Niddah 54

Kapitel 54

א פרידה אחת עפר (ונפיל) ליה שיעורא
1 die Mehrheit erlangen über ein Körnchen Erde, sodaß das Quantumvergrößert wird!?
ב אלא אמר רבה היינו טעמא דרבי שמעון סופו כתחלתו מה תחלתו נעשה לו דבר אחר גנגילון אף סופו נעשה לו דבר אחר גנגילון
2 Vielmehr, erklärte Rabba, ist folgendes der Grund R. Šimo͑ns: das Ende gleicht dem Anfang; wie am Anfangetwas anderes als Zusatz gilt, ebenso gilt auch am Ende etwas anderes als Zusatz. —
ג מאי היא דתניא איזהו מת שיש לו רקב ואיזהו מת שאין לו רקב נקבר ערום בארון של שיש או ע"ג רצפה של אבנים זהו מת שיש לו רקב
3 Welches Bewenden hat es damit? — Es wird gelehrt: Bei welcher Leiche gibt es Moder(und bei welcher Leiche gibt es keinen Moder)? Ist sie nackt in einem Sarge aus Marmor, oder auf einem Steinfliese bestattet worden, so ist dies eine Leiche, bei der es Moder gibt.
ד ואיזהו מת שאין לו רקב נקבר בכסותו או בארון של עץ או ע"ג רצפה של לבנים זהו מת שאין לו רקב ולא אמרו רקב אלא למת בלבד למעוטי הרוג דלא
4 Bei welcher Leiche gibt es keinen Moder? Ist sie in einem Gewände bestattet worden, oder in einem Sarge aus Holz, oder auf einem Ziegelpflaster, so ist dies eine Leiche, bei der es keinen Moder gibt. Sie sprechen von Modernur bei einem Verstorbenen, nicht aber bei einem Erschlagenen.
ה גופא מלא תרוד רקב שנפל לתוכו עפר כל שהוא טמא ור' שמעון מטהר מלא תרוד רקב שנתפזר בבית הבית טמא ורבי שמעון מטהר
5 Der Text. Ist in einen Löffel voll Moder etwas Erde gekommen, so ist er unrein, nach R. Šimo͑n aber rein. Ist ein Löffel voll Moder in einem Hause verstreut worden, so ist das Haus unrein,, nach R. Šimo͑n aber rein.
ו וצריכא דאי אשמעינן קמייתא בההיא קאמרי רבנן משום דמכניף אבל נתפזר אימא מודו לו לרבי שמעון דאין מאהיל וחוזר ומאהיל
6 Und beides ist nötig. Würde er nur das Erste gelehrt haben, so könnte man glauben, die Rabbanan seien ihrer Ansicht nur in diesem Falle, weil er zusammen ist, ist er aber verstreut worden, pflichten sie R. Šimo͑n bei, weil nicht eine Bezeltung und wiederum eine Bezeltungerfolgen kann.
ז ואי אשמעינן בהא בהא אמר רבי שמעון דאין מאהיל וחוזר ומאהיל אבל בהא אימא מודה להו לרבנן צריכא
7 Und würde er nur dies gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Šimo͑n vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil nicht eine Bezeltung und wiederum eine Bezeltung erfolgen kann, in jenem Falle aber pflichte er den Rabbanan bei. Daher ist beides nötig.
ח תניא אידך מלא תרוד ועוד עפר בית הקברות טמא ורבי שמעון מטהר מאי טעמייהו דרבנן לפי שא"א למלא תרוד ועוד עפר בית הקברות שאין בו מלא תרוד רקב
8 Ein Anderes lehrt: Ein Löffel und darüber voll Erde von einem Begräbnisplatzeist unrein, nach R. Šimo͑n aber rein. Was ist der Grund der Rabbanan? — Weil es nicht möglich ist, daß in einem Löffel und darüber voll Erde von einem Begräbnisplatze nicht ein Löffel voll Moder enthalten ist.
