כזה ראיתי ואבדתיו שאני התם דליתיה לקמה
16 Komm und höre: Eine Frau ist glaubhaft, wenn sie sagt: solches habe ich wahrgenommen und es verloren. — Anders ist es da, wo er es nicht vor sich hat. —
יז תא שמע דילתא אייתא דמא לקמיה דרבה בר בר חנה וטמי לה לקמיה דרב יצחק בריה דרב יהודה ודכי לה והיכי עביד הכי והתניא חכם שטימא אין חבירו רשאי לטהר וכו'
17 Komm und höre: Jaltha brachte Blut vor Rabba b. Bar Ḥana, und er erklärte es ihr als unrein. Hierauf brachte sie es vor R. Jiçḥaq, den Sohn R. Jehudas, und er erklärte es ihr als rein. [Und auf unsere Frage,] wieso er dies tat, es wird ja gelehrt, wenn ein Gelehrter etwas als unrein erklärt hat, dürfe sein Kollege es nicht als rein erklären &amp;c,
יח ואמרינן טמויי הוה מטמי לה כיון דאמרה ליה דכל יומא מדכי לה כי האי גונא והאידנא הוא דחש בעיניה הדר דכי לה אלמא מהימנא לה
18 erwiderten wir, er hatte es ihr zuerst ebenfalls als unrein erklärt, und als sie ihm sagte, jener habe ihr sonst solches als rein erklärt, diesmal aber Augenleiden gehabt, erklärte er es ihr als rein. Sie ist also glaubhaft!? —
יט רב יצחק בר יהודה אגמריה סמך
19 R. Jiçḥaq b. Jehuda stützte sich auf seine Kenntnis.
כ רבי ראה דם בלילה וטימא ראה ביום וטיהר המתין שעה אחת חזר וטימא אמר אוי לי שמא טעיתי
20 Einst besichtigte Rabbi Blut nachts und erklärte es als unrein, alsdann am Tage, und erklärte es als rein, dann wartete er eine Weile, und erklärte es abermals als unrein. Hierauf sprach er: Wehe mir, ich habe mich vielleichtgeirrt! —
כא שמא טעיתי ודאי טעה דתניא לא יאמר חכם אילו היה לח היה ודאי טמא
21 Wieso ‘vielleicht geirrt’, er hatte sich ja bestimmt geirrt!? Es wird nämlich gelehrt: Der Gelehrte darf nicht sagen: wäre es feucht, so wäre es sicher unrein,
כב אלא אמר אין לו לדיין אלא מה שעיניו רואות מעיקרא אחזקיה בטמא כיון דחזא לצפרא דאשתני אמר (ליה) ודאי טהור הוה ובלילה הוא דלא אתחזי שפיר כיון דחזא דהדר אשתני אמר האי טמא הוא ומפכח הוא דקא מפכח ואזיל
22 vielmehr hat der Richter sich nur danach zu richten, was seine Augen sehen. — Zuerst hatte er es als unrein festgestellt, morgens aber hatte es ein anderes Aussehen, und er sagte, es war sicher rein, nur habe er es nachts nicht gut gesehen, und als er hierauf sah, daß es abermals ein anderes Aussehen bekam, sagte er, es sei tatsächlich unrein, nur verliere sich [die Röte] allmählich.
כג רבי בדיק לאור הנר רבי ישמעאל ברבי יוסף בדיק ביום המעונן ביני עמודי אמר רב אמי בר שמואל וכולן אין בודקין אותן אלא בין חמה לצל רב נחמן אמר רבה בר אבוה בחמה ובצל ידו
23 Rabbi untersuchte [Blut] vor dem Scheine des Lichtes. R. Jišma͑él b. R. Jose untersuchte es an einem wolkigen Tage, sogar zwischen den Säulen. R. Ami b. Šemuél sagte: Sie alle untersuche man nur zwischen Sonne und Schatten. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Vor der Sonne im Schatten seiner Hand.
כד וכמזוג שני חלקים כו' תנא
24 M<small>ISCHWEIN</small>[<small>FARBIG</small>]? Z<small>WEI</small> T<small>EILE &amp;C</small>. Es wird gelehrt: