Niddah 64

Kapitel 64

א למעוטי איש מאודם
1 Dies schließt einen Mann aus hinsichtlich des roten [Flusses]. —
ב והא דתניא אשה אין לי אלא אשה בת י' ימים לזיבה מנין ת"ל ואשה למה לי ליגמר מנדה
2 Es wird gelehrt: <i>Ein Weib</i>, ich weiß dies von einem Weibe, woher dies von einem zehn Tagealten Mädchen hinsichtlich des Flusses? Es heißt <i>und ein Weib</i>. Wozu ist dies nötig, es ist ja von der Menstruierendenzu folgern!? —
ג צריכא דאי כתב רחמנא בנדה הוה אמינא נדה משום דכי חזאי חד יומא בעיא למיתב ז' אבל זבה דאי חזאי חד יומא בשומרת יום כנגד יום סגי לה אימא לא צריכא
3 Dies ist nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von der Menstruierenden geschrieben haben, so könnte man glauben, nur die Menstruierende, weil sie, wenn sie einen Tag wahrnimmt, sieben Tage [in Unreinheit] verweilen muß, nicht aber gilt dies von der Flußbehafteten, die, wenn sie einen Tag wahrnimmt, nur Tag um Tag abzuwartenhat. Daher ist dies nötig. —
ד וליכתוב רחמנא בזבה ולא בעי בנדה ואנא ידענא דאין זבה בלא נדה אין ה"נ ואלא קרא למה לי למעוטי איש מאודם
4 Sollte der Allbarmherzige es nur von der Flußbehafteten und nicht von der Menstruierenden geschrieben haben, und ich würde es gewußt haben, denn es gibt keinen Blutfluß ohne Menstruation!? — Dem ist auch so. — Wozu ist nun der Schriftvers nötig? — Um den Mann hinsichtlich des roten [Flusses] auszuschließen. —
ה הא מיעטתיה חדא זימנא חד למעוטי משכבת זרע וחד למעוטי מדם
5 Sie hat ihn ja bereits einmalausgeschlossen!? — Einmal ihn inbetreff des Samenergussesauszuschließen, und einmal, ihn inbetreff des Blutes auszuschließen.
ו וכן לענין זכרים דתניא (ויקרא טו, ב) איש איש מה ת"ל איש איש לרבות תינוק בן יום אחד שהוא מטמא בזיבה דברי רבי יהודה
6 Dasselbe gilt auch vom Männlichen. Es wird nämlich gelehrt:<i>Mann</i>, wozu heißt es <i>jeder</i><i>Mann</i>? Dies schließt einen einen Tag alten Knaben ein, daß er durch Fluß unrein ist — so R. Jehuda.
ז רבי ישמעאל בנו של ר' יוחנן בן ברוקה אומר אין צריך הרי הוא אומר (ויקרא טו, לג) לזכר ולנקבה לזכר כל שהוא זכר בין שהוא גדול בין שהוא קטן ולנקבה כל שהיא נקבה בין גדולה בין קטנה א"כ מה ת"ל איש איש דברה תורה כלשון בני אדם
7 R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, dies sei nicht nötig; es heißt:<i>für den Mann und für das Weib</i>, für den Mann, alles was männlich ist, ob erwachsen oder Kind, für das Weib, alles was weiblich ist, ob erwachsen oder Kind. Wozu heißt es demnach <i>jeder Mann</i>? Die Tora gebraucht die Redewendung der Menschen. —
ח אלמא כי מרבי קרא בן יום אחד מרבי ורמינהו איש אין לי אלא איש בן תשע שנים ויום אחד מנין ת"ל {ויקרא טו } ואיש
8 Demnach schließt die Schrift einen einjährigen Knaben ein; ich will auf einen Widerspruch hinweisen:<i>Ein Mann</i>, ich weiß dies von einem Manne, woher dies von einem neun Jahre und einen Tag alten Knaben? Es heißt <i>und ein Mann</i>!?