ט השתא דאמרת טעמא דרבי שמעון משום סופו כתחלתו גבי שליא מאי טעמא אמר רבי יוחנן משום בטול ברוב נגעו בה
9 Was ist nun, wo du ausgeführt hast, der Grund R. Šimo͑ns sei, weil das Ende dem Anfang gleiche, sein Grund bei der Nachgeburt? R. Joḥanan erwiderte: Hierbei ist das Aufgehen in der Mehrheitberücksichtigt worden.
י ואזדא רבי יוחנן לטעמיה דאמר רבי יוחנן רבי שמעון ור"א בן יעקב אמרו דבר אחד רבי שמעון הא דאמרן רבי אליעזר דתניא רבי אליעזר בן יעקב אומר בהמה גסה ששפעה חררת דם הרי זו תקבר ופטורה מן הבכורה
10 R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte: R. Šimo͑n und R. Elie͑zer b. Ja͑qob lehren dasselbe. R. Šimo͑n lehrte das, was wir eben gesagt haben, und von R. Elie͑zer b. Ja͑qob gibt es folgende Lehre: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Wenn ein Großvieheinen Blutkuchen ausgestoßen hat, so ist erzu begraben, und es ist erstgeburtsfrei.
יא ותני רבי חייא עלה אינה מטמאה לא במגע ולא במשא ומאחר שאינה מטמאה לא במגע ולא במשא אמאי תקבר כדי לפרסמה שהיא פטורה מן הבכורה
11 Und hierzu lehrte R. Ḥija, er verunreinige nicht durch Berühren und nicht durch Tragen. — Weshalb ist er, wenn er nicht durch Berühren und nicht durch Tragen verunreinigt, zu begraben? — Um bekannt zu machen, daß es erstgeburtsfrei ist. —
יב אלמא ולד מעליא הוא ואמאי תני רבי חייא אינה מטמאה לא במגע ולא במשא אמר רבי יוחנן משום בטול ברוב נגעו בה
12 Demnach ist er eine richtige Geburt, wieso lehrt R. Ḥija, er verunreinige nicht durch Berühren und nicht durch Tragen? R. Joḥanan erwiderte: Hierbei ist das Aufgehen in der Mehrheitberührt worden.
יג א"ר אמי אמר רבי יוחנן ומודה רבי שמעון שאמו טמאה לידה
13 R. Ami sagte: R. Joḥanan pflichtet jedoch bei, daßdie Mutter geburtsunrein ist.
יד אמר ההוא סבא לרבי אמי אסברא לך טעמא דרבי יוחנן דאמר קרא (ויקרא יב, ב) אשה כי תזריע וילדה זכר וגו' אפילו לא ילדה אלא כעין שהזריעה טמאה לידה
14 Ein Greis sprach zu R. Ami: Ich will dir den Grund R. Joḥanans erklären: Die Schrift sagt:<i>wenn ein Weib Samen bringt und einen Knaben gebiert</i>, auch wenn sie nur so gebiert, wie sie Samen gebrachthat, ist sie geburtsunrein.
טו ריש לקיש אמר שפיר שטרפוהו במימיו נעשה כמת שנתבלבלה צורתו
15 Reš Laqiš sagte: Hat man eine Eihaut mit ihrer Flüssigkeil zerschlagen, so gleicht sie einem Toten, dessen Gestalt zerstörtworden ist.
טז אמר ליה רבי יוחנן לריש לקיש מת שנתבלבלה צורתו מנלן דטהור אילימא מהא דאמר רבי שבתאי אמר ר' יצחק מגדלאה ואמרי לה א"ר יצחק מגדלאה א"ר שבתאי מת שנשרף ושלדו קיימת טמא מעשה היה וטמאו לו פתחים גדולים
16 R. Joḥanan sprach zu Reš Lapiš: Woher, daß ein Toter, dessen Gestalt zerstört worden ist, rein ist? Wollte man sagen, aus folgender Lehre des R. Šabthaj im Namen des R. Jiçḥaq aus Magdala, und wie manche sagen, des R. Jiçḥaq aus Magdala im Namen R. Šabthajs: Wenn ein Toter verbrannt worden und das Gerippe noch beisammenist, so ist er unrein. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und man erklärte die großen Türenals unrein