Pesachim 126

Kapitel 126

א או לאחד מבני חבורה ועד שיהא עמו בעזרה ר' יוחנן אמר אע"פ שאין עמו בעזרה במאי קמיפלגי אילימא בעל בסמוך קמיפלגי דרבי שמעון בן לקיש סבר על בסמוך ורבי יוחנן סבר לא בעינן על בסמוך והא איפלגו בה חדא זימנא
1 oder eines Beteiligtenbefindet und es mit ihm im Tempelhofe anwesend ist. R. Joḥanan sagte: Auch wenn es nicht mit ihm im Tempelhofe anwesend ist. – Worin besteht ihr Streit: wollte man sagen, ob <i>auf</i>in der Nähe heiße, R. Šimo͑n b. Laqiš sei der Ansicht, <i>auf</i> heiße in der Nähe, und R. Joḥanan sei der Ansicht, <i>auf</i> brauche nicht die Nähe zu sein, so streiten sie ja darüber bereits einmal!?
ב דתנן השוחט תודה לפנים ולחומה חוץ לחומה לא קדש הלחם
2 Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand das Dankopfer innerhalb schlachtet und das Brot dazu sich außerhalb der Mauer befindet, so ist das Brot nicht heilig.
ג מאי חוץ לחומה רבי יוחנן אמר חוץ לחומת בית פאגי אבל חוץ לחומת העזרה קדיש ולא בעינן על בסמוך רבי שמעון בן לקיש אמר אפילו חוץ לחומת עזרה לא קדיש אלמא בעינן על בסמוך
3 Und ‘außerhalb der Mauer’ erklärte R. Joḥanan: außerhalb der Mauer von Beth-Phage, wenn aber außerhalb der Mauer des Tempelhofes sei es heilig, denn <i>auf</i>heiße nicht in der Nähe; und R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte, auch außerhalb der Mauer des Tempelhofes sei es nicht heilig, denn <i>auf</i> heiße in der Nähe.
ד אלא בהתראת ספק קמיפלגי בהא נמי הא פליגי בה חדא זימנא
4 Vielmehr, sie streiten über die eventuelle Warnung. Aber auch darüber streiten sie ja bereits einmal.
ה דאיתמר שבועה שאוכל ככר זו היום ועבר היום ולא אכלה ר' יוחנן ור"ש בן לקיש דאמרי תרוייהו אינו לוקה רבי יוחנן אמר אינו לוקה משום דהוה ליה לאו שאין בו מעשה וכל לאו שאין בו מעשה אין לוקין עליו אבל התראת ספק שמה התראה
5 Es wurde nämlich gelehrt: Wenn jemand geschworen hat, an diesem Tage diesen Laib zu essen, und der Tag vorüber ist und er ihn nicht gegessen hat, so erhält er, wie R. Joḥanan und R. Šimo͑n b.Laqiš übereinstimmend sagen, keine Geißelhiebe. R. Joḥanan sagt, er erhalte keine Geißelhiebe, weil dies ein Verbot ist, durch das keine Handlung ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, durch das keine Handlung ausgeübt wird, erhält man keine Geißelhiebe; die eventuelle Warnungaber gilt als Warnung.
ו ור"ש בן לקיש אמר אינו לוקה משום דהוה ליה התראת ספק והתראת ספק לא שמה התראה אבל לאו שאין בו מעשה לוקין עליו
6 R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, er erhalte keine Geißelhiebe, weil die Warnung nur eine eventuelle sein kann, und die eventuelle Warnung gilt nicht als Warnung; wegen eines Verbotes aber, durch das keine Handlung ausgeübt wird, erhält man wohl Geißelhiebe. –
ז אמרי לעולם בעל בסמוך קא מיפלגי וצריכא דאי איפליגו לענין חמץ הוה אמינא בההוא הוא דקאמר רבי יוחנן דלא בעינן על בסמוך משום דאיסור הוא וכל היכא דאיתיה איתיה
7 Ich will dir sagen, tatsächlich streiten sie darüber, ob <i>auf</i> in der Nähe heiße, und beides ist nötig. Würden sie nur über das Gesäuerte gestritten haben, so könnte man glauben, R. Joḥanan sage nur hierbei, <i>auf</i> brauche nicht in der Nähe zu sein, weil es an sich verboten ist, wo es sich auch befindet,
ח אבל לענין מקדש לחם לא קדיש אלא בפנים אימא מודה ליה לר"ש בן לקיש דבעינן על בסמוך דאי איתיה גואי קדיש אי לא לא קדיש מידי דהוה אכלי שרת צריכא
8 bei der Heiligkeit des Brotes aber, das nur innerhalb [der Mauer] heilig ist, pflichte er R. Šimo͑n b. Laqiš bei, daß <i>auf</i> in der Nähe heiße, daß sie heilig seien, wenn sie sich innerhalb befinden, sonst aber nicht heilig seien, wie dies auch bei den Dienstgeräten der Fall ist. (Daher ist es nötig.)
ט ואי אשמעינן לענין מקדש לחם ה"א בהך קאמר ר"ש בן לקיש דבעינן על בסמוך דאי איתיה גואי קדיש אי לא לא קדיש אבל לענין חמץ מודה ליה לרבי יוחנן דלא בעינן על בסמוך דאיסורא הוא וכל היכא דאיתיה איתיה צריכא
9 Und würde er es nur von der Heiligkeit des Brotes gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Šimo͑n b. Laqiš sage nun hierbei, <i>auf</i> heiße in der Nähe, weil es nur dann heilig wird, wenn es sich darin befindet, sonst aber nicht heilig ist, beim Gesäuerten aber pflichte er R. Joḥanan bei, daß <i>auf</i> nicht in der Nähe zu sein brauche, da es an sich verboten ist, wo es sich auch befindet. Daher ist beides nötig.
י בעא מיניה רב אושעיא מרבי אמי אין לו לשוחט ויש לו לאחד מבני חבורה מהו אמר ליה מי כתיב לא תשחט על חמצך (שמות לד, כה) לא תשחט על חמץ כתיב
10 R. Oša͑ja fragte R. Ami: Wie ist es, wenn der Schlachtende keines hat, wohl aber einer der Beteiligten!? Dieser erwiderte: Heißt es etwa: du sollst nicht auf deinem Gesäuerten schlachten, es heißt ja:<i>du sollst nicht auf Gesäuertem schlachten</i>.
יא אמר ליה אי הכי אפילו לאחד בסוף העולם נמי אמר ליה אמר קרא לא תשחט ולא ילין לא תשחט על חמץ הנך דקיימי עליה משום לא ילין
11 Jener entgegnete: Demnach auch dann, wenn irgend einer am Ende der Weltsolches besitzt!? Dieser erwiderte: Die Schrift sagt: <i>du sollst nicht schlachten</i>, und:<i>es soll nicht übernachten</i>; die nicht übernachten lassendürfen, dürfen auf Gesäuertem nicht schlachten.
יב אמר רב פפא הילכך כהן המקטיר את החלב עובר בלא תעשה הואיל וישנו בכלל הלנת אמורין
12 R. Papa sagte: Daher übertritt auch der Priester, der das Fett [bei Gesäuertem] aufräuchert, das Verbot, da es hinsichtlich des Übernachtenlassens der Opferteile einbegriffen ist.
יג תניא כוותיה דרב פפא השוחט את הפסח על החמץ עובר בל"ת אימתי בזמן שהוא לשוחט או לזורק או לאחד מבני חבורה היה לאחד בסוף העולם אין זקוק לו ואחד השוחט ואחד הזורק ואחד המקטיר חייב אבל המולק את העוף בארבעה עשר אינו עובר בלא כלום
13 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Papa: Wer das Pesaḥopfer bei Gesäuertem schlachtet, übertritt ein Verbot; nur dann, wenn der Schlachtende, der Sprengende oder einer der Beteiligten es besitzt, wenn aber jemand am Ende der Welt, so achte man nicht darauf. Sowohl der Schlachtende als auch der Sprengende als auch der Aufräuchernde ist schuldig; wer aber am vierzehnten einem Geflügelopfer das Genick abkneift, übertritt nichts. –
יד ורמינהי השוחט את הפסח על החמץ עובר בלא תעשה ר' יהודה אומר אף התמיד אמרו לו לא אמרו אלא בפסח בלבד אימתי בזמן שיש לשוחט או לזורק או לאחד מבני חבורה היה לאחד בסוף העולם אין זקוק לו
14 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer das Pesaḥopfer bei Gesäuertem schlachtet, übertritt ein Verbot; R. Jehuda sagt, dies gelte auch vom beständigen Opfer. Man entgegnete ihm: Sie sagten dies nur vom Pesaḥopfer. Nur dann, wenn der Schlachtende, der Sprengende oder einer der Beteiligten es besitzt, wenn aber jemand am Ende der Welt, so achte man nicht darauf.
טו ואחד השוחט ואחד הזורק ואחד המולק ואחד המזה חייב אבל הקומץ את המנחה אינו עובר בלא תעשה המקטיר את האימורין אינו עובר בלא תעשה
15 Sowohl der Schlachtende als auch der Sprengende als auch der [einem Geflügelopfer] das Genick Abkneifende als auch der Besprengendeist schuldig; wer aber vom Speiseopfer den Haufenabhebt, übertritt kein Verbot, auch wer die Opferteile aufräuchert, übertritt kein Verbot.