ט אמר רבא הלכתא נינהו ואסמכינהו רבנן אקראי הי הלכתא והי קרא אילימא בן יום אחד הלכתא ובן ט' שנים ויום אחד קרא קרא סתמא כתיב
9 Raba erwiderte: Es sind überlieferte Lehren, und die Rabbanan haben sie an Schriftverse angelehnt. — Welches ist eine überlieferte Lehre und welches ist aus der Schrift; wollte man sagen, hinsichtlich des einen Tag alten sei es eine überlieferte Lehre und hinsichtlich des neun Jahre und einen Tag alten sei es in der Schrift angedeutet, so spricht ja die Schrift allgemein!? —
י אלא בן ט' שנים ויום אחד הלכתא ובן יום א' קרא וכי מאחר דהלכתא היא קרא למה לי למעוטי אשה מלובן
10 Vielmehr, hinsichtlich des neun Jahre und einen Tag alten ist es eine überlieferte Lehre, und hinsichtlich des einen Tag alten ist es in der Schrift angedeutet. — Wozu ist, wenn dies eine überlieferte Lehre ist, der Schriftvers nötig? — Dies schließt ein Weib aus hinsichtlich des weißen [Flusses]. —
יא למה לי למכתב בזכרים ולמה לי למכתב בנקבות
11 Wozu braucht dies von Männern besonders und von Weibern besonders geschrieben zu werden? —
יב צריכי דאי כתב רחמנא בזכרים משום דמטמאו בראיות כבימים אבל נקבות דלא מטמאו בראיות כבימים אימא לא
12 Dies ist nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von Männern geschrieben haben, so könnte man glauben, weil sie unrein sind bei [Wiederholung der] Wahrnehmungen, wie bei [der Zahl] der Tage, nicht aber gelte dies von Weibern, die nicht unrein sind bei [Wiederholung der] Wahrnehmungen, wie bei [der Zahl] der Tage.
יג ואי כתב רחמנא בנקבות משום דקמטמו באונס אבל זכרים דלא מטמאו באונס אימא לא צריכא
13 Und würde der Allbarmherzige es nur von Weibern geschrieben haben, so könnte man glauben, weil sie auch bei Mißgeschickunrein sind, nicht aber gelte dies von Männern, die bei Mißgeschick nicht unrein sind. Daher ist beides nötig.
יד הכותים מטמאין משכב תחתון כעליון מאי משכב תחתון כעליון אילימא דאי איכא י' מצעות ויתיב עלייהו מטמו להו פשיטא דהא דרס להו
14 S<small>AMARITANER MACHEN DAS</small> U<small>NTERPOLSTER WIE DIE</small> O<small>BER</small>[<small>DECKE</small>] <small>UNREIN</small>. Was heißt das Unterpolster wie die Ober[decke]; wollte man sagen, daß, wenn es zehn Decken sind und er auf ihnen sitzt, alle unrein sind, so ist es ja selbstverständlich, denn er drücktsie ja!? —
טו אלא שיהא תחתונו של בועל נדה כעליונו של זב מה עליונו של זב אינו מטמא אלא אוכלין ומשקין אף תחתונו של בועל נדה אינו מטמא אלא אוכלין ומשקין
15 Vielmehr, daß das Unterpolster des einer Menstruierenden Beiwohnenden der Ober[decke] eines Flußbehafteten gleicht; wie die Ober[decke] eines Flußbehafteten nur Speisen und Getränkeunrein macht, ebenso macht das Unterpolster des einer Menstruierenden Beiwohnenden nur Speisen und Getränke unrein. —
טז עליונו של זב מנלן דכתיב (ויקרא טו, י) וכל הנוגע בכל אשר יהיה תחתיו יטמא מאי תחתיו
16 Woher dies von der Ober[decke] eines Flußbehafteten? — Es heißt:<i>wer irgend etwas berührt, was unter ihm ist, ist unrein</i>. Was heißt unter ihm: